»Das Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.«

Interview mit Adi Drotleff, Verwaltungsrats-Vorsitzender Mensch und Maschine Software SE

Adi Drotleff

Kontakt:

Adi Drotleff
Verwaltungsratsvorsitzender und geschäftsführender Direktor

Tel: 08153/933-261
Fax: 08153/933-100

E-Mail: adi.drotleff[at]mum.de
Webseite: www.mum.de

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"Wenn Kunden Auftragseinbrüche von 50 Prozent haben, gibt es keine rationalen Entscheidungen..."

Die Mensch und Maschine Software SE wurde im Jahr 1984 gegründet und zählt nach eigenen Angaben mittlerweile zu den führenden europäischen Anbietern von Computer Aided Design / Manufacturing (CAD/CAM) und unterhält auch Standorte in Asien sowie den USA. Im heutigen Gespräch mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden, Herrn Adi Drotleff, erhalten wir Einblicke in die Unternehmensentwicklung.

Herr Drotleff, welche Auswirkungen hat die konjunkturelle Entwicklung auf Ihr Geschäftsmodell?

Normalerweise keine großen, denn wir haben eine gute Mischung aus Kunden, die zyklisch und antizyklisch zur Konjunktur in unsere Produkte investieren. Der Maschinenbau z.B., der etwa 50% unseres Geschäftsvolumens ausmacht, nutzt CAD/CAM-Systeme gerade in schwächeren Perioden verstärkt, um seine Entwicklungs- und Fertigungsprozesse zu optimieren. Allerdings hat uns dies im Super-Krisenjahr 2009 nicht viel genützt. Wenn Kunden Auftragseinbrüche von 30 oder 50 Prozent haben, gibt es keine rationalen Entscheidungen. Deshalb haben wir letztes Jahr mit 27% Umsatzminus den stärksten Einbruch in der Firmengeschichte hinnehmen müssen.

Welche Vorteile bietet die internationale Ausrichtung Ihres Unternehmens?

Wir machen etwa drei Viertel unseres Umsatzes außerhalb der Grenzen Deutschlands und sind in gut einem Dutzend weiteren europäischen Ländern sowie in Asien und den USA aktiv. Das gleicht – wie gesagt normalerweise – Marktschwankungen in einzelnen Ländern ganz gut aus.

Seit dem IPO in 1997 haben Sie ein durchschnittliches Umsatzwachstum von +14% erzielt. Werden Sie diese Wachstumsraten auch zukünftig bieten können?

Das galt bis 2008, einschließlich 2009 sind es nur noch gut +10%. Allerdings sehen wir für 2010 schon wieder ein Wachstum in der Größenordnung von 10-13%, und auch mittelfristig wollen wir uns auf diesem Pfad halten, so dass wir wahrscheinlich 2012 wieder einen neuen Umsatzrekord anpeilen können – und selbstverständlich auch einen Ertragsrekord, mit dem wir die 47 Cent pro Aktie aus dem Jahr 2007 übertreffen wollen.

In 2009 haben Sie eine hohe Kostenelastizität bewiesen. Wie konnten Sie das realisieren?

Abgesehen von gewissen atmenden Anteilen in der Kostenstruktur wie gewinnabhängigen Gehaltsanteilen in Vertrieb und Management oder taktischen Marketingkosten betreiben wir auch ein sehr aktives Kostenmanagement, und zwar direkt auf Ebene der einzelnen Konzerngesellschaften vor Ort. Durch die direkte operative Ergebnisverantwortung des lokalen Managements kann dieses sehr schnell und punktgenau auf Marktentwicklungen reagieren und darf dabei selbstverständlich auch zur Kostenbremse greifen. Das hat 2009 bewirkt, dass wir trotz 27% Umsatzminus noch ein positives Betriebsergebnis EBITDA und einen erstaunlich hohen Cashflow einfahren konnten. Dass die Kostenelastizität auch für uns selbst überraschend hoch war, sehen Sie daran, dass im Ausblick des Geschäftsberichts 2008 noch von einem Betriebergebnis von Null bei „nur“ 20% Umsatzrückgang die Rede ist.

Die Eigenkapitalquote beträgt derzeit rund 30%. Planen Sie, den Fremdkapitalanteil zukünftig zu reduzieren?

Wir haben eine Netto-Bankverschuldung von gut 10 MEUR bei einer Bilanzsumme von etwa 100 MEUR. Das ist gerade in Zeiten niedrigster Zinsen nicht besonders viel, und es hat sich in 2009 durch den hohen Cashflow auch kaum verschlechtert. Trotzdem planen wir ein allmähliches Abschmelzen der Verschuldung durch Gewinnthesaurierungen innerhalb der nächsten 2-3 Jahre, zumal die Zinsen auch nicht ewig auf dem historisch niedrigen Niveau bleiben werden.

Herr Drotleff, vielen Dank für das Gespräch.

 

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