»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

Dipl.-Ing. Mark Wechselmann von GMW Projekt im Interview

Mark Wechselmann

Dipl.-Ing. Mark Wechselmann
Gründer und Geschäftsführer

GMW Projekt mbH & Co. KG
Adenauerallee 4
30175 Hannover

Tel. +49(0)511 90 58 94 10
Fax +49(0)511 90 58 94 20

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www.gmw-projekt.de

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In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Mark Wechselmann von der GMW Projekt mbH & Co. KG aus aktuellem Anlass über die Situation in Indien, wo seit Tagen mehrere hundert Millionen Menschen unter dem Zusammenbruch der Stromversorgung leiden. Herr Wechselmann ist Energieexperte und berät deutsche Unternehmen bei sämtlichen Angelegenheiten, wenn es um die optimale Beschaffung und Nutzung von Strom, Gas oder Fernwärme geht, sowie bei der Einführung von Energiemanagementsystemen.

Herr Wechselmann, mehrere hundert Millionen Menschen leiden derzeit in Indien durch die Folgen des Zusammenbruchs des dortigen Energienetzes. Können Sie sich in Deutschland eine ähnliche Situation vorstellen?

Die Frage zwingt sich unmittelbar auf. Die aktuelle Energiewende der Bundesregierung verlangt große Anstrengungen von den involvierten Marktteilnehmern. Die Netzbetreiber müssen zusätzliche Kapazitäten schaffen und die Energieversorger ihre Produktionsstandorte effizient ausrichten. Durch den Wegfall der Mehrzahl der Atomkraftwerke wird die Versorgung mit den vorhandenen Strukturen ineffizient. Wenn es z.B. besonders windig ist, kann es dennoch bedeuten, dass Windräder still stehen müssen, weil die Energie schlichtweg nicht mehr ins Netz passt. Manchmal wird Energie sogar ins Ausland verschenkt, um dann aber im Gegenzug in Peak-Phasen, wenn Strom besonders intensiv benötigt wird, von Nachbarstaaten einzukaufen. Vor diesem Hintergrund kann ich mir vorstellen, dass es zukünftig auch in Deutschland größere Stromausfälle geben kann. Ich kann Ihnen zwei Beispiele dafür nennen. Im Dezember 2011 ist der Stromverbrauch in Süddeutschland so sprunghaft angestiegen, dass die Netze beinahe zusammengebrochen wären. Kraftwerke in Österreich mussten einspringen und konnten den Engpass beheben. Und Zweitens führte im April dieses Jahres eine Verkettung von unglücklichen Umständen zu einem Fast-Blackout. Als die Sonne unterging und die Photovoltaikanlagen keinen Strom mehr lieferten, fielen zugleich ein Atomkraftwerk und ein Umspannwerk wegen kleinerer Störungen aus. Weiterhin zog in den östlichen Bundesländern Sturm auf, sodass die Windanlagen plötzlich enorm viel Strom produzierten. Diesen zu verteilen und die Stabilität aufrecht zu erhalten, überforderte die Ost-West-Leitungen derart, dass die Betreiber Notmaßnahmen ergriffen und u.a. im Osten ganze Windparks abschalten mussten. Damit dies nicht wieder vorkommt, musste man zwischen Dezember 2011 und März 2012 dreimal auf die „Kaltreserve“ aus bestehenden Kraftwerken zurückgreifen, um die Stromnetze stabil zu halten.

Welche Rolle räumen Sie den erneuerbaren Energien beim zukünftigen Mix ein?

Ich gehe davon aus, dass in Deutschland sicherlich vieles dafür unternommen wird, um den Anteil an sauber empfundener Energie auf ein Maximum steigen zu lassen. Wie groß dieses Stück vom Kuchen jedoch sein wird, dass kann kaum seriös beantwortet werden. Erst kürzlich ging durch die Presse, dass allein im letzten Jahr über eine halbe Million Haushalte, auf Grund von offenen Rechnungen, der Strom abgestellt wurde. Wir steuern also gerade auf eine Preisschwelle beim Strompreis zu, die zu einer Barriere werden wird. Wenn die Energieversorger ihre Preise nicht mehr durchsetzen können, dann werden entsprechende Investitionen ausbleiben. Aber das ist auch nur eine vereinfachte Beschreibung eines komplexen marktwirtschaftlichen Geflechts.

Sehen Sie neue Chancen für Kohle als Energieträger?

Der weltweite Bedarf an Kohle wird laut International Energy Agency (IEA) bis zum Jahr 2030 gegenüber 2008 um 47,5% zunehmen, d.h. der Anteil am Energiemix wird von 27,0% auf 29,1% steigen. Wenn ich höre, dass die Leute von einer Renaissance der Kohle sprechen, dann muss ich sagen, dass die Kohle niemals weg war. Sicherlich gibt es weltweit unterschiedliche nationale Interessen, aber gerade in Boom-Regionen wie in China und Indien nimmt die Abhängigkeit von Kohle auch in den kommenden Jahren eher zu. Es sollte ebenfalls nicht verdrängt werden, dass die Technologien von Kohlekraftwerken in der heutigen Zeit andere sind, als noch vor 50 Jahren. Ich bin persönlich der Meinung, dass ein gesunder Mix aus unterschiedlichen Energiequellen gepaart mit Energieeffizienz am nachhaltigsten ist. Man muss den Menschen und Unternehmen auch hierzulande die Chance geben, sich den Strom leisten zu können und wettbewerbsfähig zu sein.

Wo ist Ihr Tätigkeitsfeld in diesem komplexen Markt?

Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden über die Ausschöpfung aller Möglichkeiten des gesetzlichen Rahmens und Marktumfeldes entscheiden können. Aufgrund der fortlaufenden Gesetzesänderungen und Veränderung des Marktes gewinnt unser Portfolio zunehmend an Bedeutung für unsere Kunden. Wenn wir z.B. für Steuerrückerstattungen aus der Vergangenheit oder für Befreiung von Abgaben in der Zukunft die Weichen stellen, dann kann das die Profitabilität des Unternehmens zum Teil erheblich steigern. Gerade bei Firmen mit einer niedrigen Umsatzrendite können diese Art von Unterstützung erhebliche Vorteile bedeuten. Wenn z.B. ein Unternehmen 10 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet und dabei eine Rendite von 3% erzielt, dann hat ein Steuervorteil von 150.000 Euro die gleiche Auswirkung, wie eine Umsatzsteigerung von 50%. Auch im Bereich Energieeffizienz helfen wir unseren Kunden den eigentlichen Verbrauch zu senken. Dies kann z.B. mit einer Beleuchtungsoptimierung oder Kesselsanierung schnell 10-20 % einsparen.

Mit anderen Worten, Ihr Geschäft brummt.

Ja, so kann man es sagen. Wir freuen uns mit unseren Kunden über den gemeinsamen Erfolg. Die Beratungsleistungen berechnen wir übrigens erfolgsabhängig. D.h., nur wenn unser Kunde einen Vorteil durch uns gewinnt, erhalten wir eine Vergütung.

Herr Wechselmann, vielen Dank für das Gespräch.

 

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