»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

Vermögensverwalter Norbert Remer warnt vor Kaufpanik am Rohstoffmarkt

Norbert Remer

Norbert Remer
Vermögensverwalter
Geschäftsführer
FINANZINVEST Consulting GmbH

Bahnhofstraße 34
21614 Buxtehude
Deutschland

Telefon: +49 4161 5986-0
Fax: +49 4161 598666

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Heute hatten wir die Gelegenheit, uns mit dem Vermögensverwalter Norbert Remer über die Anlageklasse Rohstoffunternehmen zu unterhalten. Remer ist Geschäftsführer der FINANZINVEST Consulting GmbH mit Sitz in Buxtehude und verwaltet für seine Kunden verschiedene Zertifikate als Anlageinstrumente. Zu dem Anlagespektrum seines Teams gehören Themen wie Basic Trends, Balance Portfolios und Absolute Return Ansätze. Mit einem Endlos-Zertifikat von der Landesbank Berlin tätigt der Vermögensverwalter Investments in börsennotierte Rohstoffunternehmen. Das Zertifikat trägt den Namen Global Special Opportunities und ist unter der Wertpapierkennnummer LBB0C7 bzw. ISIN DE000LBB0C70 u.a. bei SCOACH gelistet.

Herr Remer, die Kapitalmärkte haben sich seit dem Kollaps von Lehman Brothers nicht mehr erholt. Wie spüren Sie die Veränderungen?

Das Aus von Lehman hat die ganze Branche verändert. Die Kunden legen seitdem mehr Wert auf Stabilität, risikoarme Anlagen und bevorzugen Sachwerte. Nicht selten kauft man sich ein Eigenheim oder eine Ferienwohnung. Wir können auch den Trend erkennen, dass Anleger die Großbanken verlassen und zu unabhängigen Vermögensverwaltern wechseln. Unsere Kunden honorieren unseren Service, wodurch wir als unabhängige Vermögensverwalter profitieren können.

Der DAX und Dow Jones sind auf hohem Niveau. Sehen Sie weiteres Potenzial nach oben oder dürfte eine Korrektur bevorstehen?

Ich denke, es ist allgemein bekannt, wie der Anstieg von den großen Indices zu erklären ist. Die Banken leihen sich billiges Geld von den Notenbanken und investieren es in liquide Märkte. Wenn man das Geld quasi kostenlos bekommt und konzertiert in die globalagierenden Unternehmen investiert, dann können die nur steigen. Hinzu kam dann noch in Deutschland der Wunsch nach Sicherheit und Stabilität, was uns ein Teil dieser Kapitalflucht aus anderen europäischen Staaten ins Land und an die Börsen spülte. Die Frage, die man sich an dieser Stelle stellen muss ist, wann sind Aktien und Renten zu teuer bzw. wann lassen die Anschlusskäufe nach? Wenn das Geld nicht mehr in dem aktuellen Maße in Aktien der Großunternehmen fließt, dann könnte das durchaus zu deutlich höherer Volatilität führen und in einem Kursrutsch von 10-20% innerhalb weniger Tage und Wochen münden.

Sie sagen also, dass die Kursentwicklung von großen Unternehmen liquiditätsgetrieben ist?

Ja, liquiditätsgetrieben und auch sicherheitsgetrieben. Auch das Interesse für Aktien ist allgemein stark volatil geworden, man ist heute schneller geneigt auch nach kurzer Zeit wieder zu verkaufen. Was zählt ist Liquidität und Sicherheit in Märkten. Die Aktien von den Blue Chips sind liquide und ich habe den Eindruck, dass momentan nur das Priorität hat. Schauen Sie sich doch mal die Aktien von Nebenwerten an. Dort sehen Sie im Vergleich zu 2007 nur noch Bruchteile der Handelsvolumina. Das ist ein echtes Problem für die Unternehmen. Die Investoren sind nicht mehr bereit Risiken zu übernehmen. Stattdessen boomen die Anleihen von Mittelständischen Unternehmen. Die Tendenz, dass Unternehmen mehr als 7% Zinsen für Fremdkapital zahlen müssen, weil es momentan kein Eigenkapital gibt, birgt neue Gefahren für Unternehmen, Anleger und damit auch für die Kapitalmärkte.

Mit Ihrem Zertifikat LBB0C7 investieren Sie in Rohstoffunternehmen. Wie gehen Sie dabei vor?

Ich bin der Meinung, dass die Rohstoffunternehmen ebenfalls stark unter den Rückgang des Risikoappetites der Investoren leiden. So können wir momentan Explorationsunternehmen mit großem Kurspotenzial und starkem Abschlag zum Buchwert, beziehungsweise bereits investierten Kapital, über die Börse einsammeln. Der Rohstoffhunger wird ja nicht nachlassen. Gerade im Energiesektor dürfte es auch in Zukunft wachsende Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle geben. Wenn man sich hier antizyklisch verhält, auf Wirtschaftswachstum insbesondere in den bevölkerungsreichen Staaten setzt und genügend Zeit sowie Geduld mitbringt, dann dürften sich Engagements mittel- bis langfristig lohnen.

Welche Gründe sehen Sie in den Kursabschlägen von Rohstoffunternehmen?

Die Frage ist zu allgemein gestellt, als dass ich Sie mit einer kurzen Antwort erklären könnte. Ein Teil des Problems im Falle von Explorationsunternehmen sehe ich darin, dass zulange zu viele schlechte und aussichtslose Unternehmen von Investment Banken finanziert wurden. In der Branche heißt es, dass 95% der Explorationsunternehmen nicht überleben werden. Gute Unternehmen werden in Sippenhaft genommen in diesem so aussichtsreichen Segment innerhalb der Rohstoffindustrie. Genau hier sehe ich die Chance für gute Investments. Bei Explorationsunternehmen gibt es vereinfacht gesprochen zwei Geschäftsbereiche: der eine sammelt Geld ein und der andere gibt es intelligent für Tests und Bohrungen aus. Da es in der Explorationsphase keine Einnahmen gibt, hängt diese Branche vom Kapitalmarkt und Investoren ab. Wir investieren nur in Unternehmen, die bereits Entdeckungen haben und eine Chance auf Förderung besteht bzw. diese bereits unter Dach und Fach ist.

Die Performance Ihres Zertifikates ist in den vergangenen Monaten gefallen. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

In so einem Marktumfeld, welches wir momentan im Explorationsbereich erleben, kann es auch mit einem diversifizierten Portfolio kaum möglich sein, eine positive Kursentwicklung zu erzielen. Wir akkumulieren Positionen, von denen wir in der zukünftigen Erholungsphase überdurchschnittliche Kursperformance erwarten. Wenn der Explorationsbereich vernachlässigt wird, dann wird dadurch automatisch ein Nadelöhr geschaffen. Letztlich ist Exploration der Ursprung der Rohstoffbeschaffung. Wenn es hier Ausfälle gibt, dann wird es früher oder später eine Verknappung bei der Beschaffung geben. Das dürfte vor allem bei relevanten Rohstoffen, wie z.B. Energieträgern, von Bedeutung sein. Wie heftig die Reaktion auf eine potenzielle Verknappung ausfallen könnte, mag ich an dieser Stelle nicht prophezeien, man sollte jedoch nicht vergessen, dass Exploration auch eine wichtige wissenschaftliche Tätigkeit ist und eine entsprechende Zeit benötigt. Bei einer Verknappung hat man in der Regel genau eines nicht: Zeit und es könnte schnell eine Art Kaufpanik entstehen. Für Explorationsunternehmen, die gut aufgestellt sind, dürften steigende Rohstoffpreise, aber natürlich vor allem auch eine wieder erstarkte Weltkonjunktur die Triebfeder für eine Kurserholung sein.

Der TSX-Venture Index zählt zu den Indikatoren für Risikoappetit von Investoren und notiert auf dem tiefsten Stand seit 2009. Wann sehen Sie eine Trendwende?

Dieser Index leidet unter der Erfolglosigkeit der großen Masse. Wenn die aktuelle Bereinigungsphase abgeschlossen ist, dann wird es wieder aufwärts gehen und das kann dann zügig sein. Der Turnaround kann still und leise geschehen oder auch mit einem finalen lauten Knall. Ich erinnere mich an das Jahr 2003. Als die Allianz die Aktien von Münchner Rück und Münchner Rück die Aktien von Allianz auf den Markt schmissen, erreichten wir den Tiefpunkt der Kurskorrektur und von dort an ging es aufwärts. Das ist sicher nicht direkt übertragbar, aber funktioniert auf andere Branchen genauso. Kürzlich sprach ich mit einem Marktteilnehmer über die Stimmung im nordamerikanischen Rohstoffmarkt. Er sagte mir, dass die Investoren in 2012 von Angst getrieben waren. Mittlerweile haben Unternehmen und Investoren aufgegeben und erwarten nichts mehr. Ich empfinde das als eine sehr interessante Ausgangsposition. Letztlich liegt der Gewinn im Einkauf und wenn man nur 25 Cent für 1 € ausgeben muss, dann ist das sicher eine hervorragende Ausgangsposition. Wo kann man heute noch so viel Substanz für so wenig Geld einkaufen – eine echte Gelegenheit!

Wie können Anleger Ihr Zertifikat erwerben?

Am besten kontaktieren Interessenten mich direkt, damit ich das jeweilige Anlageprofil besprechen kann. Ansonsten können natürlich auch andere Anlageberater bei dem Erwerb des Zertifikats der Landesbank Berlin mit der Wertpapierkennnummer LBB0C7 behilflich sein. Üblicherweise kann das Zertifikat auch bei Online Banken unter der genannten Wertpapierkennnummer erworben werden. Es ist lediglich zu beachten, dass es sich um ein Private Placement und nicht um ein öffentliches Angebot handelt.

Herr Remer, vielen Dank für das Gespräch.

 

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