»Von einer gewissen Summe an sagt man zum Geld Kapital.«

Interview mit Joachim Brunner, Chef der Nachrichtenagentur IRW-Press

Joachim Brunner

IR-WORLD.com
Finanzkommunikation GmbH
Wickepointgasse 13
A-4611 Buchkirchen

Tel.: +43 7242 211930-11
Fax.: +43 7242 211930-10

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„Eine Pressemeldung ist die günstigste Art, mit dem Kunden, Aktionär oder potentiellen Investor in Kontakt zu kommen“

Der österreichische Unternehmer Joachim Brunner betreibt die Nachrichtenagentur IRW-Press und ist dabei auf die Übersetzung und Verbreitung von Meldungen börsennotierter Gesellschaften spezialisiert. IR-World.com Finanzkommunikation GmbH spricht mit seinem Service überwiegend Unternehmen mit Sitz im englischsprachigen Ausland an. Brunner ist außerdem Chefredakteur des Börsenbriefes "Smallcap-Investor" und Autor des Buches "Finanzkrise 2008 – Wie es dazu kam und mit welchen Folgen wir rechnen müssen!".

Herr Brunner, börsennotierte Unternehmen müssen in guten wie in schlechten Zeiten publizieren, bekommen Sie etwas von der Kapitalmarktkrise mit?

Natürlich, wir sind mit der Nachrichtenagentur IRW-Press.com vorwiegend auf ausländische Unternehmen spezialisiert. Das heißt, unsere Kunden sitzen hauptsächlich in Nordamerika und die sparen in allen Bereichen. In Nordamerika gibt es keine Ad-hoc Publizität wie wir es in Mitteleuropa kennen.

Welche Tipps können Sie Ihren Kunden derzeit geben?

Das wichtigste ist, dass die Investoren und Anleger informiert bleiben müssen. Egal ob es eine gute oder schlechte Meldung ist, denn gibt es gar keine Meldung, befürchten die Anleger ja sofort, dass das Unternehmen in seiner Existenz bedroht ist. Eine Pressemeldung ist die günstigste Art mit dem Kunden, Aktionär oder potentiellen Investor in Kontakt zu kommen. Das sollte ein Unternehmen nutzen, egal ob es börsennotiert ist oder nicht.

Sind Sie der Meinung, dass die Mehrheit der Unternehmenslenker auf dem falschen Fuß erwischt wurde?

Ja, ganz klar. Die meisten wurden vom massiven Konjunktureinbruch überrascht. Nur ganz wenige waren einigermaßen darauf vorbereitet.

Was würden Sie einem Kunden in der aktuellen Situation empfehlen, wenn dieser am Kapitalmarkt zur Unternehmensfinanzierung aktiv werden möchte?

Derzeit ist es noch immer sehr schwierig am Kapitalmarkt mit einer Kapitalmaßnahme erfolgreich zu sein. Daher ist Vorbereitung alles. Man muss mit guten Agenturen und Investorengruppen zusammenarbeiten, sonst geht es derzeit nicht. Wobei letztendlich der Preis entscheidet. Je niedriger dieser ist, umso wahrscheinlicher ist ein erfolgreiches Placement. Das gilt in Zeiten wie diesen noch mehr als sonst.

Das Platzen der Immobilienblase in den USA hat die weltweite Wirtschaftskrise ausgelöst. Wie können die Risiken der Globalisierung zukünftig eingeschränkt werden?

Die Immobilienblase war zwar der Auslöser aber nicht die Ursache. Die Ursachen waren viel mehr die zu billigen Kredite bzw. das Zinsniveau der letzten Jahrzehnte. Die Globalisierung hat diese Blase nur nach hinten verschoben, denn durch die billigen Importe blieb die Inflation unter Kontrolle. Aber eine genaue Ursachenforschung würde leider den Rahmen dieses Interviews sprengen. Hier möchte ich auf mein Buch „Finanzkrise 2008“ oder auf einen meiner Vorträge im Rahmen der Anlegermesse INVEST 2009 in Stuttgart verweisen.

In Ihrem Buch gehen Sie sehr genau auf weitere Details der Krise ein. Wann glauben Sie, wird die Ruhe wieder in die Wirtschaft einziehen?

Ich habe mehrere Szenarien entwickelt, welche nach unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten gewichtet werden. Im wahrscheinlichsten Fall werden wir noch dieses Jahr von einem deflationären Trend in einen inflationären Trend wechseln und in den nächsten 2 Jahren mit einer sehr starken Inflation von offiziellen 10 bis 20 % konfrontiert sein. Damit werden die Schulden wieder in Einklang mit dem Steueraufkommen gebracht und daher könnten wir ab 2012 wieder mit einem deutlich höheren Wirtschaftswachstum rechnen.

Glauben Sie, dass die deutschsprachige Region aus der Krise gestärkt hervorgehen kann?

Gestärkt glaube ich nicht, aber auch nicht wirklich geschwächt. Die Einzigen, die sich langfristig vom Rest abkoppeln dürften, wird der asiatische Raum sein. Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert von Europa, das 20. Jahrhundert war das der USA und das 21. Jahrhundert gehört Asien.

In Europa vertreten die vielen Mitgliedsstaaten ihre eigenen unterschiedlichen Interessen. Welche Chancen wird Österreich für sich in der Krise nutzen?

Wir sind seit der Auflösung der Monarchie ein Land, das sich eigentlich unterhalb des Radars befindet. Das heißt, keiner nimmt uns wirklich ernst und wir werden daher pausenlos unterschätzt. Dieser Vorteil, gepaart mit ein wenig „Schmäh“ und guter Leistungsfähigkeit, hat dazu geführt, dass wir heute zu den reichsten Ländern der Welt gehören. Ich glaube nicht, dass sich in naher Zukunft daran viel ändern wird.

Eine Vielzahl von Unternehmen haben dramatische Kurseinbrüche zu verzeichnen. Was würden Sie als erfahrener Börsianer nun empfehlen?

Kaufen! Sollte das Inflationsszenario eintreten, dann müssen Geld und Geldvermögen, also vor allem Staatsanleihen, in Sachwerte umgeschichtet werden. Neben der eigenen Wohnimmobilie gehören natürlich auch Aktien dazu - vor allem aus dem Bereich Rohstoff, Industrie und Nahrungsmittel, aber natürlich auch Gold und Silber in jeglicher Form.

Wo glauben Sie, wird der Goldpreis am Jahresende notieren?

Der Goldpreis wird wahrscheinlich gar nicht so weit vom heutigen Niveau notieren, denn die großen Kurssprünge erwarte ich erst im nächsten Jahr. Schwankungen von 20 % oder mehr sind aber jederzeit möglich.

Herr Brunner, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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