»Kapital gibt dem Unternehmen die Kraft zu handeln.«

Jochen Schäfer von der United Commodity AG über Edelmetalle in Minenschutt

Jochen Schaefer

Jochen Schäfer

United Commodity AG
Niederlassung Zürich
Bellerivestrasse 20
CH-8008 Zürich

info[at]united-commodity.com
www.united-commodity.com

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Heute hatten wir die Gelegenheit Jochen Schäfer, den Vizepräsident des Verwaltungsrats der Schweizer United Commodity AG, zu treffen. Herr Schäfer und sein Team betreiben die industrielle Entwicklung und Vermarktung von innovativen, nachhaltigen Raffinerie- und Recyclingtechnologien mit dem Schwerpunkt Minenabraumrecycling für Edelmetall-Vorkommen.

Herr Schäfer, beginnen wir mit der Frage: womit beschäftigt sich die United Commodity AG?

Wir sind ein an der Stuttgarter Börse gelistetes Schweizer Unternehmen, das sich als Spezialist für die Gewinnung und Produktion von Gold sowie anderen Edelmetallen mittels innovativen und nachhaltigen Raffinerie- und Recycling Technologien positioniert. Dabei liegt der Schwerpunkt im Minenabraumrecycling für Edelmetallvorkommen und die Gewinnung von Edelmetallrestbeständen bei gleichzeitiger Entgiftung der Minenabraum-Halden. Ende Januar wurde die erste Anlage im kanadischen Cobalt in Betrieb genommen.

Warum ist das Recycling von Minenabraum denn gerade jetzt besonders attraktiv?

Das Recycling von Minenschutt avanciert derzeit in der Minenindustrie zu einem Nischenmarkt mit enormem Wachstumspotenzial. Dank der steigenden Preise für Edel- und Grundmetalle bieten sich aktuell besonders profitable Gelegenheiten für das Recycling von Minenabraum. Wir sehen hier gute Wachstumschancen für uns. Allein im Goldabbaugebiet Kirkland Lake beträgt das Volumen der Abraumhalde 200 Millionen Tonnen. Angenommen der Abraum besitzt einen durchschnittlichen Goldgehalt von nur 1 Gramm pro Tonne, so entspräche dies beim aktuellen Goldpreis von 1.600 USD pro Feinunze einem Gesamtwert von 10,9 Mrd. USD. Und das Silber/Cobaltabbaugebiet in unmittelbarer Nähe unserer Raffinerie bietet uns weiteres Potenzial.

Und wie funktioniert das?

Ganz einfach, wir zerteilen den Abraum, den wir von den Minengesellschaften erhalten und wandeln ihn zu Gesteinskonzentrat. Zu diesem Zweck werden mobile und stationäre Minenschutt-Konzentratoren, die entweder direkt auf den Halden oder in deren unmittelbarer Nähe stehen, verwendet. Das Konzentrat wird dann zu unserer Raffinerie gebracht. Hier nutzen wir dann drei separate Kreisläufe, um verschiedene primäre und sekundäre Ausgangsstoffe verarbeiten zu können. Übrig bleiben dann Gold, Silber oder auch Cobalt – und das dann dekontaminierte Ausgangsmaterial.

Und wann sind Sie soweit, Gold oder Silber zu produzieren?

Das wird schon in den nächsten Wochen der Fall sein. Die erste Stufe unseres Produktionsverfahrens ist gerade erfolgreich angefahren. In diesem Prozess wird Cobalt Cobalt gewonnen. Silber und Gold werden in einem weiteren separaten Verfahrensschritt gewonnen.

Lohnt sich das Recycling denn auch dann noch, wenn sich die Preise für Edelmetalle auf einem niedrigeren Niveau einpendeln würden?

Wir haben zu Beginn des Projektes vor zweieinhalb Jahren mit einem Goldpreis von 950 USD je Feinunze gerechnet und waren hochprofitabel. Die Tendenz des Goldpreises lässt uns da genügend Spielraum. Obendrein erhalten wir sicherlich langfristig noch weitere Erlöse wie beispielsweise eine Gebühr für das Aufarbeiten der Halden.

Und wenn sich der Gehalt an Edelmetall im Abraum als geringer erweist?

Eine erste Einschätzung ergab einen durchschnittlichen Gehalt von 1-2 Gramm pro Tonne in den 200 Millionen Tonnen Abraum im Gebiet Kirkland Lake. Ein von uns gesicherter Abraum weist sogar einen Gehalt von 4 Gramm pro Tonne auf. Nach heutigem Stand müssen wir uns da keine Sorgen machen – da liegt genug Abraum und somit Gold herum.

Warum wurden Sie gerade in Kanada aktiv?

Hier steht das Minenschutt-Recycling noch an seinen Anfängen. Die Gründe liegen zum Teil darin, dass aufgrund der Größe des Landes, der geringen Einwohnerdichte und damit des zur Verfügung stehenden Bodens kaum Umweltauflagen erlassen wurden. Doch auch in Kanada findet ein Umdenken statt, denn immerhin werden in Kanada jeden Tag über 2 Mio. Tonnen Minenabraum verursacht. Aktuell werden in einer Datenbank des Ministeriums für Entwicklung und Minen der Provinz Ontario über 5.700 Minenabräume aufgelistet - bei rund 4.000 dieser Abfall-Lagerstätten geht man davon aus, dass diese giftig oder gefährlich sind.

Betreiben Sie dort eigene Anlagen?

Ja, wir haben in diesem Jahr unsere erste Edelmetallraffinerie in Kanada in Betrieb genommen. Damit konnte unser ohnehin ehrgeiziger Zeitplan sogar noch unterschritten werden. Die im kanadischen Cobalt stehende Yukon Raffinerie wird nun im ersten Schritt mittels eines sogenannten Autoklave-Prozesses das enthaltene Arsen in eine stabile, umweltverträgliche Verbindung gebracht. Im weiteren Produktionsverlauf wird aus den CCobalt/Silber-Feeds das CCobalt und das Silber raffiniert und extrahiert. Wir gehen davon aus, dass diese Raffinerie schon im ersten Jahr den Break Even Point erreichen und einen guten Gewinn erwirtschaften wird. Über 30 Mitarbeiter werden im 3-Schicht Betrieb an 7 Tagen in der Woche Gold, Silber und Cobalt produzieren.

Sie haben sich gleich zu Beginn Ihrer Aktivitäten eine eigene Raffinerie geleistet?

Ja, wir hatten die Gelegenheit, eine Raffinerie deutlich unter dem Marktwert zu erwerben. Wir sind zu 51 Prozent an der Yukon Raffinerie beteiligt und werden diese Beteiligung sehr bald auf 67% aufstocken. Diese Anlage ist eine gute Grundlage für die Extrahierung und das Recycling von den sogenannten Tailing, also dem Minenschutt. Darüber hinaus können wir so auch Raffinerie-Dienstleistungen anbieten.

Wo genau liegt diese Raffinerie?

Die Yukon Raffinerie liegt im weltweit größten Silbergebiet Cabalt in dem auch ein sehr großes CCobaltvorkommen schlummert. Es liegt ungefähr 55 Meilen südlich des Goldabbaugebiets Kirkland Lake, das mit einer historischen Gesamtproduktion von mehr als 40 Millionen Feinunzen Gold zu den drei größten Goldabbaugebieten Kanadas gehört.

Sie betonen, dass Ihre Raffinerie in Ontario arsenhaltige Ausgangsstoffe behandeln darf. Warum ist das wichtig?

Arsen ist ein typisches Nebenprodukt von Goldvorkommen in der ganzen Welt. Unsere Raffinerie ist die einzige Raffinerie in Ontario, die eine Lizenz für die Behandlung arsenhaltiger Ausgangsstoffe besitzt. In Anbetracht der Tatsache, dass die Erze und somit auch der Minenschutt in Ontario und Quebec einen hohen Gehalt an Arsen aufweisen, ist dies ein sehr wertvolles Alleinstellungsmerkmal.

Mit welchen Verfahren betreiben Sie Ihre Recycling-Anlagen?

Wir betreiben unsere Recycling-Anlage nach unserer eigenen UC-RPM Tailingrecycling- und Edelmetallgewinnungstechnologie. Dieser Prozess ist ein hydrometallurgisches Verfahren, durch das in der Anlage der Minenabraum bearbeitet wird und die vorhandenen Restmetalle wie Gold und Silber gelöst werden. Die Besonderheit gegenüber anderen Minenabraum-Management Methoden ist, dass durch dieses Verfahren der zurück bleibende Abraum dekontaminiert wird, also für Mensch und Umwelt unschädlich gemacht wird. Die Technologie in dieser Anlage ist hocheffizient und verfügt über einen Wirkungsgrad von bis zu 97 Prozent.

Ist das als Patent angemeldet?

Noch nicht, dies wird jedoch demnächst erfolgen. Jedoch weniger um uns zu schützen, da der Patentschutz sicher schwierig durchzusetzen sein wird und obendrein mehr als genug Rohstoff für eine Vielzahl von Mitbewerbern vorhanden wäre. Jedoch fragen viele Investoren nach der Patentierung und somit tragen wir diesem Gesuch auch Rechnung. Wir setzen aber eher auf Schnelligkeit: wer zuerst kommt, recycelt zuerst!

Es gibt also Mitbewerber?

Es gibt in Kanada nur wenige kleine Unternehmen, deren Geschäftsmodell dem von UC der United Commodity AG ähnelt. Keinem dieser Unternehmen ist es jedoch bisher gelungen, den Durchbruch zu einer Produktion in industriellem Maßstab zu schaffen und keines der Unternehmen verfügt über den Zugang zu einer Raffinerie mit allen Lizenzen. In Südafrika dagegen hat man das Problem schon früher erkannt und angegangen. Hier wird das Recycling von Minenschutt – wenn auch mit einer anderen Technologie - schon länger und sehr erfolgreich sowie in einem viel größerem Rahmen als wir es planen betrieben.

Wie werden sich Ihre Kapazitäten weiter entwickeln? Kann das einfach skaliert werden?

Was ist schon einfach? Die Skalierbarkeit von UC-RPM ist zwar noch nicht vollständig bewiesen, aber wir haben bereits unsere Technologie erfolgreich im Rahmen des Pilotprojekts mit einer täglichen Kapazität von mehreren hundert KiloTonne Material getestet. Nach diesem Erfolg planen wir noch in diesem Quartal mit der gewerblichen Gewinnung von Gold aus Abraum mit einer täglichen Kapazität von 10 Tonnen Abraum zu beginnen. Für die zweite Hälfte des Jahres 2013 ist die Einrichtung einer Anlage mit einer Kapazität von 150 Tonnen geplant. Die bisherigen guten Ergebnisse machen uns daher zuversichtlich, dass unsere Technologie skalierbar ist.

Welche Strategie verfolgen Sie für die Zukunft der UCUnited Commodity AG?

Wir betreiben eine klare Multiplikations-Strategie. In der ersten Phase betreiben wir den Bau eigener Anlagen – was wir dank hohem Cashflow und Investitionsrenditen stemmen können. In der zweiten Phase planen wir zusammen mit strategischen Industrie- und Minenpartnern im Rahmen von Joint Ventures den Bau weiterer Anlagen. Die dritte Phase wird geprägt sein von der Vergabe von UC-RPM Lizenzen. Und letztlich werden wir in der vierten Phase die Interkontinentale Multiplikation einleiten. Zum heutigen Zeitpunkt stehen hier der europäische und der australische Markt im Vordergrund. Das unternehmerische Risiko wird dabei durch eine gesunde Eigenkapitalbasis, einen hohen Cashflow und der Beschränkung der unternehmerischen operativen Tätigkeiten auf politisch stabile Länder – wie Kanada - minimiert.

Wie viel wurde bereits investiert bzw. wie viel muss noch investiert werden, bis Erträge kommen?

Die Finanzierung bis zum Break Even ist gesichert, aktuell befinden wir uns schon in der Kapitalisierung der Multiplikationsstrategie.

Verfügen Sie für den weiteren Ausbau der Aktivitäten über ausreichend finanzielle Mittel?

Wir haben gerade die 5. Tranche unserer Kapitalerhöhungen am Markt erfolgreich abgeschlossen. Darüber hinaus platzieren wir sehr erfolgreich die erste Tochtergesellschaft welche am Ende zu 51% von der UC United Commodity AG gehalten wird. Eine letzte Kapitalerhöhungsrunde ist in Vorbereitung und langfristig werden wir auch Fremdkapital zur Wachstumsbeschleunigung einsetzen.

Welche Vorteile bieten sich interessierten Investoren?

Nun, wir verfügen über eine eigene innovative Technologie und das Potenzial, in einem neuen Nischenmarkt die Marktführerschaft zu erlangen. Dieser Nischenmarkt ist nichts weniger als das größte Abfallprodukt der Welt. Es gilt den Schutt von 2000 Jahren Goldgewinnung aufzuräumen. Hinzu kommt, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnen. Und durch das wachsende Umweltproblem des Minenschutts steigt die Notwendigkeit, diesen Schutt zu recyceln und zu entsorgen. Wir bieten dazu maßgeschneiderte, individuelle Lösungen. Weiterhin sind vor dem Hintergrund von Währungsunsicherheiten Edelmetalle wie Gold und Silber sichere Werte. Demzufolge ist das Minenschutt-Recycling ein unbeachteter Nischenmarkt mit großem Wachstumspotential. Das Geschäftsmodell der United Commodity ist flexibel, sowohl das Recyceln als auch das Raffinieren von Edelmetallen wird angeboten. Und der Fokus auf stabile Märkte in Verbindung mit einer hohen Investitionsrendite ergibt eine günstige Risiko Konstellation. Obendrein lässt sich unser UC United Commodity Geschäftsmodell beliebig multiplizieren, woraus signifikante Wachstumschancen entstehen. Wir bieten privaten und institutionellen Investoren, je nach Investitionsmöglichkeiten verschiedene Investment Pakete an, um sich am Erfolg der United Commodity zu beteiligen.

Möchten Sie noch etwas zusammenfassen?

Die United Commodity ist in einem neuen Zukunfts- und Nischenmarkt rechtzeitig und sehr gut aufgestellt. Wir haben eigene Technologien, exzellente Mitarbeiter und jede Menge guter Ideen. Darüber hinaus haben wir einen hochkarätig besetzten wissenschaftlichen Beirat, der uns tatkräftig berät. Bisher haben wir alle gesetzten Ziele erreicht und arbeiten an der Fortsetzung unserer Erfolge. Um die Einzigartigkeit in den Worten unseres CEO’s Reto Hartmann auf den Punkt zu bringen: Er hatte noch nie ein Unternehmen geleitet, welches weder über einen Einkauf - Material ist in unendlichen Mengen vorhanden - noch über einen Verkauf verfügt - Edelmetalle haben immer einen Abnehmer. Wir laden interessierte Investoren ein, an unserem Erfolg teilzuhaben. Weitere aktuelle Informationen finden Sie stets auf unserer Homepage im Internet unter www.united-commodity.com.
Herr Schäfer, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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