»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

Interview mit Guido Abraham, Inhaber equitycom

Guido Abraham

Guido Abraham
Inhaber

Tel: +49 69 428 955 80
Fax: +49 69 260 195 27

E-Mail: ga[at]equitycom.de
Webseite: www.equitycom.de

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In unserem heutigen Interview sprechen wir mit dem Börsenexperten Guido Abraham. Herr Abraham leitet die Firma equitycom und ist auf strategische Kapitalmarktkommunikation spezialisiert. Mehr als 30 Unternehmen begleitete Herr Abraham bereits an die Börse und war beim Aufbau des Entry Standards der Deutsche Börse AG maßgeblich beteiligt.

Herr Abraham, verspüren Sie bereits eine Aufhellung am deutschen Kapitalmarkt für Börsenaspiranten?

Leider haben die als „Eisbrecher“ angekündigten Börsengänge zu Beginn dieses Jahres (Brenntag, Kabel Deutschland, Travel Viva...) keine wirkliche Trendwende herbei geführt. Vor allem für den Bereich „Small Caps“ gilt es für die Börsenaspiranten mit einer guten Kommunikationsarbeit schon weit im Voraus das Feld zu bereiten und den Anlegern ein attraktives Chancen-Risiko-Profil zu präsentieren.

Welche Merkmale hat ein klassischer Kunde von Ihnen?

Meine Klienten bewegen sich überwiegend im Bereich Small Cap. Darunter gibt es auch ausländische Firmen, die im Open Market gehandelt werden. Regelmäßig haben meine Kunden keine eigene IR-Abteilung. Die Aufgaben der IR-Abteilung sind quasi ausgelagert. Meine Kollegen und ich sind regelmäßig im Kontakt mit dem Management und haben einen kurzen Draht. Für ausländische Emittenten stellen wir mitunter deren deutsche Repräsentanz dar und sind der zentrale Ansprechpartner für Investoren und Medien in der D/ A/ CH –Region.

Welche Bedeutung hat der Finanzplatz Frankfurt im internationalen Vergleich?

Aus meiner Sicht eine sehr große. Auch wenn ich aufgrund der langjährigen Tätigkeit für die Deutsche Börse AG sicher nicht vollständig objektiv bei der Beantwortung dieser Frage bin. Aber ich denke, dass Frankfurt als Börsenhandelsstandort aufgrund der Technologie, Ausführungsqualität und nicht zuletzt als EURO-Standort eine überragende Rolle spielt. Verbesserungsbedarf gibt es sicher bei der Bereitschaft der Anleger in junge Unternehmen zu investieren, also Risikokapital zur Verfügung zu stellen. Hier ist es notwendig, die Qualität der um Kapital werbenden Unternehmen zu verbessern – u.a. auch durch eine entsprechende strategisch, und nicht auf kurzfristigen Erfolg, ausgerichtete Kapitalmarktkommunikation.

Glauben Sie, dass die Einführung einer Börsentransaktionssteuer nachhaltige Auswirkungen auf den Kapitalmarkt haben wird?

Ich bin überzeugt, dass – sollte diese Steuer denn wirklich kommen, woran ich meine Zweifel habe – sich dies zum Nachteil des Kapitalmarktes in Deutschland auswirken würde. Gerade die bösen „Spekulanten“, also Handelsprofis, die für die notwendige Liquidität im Handel sorgen, werden Steuervermeidungsstrategien entwickeln und Transaktionen evtl. an andere Handelsplätze lenken. Zum Nachteil des Finanzstandortes Deutschland. Diese Steuer ist ein typisches Beispiel der Politik dafür ist, auf billige Art und Weise in größeren und in der Regel kapitalmarktfernen Bevölkerungsschichten „Punkte zu machen“. Ich hoffe aber auch, dass alle Entscheidungsträger klug genug sein werden, keinen deutschen oder europäischen Sonderweg in dieser Frage zu beschreiten.

Welche Zukunftspläne haben Sie mit equitycom?

Ich sehe einen klaren Trend dahin, dass weitere ausländische Unternehmen den Weg nach Deutschland, also Frankfurt, suchen und finden werden. Grund hierfür ist eine, insbesondere im Vergleich zu den USA, liberalere Regulierung. Die höhere Anzahl an attraktiven Geschäftsmodellen sollte mittelfristig auch weitere ausländische Investoren für diesen Marktplatz interessieren – damit einhergehend natürlich auch die entsprechenden Kommunikationsmaßnahmen. Auch die Optimierung der Kommunikation kleinerer deutscher Emittenten zu einem attraktiven Preis ist aber natürlich weiterhin ein Schwerpunkt der Arbeit von equitycom.

Herr Abraham, vielen Dank für das Gespräch.

 

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