»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

Mox Telecom AG CEO Dr. Günter Schamel über die Unternehmensanleihe und Perspektiven

Dr. Schamel

Dr. Günter Schamel
CEO & Gründer
Mox Telecom AG

Tel: +49-2102-8636-11
E-Mail: IR[at]mox.de
Webseite: www.mox.de

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Vor rund einem Jahr haben wir zum ersten Mal mit Dr. Günter Schamel von der Mox Telecom AG über die Emission der Unternehmensanleihe gesprochen. Dr. Schamel ist Gründer der Gesellschaft und schreibt mit seinem Team seit dem Jahr 2000 schwarze Zahlen. Das Unternehmen konnte seit Herbst 2012 Euro 33 Mio. durch die Anleihe einnehmen. Der erste Kupon zu 7,25% wurde zum Zinstermin Anfang November bezahlt. Heute erfahren wir vom Unternehmenslenker weitere Informationen zur Anleihe und über die Perspektiven der Gesellschaft.

Herr Dr. Schamel, Sie haben von privaten und institutionellen Investoren bisher 33 Mio. Euro eingenommen. Wofür verwenden Sie das Kapital?

Vor allem in das Wachstum der Mox Gruppe. Mit einem Teil der Erlöse bauen wir unser Telekommunikationsgeschäft in Südostasien und in den USA, und hier insbesondere den Bereich Wireless-Produkte, weiter aus. Ein weiterer Teil fließt in unser zweites Standbein, dem E-Commerce. Dies zur weiteren Etablierung und Internationalisierung.

Können Sie uns eine Einschätzung nennen, wie die Verteilung der Anleihe-Investoren ist? Wie hoch ist der Anteil aus dem privaten Bereich?

Unsere Anleihe haben ca. 80% Retailinvestoren und ca. 20% institutionelle Anleger gezeichnet. Mit der Notierung im Bondm der Stuttgarter Börse haben wir uns bewusst für eine Adressierung des deutschsprachigen Retailmarktes entschieden. Besonders die privaten Investoren bringen Stabilität in den Anleihekurs. Das hat besonders dazu geführt, dass sich bei dem aktuell schlechten Marktumfeld der Kurs der Mox-Anleihe im Vergleich zu anderen Anleihekursen, gut behaupten konnte.

Sie zahlen eine Rendite von 7,25% und sind zugleich auf profitablem Wachstums- und Expansionskurs. Können Sie sich vorstellen, dass Sie weitere Anleihen platzieren?

Die Mox Telecom AG plant derzeit keine weitere Anleiheemission oder eine Aufstockung der Mox-Anleihe. Unsere Erfahrung nach einem Jahr: Die Anleihe ist eine sehr gute Ergänzung im Finanzierungsmix der Gruppe. Sollte sich für zukünftige Projekte ein zusätzlicher Kapitalbedarf ergeben, werden wir natürlich alle alternativen Finanzierungswege prüfen. Allerdings sind Anleihen aufgrund des starken Wettbewerbes in den Märkten für Mittelstandsanleihen, wie auch bei der Mox Anleihe und trotz unseres sehr guten Ratings „BBB“ (Investmentgrade), im Vergleich höher verzinst. Da hingegen ist ein Schuldscheindarlehen mit erstklassigen Konditionen, wie wir es Anfang 2011 platziert haben, deutlich attraktiver.

Aktuell ist der Wert der Mox-Anleihe auf einem Tiefststand von rund 94 Euro. Wie bewerten Sie die Situation?

Das Marktumfeld ist derzeit sehr schlecht und beeinflusst die Mox Anleihe, wie viele andere gute Anleihen auch. Die fundamentalen Daten von Mox sind unverändert gut. Bestätigt wurde uns dies im September 2013 von der Creditreform Rating AG, die durch das Folgerating mit BBB erneut das Erstrating bestätigt hat. Die Zinszahlung zur Anleihe erfolgte Anfang November pünktlich und ohne Verzögerungen. Dies war bei anderen Emittenten nicht immer der Fall.

Sie haben kürzlich eine Übernahme in Vietnam abgeschlossen und korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege, Sie sind momentan das einzige ausländische Unternehmen, das am dortigen Telekommunikationsmarkt teilnimmt. Welche Perspektive haben Sie dadurch gewonnen?

Ja, das stimmt. Mox ist der einzige lizensierte und zugelassene Telekommunikationsanbieter in Vietnam, dessen Mehrheitsbesitz sich in ausländischer Hand befindet. Vietnam ist eines der wachstumsstärksten Länder in Südostasien. Insbesondere der Telekommunikationsmarkt ist ein sehr dynamisch wachsender Markt. Die derzeitige Marktsituation ist mit der in Deutschland 1998/99 kurz nach der Liberalisierung zu vergleichen und bietet enorme Wachstumschancen. Eine weitere Perspektive bietet die sehr junge Bevölkerung, die eine überdurchschnittlich hohe Affinität zum Internet und Mobilfunk hat. Derzeit gibt es über 130 Mio. Mobilfunktelefone in Vietnam, bei einer Gesamtbevölkerung von über 90 Mio. Einwohnern. In diesem Zusammenhang sind wir in der sehr guten Lage im Besitz eines der begehrten und streng limitieren Short Codes zu sein. Er ist mit dem deutschen Call-by-Call vergleichbar, aber in Vietnam auch im Mobilfunk nutzbar. Bei der Übernahme war besonders wichtig, dass die Lizenz des Short Codes, die an den vietnamesischen Partners gekoppelt ist, im Übernahmepaket enthalten war. Wir sind in Vietnam nun einer von insgesamt fünf lizensierten Anbietern und decken in Vietnam das komplette Angebot der Sprachtelefonie ab. Der Markt ist aufgrund des sehr frühen Marktstadiums und wenigen Wettbewerber sehr attraktiv für uns. Unser Expansionsschwerpunkt wird insbesondere in Vietnam und von dort aus auf Südost-Asien als auch auf dem US-amerikanischen Markt liegen.

In den USA erwirtschaften Sie einen hohen Anteil Ihrer Erlöse. Wie bewerten Sie die dortigen zukünftigen Wachstumschancen?

Unsere Töchter in den USA sind der Umsatzgarant der gesamten Mox Gruppe. Ca. 70% der Umsätze im Konzern werden bereits in den USA realisiert. Daher ist der US-amerikanische Markt von zentraler Bedeutung für uns. Der Schwerpunkt lag bis vor wenigen Jahren auf der klassischen Calling Card. Diese wurde von unseren Kunden bevorzugt gekauft, um mit ihrem für Auslandstelefonate gesperrte Prepaid-Mobiltelefon Gespräche ins Ausland führen zu können. Als neuen Trend haben sich inzwischen Pinless- und Wireless-Produkte durchgesetzt, die das Nutzen von Calling-Card-Produkten mit Mobilfunktelefonen komfortable unterstützen. Mittlerweile nutzen über 1 Mio. Kunden „Black Pinless“. Das Wireless-Produkt „Black Wireless“ unserer Tochter SDI knüpft da dran an und hat sich zu einem Erfolg entwickelt. Da Black Wireless neben Telefonate ins Ausland auch für Telefonate im Inland geeignet ist, haben wir hier die Chance zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Außerdem ist der Kundenwert dieses Produktes um das Vierfache höher als der eines Pinless-Kunden.

Herr Dr. Schamel, vielen Dank für das Gespräch.

 

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