»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

German Startups Group CEO Christoph Gerlinger über Geschäftsmodell und Börsengang

Christoph Gerlinger

Christoph Gerlinger
CEO
German Startups Group

Kontakt
German Startups Group Berlin GmbH & Co. KGaA
Platz der Luftbrücke 4-6
12101 Berlin

Tel.: +49 30 6098890 80
www.german-startups.com

Weitere Interviews

12.04.2017 Finanzcoach Niklas Horstmann über die Bedeutung einer zweiten Meinung
21.02.2017 Triumph Gold Corp Chairman John Anderson zum Goldvorkommen im Yukon und das Potenzial
24.11.2016 NanoFocus AG CTO Jürgen Valentin über Wachstumsschritt vom Technologie- zum Marktführer
16.11.2016 PV-Invest GmbH Gründer Günter Grabner zur Emission zweier Unternehmensanleihen
07.11.2016 Sanochemia AG Vorstand Dr. Stefan Welzig zur Refinanzierung der Unternehmensanleihe
22.09.2016 Pasinex Resources Ltd. CEO Steve Williams im Gespräch über Zink und Potenziale
26.08.2016 Michael F. Legnaro und Martin Sander, Geschäftsführer und Gründer der Agora Invest GmbH, über die Assetklasse Immobilien
12.07.2016 Burkhard Balz als EU-Parlamentsmitglied zum Brexit und die Folgen
09.07.2015

Die Berliner Beteiligungsgesellschaft German Startups Group wurde in 2012 gegründet und konnte seitdem ein umfangreiches Portfolio an Minderheits- und Mehrheitsanteilen aufbauen. Neben namhaften Unternehmen wie MisterSpex oder SoundCloud, hilft die Gesellschaft auch jungen und noch unbekannten Startups auf dem Wachstumspfad.

Herr Gerlinger, können Sie uns bitte das Geschäftsmodell der German Startups Group genauer vorstellen?

Die German Startups Group ist eine Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf junge Wachstumsunternehmen in Deutschland – das heißt, wir beteiligen uns über Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen insbesondere durch die Bereitstellung von Venture Capital an Startups. Wir konnten in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung der deutschen Gründerszene beobachtet. Mit unserem Sitz in Berlin – unserer Einschätzung nach, der Mittelpunkt der deutschen Startups-Szene – haben wir einen sehr guten Zugang zu diesen unabhängigen Gründerteams. Genau dieser Zugang macht unser Geschäft aus. Denn anders als sogenannte Company Builder gründen wir keine eigenen Startups und treten so auch nicht in Wettbewerb zu den Gründern. Vielmehr suchen wir uns aus den vielen Geschäftsmodellen unabhängiger Unternehmer, die aus unserer Sicht attraktivsten Startups aus. Wichtig ist uns dabei, dass die Unternehmen, in die wir investieren, innovativ oder sogar disruptiv und ihre Geschäftsmodelle skalierbar sind. Derzeit haben wir ein Portfolio mit einer Mehrheitsbeteiligung und 42 Minderheitsbeteiligungen an operativ tätigen Unternehmen, darunter Delivery Hero, MisterSpex und SoundCloud. Mit dem Verkauf der Anteile am AdTech-Unternehmen Fyber und am Online-Shop Amorelie (Sonoma Internet GmbH) konnten wir bereits zwei erfolgreiche Exits verzeichnen. Hervorheben möchte ich auch, dass wir anders als typische VC-Fonds mit begrenzter Laufzeit und Investmentperioden unsere Portfoliounternehmen langfristig finanzieren und begleiten können – unabhängig vom Reifegrad der Unternehmen. Eine Besonderheit unseres Geschäfts liegt neben der klassischen Beteiligung an Finanzierungsrunden im Erwerb bestehender Anteile von Altgesellschaftern der Startups.

Sie gehen jetzt mit der German Startups Group an die Börse, was hat Sie dazu motiviert?

Wir haben uns seit der Gründung im Jahr 2012 zum zweitaktivsten Venture–Capital-Investor im Tech-Segment in Deutschland entwickelt und konnten eine solide Bruttorendite von 30,5% p.a. auf das durchschnittlich eingesetzte Kapital erzielen. Es gilt nun, diese gute Marktposition zu nutzen, um weitere attraktive Investitionschancen wahrzunehmen. Kurzum, wir planen unser Geschäft auszubauen und in neue Größenordnungen vorzudringen. Der Börsengang ist in unserem Fall eine reine Finanzierungsmaßnahme, denn die bestehenden Aktionäre der German Startups Group verkaufen Aktien nur dann, wenn die sog. Greenshoe-Option der Banken ihnen gegenüber ausgeübt wird und auch dann nur in geringem Umfang. In einem Börsengang sehen wir für uns als Venture Capital-Anbieter eine besondere Chance: Wir schlagen eine Brücke vom Kapitalmarkt und damit auch von den „normalen“ Privatanlegern zur Start-up-Szene. Denn bislang haben Privatanleger kaum Zugang zu dieser Szene. Entsprechend bekommen die einen eine weitere spannende Möglichkeit, Ihr Geld anzulegen, die anderen eine weitere Finanzierungsquelle, um ihre Innovationen im Markt zu etablieren und ihr Wachstum zu finanzieren

Wie planen Sie die Erlöse aus dem Börsengang einzusetzen und welche Strategie verfolgen Sie damit?

Die Nettoerlöse aus dem Börsengang planen wir, in den nächsten zwei Jahren hauptsächlich in den Erwerb von Anteilen an Startups zu investieren. Konkret verfolgen wir die Strategie, weitere Minderheitsbeteiligungen zu erwerben und Firmen nicht nur mit unserem Kapital, sondern auch mit unserem Know How und unserem Netzwerk voranzubringen. Daneben planen wir perspektivisch, auch weitere Mehrheitsbeteiligungen einzugehen, denen – gemessen am Umsatz – ein Übergewicht zukommen wird. Mit der Vereinbarung des Erwerbs zusätzlicher Anteile an der Exozet sind wir vor kurzem bereits die erste Mehrheitsbeteiligung eingegangen.

Und nun konkret zum Börsengang – Können Sie uns bitte die Rahmendaten verraten?

Der Angebotszeitraum, in dem Investoren ihre Kaufangebote einreichen können, hat am Mittwoch, den 08. Juli 2015, begonnen und wird voraussichtlich am Donnerstag, den 16. Juli 2015 enden. Wir sind stolz, dass wir Privatanlegern ein besonderes Schmankerl bieten können. Mit der Einbindung des Online-Zeichnungstools von ICUBIC zeigen wir, dass wir nicht nur in disruptive Innovationen investieren, sondern diese auch selbst betreiben. Denn Anleger in Deutschland haben nunmehr bei uns die Möglichkeit, Aktien direkt über die Website der Emittentin www.german-startups.com zu zeichnen. Die Zeichnungsfrist für Kaufangebote über die Website endet voraussichtlich am Mittwoch, 15. Juli 2015, um 12.00 Uhr. Die Preisspanne, innerhalb derer Kaufangebote abgegeben können, liegt zwischen 2,70 bis 3,60 Euro je Aktie. Angeboten werden 22.098.075 auf den Namen lautende Stückaktien der Gesellschaft. Diese bestehen aus 20.000.000 neuen Aktien und 2.098.075 Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre, die für eine eventuelle Mehrzuteilung genutzt werden können. Unter der Annahme, dass alle Aktien zu einem Preis von 3,15 Euro platziert werden können und die Greenshoe-Optionen vollständig ausgeübt werden, belaufen sich die Gesamtnettoerlöse auf 64,1 Mio. Euro. Davon würden der German Startups Group 61,6 Mio. Euro Wachstumskapital zufließen.

Herr Gerlinger, vielen Dank für das Gespräch.

 

Kostenloser Newsletter - mit spannenden Hintergrundinformationen!

E-Mail*
* Ich habe die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese. Über das gesetzliche Widerrufsrecht gemäß der Widerrufsbelehrung bin ich informiert.