»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

Datagroup-Chef Max Schaber über die Zukunftschancen der Cloud

Max Schaber 2

Max H.-H. Schaber
CEO

Kontakt:
DATAGROUP AG
Sabine Muth
Investor Relations

Wilhelm-Schickard-Straße 7
D-72124 Pliezhausen

Fon: +49 7127 970-058
Fax: +49 7127 970-033
E-Mail: Sabine.Muth[at]datagroup.de

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Wir freuen uns über das heutige Gespräch mit Max Schaber, dem Vorstandsvorsitzenden der Datagroup AG, um neue Details über die Unternehmensentwicklung zu erfahren. In der Vergangenheit haben wir bereits an dieser Stelle mit Schaber über die Perspektiven und Chancen der Gesellschaft und des Gesamtmarktes gesprochen.

Herr Schaber, Datagroup ist in den letzten sieben Jahren um durchschnittlich 28 % pro Jahr gewachsen. Im letzten Jahr ging es mit plus 7,4 % vergleichsweise bescheiden voran. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs wurde der Umsatz knapp gehalten. Geht Datagroup nach dem schnellen Aufstieg nun langsam die Luft aus?

Ich kann sie beruhigen, wir eilen weiter mit großen Schritten voran. Fortschritt manifestiert sich nicht nur in großen Umsatzsprüngen. Bei uns steht die Profitabilität im Fokus! Im nächsten Geschäftsjahr 2014/2015 streben wir eine EBITDA-Marge von 10% an – in unserem Branchensegment der IT-Dienstleistungen ein außergewöhnlich hoher Wert.

Verändert sich dadurch auch Ihr Portfolio?

Wir haben unsere Umsatzstruktur in den vergangenen Jahren kontinuierlich verändert und uns vom Systemhaus zum Full Service Betriebsdienstleister entwickelt. Während das Verhältnis des Umsatzes von Hard- und Softwarehandel zu Dienstleistungserlösen 2006 etwa bei 75 % zu 25% stand, haben wir heute die umgekehrte Relation. Im Fokus steht heute beispielsweise Cloud Computing, also zentralisiert erbrachte Betriebs- und Infrastrukturdienste, die wir über das Internet anbieten. Vom Umbau der Umsatzstruktur hin zu hochmargigen IT-Services sind aber nicht nur die Handelsumsätze betroffen sind. Wir schauen uns auch im Dienstleistungsgeschäft genau an, welche Aufträge attraktiv sind.

Wenn man auf Ihre Ergebnisse schaut, dann sieht man für die ersten sechs Monate des Jahres 2013/14 allerdings einen Rückgang.

Das ist richtig, wenn wir bei der Berechnung die außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen des Gesamtjahres berücksichtigen. Beim konzentrierten Blick auf das operative Geschäft in den ersten sechs Monaten sieht es hingegen ganz anders aus: Demnach haben wir gegenüber dem Vorjahreszeitraum beim EBITDA eine Steigerung um 19 % und beim EBIT sogar um 67 % erzielt. Wenn wir in den kommenden Jahren die Ernte der Restrukturierungsaufwendungen einfahren, erwarten wir noch einmal einen positiven Ergebniseffekt von 3 Mio. Euro pro Jahr und damit einen deutlichen Profitabilitätssprung. Die Aufwendungen für die Restrukturierungen werden sich also in hohem Maße bezahlt machen.

Die IT-Branche steht bekanntlich unter gehörigem Konsolidierungsdruck. Das ist nicht unbedingt ein Umfeld, in dem man steigende Profitabilität erwarten würde. Wie wollen Sie Ihre ehrgeizigen Ziele erreichen?

Wir müssen den Markt differenziert betrachten. Es gibt einen ungebrochenen Trend zur Auslagerung von IT-Leistungen bei mittelständischen Unternehmen. Alleine der Markt für B2B-Cloud Computing in Deutschland wächst laut Branchenverband BITKOM von 3 Mrd. Euro in 2012 auf 13,7 Mrd. Euro im Jahr 2016. Es gibt also durchaus starke Wachstumsbereiche in unserem Markt. 2020 wollen wir der führende Anbieter von IT-Outsourcing und Cloud-Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen in Deutschland sein. Basis dafür ist die Standardisierung von Leistungen und deren industrielle Erbringung. Mit unseren IT-Service-Fabriken und der ISO 20000 Zertifizierung haben wir genau diese Basis geschaffen.

Können Sie erläutern, worin die Vorteile der Zertifizierung für Ihre Kunden liegen und weshalb Sie daraus auch bei den Margen zusätzliche Vorteile für sich erwarten?

Die ISO 20000 ist das höchstmögliche Zertifikat für professionelles IT Service Management. Seit 2012 hat Datagroup als einer von wenigen IT-Dienstleistern in Deutschland diese Zertifizierung, die für den Kunden bedeutet, dass er Dienstleistungen erhält, die nach genau definierten Prozessen erbracht werden. Wir übertragen industrielle Produktionsmaßstäbe auf die Erstellung von hochwertigen IT-Services. Deshalb sprechen wir auch von Leistungen aus der IT Service-Fabrik. Das garantiert dem Kunden eine gleichbleibend hohe Qualität und Verlässlichkeit unserer Dienstleistungen. Im Ergebnis kann er die Leistungen wie Waren aus einem Katalog auswählen und einkaufen und somit auch deren Qualität leichter überprüfen. Für uns hat das wiederum den Vorteil, dass die standardisierte Leistungserstellung zu Effizienzsteigerungen und Skaleneffekten führt.

Aber brauchen Kunden nicht häufig individuelle Lösungen?

Die bekommen Sie auch! Denn wir können standardisiert erbrachte Leistungen zu individuellen Paketen kombinieren und auf den Kunden anpassen. Die konsequente Standardisierung nach definierten Prozessen hat aber den großen Vorteil, dass wir nicht für jeden Kunden neu überlegen müssen, wie ein bestimmter IT-Service erbracht werden soll. Dadurch können wir mögliche Risiken und ärgerliche Fehler vermeiden. Im Gegenteil können wir unsere Leistungen immer weiter optimieren und dabei noch Kosten sparen, was den Kunden und unserer Profitabilität zugutekommt.

Gibt es nach dem NSA-Skandal nicht verstärkt Vorbehalte gegen die Cloud?

Es gibt sicherlich mehr Fragen und durchaus Bedenken. Aber letztlich stellt sich das NSA-Thema für uns sogar als Vorteil heraus. Denn unsere Cloud-Services kommen ausschließlich aus unseren drei deutschen Rechenzentren, die nach den hohen Sicherheitsstandards der ISO 27001 bzw. ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz zertifiziert sind. Gerade mittelständische Unternehmer achten verstärkt auf die Themen Sicherheit und Zuverlässigkeit. Hierauf haben wir die richtigen Antworten.

Herr Schaber, vielen Dank für das Gespräch.

 

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