»Das Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.«

Interview mit Gerhard Witzany, Vorstand der Nabaltec AG

Gerhard Witzany

Kontakt:

Gerhard Witzany
Vorstand

Tel: +49 9431 53-202
Fax: +49 9431 53-260

E-Mail: InvestorRelations[at]nabaltec.de

Webseite: www.nabaltec.de

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Heute erfahren wir von Herrn Gerhard Witzany, Vorstand der Nabaltec AG, Hintergrundinformationen zu Branchentrends und welche Perspektiven sich daraus für das Unternehmen ergeben. Das Unternehmen mit Sitz Schwandorf, bei Regensburg, ist im Bereich chemische Industrie tätig.

Herr Witzany, das Jahr 2009 ist für Ihr Unternehmen das Jahr des Turnarounds. Wie ist Ihnen dieser Erfolg gelungen?

Mit dem Einbrechen der Nachfrage in praktisch allen Marktbereichen haben wir Anfang 2009 in unserem Unternehmen die Kurzarbeit eingeführt und ein rigoroses Kostenmanagement umgesetzt. Aufgrund der Solidarität unserer Mitarbeiter ist uns das gelungen, und wir konnten ohne Entlassungen das Jahr überstehen. Dabei haben wir unser sehr ehrgeiziges Investitionsprogramm mit geringen Abstrichen weiter durchgeführt und in der Rezession 20 Mio. Euro in eine neue Anlage zur Herstellung unserer Additiv-Produkte investiert. Der "Turnaround" hat sich dann im dritten Quartal 2009 abgezeichnet als sich der Auftragseingang wieder – allerdings noch auf niedrigem Niveau – wieder stabilisierte. Was uns in dieser Phase geholfen hat ist, dass es uns gelungen ist, Anfang 2009 unsere Preise zu erhöhen und diese Preise im Jahresverlauf stabil zu halten.

Die hiesige Konjunktur scheint sich zu erholen. Können Sie das für Ihre Branche auch bestätigen oder trifft das eher auf andere Regionen zu?

Die konjunkturelle Erholung in der Kunststoffindustrie bemerken wir hauptsächlich auf unseren Auslandsmärkten, insbesondere in Asien und Amerika. In der Feuerfestindustrie sehen wir auch im heimischen Markt eine Erholung, wobei auch hier der Treiber die Auslandsmärkte sind.

Welche Auswirkungen haben die Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten für Sie?

Grundsätzlich kaufen wir unsere Rohstoffe mit mittelfristigen Verträgen von 3 - 5 Jahren Laufzeit, so dass eine Planbarkeit besteht und Spitzenausschläge geglättet werden. Unsere qualitative Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern gibt uns bei den Neuverhandlungen gewisse Möglichkeiten, die Preisbildung zu beeinflussen, daneben natürlich auch die Menge und die relativ gleichmäßige Abnahme. Natürlich müssen wir Kostensteigerungen sowohl bei Rohstoff als auch Energie in die jährlichen Preisverhandlungen mit unseren Kunden einfließen lassen.

Ihr Unternehmen hat einen Streubesitz von rund 40 %. Sehen Sie sich als Übernahmekandidat?

Gerade durch den relativ geringen Streubesitz von knapp 40 % sehen wir uns nicht als einen potentiellen Übernahmekandidaten. Wir werden auch in den nächsten Jahren die Vorteile, die wir als familiengeführtes Unternehmen haben, weiter ausspielen: kurze Entscheidungswege, langfristiges Denken durch eine stabile Kapitalisierung und, wenn es notwendig ist, auch Geduld.

Welche Ziele haben Sie sich für Nabaltec für die Zukunft gesetzt?

Die Nabaltec AG wird ihre Marktpositionen in den Zielmärkten weiter ausbauen. Wir haben über die Investitionen der letzten Jahre (über 100 Mio. Euro), unsere Standortpolitik und unsere Produktentwicklung eine Basis geschaffen, aus dieser Marktkrise mit sehr guten Voraussetzungen wieder zu starten. Die Nähe zu unseren Zielmärkten und den Kunden, die hohe Spezialisierung und die zielgerichtete Produktentwicklung, um unseren Kunden Anwendungsvorteile zu bieten, bleiben weiterhin unser Credo und sollten unser Wachstum stützen. Daneben werden wir über entsprechende Konsolidierungsmaßnahmen auch unsere finanzielle Stabilität weiter stärken, um unseren Anlegern auch wieder Freude mit einer Dividende zu bereiten – das kann allerdings noch ein bis zwei Jahre dauern.

Herr Witzany, vielen Dank für das Gespräch.

 

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