»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

Kerstin Steidte-Megerlin, CEO der Dresdner Factoring AG, über Factoring für den Mittelstand

Kerstin Steidte-Megerlin

Kerstin Steidte-Megerlin
Vorstand

Dresdner Factoring AG
Glacisstraße 2
01099 Dresden

Tel: +49-351-888-550
Fax: +49-351-888-5511

www.dresdner-factoring.de

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Im heutigen Gespräch haben wir uns mit Frau Kerstin Steidte-Megerlin, CEO der Dresdner Factoring AG, über die steigende Wichtigkeit des Schutzes vor Forderungsausfällen aufgrund von veränderten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen unterhalten.

Frau Steidte.Megerlin, womit beschäftigt sich Ihr Unternehmen und was sind die Besonderheiten?

Die Dresdner Factoring AG gehört zu den bundesweit führenden Factoringanbietern für kleine und mittelständische Unternehmen mit Jahresumsätzen bis zu 100 Mio. Euro. Die Bereitstellung von Liquidität durch den Ankauf von Forderungen, der Ausfallschutz für Forderungen sowie die Debitorenbuchhaltung inklusive Mahnwesen sind unser Kerngeschäft. Seit dem Börsengang im Jahr 2006 ist die Dresdner Factoring AG die einzige börsennotierte Factoringgesellschaft in Deutschland.

Welche Vorteile haben Ihre Kunden gegenüber den Leistungen von Wettbewerbern?

Unsere Philosophie lautet: „Aus dem Mittelstand – für den Mittelstand“. Bereits seit 1999 sind wir selbst als mittelständisches Unternehmen tätig. Unsere Kunden profitieren von unseren langjährigen Erfahrungen. Durch unser breit gefächertes Kundenportfolio kennen wir die Geschäftsgepflogenheiten und wirtschaftlichen Verhältnisse vieler Branchen und bieten unseren Kunden maßgeschneidertes Branchenfactoring. Schnelligkeit ist ein wichtiger Faktor in der Unternehmensfinanzierung. Deswegen legen wir großen Wert auf flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege. Durch die Börsennotierung ist es uns möglich, kapitalsicher bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von Banken zu agieren. Außerdem profitieren wir von den hohen Anforderungen an das Berichtswesen und der damit verbundenen Transparenz unserer Geschäftstätigkeit.

Sie hatten vor kurzer Zeit Ihre Hauptversammlung. Welches sind die wichtigsten Ergebnisse aus der Hauptversammlung? Und was sind Ihre nächsten Ziele?

Nachdem die Dresdner Factoring AG im abgelaufenen Geschäftsjahr zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein Jahresergebnis vor Ertragsteuern von über zwei Millionen Euro erzielen konnte, wurde auf der Hauptversammlung der Zahlung einer Dividende von 0,25 € je Aktie zugestimmt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Dividende damit um 25 Prozent. Uns ist es gelungen, die Dresdner Factoring AG in den letzten Jahren zum attraktiven Dividendentitel zu entwickeln. Im laufenden Geschäftsjahr wollen wir weiter profitabel wachsen und unsere Marktposition stärken. Wir haben ein klares Ziel: Mittelfristig wollen wir in Qualität und Ertragswachstum zu den führenden Factoringanbietern Deutschlands gehören.

An der Börse herrschen derzeit Konjunktursorgen. Ist das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens davon betroffen?

Die durch die ungelöste Staatsschuldenkrise in der Eurozone verursachte Rezession und die schwache Weltkonjunktur stellen das größte Wachstumshindernis für die deutsche Wirtschaft und damit auch für unsere mittelständischen Kunden dar. Davon beeinflusst werden die Refinanzierungsbedingungen der europäischen Banken und damit auch der Unternehmen. Einen deutlichen Einfluss haben die schärferen Eigenkapitalvorschriften entsprechend des Basel-III-Regelwerks, welches im Laufe des Jahres 2013 eingeführt werden soll. Die Insolvenzsituation weltweit und in Europa wird weiter angespannt bleiben. Die Zahlungsmoral von Unternehmen in der Eurozone hat sich in den vergangenen Monaten aufgrund fehlender finanzieller Mittel merklich verschlechtert. Damit gewinnt der Schutz vor Forderungsausfällen als Inklusivleistung bei einer Factoringfinanzierung an enormer Bedeutung.

Welches Potential sehen Sie für Ihr Geschäftsmodell in den kommenden Jahren?

Die wirtschaftlichen Herausforderungen bieten neben Risiken auch beachtliche Chancen, Factoring als attraktive Finanzierungsalternative weiterhin verstärkt in Deutschland zu etablieren. Durch Basel III bzw. die europäische Umsetzung mit CRD IV werden die Anforderungen bei der Kreditvergabe verschärft und eine erhöhte Eigenkapitalunterlegung mit sich bringen. Für eine Vielzahl von mittelständischen Unternehmen wird dadurch die Ausweitung ihres Finanzierungsmix weiter an Bedeutung gewinnen. Generell geht der Trend im Mittelstand weg von der Finanzierung einzelner Projekte hin zu maßgeschneiderten Finanzkonzepten mit mehr Planungssicherheit. Factoring wird immer öfter und immer selbstverständlicher in diese Konzepte einbezogen.

Frau Steidte-Megerlin, vielen Dank für das Gespräch.

 

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