»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

Dr. Günter Schamel von der Mox Telecom AG zum Thema Anleiheemission

Dr. Schamel

Dr. Günter Schamel
CEO & Gründer
Mox Telecom AG

Tel: +49-2102-8636-11
E-Mail: IR[at]mox.de
Webseite: www.mox.de

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In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Dr. Günter Schamel, CEO und Gründer der Mox Telecom AG, über die Wachstumsperspektiven des Unternehmens und die Finanzierungsmöglichkeiten. Derzeit führt die Gesellschaft eine Anleiheemission von bis zu 35 Mio. Euro durch. Die Anleihe hat eine Laufzeit bis 02.11.2017 und wird mit einem jährlichen Zinssatz von 7,25% vergütet. Die Mox Telecom AG wurde im Jahr 1998 gegründet und schreibt seit dem Jahr 2000 schwarze Zahlen. Das Telekommunikationsunternehmen ist in mehr als 50 Ländern aktiv.

Herr Dr. Schamel, Sie führen derzeit eine Platzierung einer Anleihe durch. Wofür wollen Sie den Erlös verwenden?

In erster Linie wollen wir die weitere Expansion in unserem erfolgreichen Kerngeschäft, der Auslandstelefonie – besonders in Asien, Afrika und USA – finanzieren. In USA sind wir hauptsächlich an der Ostküste und erreichen so ca. 3-4% Marktanteil. Wir trauen uns 10% zu, das wären dann ca. USD 400 Mio., alleine in den USA. Außerdem soll ein Drittel des Erlöses in den Ausbau des neuen Geschäftsbereichs E-Commerce „Mox Deals“ fließen. Das letzte Drittel sehen wir als „Kriegskasse“ und werden den Einsatz fallbezogen prüfen, z.B. auch für die Rückführung bestehender Verbindlichkeiten.

Welche Gründe sprachen für die Emission einer Anleihe und gegen eine Kapitalerhöhung auf Aktienbasis?

Wir haben in den letzten Jahren bereits drei Kapitalerhöhungen durchgeführt, seit 2006 ist die Mox Telecom AG im Entry Standard der Frankfurter Börse notiert. Unsere Eigenkapitalquote liegt derzeit bei 48%. Eine weitere Kapitalerhöhung würde diese schon sehr hohe Quote nochmals erhöhen. Deshalb setzen wir beim zukünftigen Wachstum auf eine börsennotierte Anleihe, um beim Fremdkapital die notwendige Diversifizierung zwischen Banken- und Anleihe-Finanzierung zu erreichen. Durch die Anleihe erhoffen wir uns zudem positive Effekte für den Aktienkurs.

Seit der Gründung von Mox Telecom gab es zahlreiche technische Neuerungen, wie z.B. Skype und die Einführung von sogenannter Flatrates. Wie können Sie trotzdem den Umsatz und Gewinn kontinuierlich steigern?

Weil wir uns mit unserem Geschäftsmodell auf eine ganz bestimmte Zielgruppe fokussiert haben und somit eine lukrative Nische besetzen. Seit der Gründung im Jahr 1998 konzentrieren wir uns auf Menschen mit einem hohen Bedarf an Auslandstelefonaten. Seit zwölf Jahren schreiben wir mit Produkten für diese Zielgruppe schwarze Zahlen. Wir sind damit in 50 Ländern aktiv und erfolgreich. Überall dort, wo Zu- und Auswanderer leben, gibt es einen hohen Bedarf an kostengünstiger Auslandstelefonie und unsere Prepaid-Telekommunikationsdienstleistungen bieten hier die bedarfsgerechte Lösung – gute Verbindungen zu attraktiven Preisen. So handelt es sich bei den USA um einen Milliarden-Dollar-Markt für Calling Cards, den wir mit Mox Telecom America und ihren Töchtern NJ Best und SDI abdecken. Hier gibt es z.B. zwar Prepaid-Mobiltelefone, mit denen man aber von den USA aus nicht in das Ausland telefonieren darf. Das bedeutet, dass die rund 40 Millionen Menschen aus Lateinamerika oder Mexiko nur mit einer Calling Card oder Phone Card in die Heimat telefonieren.

Skype funktioniert in vielen Ländern gar nicht. Zudem besitzen unsere angesprochenen Zielgruppen als auch die Angerufenen in den Heimatländern meist keinen Computer mit Breitbandzugang, um Skype zu nutzen. Für die technischen Neuerungen und der zunehmenden Nutzung vom Smartphone haben wir zudem eine Telekommunikations-Lösung auf Prepaid-Basis entwickelt.

Mox Telecom ist in verschiedenen Regionen und Branchen tätig. Welche Bereiche sehen Sie zukünftig als Wachstumstreiber?

Wachstumstreiber ist einmal weiterhin der Bereich Telekommunikation und Prepaid Calling Cards. Hier gibt es großes Wachstumspotenzial in Asien, z.B. Vietnam oder Myanmar oder auch Afrika. Nehmen Sie beispielsweise ein Land wie Angola mit starkem Wirtschaftswachstum. Viele Menschen aus umliegenden Ländern kommen nach Angola und benötigen dann kostengünstige Auslandstelefonie. Dann kommen wir mit unseren Prepaid-Produkten ins Spiel.

Ganz klar sehen wir aber auch unseren Bereich E-Commerce mit unserer Plattform Mox Deals als Wachstumsgarant für die Zukunft. Wir erwarten einen Anteil am Gesamtumsatz von 25-35 % in den kommenden Jahren.

Die Couponing-Tochter Mox Deals ist ebenfalls börsennotiert. Können Sie sich vorstellen, dass auch andere Firmenbereiche zukünftig eine eigenständige Notierung durchführen?

In diese Richtung ist aktuell nichts Konkretes geplant.

Sehen Sie die Gefahr, dass ein Wettbewerber für den Markteintritt in z.B. das Migranten-Geschäft eine Übernahme von Mox Telecom plant?

Wie man an 15 Jahren Mox sieht – die Nische ist nicht nur interessant, sondern auch nachhaltig profitabel. Wir treten erfolgreich in lokalen Märkten auf und stellen dies ebenso erfolgreich in den globalen Kontext unserer Aktivitäten. Wir besitzen dezidiertes technisches Know-how – letztlich telefonieren über 20 Mio. Menschen letztes Jahr mit einem unserer vielen Produkte. Das kann natürlich Begehrlichkeiten wecken. Der Aktienkurs ist derzeit historisch niedrig und mit einem KGV < 5 deutlich unterbewertet. Klar, theoretisch könnte uns das zu einem Ziel einer Übernahme machen.

Welche Perspektive sehen Sie als Gründer von Mox Telecom für die kommenden fünf Jahre?

Wir sehen großes Wachstumspotenzial in Asien, Afrika und USA. Hier werden wir das Telekommunikationsgeschäft weiter vorantreiben. Zusätzlich gibt es weltweit einen Boom im E-Commerce, an dem wir aktiv mit Mox Deals teilhaben werden. Bereits jetzt sind wir gut aufgestellt haben einen Cashflow von 20,3 Millionen Euro. Das ist auch unser Ziel für die Zukunft. Unsere Eigenkapitalquote ist aktuell 48%. Auch in Zukunft werden wir die EK-Quote bei mindestens 30 % halten.

Meine persönliche Vision für 2015 ist es, USD 500 Mio. Umsatz zu erreichen mit einer EBITDA-Marge oberhalb von 7-8%.

Herr Dr. Schamel, vielen Dank für das Gespräch.

 

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