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Daniel V. Franke von SanSecurity über Prävention und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität

Daniel V Franke

Dipl.-Jur. Daniel V. Franke
Sicherheitsfachwirt (FH)
Inhaber
SanSecurity
Detektei & Dienstleistungsagentur

Jülicher Straße 9
40477 Düsseldorf
Deutschland

Telefon: +49 211 16361150
Mobil: +49 178 3287283
E-Mail: franke(at)sansecurity.de
Web: www.sansecurity.de

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Im Gespräch mit Daniel V. Franke, dem Inhaber von SanSecurity aus Düsseldorf, erhalten wir Einblicke in die Prävention und Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität. Die Detektei und Dienstleistungsagentur dient als Ansprechpartner im Bereich Sicherheitsmanagement und bietet bedarfsgerechte Beratung und Betreuung an.

Herr Franke, wo liegen bei Ihrer Tätigkeit als Managing Director von SanSecurity die Themenschwerpunkte?

Als Inhaber von SanSecurity biete ich primär Konzepte zur Prävention oder Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität an. In den Bereich Prävention fallen z.B. Know Your Partner/Customer Services in Form von internationalen Hintergrundrecherchen zu Personen oder Unternehmen. Zu den repressiven Maßnahmen gehören z.B. Konzepte zum Schutze geistigen Eigentums oder auch Betrugsermittlungen. Daneben liegt es nahe, dass ich als Jurist im Bereich Litigation Support mit einigen renommierten Rechtsanwaltskanzleien zusammenarbeite.

Worum geht es bei den angesprochenen Hintergrundrecherchen und worin besteht dabei der Nutzen für Unternehmen?

Ziel der Durchführung von Hintergrundrecherchen ist, sich ein genaueres Bild von seinem potentiellen Geschäftspartner oder Kunden machen zu können. Dabei geht es bei dieser sogenannten Investigativen Due Diligence weniger um die Auswertung von Büchern und Finanzdaten, sondern um die Generierung von Informationen mit grundsätzlicher Relevanz für die Beurteilung der Seriosität des potentiellen Partners und der allgemeinen Risiken, die eine mögliche Geschäftsbeziehung mit sich bringen würde. Die Fragestellungen sind hier zunächst ganz banal: Finden sich die zur Verfügung gestellten Daten des möglichen Partners in der Realität wieder? Ist die entsprechende Firma überhaupt real existent? Weitere für die Beurteilung der Seriosität von Privatpersonen oder Repräsentanten von Unternehmen relevante Informationen können sich auf deren straf- und zivilrechtliche juristische Historie beziehen. Aber auch die sozialen und geschäftlichen Verbindungen können von Bedeutung sein. Denn Unternehmer müssen wissen, ob ihre potenziellen Geschäftspartner in Bestechung oder kriminelle Strukturen verwickelt sind. Dieser Informationsgewinn hilft den Unternehmen, unseriöse Geschäftspartner vor der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen zu identifizieren und auszusortieren und damit sowohl wirtschaftliche Schäden als auch Beschädigungen der Reputation von dem Unternehmen abzuwenden.

Können Sie uns ein Beispiel aus der Praxis nennen?

Sehr gerne. Ein Kunde, ein Unternehmen, kam mit der Bitte auf mich zu, die Täter in einem Betrugsfall zu seinen Lasten zu ermitteln. Die Schadenshöhe bewegte sich im sechsstelligen Bereich. Der Sachverhalt gestaltete sich so, dass mein Kunde von einer europäischen Firma eine Bestellung erhielt. Die bestellte Ware sollte er an einen Adressaten in einem anderen europäischen Land liefern. Die Überprüfung des Vertragspartners durch meinen Kunden fand in gewohntem Umfang statt und verlief positiv. Nachdem die Ware an die genannte Adresse ausgeliefert wurde, blieb die Bezahlung der Ware jedoch aus und der Geschäftspartner war nicht mehr zu erreichen. Nach einer weiteren Überprüfung stellte sich dann heraus, dass die Täter die Identität einer existenten Firma genutzt haben, um meinen Kunden zu täuschen. Dazu hatten sie unter anderem den Inhalt der Unternehmenswebseite dieser Firma auf eine eigene Webseite kopiert. Am Ende stand eine der berüchtigten international operierenden „Nigeria Gangs“ als Täter fest. Der entstandene Schaden hätte sich für meinen Kunden durch eine professionelle Überprüfung des Vertragspartners in Form einer Investigativen Due Diligence vor Vertragsabschluss vermeiden lassen, denn es waren ausreichend Hinweise gegeben, die auf die falsche Identität des Geschäftspartners hinwiesen. Diese Hinweise waren zwar für meinen Kunden nicht erkennbar, eine Überprüfung von externer Seite jedoch hätte diese identifizieren können. Dies ist eines von vielen Beispielen dafür, dass es wirtschaftlich vernünftiger ist, mögliche Schäden mit einem überschaubaren Einsatz an Hintergrundrecherche zu verhindern, als sich später mit möglicherweise irreparablen Schäden konfrontiert zu sehen.

Sie bieten auch Maßnahmen zum Schutze geistigen Eigentums an. Wie kann man sich das vorstellen?

Es sind unterschiedliche Szenarien denkbar, in denen die Durchführung von Maßnahmen zum Schutze geistigen Eigentums als Instrument zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität oder der Beschädigung der Reputation des eigenen Unternehmens sinnvoll erscheint. Eine Möglichkeit stellt die Verletzung von Marken- und Patentrechten in Form von Produktfälschungen oder unberechtigter Nutzung von Patenten dar. Hier bieten sich unterschiedliche Herangehensweisen an. Angefangen bei Marktbeobachtungen (online und offline) zur Feststellung von Rechtsverletzungen über Testkäufe zu deren Nachweis sowie zur Ermittlung der Täterdaten bis hin zur Identifikation der Distributoren und Hersteller. Eine weitere Möglichkeit ist der Handel von Produkten auf dem Grauen Markt, also außerhalb der autorisierten Distributionsketten. Solche unautorisierten, oft internationalen Warenbewegungen gilt es auch im Sinne der Kundenzufriedenheit zu verhindern. Hier bieten sich fallbezogen adäquate technischen Lösungen, wie etwa Datenanalysen oder professionellen Internetrecherchen zur Identifikation der Täter und Tatmuster. Aber auch operative Ermittlungen und Testkäufe können zielführende Ansätze sein.

Was sollte man über den Bereich Betrugsermittlungen wissen?

Vermögensdelikte wie z. B. Betrug können Unternehmen erheblichen Schaden zufügen. Betrug kann unternehmensintern auftreten, wie zum Beispiel in Form von Lohnfortzahlungs- oder Abrechnungsbetrug. Aber auch unternehmensexterne Bedrohungen wie z. B. Fälle von Garantiebetrug oder der oben beschriebene Warenkreditbetrug sind denkbar. Die Maßnahmen zur Aufklärung von Betrugsdelikten sind so vielfältig wie die Delikte selber. Sie können fallabhängig von professionellen Recherchen im Internet (Open Source Intelligence), im Deep Web oder Dark Web über Vor-Ort-Ermittlungen und Überwachungen bis hin zu softwaregestützten Datenanalysen oder IT-Forensik reichen. In dem oben genannten Beispielsfall kamen gleich mehrere verschiedene Maßnahmen zum Tragen. Angefangen bei IT-Forensic über Vor-Ort Ermittlungen in den entsprechenden europäischen Ländern bis hin zur Koordination der Zusammenarbeit von Beteiligten und zuständigen Behörden. Dies zeigt, dass es bei einer erfolgreichen Fallbearbeitung neben dem entsprechenden Know How immer auch auf gute internationale Kontakte ankommt.

Was können Sie Unternehmen raten, wenn es um den Bereich investigativer Dienstleistungen geht?

Zwei Dinge. Erstens: Suchen Sie sich Ihren Dienstleister sorgfältig aus. Hierzu habe ich in meinem Blog als Mittelstandsbotschafter für das Creditreform Unternehmermagazin auf www.creditreform-magazin.de eine Zehn-Punkte-Checkliste veröffentlicht. Zweitens: Handeln Sie präventiv. Denn durch ein konsequentes präventives Vorgehen lassen sich viele Schäden bereits im Vorfeld vermeiden.

Herr Franke, vielen Dank für das Gespräch.

 

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