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Pasinex Resources Ltd. CEO Steve Williams im Gespräch über Zink und Potenziale

Steve Williams

Steve Williams, CEO
Pasinex Resources Ltd.

82 Richmond Street E
Toronto, M5C 1P1
Kanada

Tel. +1 416-861-9659

steve.williams(at)pasinex.com
www.pasinex.com

www.facebook.com/pasinex

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Zink hat in diesem Jahr die beste Performance aller Metall-Rohstoffe hingelegt. Seit Jahresbeginn ist der Preis um annähernd 50% gestiegen. Experten wie die australische Investmentbank Argonaut erwarten sogar einen weiteren Preisanstieg von heute 2.200 USD pro Tonne auf bis zu 3.000 USD pro Tonne in naher Zukunft. Ein Unternehmen, das voll von dieser Entwicklung profitiert, ist die kanadische Pasinex Resources Ltd. (CSE: PSE; FRA: PNX), die in einem 50/50 Joint-Venture mit ihrem türkischen Partner Akmetal A.S. ein außergewöhnliches Zinkprojekt im Süd-Osten der Türkei entwickelt. Die Pinargozou-Mine befindet sich erst im zweiten Jahr der Produktion und wächst beständig. Jüngst hat das Unternehmen spektakuläre Explorationserfolge sowie die Verdoppelung der Produktion gemeldet. Wir nehmen das zum Anlass, genauer beim Management nachzufragen.

Pasinex Ressources Ltd. hat von seinem Zinkprojekt in der Türkei vor kurzem Bohrergebnisse gemeldet, die jeden Experten aufhorchen lassen. Ich zitiere einige Ergebnisse: „34 Meter mit 35% Zink, 10 Meter mit 54% Zink“. Das sind Werte wie aus einer anderen Welt! Ich habe schon Ergebnisse mit ein paar Metern mit + 20% gesehen, aber nichts, was diesen Gehalten und Mächtigkeiten irgendwie nahekommt. Durchschnittliche Zink-Ressourcen liegen am Ende wohl eher bei 10% Zink-Äquivalent. Wie kann es sein, dass Pasinex drei- bis fünfmal höhere Gehalte findet als alle anderen?

Die Gehalte sind wirklich außergewöhnlich hoch und ich kann Ihnen sagen, dass die Experten in der Zinkwelt tatsächlich hellhörig geworden sind. Es gibt wirklich nur eine Handvoll Projekte mit solchen Gehalten auf der Welt. Eines davon ist das Kipushi-Projekt von Ivanhoe im Kongo, aber auch in Mexiko gibt es Lagerstätten des so genannten CRD-Typs (Carbonate Replacement), die sehr hohe Gehalte aufweisen. Was aus Sicht von Pasinex an den jüngsten Bohrerfolgen so besonders bedeutend war, ist aber nicht allein die Tatsache, dass die Gehalte hoch sind. Wir konnten außerdem zeigen, dass unsere Mine Potenzial zur Tiefe hin besitzt. In der Vergangenheit haben wir vor allem hochgradiges oxidisches Zink-Erz aus dem obersten Teil der Lagerstätte abgebaut und es war lange eine offene Frage, ob dieses hochgradige Material noch mit tiefer liegenden Zinksulfidvorkommen verbunden ist. Die Antwort darauf lautet jetzt: ja. Darin liegt die eigentliche Bedeutung der jüngsten Ergebnisse.

Pasinex ist ja noch ein sehr junger Zink-Produzent. Erst seit Ende 2014, also noch nicht einmal seit zwei Jahren, wird abgebaut. Und wenn ich das richtig sehe, ist Pasinex kein gewöhnlicher Zinkproduzent, denn die Pinargozou-Mine liefert so genanntes Direct-Shipping-Material. Ich denke, das müssen Sie erläutern.

Gerne. Die allermeisten Zinkproduzenten, eigentlich wirklich so gut wie alle, müssen das abgebaute Erz zunächst aufbereiten. Anders etwa als bei manchen Kupferminen, kann man reines Zink nur über den Umweg über einen Smelter herstellen. Deshalb verkaufen die Zinkproduzenten ein Zink-Konzentrat mit Gehalten um die 50%. Dazu brauchen sie eine Aufbereitungsanlage und solche Anlagen kosten heute leicht 100 bis 200 Mio. USD. Das hätte sich Pasinex nicht leisten können. Stattdessen profitieren wir, wenn Sie so wollen, von einem Geschenk von „Mutter Natur“. Das Zink-Erz, das auf Pinargozou abgebaut wird, hat schon von Natur aus Gehalte, die sonst nur durch nachträgliche Aufbereitung erzielt werden. Alles, was jenseits von 25% Zinkgehalt hat, können wir direkt verkaufen. Wir laden es auf unsere Lastwagen, mahlen es fein und bringen es zum Hafen. Der Durchschnitt unserer verkauften Produktion lag in diesem Jahr übrigens bei 35%. Unsere Kunden zahlen für das Konzentrat übrigens in Abhängigkeit vom Zinkpreis und von der Reinheit.

Pasinex hat in seiner jüngsten Meldung (vom 20. September 2016) die Verdoppelung der Produktion von 60 auf 120 Tonnen am Tag bekannt gegeben. Das hört sich gut an. Andererseits ist das – für einen Laien – schwer einzuordnen. Ist das nun viel oder wenig? Was bedeutet das vor allem ökonomisch?

In unserer jüngsten Meldung sprechen wir davon, dass wir jetzt drei Stollen auf drei Ebenen horizontal in den Berg getrieben haben. Der dritte und jüngste Stollen ist zugleich der größte. Er erlaubt erstmals den Einsatz von größerem Gerät, was die Produktivität deutlich erhöht. So haben wir im gesamten ersten Halbjahr 9.300 Tonnen abgebaut, aber allein im August – nach Inbetriebnahme des neuen Stollens - bereits 4.000 Tonnen. Das sind umgerechnet 130 Tonnen am Tag und wir haben angekündigt, dass wir dieses Niveau mindestens bis Ende 2016 halten wollen. Auf’s Jahr gesehen wollen wir 25 Millionen Pfund Zink abbauen. Das ist schon eine ordentliche Mine – wenn man den reinen Metallwert bei derzeitigen Preisen betrachtet, sprechen wir immerhin von einem Gegenwert von 25 Millionen USD. Wohlgemerkt, das ist nicht die Summe, die wir erhalten. Wir werden für unser Konzentrat bezahlt, denn die Trader und Smelter wollen auch noch etwas verdienen. Rund die Hälfte unserer Produktion kommt aus dem neuen Stollen. Für uns ist vor allem entscheidend, dass wir nun zusätzlich zu dem oxidischen Erz aus den oberen Stollen im neuen Stollen jetzt auch größere Mengen an sulfidischem Zink-Erz fördern, wiederum in Direct-Shipping Qualität. Der Wert von sulfidischem Material liegt deutlich höher als der von oxidischem Material. Wir haben also ein Interesse daran, möglichst viel sulfidisches Material zu fördern. Die Margen sind dort noch höher.

Der Zinkpreis hat in diesem Jahr fast um 50% zugelegt. Das ist gut für Sie. Auf der anderen Seite hat Pasinex aber keinen langfristigen Abnahmevertrag. Braucht man nicht ein Off-Take-Agreement für das produziertes Material. Ist es nicht ein Risiko, keinen sicheren Abnehmer zu haben?

Off-Take-Agreements werden ja meist im Zusammenhang mit einer langfristigen Minenfinanzierung geschlossen. Sprich die Geldgeber möchten sicher sein, dass ein Zinkproduzent seine Produktion zu einem bestimmten Preis verkaufen kann. Da Pasinex keine Bankfinanzierung und noch nicht einmal langfristige Schulden hat, brauchten wir kein Off-Take Agreement. Wir profitieren daher eins zu eins vom steigenden Zinkpreis. Aber es ist ein bewusstes unternehmerisches Risiko, das wir eingehen, denn der Preis könnte ja auch wieder sinken. Aber auf Sicht von 24 Monaten sehen wir ganz im Gegenteil noch weitere Preissteigerungen bei Zink. Die Nachfrage von unseren Kunden ist jedenfalls hoch. Ich glaube wir hatten Anfragen von rund 20 Interessenten aus aller Welt. Über mangelnde Nachfrage können wir also nicht klagen.

Sie sagten, dass die Mine nicht durch eine Bank finanziert wurde. Wie wurde die Entwicklung denn dann bezahlt? Bergbau ist ja nicht gerade billig.

Das ist eine gute Frage. Ich muss darauf zwei Antworten geben. Erstens, hat uns unser türkischer Joint-Venture Partner Akmetal A.S. unterstützt, indem er dem Joint Venture Geld vorgestreckt hat. Genauso wichtig war aber, dass Akmetal über ausgebildetes Personal verfügt und Bergbaumaschinen aller Art bereit gestellt hat – die ganze Infrastruktur. Durch diese Vorleistungen, die oftmals nicht in Form von Geld erbracht wurden, hatten wir einen enormen Startvorteil. Wir haben dann die Mine Stück für Stück entwickelt und die operativen Kosten fast von Anfang an durch den Verkauf von Konzentrat finanziert. Wir sind in dieser Hinsicht sicher sehr privilegiert, denn so etwas geht wirklich nur dann, wenn man eine hochgradige Lagerstätte wie Pinargozou besitzt, die für Direct-Shipping geeignet ist.

Das Tempo von Pasinex ist schon atemberaubend. Eine Faustregel besagt, dass die Entwicklung von Minen heute im Durchschnitt bei sieben bis zehn Jahren liegt. Pasinex hat die Pinargozou-Mine aber erst vor 3 Jahren entdeckt und ist heute bereits im zweiten vollen Jahr der Produktion. Wie geht so etwas?

Im Englischen gibt es für das, was wir gemacht haben, den Begriff „Boot Strapping“, sprich wir haben den Betrieb sehr früh aus laufenden Einnahmen finanziert und parallel die Entwicklung der Mine mit derzeit drei Stollen vorangetrieben. So etwas machen normalerweise höchstens private Firmen, nicht aber Unternehmen, die an der Börse notiert sind. In unserem Fall gab es jedoch gar keine Alternative zur Produktion. Die Zeiten waren vor drei Jahren so schlecht, dass wir schlichtweg kein Geld für reine Exploration vom Kapitalmarkt bekommen konnten. Der Zwang zum schnellen Cash-Flow war daher für uns so etwas wie eine Überlebensstrategie und Aktmetal als Partner zu haben, hat sich als absoluter Glücksfall erwiesen. In dem aktuellen Zink-Bullmarkt, in dem wir uns befinden, und den wir übrigens haben kommen sehen, werden solche Dinge leicht vergessen. Hinzu kommt, dass die Gehalte derart hoch waren, dass wir uns entschieden haben, sofort in den Abbau zu gehen und nicht erst eine standardisierte Ressourcenschätzung zu machen. Überspitzt formuliert könnte man sagen: wir bauen schneller ab, als dass wir Ressourcen messen. Dabei muss allerdings auch sehen, dass unser Vorkommen verglichen mit Wettbewerbern noch verhältnismäßig klein ist – zumindest, wenn man es mit üblichen Kriterien misst.

Was meinen Sie damit genau?

Üblich ist, dass Zinklagerstätten zwischen fünf und zwanzig Millionen Tonnen Erz-Ressourcen aufweisen, bevor auch nur darüber nachgedacht werden kann, in Produktion zu gehen. Die Finanziers wollen angesichts der hohen Investitionen ja die Sicherheit einer gewissen Mindestlaufzeit, in der Regel so um die 7 bis 10 Jahre für den Anfang. Bei Pinargozou haben wir wie gesagt noch keine Ressource ermittelt, obwohl wir als Management zuversichtlich sind, dass wir auf aktuellem Produktionsniveau Material für mehrere Jahre haben. Für den professionellen Markt reicht solch eine grobe Schätzung natürlich nicht aus. Wir wissen, dass über kurz oder lang eine Ressourcenschätzung von uns erwartet wird. Wir wollen diese Schätzung nachliefern, aber es ist nicht unsere oberste Priorität. Soviel kann man schon sagen: Die erste Ressourcenschätzung wird in absoluten Zahlen wohl erst einmal klein ausfallen. Wichtig wird sein, dass wir dem Markt die absolut enthaltene Menge an Zink kommunizieren. Da kann eine nominal kleine Ressource nämlich extrem wertvoll sein, erst recht wenn man berücksichtigt, dass wir uns bereits mitten im Abbau befinden, während unsere Wettbewerber die gesamte Finanzierung und den Bau von Minen noch vor sich haben.

Wenn ich es richtig verstehe, befindet sich Pasinex an der Schwelle zu einem etablierten Produzenten. Mit den Mengen, die für dieses Jahr prognostiziert worden sind – die jüngste Pressemitteilung spricht von einer Jahresproduktion von 25 Million Pfund an enthaltenem Zink - würde Pasinex zu einem ernst zu nehmenden Player aufsteigen. Ist es das, was Pasinex möchte: ein mittlerer Zinkproduzent sein?

Ja, es war immer mein Ziel, einen Midsize-Zinkproduzenten aufzubauen. Worüber wir aber noch gar nicht gesprochen haben, ist das riesige Explorationspotential, das wir in der Türkei regional rund um unsere Mine sehen. Wenn wir dem Markt dieses Potenzial zeigen können, wird man uns sicher anders bewerten als wenn wir „nur“ ein profitabler mittlerer Produzent sind. Wir sind überzeugt, dass es regional enormes Potenzial gibt und wir wollen das beweisen. Immerhin sind wir die ersten, die moderne Explorationsmethoden in der Region anwenden. So haben wir schließlich auch Pinargozou gefunden, das übrigens nur sieben Kilometer von der noch immer produzierenden Horzum-Zink-Mine entfernt liegt, die von unserem JV-Partner betrieben wird. Sicher ist, wir wollen weitere Pinargozous finden. Wir haben sicher den First-Mover-Vorteil auf unserer Seite.

Herr Williams, wir danken für das Gespräch.

 

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