»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

KTG Agrar SE CEO Siegfried Hofreiter über die neue Unternehmensanleihe

Siegfried Hofreiter

Siegfried Hofreiter
KTG Agrar SE, CEO

Pressekontakt
Fabian Lorenz
KTG Agrar SE
Ferdinandstraße 12
20095 Hamburg

Telefon: +49 221 91 40 976

Mail: investor(at)ktg-agrar.de
Web: www.ktg-agrar.de

Weitere Interviews

29.09.2017 Momentum Institutional GmbH Geschäftsführer Sven Kleinhans gibt Markteinschätzungen
12.09.2017 wallstreet:online AG Vorstand Stefan Zmojda über brummendes Geschäft und strategische Neuausrichtung
23.05.2017 wallstreet:online AG CEO Andre Kolbinger zum starken Jahresbeginn
12.04.2017 Finanzcoach Niklas Horstmann über die Bedeutung einer zweiten Meinung
21.02.2017 Triumph Gold Corp Chairman John Anderson zum Goldvorkommen im Yukon und das Potenzial
24.11.2016 NanoFocus AG CTO Jürgen Valentin über Wachstumsschritt vom Technologie- zum Marktführer
16.11.2016 PV-Invest GmbH Gründer Günter Grabner zur Emission zweier Unternehmensanleihen
07.11.2016 Sanochemia AG Vorstand Dr. Stefan Welzig zur Refinanzierung der Unternehmensanleihe
08.09.2014

Im heutigen Interview spricht KTG Agrar SE CEO Siegfried Hofreiter über die neue Unternehmensanleihe, die aktuelle Geschäftsentwicklung und die weiteren Perspektiven des Landwirtschaftsunternehmens.

Herr Hofreiter, die KTG Agrar SE verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der großflächigen Landwirtschaft. Können Sie uns kurz einen Überblick über Ihr Unternehmen geben?

Als Landwirte produzieren wir Agrarrohstoffe auf einer Fläche von mehr als 43.000 Hektar in Deutschland und Litauen. Unsere Kernkompetenz ist der Anbau von Marktfrüchten wie Getreide, Kartoffeln, Soja oder Raps – sowohl konventionell als auch ökologisch. Unser Geschäftsmodell haben wir in den vergangen Jahren zudem Schritt für Schritt erweitert: Zunächst um die Produktion von erneuerbarer Energie aus Biogas. So konnten wir bereits erhebliche Synergien schaffen. In den vergangenen Jahren haben wir uns intensiv um den Aufbau unserer Lebensmittelsparte gekümmert. Mit Erfolg! Seit diesem Jahr vereinen wir starke Marken wie Frenzel Tiefkühlkost, Biozentrale Naturprodukte und unsere Eigenmarke Die Landwirte unter dem Dach der KTG Foods SE. Damit bieten wir eine einzigartige Wertschöpfungskette – „Vom Feld bis auf den Teller“ – aus einer Hand.

Sie begeben aktuell bereits Ihre dritte Anleihe, dieses Mal mit einem Volumen von 50 Mio. Euro. Können Sie uns erläutern, warum Sie sich ursprünglich für das Finanzierungsinstrument Anleihe entschieden haben?

Landwirtschaft ist ein kapitalintensives und langfristiges Geschäft. Unsere Strategie der vergangenen Jahre war es, das Wachstum der Unternehmensgruppe dynamisch, aber auf solider Basis voran zu treiben. Dabei hat sich die Anleihe neben langfristigen Bankdarlehen und unserem Eigenkapital als komplementäres und mittelfristiges Finanzierungsinstrument bestens bewährt. Wir konnten Opportunitäten am Markt nutzen und unsere Wertschöpfungskette weiter verlängern. Das honoriert auch der Kapitalmarkt – unsere Anleihen zählen zu den Top-Performern am Markt für Mittelstandsanleihen. Das Biowertpapier I notiert seit 2010 immer über 100 Prozent.

Die aktuelle Anleihe, das Biowertpapier III, ist als Umtauschanleihe für Ihre erste Unternehmensanleihe, das Biowertpapier I, konzipiert. Können Sie uns die wichtigen Eckpunkte genauer erläutern?

Die intensive Investitionsphase für unser zukünftiges Umsatz- und Gewinnwachstum ist bereits weitgehend abgeschlossen. Jetzt beginnt die Ernte: über steigende Erträge erhöhen wir die Eigenmittel und die Cashflows. Wir werden in den folgenden Geschäftsjahren nachhaltig positive Zahlungsströme generieren. Mit dem KTG Biowertpapier III nehmen wir die Refinanzierung unserer ersten Anleihe jetzt frühzeitig in die Hand. Heute, ein Jahr vor Ende der Laufzeit, bieten wir Inhabern des mit 6,75 Prozent verzinsten Wertpapiers die Möglichkeit, ihre Stücke im Verhältnis 1:1 in die neue Anleihe zu tauschen. Mit einem jährlichen Festzins von 7,25 Prozent und einer Laufzeit bis 2019 bieten wir unseren Anlegern die Möglichkeit, in den kommenden Jahren weiter an unserem profitablen Wachstum zu partizipieren.

Das Umtauschangebot gilt noch bis 24.09.2014. Wie viel Volumen wurde bisher aus der ersten Anleihe in das Biowertpapier III getauscht? Ist ein anschließendes öffentliches Angebot geplant?

Sowohl von Seiten der Investoren und Privatanleger als auch aus den übrigen Kapitalmarktkreisen erhalten wir bisher sehr positive Rückmeldungen zu unserem Umtauschangebot. Sollten nach Ablauf der Frist noch Stücke übrig sein, können neue Investoren diese ab dem 29. September über uns direkt oder die Frankfurter Wertpapierbörse zeichnen. Wir haben bewusst eine lange Umtauschfrist von ca. sechs Wochen gewählt. Damit haben unsere Anleger ausreichend Zeit, sich über das Angebot und natürlich auch über die Entwicklungen bei der KTG zu informieren. Die endgültige Umtauschquote werden wir am Ende der Frist kommunizieren.

Auf welche weiteren Instrumente setzen Sie in der Unternehmensfinanzierung und gibt es in diesem Bereich Neuigkeiten?

Grundsätzlich ist unsere Unternehmensfinanzierung mit Eigenkapital, Bankenfinanzierung und Unternehmensanleihen solide aufgestellt. Dank der Anleihen konnten wir in den vergangenen Jahren unser integriertes Geschäftsmodell sehr gezielt weiter ausbauen und dabei auch erhebliche stille Reserven bilden. Dazu zählt der Kauf von der knappen und nicht vermehrbaren Ressource Ackerland. Da die Bodenpreise seit Jahren stetig steigen, können wir bei unseren Flächen bereits einen erheblichen Wertzuwachs verzeichnen. Zum 30. Juni 2014 haben wir erstmals einen Teil dieser stillen Reserven gehoben: Wir haben 4.000 Hektar Ackerland für rund 20 Millionen Euro verkauft und für 18 Jahre zurückgepachtet. Da wir nach HGB bilanzieren, stand das Land bei uns mit rund 10 Millionen Euro in den Büchern. Insgesamt verfügen wir in diesem Bereich über weitere stille Reserven von rund 100 Millionen Euro.

Experten sprechen von einem guten Jahr für die Landwirtschaft. Wie hat sich die KTG Gruppe in den ersten sechs Monaten 2014 entwickelt und wie schätzen Sie die Geschäftsentwicklung der KTG Gruppe für das Gesamtjahr ein?

Auch für uns ist 2014 jetzt schon ein starkes Jahr. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 konnten wir den Konzernumsatz um rund 48 Prozent auf 100 Millionen Euro, das EBITDA um 45 Prozent auf 24,7 Millionen Euro und das operative Ergebnis um 46 Prozent auf 17,5 Millionen Euro steigern. Der Halbjahresüberschuss hat sich mit 4,4 Millionen Euro mehr als vervierfacht und der operative Cashflow ist bereits zum 30. Juni positiv. Dabei ist die erste Jahreshälfte in der Landwirtschaft naturgemäß die schwächere. Bis zum Jahresende werden wir noch mal kräftig zulegen. Der Konzernumsatz wird bis Dezember 2014 die 200-Millionen-Euro-Marke deutlich knacken und auch bei Gewinn und Cashflow erwarten wir weitere erhebliche Steigerungen.

Sie sind CEO eines der flächenstärksten Agrarunternehmen Europas. KTG Agrar SE ist Marktführer bei der Erzeugung von Bio-Getreide in der EU. Ist da noch Luft nach oben? Wie lauten die Aussichten für die kommenden Jahre?

In den vergangenen Jahren haben wir intensiv in die Zukunft investiert und die Basis für unser weiteres operatives Wachstum geschaffen. Wir werden in der kommenden Zeit weiter konsolidieren und optimieren. Aus den frei werdenden Mitteln führen wir unsere Verbindlichkeiten konsequent zurück. Unsere Halbjahresergebnisse zeigen ganz deutlich, dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind. Insbesondere der neue Foods-Bereich wird in Zukunft einen hohen Anteil an unserem Umsatz haben und uns viel Freude machen.

Herr Hofreiter, vielen Dank für das Gespräch.

 

Kostenloser Newsletter - mit spannenden Hintergrundinformationen!

E-Mail*
* Ich habe die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese. Über das gesetzliche Widerrufsrecht gemäß der Widerrufsbelehrung bin ich informiert.