»Das Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.«

Interview mit Dr. Achim Plum, Senior Vice President der Epigenomics AG

Dr. Achim Plum

Dr. Achim Plum,
Senior Vice President
Corporate Development
Epigenomics AG

Kontakt:
Kleine Praesidentenstr. 1
10178 Berlin

Tel:+49-30-24345-368
Fax: +49-30-24345-555

achim.plum(at)epigenomics.com
www.epigenomics.com

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30.10.2009

"Betrachtet man diesen Markt, so wird schnell klar, dass es sich um ein Potenzial von mehreren Milliarden Euro handelt."

In unserem heutigen Interview mit Herrn Dr. Achim Plum von der Epigenomics AG aus Berlin erfahren wir Hintergrundinformationen zur Entwicklung des Unternehmens und den Perspektiven des medizinischen Marktes.

Herr Dr. Plum, Epigenomics ist seit Rund fünf Jahren an der Börse notiert. Inwieweit wurde die Unternehmensentwicklung durch das Going-Public beeinflusst?

Der IPO hat uns ermöglicht, das Unternehmen in den letzten Jahren systematisch von einer forschungsgetriebenen Biotech Firma hin zu einem Molekulardiagnostik Unternehmen mit Fokus auf Produktentwicklung von in-vitro-diagnostischen Krebstests zu entwickeln. Das „Being-Public“ hat uns zudem erlaubt, in 2007, 2008 und 2009 jeweils Kapitalmarkt-Transaktionen zur Finanzierung dieser Unternehmensentwicklung erfolgreich abzuschließen. Insgesamt ist Epigenomics deutlich gereift und heute kommerziell ausgerichtet, sehr viel schlanker und effizienter und wird von einem industrieerfahrenen Management geführt.

Planen Sie im absehbaren Zeitraum weitere Kapitalerhöhungen?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns zu möglichen künftigen Kapitalmarkttransaktionen keine Aussagen treffen können. Grundsätzlich haben wir in den letzten Jahren aber gezeigt, dass wir situativ sich bietende Gelegenheiten zur Eigenkapitalfinanzierung erfolgreich genutzt haben, sowohl durch PIPE-Platzierungen bis 10% mit Bezugsrechtsausschluss in 2007 und Anfang 2009 als auch im Zuge einer größerer Bezugsrechtsemissionen Anfang 2008. Zudem haben wir ein nicht-exklusives Lizenz-Modell welches uns auch erlaubt, liquide Mittel durch neue Partnerschaften ins Unternehmen zu bekommen.

Das Tätigkeitsfeld von Epigenomics ist für Laien ohne medizinische Grundkenntnis schwer verständlich. Wie erklären Sie Privatanlegern das Potenzial des Unternehmens?

Jeder Mensch sollte sich ab einem gewissen Alter, zumeist ab 50 Jahren, einer regelmäßigen Darmkrebs-Vorsorge unterziehen. Darmkrebs kann, wenn er frühzeitig erkannt wird, sehr erfolgreich behandelt werden. In noch lokalisierten Frühstadien der Krankheit liegen die Heilungschancen sogar bei über 90%. Dennoch nimmt die Mehrheit der Bürger über 50 nicht an der empfohlenen Darmkrebsvorsorge teil, weil die bisherigen Verfahren umständlich und zeitaufwändig sind und, besonders im Falle der Darmspiegelung, zudem noch mit Ängsten und Tabus behaftet sind. Epigenomics hat hier eine einfache, bequeme und routinefähige Lösung entwickelt: einen simplen Bluttest, der als Teil der regelmassigen Vorsorge beim Hausarzt durch Blutentnahme angestoßen werden kann und dann in Routine-Diagnostiklaboren durchgeführt wird. Wir sprechen also von einem Test, der alle Menschen über 50 angeht – das sind in den wichtigsten Industrieländern, in denen Darmkrebs ein besonders großes Problem ist, mehr als 300 Million Menschen, davon alleine über 30 Millionen Bürger in Deutschland über 90 Millionen in den USA. Betrachtet man diesen Markt, so wird schnell klar, dass es sich um ein Potenzial von mehreren Milliarden Euro handelt. Die Krebs-Molekulardiagnostik ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente innerhalb des Diagnostik-Marktes. Epigenomics ist mit dem weltweit ersten nach den Diagnostik-Regularien der EU entwickelten Bluttest für Darmkrebs hervorragend positioniert von diesem Massenmarkt zu profitieren.

Welche Auswirkungen hätte eine Verbesserung des Gesundheitssystems in den USA für Epigenomics?

Nicht nur in den USA, sondern auch in vielen europäischen und asiatischen Ländern bekommt das Thema Prävention und Krebs-Früherkennung einen immer größeren Stellenwert. Wenn zudem in den USA eine Gesundheitsreform dazu fuhrt, dass nahezu alle Amerikaner eine Grundversorgung in Form einer Krankenversicherung bekommen, dann sollte sich dies positiv auf das Marktpotenzial für Tests wie die von Epigenomics auswirken. Allerdings ist uns auch klar, dass jeder neue molekulardiagnostische Test auch den Ansprüchen der Gesundheitssysteme an gesundheitsökonomischen Nutzen genügen muss. Genau deshalb haben wir schon 2007/2008 ein solches Modell für unseren Darmkrebs-Bluttest entwickelt. Dieses wird mit den klinischen und ökonomischen Daten aus unserer PRESEPT-Studie, an der mehr als 7.500 Probanden aus einer Vorsorge-Population in den USA und Deutschland teilnehmen, ergänzt und sollte uns helfen, gegenüber den Versicherern eine solide Basis für eine künftige Rückerstattung durch die Krankenkassen zu haben. Allerdins wird dies ein paar Jahre dauern, so dass der Test zunächst als Selbstzahler-Leistung angeboten wird. Vielen Menschen ist eine gute und zeitsparende Krebsvorsorge durchaus die derzeit ca. 150-160 Euro für den Test wert.

Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von rund 82 Mio. Euro gehört Epigenomics zwar zu den zehn wertvollsten börsennotierten Biotech-Unternehmen in Deutschland, rechnen Sie dennoch irgendwann mit einer Übernahme durch einen Wettbewerber?

Jedes börsennotierte Unternehmen steht grundsätzlich jeden Tag ganz oder in Teilen, eben über seine Aktien, zum Verkauf. Unser Ziel bei Epigenomics ist es, ein erfolgreiches molekulardiagnostisches Unternehmen mit attraktiven, hohen Wachstumsraten, innovativen Tests für einen Massenmarkt und mittelfristig einem nachhaltigen Profit zu werden. Wenn dies dazu führt, dass eines Tages ein Diagnostik-Konzern eine Beteiligung oder gar eine Übernahme für attraktiv halten, dann wird das sicherlich im Sinne aller Aktionäre sein, die sich über eine entsprechende Wertentwicklung freuen könnten. Allerdings ist unser strategisches Konzept, dessen Implementierung in F&E Projekten und kommerziellen Planen nicht von einer M&A-Story getrieben, sondern orientiert sich an den fundamentalen Werttreibern unseres Geschäftes: erfolgreiche IVD Molekulardiagnostik Tests zu entwickeln und einem breiten Markt in Deutschland, Europa, den USA und letztendlich weltweit zur Verfügung zu stellen und dabei für Millionen von Menschen die Krebsvorsorge einfacher, bequemer und besser zu machen. Zudem ist die IVD-Branche in puncto Übernahmen eher konservativ. Gekauft werden nicht Produkt-Entwicklungs-Pipelines, sondern Unternehmen, die Produkte entwickelt und diese erfolgreich im Markt etabliert haben und ein überdurchschnittliches Wachstums- und Innovationspotenzial darstellen können. Hier sehen wir Epigenomics mittelfristig sicher sehr gut positioniert.

Herr Dr. Plum, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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