»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

Interview mit Reimar Scholz, CEO der Bavaria Industriekapital AG

Reimar Scholz

Reimar Scholz,
Mitglied des Vorstandes
Bavaria Industriekapital AG

Kontakt:
BAVARIA Industriekapital AG
BAVARIA Palais

Bavariaring 24
80336 München
Tel. 089 729 8967-0
Fax. 089 729 8967-10
www.baikap.de

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"Die Banken und andere Finanzierer verweigern derzeit ganzen Branchen wie beispielsweise der Automobilzulieferindustrie den Kredit."

In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Reimar Scholz, dem CEO der Bavaria Industriekapital AG. Die Beteiligungsgesellschaft mit Sitz in München ist auf die Übernahme und Sanierung von unrentablen Unternehmen spezialisiert.

Herr Scholz, in der aktuellen Kapitalmarktsituation herrscht bei Ihnen sicherlich Hochkonjunktur. Nach welchen Kriterien sondieren Sie Ihre Engagements?

Wir investieren ausschließlich in solche Firmen, die wir für nachhaltig sanierbar halten und sind im Augenblick sehr wählerisch. Uns hilft dabei unser ausgezeichnete Track-record in der Sanierung von Unternehmen, den wir trotz unserer Investments in so schwierige Branchen wie der Automobilzulieferindustrie haben. Dies drückt sich auch im starken Cash Flow unserer Gruppe aus: seit dem IPO Anfang 2006 sind über EUR 50 Mio. durch Aktienrückkäufe und Dividenden an unsere Aktionäre geflossen. Auch die Investitionen haben nicht gelitten: so investierten wir beispielsweise letztes Jahr alleine rund EUR 12 Mio. in unserer Kienle+Spiess Beteiligung. Zusätzlich konnten wir eine Reihe von Unternehmen nach Abschluß der Sanierung erfolgreich an strategische Investoren wie beispielsweise Renault SA oder Oystar GmbH verkaufen. Auch das Vertrauen der Kunden und der Belegschaft ist für die Konzerne, von denen wir überwiegend erwerben, ein Beweis für die Nachhaltigkeit unseres Ansatzes. So haben wir die jüngsten Erwerbungen in Frankreich und Spanien mit ausdrücklicher Zustimmung der Belegschaft abgeschlossen. Im Falle der Übernahme der Teilaktivitäten von ThyssenKrupp Sofedit Frankreich erfolgte die Transaktion sogar explizit mit der Zustimmung der wichtigsten Kunden wie Renault, PSA und ZF.

Namhafte deutsche Banken weisen Vorwürfe hinsichtlich einer Kreditklemme zurück. Können Sie das bestätigen?

Leider nein. Die Banken und andere Finanzierer verweigern derzeit ganzen Branchen wie beispielsweise der Automobilzulieferindustrie den Kredit. Aber auch ohne Bankverbindlichkeiten sind die Unternehmen auf Lieferantenkredite angewiesen. Da die typischen Zahlungsziele in der Regel je nach Branchengepflogenheit und Land zwischen 30 und 120 Tagen liegen, schützen sich die Lieferanten gegen Zahlungsausfälle durch Kreditversicherungen. In Europa gibt es mit der Atradius, Euler-Hermes und Coface drei große Kreditversicherer, ohne sie funktioniert nichts. Die Finanzkrise und der erwartete steile Anstieg der Insolvenzen aufgrund der aktuellen Absatzkrise führen dazu, dass die Kreditversicherer zum Schutz vor eigenen Ausfällen (je nach Insolvenzordnung und Zustand des Unternehmens liegen die Recovery Raten zwischen 15-60%) ebenfalls immer mehr die Deckungsraten zurückschrauben. Erschwerend kommt hinzu, daß vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufgrund ihrer eigenen Haftungsrisiken vielen Unternehmen das uneingeschränkte Prüfungstestat für den Geschäftsabschluß verweigern, was fast unweigerlich zu einer Kündigung der Linien durch die Banken führen dürfte.

Welchen Industriebereichen in Deutschland trauen Sie in den kommenden Jahren überdurchschnittliches Wachstumspotenzial zu?

Sicherlich alles was mit dem Thema Dienstleistungen und Gesundheit zu tun hat.

Ist die Erhöhung des Eigenkapitals von Bavaria derzeit ein Thema vor dem Hintergrund, dass attraktive Neuengagements möglich wären?

Nein, wir kaufen in diesem Jahr – wie auch in den Vorjahren - eigene Aktien zurück und sehen daher auch keine Notwendigkeit von Kapitalerhöhungen.

Welchen Stellenwert hat die Börsennotiz von Bavaria im Zusammenhang mit dem bereits erzielten Unternehmenserfolg?
Die Börsennotiz signalisiert zumindest für die Unternehmen im Ausland eine gewisse Solidität, während sie im Inland leider eher nachteilig ist aufgrund der teilweise kritischen Presse zu unserer Branche.

Herr Scholz, wir bedanken uns für das Interview.

 

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