»Von einer gewissen Summe an sagt man zum Geld Kapital.«

Momentum Institutional GmbH Geschäftsführer Sven Kleinhans gibt Markteinschätzungen

Sven Kleinhans

Sven Kleinhans
Geschäftsführer
Momentum Institutional GmbH

Aachener Straße 57
40223 Düsseldorf

E-Mail: info(at)momentuminstitutional.com
Web: www.momentuminstitutional.com

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29.09.2017

Sven Kleinhans, Geschäftsführer der Momentum Institutional GmbH aus Düsseldorf, gibt uns heute Einblicke in die Tätigkeiten des Unternehmens. Die beiden Geschäftsbereiche Capital Markets Research (CMR) und Capital Markets Network (CMN) bedienen die Kunden über alle Asset-Klassen und Investmentstile hinweg. Zu den Zielgruppen des Unternehmens zählen Privatkunden, Intermediäre und auch institutionelle Investoren. Auf der Basis langjähriger Expertise können Lösungen in den Bereichen Aktien, Derivate und Multi-Asset angeboten werden. Ebenso kann bei Bedarf eine Auswahl an Private-Equity-Investments, einschließlich Wachstumskapital sowie Special Situations und Venture Capital zur Auswahl gestellt werden.

Herr Kleinhans, Sie bieten Ihren Kunden Beratungsleistungen an. Können Sie uns die Bandbreite erläutern?

Sehr gerne. Zum einen biete ich meine Kapitalmarktexpertise an. Hier ist vornehmlich die technische Analyse zu nennen und das Coaching für junge und angehende Trader. Der Bedarf hat im letzteren Punkt enorm zugenommen. Der Bedarf von ehemaligen Bankhändlern ist ebenso vorhanden. Ich bereite aktuell einen Service mit unseren Kooperationspartnern vor. Wichtig war mir, dass die BaFin unser Research Angebot geprüft hat und wir durch die Aufsicht auch reguliert sind. Der zweite Baustein ist unser Netzwerk. Sie können sich vorstellen, dass bei über 15 Jahren Kapitalmarkttätigkeit das Netzwerk immer gewachsen ist. Das versetzt mich in die Lage Ideen, Projekte und Kapital zusammenzuführen. Die Palette reicht vom Private Placement bis zu Kapitalerhöhungen etc. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass wir die Kontakte herstellen.

Auf Ihrer Webseite sind namhafte Referenzen zu finden. Man könnte meinen, dass Großbanken über ausreichend interne Experten verfügen. Wie erklären Sie sich den Bedarf nach externen Partnern?

Im Zuge von MiFID II gab es schon Bestrebungen im Bereich Research extern einzukaufen. Die aktuelle Problematik liegt im Pricing und was vom Kunden wirklich nachgefragt wird. Dass Großbanken über Expertise verfügen, ist unbestritten. Dennoch bin ich mir sicher und das nachweisbar, dass unser Knowhow, für die Kunden einen Mehrwert bietet. Wir arbeiten nicht mit dem Mainstream, sondern verfolgen andere Gedanken. Das Argument wäre jetzt, dass solche Angebote tausendfach existieren und hier kommt eine wichtige Komponente ins Spiel: Ich bin Autark, mich interessiert nicht, was Investmentbank XY schreibt. Der Kernpunkt ist doch ganz einfach: Wenn sie das wollen, was alle wollen, bekommen sie auch nur das was jeder will. Unabhängigkeit in jeglicher Unterstützungsleistung wird wichtiger. Das beinhaltet übrigens auch, dass nicht jeder Kunde zu uns passt. Gleichzeitig ist es mir möglich, die Leistungen kostengünstig anzubieten. Die aktuelle Preisschlacht liegt immer noch oberhalb des Angebotes der Momentum.

Vor rund neun Jahren ist die Finanzkrise mit der Pleite von Lehman Brothers eskaliert. Wurden Ihre Tätigkeiten am Kapitalmarkt durch diese Ereignisse nachhaltig verändert?

Ich denke nicht, dass es der Punkt „Lehman Brothers“ war oder ist. Ich war zur damaligen Zeit in New York und konnte einige Interessante Gespräche führen und die hatten mitnichten nur mit Lehman Brothers zu tun. Sie können das Label auch austauschen und was Anderes draufschreiben. Es gab sehr klare Strömungen - und ich weiß wovon ich rede, die immer noch das Ziel haben, den freien Markt einzuschränken. Es bedurfte nur eines Auslösers um die Menschen dafür zu mobilisieren. Man kann gewisse Schwingungen aktuell auch sehr gut nachvollziehen und das ist ein Prozess, der schon länger anhält. Das Problem an der ganzen Geschichte ist nur, dass Entscheidungen und Vorschläge von Personen eingebracht werden, die entweder keine Expertise besitzen oder nur den raffinierten, persönlichen Vorteil im Blick haben. Ich sage das keineswegs leichtfertig, sondern es sind Erfahrungen die ich selber gemacht habe. Es wurde ja vielfach die Frage gestellt, ob der Kapitalismus noch zeitgemäß ist. Ich habe dazu weder von der linken Seite oder von der rechten Seite Alternativen gehört und das global. Also stellt sich mir doch die Frage: Wer profitiert aktuell immer noch von den Geschehnissen im Jahre 2008? Wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, kann sich diese Frage sehr schnell selber beantworten. Das sind dann am Ende des Tages unbequeme Wahrheiten, die von externen Stellen auch gerne mal nicht gehört werden möchten. Ich könnte hierzu weiter ausholen, aber das würde weiß Gott, den Rahmen sprengen.

Welchen Rat können Sie privaten Investoren geben, die sich für die Börse interessieren?

Bildung, Bildung, Bildung und knapp danach: Disziplin, Disziplin, Disziplin. Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Marktkonditionen ändern sich. Man kann sich manchmal schnell oder langsam anpassen. Das Problem bei „langsam“ ist, dass man eventuell nicht genug „waste money“ hat um durchzuhalten. Und wenn nicht: Fangen wir einfach von vorne an. Der Kapitalmarkt von früher war immer ein Geschäft von Gegenseitigkeit. Ich bin mir nicht sicher, ob das heutzutage noch uneingeschränkt gilt, dennoch ist es immer möglich, sich Wissen und Fähigkeiten anzueignen. Dazu gehört einfach auch eine gewisse Lerndisziplin. Ich denke, dass unser Bildungssystem sich zu wenig mit dem Thema Kapital und Börse beschäftigt. Wenn Siemens im Jahr 3 oder 4 Euro pro Aktie an Dividende ausschüttet, wieso liegt das Geld auf einem Sparbuch oder bei einer schwachsinnigen Lebensversicherung, von der jeder was hat, nur der sie abgeschlossen hat eben nicht? Das ist aber nur ein Teilaspekt. Seit lernwillig mit einer Kontinuität und wenn es schwerfällt, dann fragt den Sven. Und ein anderer Aspekt: Was wollen die Leute im Hamsterrad? Es hat doch Jeder, eigene Fähigkeit und Motivation. Also Verwirklicht eure Ideen. Auch wenn es mal schiefgeht. Kein Profi würde jemanden dafür Brandmarken. Oder wie der Amerikaner sagen würde: „Ja scheisse gelaufen, hast noch eine Idee?“. Die andere Alternative liegt im Jammern der 95 Prozent. Börse ist viel mehr wie nur Aktienkurse. Es ist gibt so unendlich viele Möglichkeiten. Man muss nur die Eier haben und es auch mal versuchen, oder? Was sollen wir denn sonst machen? Wir sind doch keine Beamten. Es ist an der Börse oder im Unternehmerleben eine so knappe Linie, zwischen „the greatest“ und der „Nullnummer“, aber der Versuch ist es allemal Wert.

In den 90er Jahren wurde die Börsenkurse durch den Einstieg von privaten Investoren und der New Economy Euphorie unterstützt und endete bekanntlich in einem Crash. Das niedrige Zinsniveau der Notenbank der vergangenen Jahre hat einen vergleichbaren Effekt und die namhaften Indices befinden sich auf Höchstständen. Wir haben seit rund acht Jahren einen Aufschwung. Wie lange wird das noch gut gehen?

Was heißt wie lange wird das gut gehen? Wir haben eine massive Manipulation des Geld- und Zinssystems. Das kann man unendlich so weitermachen. Ich verstehe überhaupt nicht, warum Leute noch drauf schauen was eine FED oder EZB macht. Das sind ja nicht die Einzigen. Und dem Wahlvolk wird das als die Lösung des Jahrhunderts verkauft. Ich war vor kurzem in Vancouver, da konnte ich erneut das ganze Ausmaß dieses Irrsinns betrachten. Und wissen sie, wen das interessiert? Niemanden! Speziell der Aktienmarkt befindet sich seit 2008 in einer sehr starken Phase, die nun bald eine Dekade erreicht. Wann es endet, vermag ich nicht zu sagen und das betrifft nur den Punkt der Fakten. Denn, es Bedarf einem nachhaltigen, externen Faktor um diese Situation ins negative zu kehren. Stellen sie sich doch eine einfache Frage: Ist ein Unternehmen wie Apple 850 Milliarden US-Dollar wert? Und wenn nicht: Wie viel Spekulation könnte enthalten sein?

Kryptische Währungen und Transaktionen basierend auf der Blockchain Technologie gewinnen zunehmend an Aufmerksamkeit. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Wir haben dort eine Phase der wilden Zockerei, dennoch gibt es auch in meinem Umkreis Entwicklungen und Anbieter, die das Thema von der richtigen Seite angehen. Da dreht es sich auch nicht darum wo Bitcoin gerade im Preis steht. Es geht um eine Technologie, die vieles automatisiert, vereinfacht und effektiv ist. Dies mag den Menschen nicht gefallen, ist aber der Lauf der Zeit!

Der Öl-Preis konnte sich in den vergangenen Tagen oberhalb der Marke von 50 US-Dollar pro Barrel halten. Der saudische Öl-Riese Saudi-Aramco plant zudem einen Börsengang. Es liegt nah, dass die Öl-Nation Interesse an einem höheren Öl-Preis hat. Welche Meinung haben Sie zu Öl?

Nun, der Öl-Markt ist ein Insidermarkt, sowohl fundamental wie auch an der Börse. Ich denke jeder sollte sich mal eine Stunde Zeit nehmen und nachschauen wer die Marktteilnehmer sind und welche Interessen, jeder Einzelne hat. Aktuell würde ich kurzfristig von einem Rücksetzer im Preis ausgehen, ich halte es jedoch für wahrscheinlich, das 50/60 US-Dollar noch nicht das Ende sind.

Herr Kleinhans, vielen Dank für das Gespräch.

 

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