»Das Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.«

Bio-Gate AG CFO Marc Lloret-Grau über die Entwicklung im ersten Halbjahr 2013

Marc Lloret-Grau

Marc Lloret-Grau
CFO

Bio-Gate AG
Neumeyerstraße 28-34
90411 Nürnberg

Tel: +49 911-59724-8300
Fax: +49 911-59724-8301

http://www.bio-gate.de

Weitere Interviews

23.05.2017 wallstreet:online AG CEO Andre Kolbinger zum starken Jahresbeginn
12.04.2017 Finanzcoach Niklas Horstmann über die Bedeutung einer zweiten Meinung
21.02.2017 Triumph Gold Corp Chairman John Anderson zum Goldvorkommen im Yukon und das Potenzial
24.11.2016 NanoFocus AG CTO Jürgen Valentin über Wachstumsschritt vom Technologie- zum Marktführer
16.11.2016 PV-Invest GmbH Gründer Günter Grabner zur Emission zweier Unternehmensanleihen
07.11.2016 Sanochemia AG Vorstand Dr. Stefan Welzig zur Refinanzierung der Unternehmensanleihe
22.09.2016 Pasinex Resources Ltd. CEO Steve Williams im Gespräch über Zink und Potenziale
26.08.2016 Michael F. Legnaro und Martin Sander, Geschäftsführer und Gründer der Agora Invest GmbH, über die Assetklasse Immobilien
05.09.2013

Die Bio-Gate AG ist ein technologisch führender Anbieter von antimikrobiellen Produkten und multifunktionalen Oberflächen für die Medizintechnik. Darüber hinaus veredelt das Unternehmen mithilfe von Mikrosilber Kosmetika und stattet nicht-medizinische Produkte mit antimikrobiellen Eigenschaften aus. Nach einem schwierigen Geschäftsjahr 2012 hat das Unternehmen im ersten Halbjahr 2013 den Umsatz erheblich gesteigert. Wir haben Marc Lloret-Grau, CFO der in Nürnberg ansässigen Gesellschaft, gefragt, ob sich die gute Entwicklung fortsetzen wird.

Herr Lloret-Grau, nach einem schwachen Geschäftsjahr 2012 haben Sie im ersten Halbjahr 2013 den Umsatz um 50 Prozent gesteigert und den Verlust deutlich zurückgefahren. Was waren die Gründe dieser Entwicklung?

Im ersten Halbjahr 2013 haben wir die Trendwende erreicht und in allen Bereichen unser Geschäft ausgeweitet. Der Umsatz legte um 50 Prozent auf 1,4 Mio. Euro zu und der Verlust sank um 0,3 Mio. Euro auf 0,8 Mio. Euro. Zudem schlossen wir die finanzielle Restrukturierung ab. Im Geschäftsjahr 2012 ist einiges aufgrund temporärer technischer Probleme nicht nach Plan gelaufen. Allerdings erreichten wir dennoch wichtige operative Erfolge, die sich aber erst 2013 positiv auf unsere Zahlen auswirken.

Womit verdient Bio-Gate sein Geld?

Wir setzen auf zwei Technologie-Plattformen und sind damit breit aufgestellt, um unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen: Mit der von uns selbst entwickelten Beschichtungstechnologie HyProtectTM werden überwiegend Medizintechnikprodukte mit einer hauchdünnen Silberschicht überzogen, ohne dabei die ursprünglichen Produkteigenschaften zu verändern. Für die zweite Plattform setzen wir unser Mikrosilber ein, das in mikroskopisch kleinen, speziell hergestellten Silberpartikeln, beispielsweise in medizintechnische Produkte oder in kosmetischen Anwendungen eingearbeitet werden kann.

In welchem Geschäftsbereich erzielt das Unternehmen aktuell den höchsten Umsatz?

Im Jahr 2012 war das Kosmetikgeschäft wichtigste Erlösquelle – und auch 2013 erwies es sich bislang wieder als Wachstumstreiber. Sehr wichtig ist für uns die Zusammenarbeit mit unserem langjährigen Kunden LR Heath & Beauty Systems. Der Kosmetikhändler vertreibt mittlerweile in 28 Ländern elf Produkte, die mit Bio-Gate-Mikrosilber ausgestattet sind. Auf große Nachfrage stößt auch eine auf unserem Mikrosilber basierende Creme der Marke „SOS“, die in Filialen von führenden Drogerieketten erhältlich ist. Ebenfalls stark stieg der Absatz mit Dental-Produkten: Mittlerweile verkaufen fünf Anbieter Zahnpasta, die unser antimikrobielles Mikrosilber enthält. Darüber hinaus sind in den vergangenen Monaten zwei Mundspül-Lösungen mit unserem Mikrosilber auf den Markt gekommen.

Besonders in der Medizintechnik ist ja der Bedarf an Produkten mit antibakteriellen Eigenschaften sehr groß. An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell in diesem Bereich?

Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um im Bereich der Endoprothetik – hier werden krankheits-, unfall- oder verschleißbedingt zerstörte Gelenke durch künstliche Gelenke ersetzt – Medizintechnikprodukte mit unserer antimikrobiellen Beschichtung zu veredeln. Wir stehen in Gesprächen mit Kunden, die unsere Technologie nutzen möchten. Im Bereich der Implantate für den Veterinärmarkt erwarten wir schon im Herbst einen ersten Auftrag eines Herstellers von Tierimplantaten aus Nordamerika für die Lohnbeschichtung von Edelstahlimplantaten. Der Markt für Tierimplantate gilt besonders in Nordamerika als sehr lukrativ, gewinnt aber auch in Europa zunehmend an Bedeutung. Bei Anwendungen auf Basis unseres mikroskaligen Silbers sind wir ebenfalls vorangekommen. Besonders erfreulich: Bei bereits im Markt erhältlichen Wundauflagen wird ein führender Hersteller künftig unsere Technologie nutzen.

Wird sich denn die Geschäftsentwicklung fortsetzen? Können die Anleger in diesem Jahr noch etwas erwarten?

Wir sind positiv gestimmt, dass sich die erfreuliche Geschäftsentwicklung fortsetzen wird. Denn das Interesse an antimikrobiellen Beschichtungen ist hoch. Infektionsgefahren lauern vielerorts: in öffentlichen Verkehrsmitteln, Büros oder im Sanitärbereich. Im Industrie-Geschäft sind Sanitärprodukte der Heinrich Wilke GmbH (Hewi) auf den Markt gekommen, die von Bio-Gate antimikrobiell veredelt werden. Dazu zählen beispielsweise Beschläge, Kunststoffgriffe, Türdrücker und Handtuchhalter. Überdies wird künftig eine große amerikanische Fluggesellschaft hygienisch sensible Bereiche im Flugzeug mit einem Lacksystem veredeln, das der Hamburger Lackhersteller Mankiewicz mit dem Mikrosilber von uns entwickelt hat. Und im zweiten Halbjahr 2013 startet der Vertrieb von Bürostühlen, die einen antimikrobiellen Schutz dank unserer Technologie bieten. Angesichts des gestiegenen Absatzpotenzials und der guten Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten verfolgen wir für das Gesamtjahr 2013 unverändert das Ziel, den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr zu steigern und den Jahresfehlbetrag deutlich zu senken. Im Jahresverlauf 2013 soll die operative Gewinnschwelle erreicht werden. Voraussetzung für diese Prognose ist, dass es bei den derzeitigen Entwicklungsprojekten zu keinen größeren Verzögerungen kommt und die Planungen hinsichtlich der Vermarktung der Produkte erfüllt werden.

Herr Lloret-Grau, vielen Dank für das Gespräch.

 

Kostenloser Newsletter - mit spannenden Hintergrundinformationen!

E-Mail*
* Ich habe die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese. Über das gesetzliche Widerrufsrecht gemäß der Widerrufsbelehrung bin ich informiert.