»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

Interview mit Volker Pape, Vorstand Viscom AG

Volker Pape

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19.05.2010

"Die Erschließung neuer Marktsegmente und Technologien ist ein Fokus, der als Motor für Wachstum zu sehen ist."

Die Viscom AG aus Hannover zählt im Bereich "Optischen Inspektionssysteme" zu den führenden Herstellern in Europa. Im heutigen Gespräch mit dem Vorstand, Herrn Volker Pape, erfahren wir Hintergrundinformationen zu dem Unternehmen und welche Erwartungen die Gesellschaft für die Zukunft hat.

Herr Pape, das Jahr 2009 war für Ihr Unternehmen von der Wirtschaftskrise geprägt. Welche Lehre können Sie ziehen?

Das Jahr 2009 hat uns in der Ansicht bestärkt, dass eine eher vorsichtige Expansion mit Sicherheit die bessere Alternative ist. Überall dort, wo wir in den Jahren 2006-2008 auf Wachstum stark investiert hatten, mussten wir verstärkt korrigieren. Weiterhin bestätigt sich die Maxime, stets auf eine möglichst hohe Flexibilität zu achten. Sinn- und maßvolles Outsourcing ist dabei auch ein zunehmend wichtiger Bestandteil. Und natürlich bestätigt sich die Notwendigkeit, Abhängigkeiten – in unserem Fall von der Automobilzulieferelektronik – zu verringern.

Die Europäische Union hat den Euro durch eine Präventivmaßnahme gestärkt. Was halten Sie von solchen Schritten und inwieweit beeinflussen solche Aktionen Ihr Geschäftsmodell?

Grundsätzlich hat sich die Struktur der Finanzwelt derart entwickelt, dass bestimmte Krisen offensichtlich selbstverstärkend sind. Daher sind in solchen Extremsituationen dirigistische Maßnahmen sicher nicht schön, aber notwendig. Pragmatismus ist dort einfach das Gebot der Stunde. Die Aufgabe der Politik ist sicherlich jetzt, die Strukturen und Randbedingungen im globalen Geflecht so aufzustellen, dass die Stabilität aller Komponenten des Gesamtsystems nicht gefährdet ist.

Wir merken einen mittelbaren Einfluss der Krise und deren Bekämpfung durch die Kursentwicklung des Euros einerseits und andererseits durch die Beschleunigung der Marktverschiebung Richtung Asien, namentlich China. In China hat man offensichtlich schnell und massiv eingegriffen und ist dadurch sicherlich auch einer der Vorreiter der Markterholung geworden.

Welche Chancen ergeben sich für Ihr Unternehmen aus dem Trend zum Elektroautomobil?

Wir sehen in erster Linie dadurch den sicheren Erhalt und den geringfügigen Ausbau des Elektronikmarktes. Das Elektroauto wird nicht wesentlich mehr Elektronik als ein heutiges Auto enthalten, aber auch nicht weniger. Dennoch versuchen wir dort neue Geschäftsfelder zu identifizieren. Dazu gehören z. B. die gesamte Batterietechnologie sowie die Leitungs- und Verbindungstechnik, an die hohe Ansprüche in Verbindung mit Sicherheit und Stabilität gestellt werden müssen.

Wie bewerten Sie mit zeitlichem Abstand den Segmentwechsel von Prime Standard zum General Standard?

Wir haben diesen Schritt zur Kosteneinsparung vor dem Hintergrund des massiven Umsatzrückgangs in der Krise durchgeführt. Wir bemerken in der Tat ein leicht rückläufiges Breiteninteresse, sehen aber gleichzeitig, dass Investoren und Analysten, die uns seit langem begleiten, nach wie vor großes Interesse haben und eine positive Sicht auf das Unternehmen mitbringen. Insofern hat der Schritt weniger Auswirkungen am Markt gehabt als viele befürchtet haben. Im Übrigen kommen wir weiterhin unserer Berichtspflicht über dem geforderten Maß nach und veröffentlichen z. B. auch weiterhin in englischer Sprache.

Welche Ziele haben Sie persönlich mit der Viscom AG?

Die Viscom AG ist nach wie vor ein hervorragendes Unternehmen mit einer Spitzenstellung im Technologiebereich. Wir merken auf der Vertriebsseite nach langjähriger Arbeit eine deutlich gestiegene Sichtbarkeit im amerikanischen und vor allem asiatischen Markt. Vor dem Hintergrund der wieder erstarkten Märkte werde ich persönlich sehr intensiv daran arbeiten, Viscom zur Nummer 1 auf dem Weltmarkt der Baugruppeninspektion in einigen Jahren zu machen. Die Erschließung neuer Marktsegmente und Technologien ist sicherlich zusätzlich ein Fokus, der als Motor für Wachstum zu sehen ist. Kontinuierliche Umsatzsteigerung und nachhaltig gute Ertragslage sind dabei die für mich unabdingbaren Elemente, die es zu erreichen gilt.

Herr Pape, vielen Dank für das Gespräch.

 

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