»Das Risiko ist die Bugwelle des Erfolges.«

Matthias Mathieu von BRIGHT CAPITAL über Nachrangdarlehen als alternative Finanzierungsform für mittelständische Unternehmen

Matthias Mathieu 2

Matthias M. Mathieu
Managing Partner

Pressekontakt

Verena Gräf

BRIGHT CAPITAL GmbH & Co. KG
Niedenau 36
DE-60325 Frankfurt am Main

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In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Matthias Mathieu, Initiator von BRIGHT CAPITAL und Manager des BRIGHT Mittelstandsfonds über alternative Finanzierungsformen für mittelständische Unternehmen. Das Unternehmen ist eine Fonds- und Asset Management Gesellschaft mit Schwerpunkt Debt Investments. Durch eigens initiierte Fonds vergibt die Gesellschaft Nachrangdarlehen an mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz in Höhe von 10-200 Millionen Euro sowie an Immobilienprojekte mit einem Mindestfinanzierungsvolumen von 5 Millionen Euro.

Herr Mathieu, mit BRIGHT CAPITAL finanzieren Sie mittelständische Unternehmen mit Nachrangdarlehen, wie sehen Sie Nachrangdarlehen im Vergleich zu klassischen Finanzierungsformen im Markt positioniert?

Umfangreiche, aus der globalen Wirtschaftskrise resultierende Aufsichtsregeln, verpflichten die Banken zur Stärkung des Eigenkapitals und der Kernkapitalquoten. Um diese Richtlinien intern zu erfüllen sind Banken gezwungen, selektiver bei der Auswahl der Kreditnehmer vorzugehen. Vor diesem Hintergrund wird es für Unternehmen immer wichtiger, alternative Finanzierungsquellen zu erschließen. BRIGHT CAPITAL hat sich auf die Finanzierung von deutschen Mittelstandsunternehmen spezialisiert und schließt mit alternativen, flexibel auf das Unternehmen zugeschnittenen Finanzierungsinstrumenten die entstandene Lücke zwischen der klassischen Bankfinanzierung und dem vorhandenen Eigenkapital. Nachrangdarlehen sehen wir nicht ausschließlich aber auch als Komplementärprodukt zu klassischen Finanzierungsinstrumenten. Ich bin mir sicher, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere bei der Kreditvergabe an kleine mittelständische Unternehmen, zu einer sinkenden Nachfrage bei klassischen Darlehen und zu einem steigenden Bedarf nach alternativen Finanzierungsformen führen wird.

In der Presse liest man, dass die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen in der DACH-Region seitens der Banken in den letzten Jahren gestiegen ist. Welche Rolle spielen die im Vergleich höher verzinsten Nachrangdarlehen?

Es ist richtig, dass die durch Banken abgedeckte Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen konsolidiert betrachtet in den letzten Jahren gestiegen ist. Jedoch gilt es zwischen Unternehmen mit sehr hohen Umsätzen und Unternehmen mit Umsätzen bis zu 200 Millionen Euro zu unterscheiden. Große mittelständische Unternehmen decken sich zunehmend mit günstigen Krediten bei ihren Banken ein. Restriktiv bei der Kreditvergabe verhalten sich die Banken bei Unternehmen in der Zielgröße bis zu 200 Millionen Euro Umsatz pro Jahr.

Nachrangdarlehen sind kein neues Finanzierungsinstrument, weshalb glauben Sie ist die Zeit gekommen, dass diese jetzt als alternatives Finanzierungsinstrument an Relevanz gewinnen?

Die veränderten Rahmenbedingungen auf der Finanzierungsseite stellen Unternehmer mehr denn je vor die Entscheidung, ihr Privatvermögen als Sicherheit zur Verfügung zu stellen oder einen Private Equity Investor ins Unternehmen zu holen, der maßgeblich das operative Geschäft mitgestaltet. Wir sehen insbesondere in Familienunternehmen in der angesprochenen Größenordnung, dass die Bereitschaft, Anteile am Unternehmen abzugeben, um eine Wachstumsfinanzierung zu erhalten, geringer ist als bei Großunternehmen. Wenn wir uns den angelsächsischen Markt ansehen, ist dort die Vergabe von Nachrangdarlehen schon lange üblich. In vielen Köpfen steckt, dass die Aufnahme von Nachrangdarlehen als alternative Finanzierungsform insbesondere ein Instrument für in Schieflage geratene Unternehmen ist. Das Gegenteil ist aber der Fall. Nicht die Unternehmen haben sich in den letzten Jahren verändert sondern die Kriterien der Kreditvergabe. Viele Unternehmen, für die eine Aufnahme von Nachrangdarlehen interessant ist, sind historisch gewachsen und stehen in der heutigen Zeit vor der Aufgabe, starkes Wachstum finanzieren zu müssen. Ein anderer Fall, der uns sehr häufig begegnet, ist eine klassische Nachfolgeregelung mit Earn Out Modellen. Die Unternehmen sind kerngesund, aber das verdiente Geld wird Jahr für Jahr an die ausgeschiedenen Gesellschafter ausbezahlt. Auch in solchen Fällen können alternative Finanzierungsformen durchaus ein Instrument sein, um Unternehmen nachhaltig erfolgreich wachsen zu lassen, ohne den Generationswechsel wirtschaftlich zu erschweren. Nachrangdarlehen stellen für Unternehmer ein Instrument dar, das die bilanzschonende Finanzierung von Wachstum ermöglicht, ohne Anteile am Unternehmen abgeben zu müssen.

Wie entscheiden Sie, ob ein Unternehmen von BRIGHT CAPITAL ein Darlehen erhält und wie nehmen Sie Einfluss auf das operative Management?

Unsere Philosophie ist es, bei der Unternehmensauswahl selektiv vorzugehen. Wir sehen viele Unternehmen die unsere Anlagekriterien erfüllen. Neben den bekannten Unternehmenskennziffern legen wir viel Wert auf qualitative Faktoren wie bspw. Management Expertise, Commitment und Incentivierung, Marktpositionierung, Nachfolgeregelung etc. Selbst wenn formal die Kriterien für ein Investment gegeben sind, kann es sein, dass die weichen Faktoren, solche die sich nicht direkt messen lassen, uns von einer Finanzierung Abstand nehmen lassen. Wir agieren bei der Investitionsentscheidung wie ein Unternehmer mit Bankwissen, weniger wie ein klassischer Finanzinvestor. Wir sehen uns dabei als langfristige Partner an der Seite von den von uns finanzierten Unternehmen.
BRIGHT CAPITAL nimmt keine operative Rolle im Unternehmen ein. Bevor wir investieren, wollen wir mit der Verabschiedung von unterschiedlichen Maßnahmen sichergestellt wissen, dass die Portfolio-Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet sind.

Herr Mathieu, vielen Dank für das Gespräch.

 

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