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Interview mit Jan Teichert, Finanzvorstand der Einhell AG

Jan Teichert

Jan Teichert
Finanzvorstand, Einhell AG

Kontakt:
Helmut Angermeier
Authorized Representative

Tel: +49 9951 942-166
Fax: +49 9951 942 410-166

Helmut.Angermeier(at)einhell.com
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"Die Märkte erweisen sich als erstaunlich robust und wir halten unsere starke Marktposition sehr erfolgreich."

Heute bietet uns Herr Jan Teichert, Finanzvorstand von der Einhell AG, im Interview Einblicke in die Unternehmensentwicklung und Hintergrundinformationen zum Gesamtmarkt. Der Konzern Einhell vertreibt weltweit die eigens entwickelten Produkte für Hand- und Heimwerker.

Herr Teichert, die Einhell AG ist mit Vorzugsaktien an der Börse notiert. Welchen Mehrwert bietet die Börsennotiz für die Gesellschaft?

Die Einhell Germany AG ist seit über 20 Jahren mit ihren Vorzugsaktien an der Börse notiert. Dies bietet uns deutlichen Mehrwert. So wurden in den Jahren 1990, 1994 und 2004 jeweils Kapitalerhöhungen durchgeführt. Wenn man die historische Entwicklung der Firma betrachtet, dann stellt man schnell fest, dass die Firma in den Folgejahren zu diesen Kapitalerhöhungen stets einen operativen Wachstumsschub machte. Einhell nutzte somit sehr erfolgreich die Finanzierungsmöglichkeiten über die Börse, um das Wachstum und die Internationalisierung der Firma weiter voranzutreiben. Durch die Stärkung der Eigenkapitalbasis wurden die Wachstumspläne zunächst einmal auf solide Beine gestellt. In der Folge wurde das weitere operative Wachstum der Firma durch entsprechende positive Cash-flows finanziert. Ein weiterer Mehrwert, der nicht zu unterschätzen ist, ergibt sich aus der erhöhten Transparenz, die uns wiederum einen leichteren Zugang zu Fremdkapital verschafft.

Die Eigenkapitalquote von Einhell tendiert seit einigen Jahren stabil bei rund 50%. Wollen Sie zukünftig aus eigenen Mitteln expandieren oder planen Sie weitere Kapitalerhöhungen?

Die Einhell Germany AG hat im operativen Geschäft in den letzten Jahren eine überdurchschnittlich erfolgreiche Performance unter Beweis gestellt. Wir sind deutlich gewachsen und haben uns strukturell sehr stark aufgestellt. Die Eigenkapitalquote ist mit um die 50% extrem solide. Wenn Sie die Bilanzen der letzten 5 Jahre betrachten, so stellen Sie fest, dass wir das bilanzielle Wachstum voll aus dem Cash-flow finanziert haben. Zusätzlich ist sogar die Nettoverschuldung laufend reduziert worden und lag zum 31.12.2008 bei lediglich ca. 25 Mio. Euro. Dies ist angesichts unseres Umsatzvolumens sehr niedrig. Es ist auch weiterhin vorgesehen, das operative Wachstum aus dem erwirtschafteten Cash-flow zu finanzieren. Hinsichtlich künftiger Kapitalerhöhungen haben Sie sicher Verständnis, dass ich diese weder bejahen noch völlig ausschließen kann, da ein solcher Schritt von einer Vielzahl von Faktoren abhängt, die sich nicht im Vorfeld bestimmen lassen.

Sind im Zusammenhang mit der weltweiten Wirtschaftskrise Veränderungen beim Konsumverhalten Ihrer Kunden erkennbar, z.B. die Zunahme von Heimarbeit?

Die weltweite Wirtschaftskrise geht auch an Einhell nicht völlig spurlos vorüber. Wir liegen im Umsatz ca. 10% hinter den vergleichbaren Vorjahreswerten. Andere Firmen wären wahrscheinlich froh, wenn sie nur Rückgänge dieser Größenordnung hätten.Man muss aber näher betrachten, wie sich der Umsatz in welchen Regionen entwickelt. Dabei sehen wir, dass insbesondere die Umsätze in Osteuropa zurückgegangen sind.Die Endverbraucher in Osteuropa kämpfen mit Arbeitslosigkeit und niedrigeren Realeinkommen. Dies führt zu einer deutlichen Nachfrageschwäche. Verschärfend kommt dazu, dass viele osteuropäische Währungen massive Kursverwerfungen aufweisen. Dies führt zum Teil auch rein rechnerisch zu niedrigeren Umsätzen in unserer Konzernwährung Euro. In Deutschland und den benachbarten Ländern wie Schweiz, Österreich, Benelux arbeiten wir mit recht stabilen Umsätzen. Die Märkte erweisen sich als erstaunlich robust und wir halten unsere starke Marktposition sehr erfolgreich. Die Endverbraucher greifen eventuell sogar noch öfter zu unseren Produkten, die ihnen ein extrem gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Gerade wenn das Geld knapp sitzt, ist die Sensibilität der Endverbraucher diesbezüglich sehr hoch. Wir schließen nicht aus, dass gerade in konjunkturell schwierigen Phasen die Endverbraucher noch mehr unserer Produkte nachfragen, um Arbeiten in Haus und Garten selbst durchzuführen. Und hier bieten wir als Einhell genau die richtige Qualität zu angemessenen Preisen. Das Entscheidende ist, dass wir im Gesamtkonzern unsere Kosten stets sehr gut im Griff haben. Unsere Kostenbasis ist zu großem Teil variabel und wir halten die Fixkosten extrem niedrig. Deshalb sind wir auch in dieser weltweiten Wirtschaftskrise weiterhin sehr profitabel.

Welcher Region trauen Sie in kommenden Jahren die stärksten Wachstumsraten für Einhell zu?

Der Einhell-Konzern hat mittlerweile eine sehr gute Marktposition in Gesamt-Europa. In den angestammten Märkten wie Deutschland, Österreich Schweiz haben wir eine sehr hohe Marktausschöpfung erreicht, die sich eventuell nur noch in Teilbereichen weiter ausbauen lässt. In anderen einzelnen westeuropäischen Ländern wie z.B. in Frankreich und UK haben wir die Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft. In Osteuropa sind wir in den letzten Jahren stark gewachsen. Osteuropa hat nun durch die Krise einen Wachstumsdämpfer zu verzeichnen. Dennoch sehen wir nach Bewältigung der Krise in Osteuropa noch weiteres Wachstum für Einhell. Neben den osteuropäischen Staaten wollen wir aber auch in Ländern wie Griechenland und der Türkei weiter stark wachsen. Strategisch bereiten wir bereits heute die Wachstumstreiber der nächsten Jahre für Einhell vor. So haben wir bereits eine Vertriebstochter in Chile, die sich operativ gut entwickelt und wir arbeiten am Markteintritt in Brasilien. In beiden Ländern sehen wir, dass es eine stark wachsende Mittelschicht gibt, deren Kaufkraft laufend steigt. Wir werden mit unseren Produkten am Wachstumspotenzial dieser Länder partizipieren. Wir arbeiten am Aufbau des Geschäfts für weitere südamerikanische Länder. Südamerika wird in ca. 5 Jahren der Wachstumstreiber für Einhell sein. Dann nämlich, wenn die Wachstumsraten in Osteuropa eventuell etwas flacher werden. Somit positionieren wir uns bereits heute in einem strategisch sehr interessanten Wachstumsmarkt.

An der Börse wechseln gelegentlich nur wenige Hundert Aktien am Tag die Besitzer. Können Sie einschätzen, wie hoch der Anteil von privaten Aktionären am Freefloat ist?

Als im Prime Standard notierte Firma bieten wir ein Höchstmass an Transparenz. Somit stehen auch privaten Aktionären alle Informationen stets zeitnah zur Verfügung. Zudem sorgt unser Designated Sponsor dafür, dass jeder Aktionär seine Aktien entsprechend handeln kann. Wir kennen natürlich die größeren Aktionärsgruppen, unter denen sich z.B. Fonds, Vermögensverwaltungen oder andere institutionelle Investoren befinden. Aber auch Privataktionäre finden immer wieder den direkten Kontakt zu uns. Der exakte Anteil ist uns natürlich nicht bekannt, da die Aktien ja täglich den Besitzer wechseln können. Unter diesen privaten Aktionären finden sich viele, die Einhell schon über viele Jahre hinweg die Treue halten. Dies sind Personen, die in sehr ausgeprägter Weise einen wirklich langen Investmenthorizont einnehmen. Und das hat sich für diese Aktionäre auch bereits sehr gelohnt. Auf unserer Hauptversammlung ist die Präsenz der privaten Aktionäre sehr gut und wir stehen mit diesen auch aufgrund der Erfolge er letzten Jahre in einem angenehmen und offenen Dialog. Wir freuen uns über jeden Aktionär und ich möchte jeden Interessenten dazu ermuntern, mit uns in Kontakt zu treten.

Herr Teichert, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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