»Finanzielle Unabhängigkeit ist in vielen Situation existentiell.«

getgoods.de AG CEO Markus Rockstädt-Mies im Interview zur Anleihenplatzierung und Strategie

Markus Rockstaedt-Mies

Markus Rockstädt-Mies
CEO & Gründer
getgoods.de AG
www.getgoods.de

Ansprechpartnerin
Dorothea Schneider
Investor Relations
Tel: 089/ 210 27 – 520
Fax: 089/ 210 27 – 598
E-Mail: d.schneider[at]haubrok.de
Webseite: www.getgoods.ag

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Unser heutiger Gesprächspartner ist Markus Rockstädt-Mies von der börsennotierten getgoods.de AG. Rockstädt-Mies ist CEO und Gründer des Online-Handelsunternehmens und zugleich Mehrheitsaktionär. Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt an der Oder befindet sich derzeit in der Emissionsphase einer Anleihe mit einem Volumen von 30 Mio. Euro sowie einem Zinssatz von 7,75%. Im Zusammenhang mit dieser Finanzierungsmaßnahme möchten wir mehr über die Zukunftsperspektiven und Mittelverwendung aus erster Hand erfahren.

Herr Rockstädt-Mies, seit mehr als fünf Jahren betreibt die getgoods.de AG Online-Shops. Worin liegt die Stärke Ihres Unternehmens?

Die Stärken unseres Unternehmens liegen vor allem in unserer langjährigen Erfahrung und unserer großen Zuverlässigkeit im Online-Geschäft, die uns in den vergangenen Jahren eine hohe Kundenzufriedenheit und ein starkes Wachstum beschert haben. Hinzu kommen unsere innovativen Marketing-Konzepte, durch die wir die Shop-Seiten für unsere Kunden kontinuierlich attraktiver gestalten, Online-Shopping praktisch erlebbar zu machen, und die Kundenbindung erhöhen. Dazu gehören der Einsatz innovativer „3D 360 Grad Technik“ genauso wie unser eigenes Online-TV, die individuell verfassten Produktbeschreibungen oder die beliebten „unboxing“ und „how-to“ Videos, wo wir eine Vorreiterrolle im Markt haben.

Der deutsche Einzelhandel kann seit Jahren nur geringe oder gar negative Wachstumsraten vorweisen. Welche Perspektiven sehen Sie im Online-Markt?

Der Online-Handel schreibt seit Jahren eine ganz klare Erfolgsgeschichte. Alleine seit 2007 ist der Markt im Schnitt um 18% pro Jahr gewachsen. Hintergrund dieser Entwicklung ist der immer größer werdende Einfluss des Internets und der mobilen Kommunikation auf unser Leben, der sich auch im Kaufverhalten widerspiegelt. Gerade die jungen Leute wollen heute ihre Einkäufe schnell, transparent, unkompliziert sowie zeitlich und räumlich unabhängig erledigen. Das hat zu einem Strukturwandel im gesamten Einzelhandel geführt, der sich auch nicht mehr aufhalten lässt. Der Trend geht eindeutig immer stärker vom stationären Handel zum Online-Handel, auch bei den älteren Generationen. Die Branchenexperten gehen davon aus, dass der Markt auch weiterhin mit zweistelligen jährlichen Zuwachsraten entwickelt, manche rechnen sogar mit einem beschleunigten Wachstum. Insgesamt sehen wir für den Online-Handel also auch in den nächsten Jahren sehr gute Perspektiven.

Wie sehen Sie sich gegenüber Preissuchmaschinen und Online-Shops von Wettbewerbern positioniert?

Wie ich schon erwähnt habe, ist der Online-Markt sehr transparent, d. h. im Wettbewerb läuft hier sehr viel über Preis und Service. Da sehen wir uns als getgoods.de operativ schon sehr gut aufgestellt und das starke Wachstum der letzten Jahre gibt uns dabei sicherlich Recht. Gegenüber dem Wettbewerb versuchen wir natürlich unsere Kostenvorteile zu nutzen, um hier immer zu den günstigsten Anbietern zu gehören, andererseits bieten wir unseren Kunden aber trotzdem eine Rundum-Betreuung, einschließlich persönlicher Beratung beim Einkauf. Historisch haben wir uns mit unseren Online-Shops zunächst als Anbieter von IT- und Telekommunikationsprodukten im Markt etabliert, sind jetzt aber dabei die Produktpalette kontinuierlich zu erweitern und getgoods.de immer mehr zu einem Vollsortimenter zu entwickeln. Unser Ziel ist es, in Zukunft in einem Atemzug mit den ganz großen Playern im Markt wie Amazon oder eBay genannt zu werden und daran orientieren wir uns auch im Wettbewerb. Dabei versuchen wir natürlich unsere Kostenvorteile zu nutzen, um hier immer zu den günstigsten Anbietern zu gehören, bieten unseren Kunden aber trotzdem eine Rundum-Betreuung, einschließlich persönlicher Beratung beim Einkauf. Was uns derzeit noch etwas fehlt, ist die breite Öffentlichkeit für unsere Marke, aber auch daran arbeiten wir und werden den Bekanntheitsgrad von getgoods.de in den kommenden Monaten sicherlich deutlich steigern. Das ist allerdings auch ein Grund, warum ich Preissuchmaschinen nicht als unsere Wettbewerber sehe, sondern viel mehr als einen unserer Absatzwege, denn im Moment kommt ein großer Teil unserer Kunden immer noch über diesen Umweg zu uns.

Rasantes Wachstum und Rentabilität sind oft nicht gemeinsam unter einen Hut zu bekommen. Wie gelingt Ihnen dieser Spagat?

Mit unserem ursprünglichen Fokus auf IT- und Telekommunikationsprodukten waren wir in einem Markt mit relativ geringen Margen. Daher haben wir von Anfang an großen Wert auf strikte Kostenkontrolle gelegt, um die Rentabilität des Unternehmens sicherzustellen. Und natürlich haben wir das auch unseren engagierten und hoch motivierten Mitarbeitern zu verdanken, die eben auch einige Überstunden mehr geschoben haben, um mit dem rasanten Wachstum der Bestellungen Schritt zu halten. Durch die Erweiterung des Produktportfolios nehmen wir jetzt vermehrt margenstarke Produktgruppen wie Spielzeug, Freizeit-, Garten- oder Baumarktartikel hinzu, so dass wir die Rentabilität weiter verbessern können. Durch die inzwischen gewachsenen Strukturen lässt sich dann auch das geplante weitere Wachstum wesentlich leichter beherrschen, als das noch in unserer stürmischen Gründerzeit der Fall war.

Sie emittieren derzeit eine Unternehmensanleihe. Welche Gründe sprachen gegen eine Kapitalerhöhung?

Ein wichtiger Grund ist sicherlich das aktuelle Kursniveau, das aus meiner Sicht den Wert des Unternehmens nicht angemessen widerspiegelt. Einerseits will ich mich bei dieser Bewertung nicht gerne verwässern lassen, andererseits könnten wir mit einer Kapitalerhöhung derzeit gar nicht die Mittel generieren, die wir jetzt mit der Anleihe anstreben. Außerdem lässt sich die Anleiheemission für uns wesentlich schneller umsetzen. Das ist wichtig, damit wir die zusätzlichen Mittel schon im zu erwartenden starken Weihnachtsgeschäft sinnvoll einsetzen können.

Für welche Zwecke möchten Sie den Emissionserlös verwenden?

Der Emissionserlös der Anleihe wird im Wesentlichen in die weitere Wachstumsfinanzierung gesteckt. Ich denke hier an Themen wie die Erweiterung der Produktgruppen und des Warenbestands oder den Ausbau des Lagers. Auch die Stärkung der Marke steht mit auf der Agenda und dann brauchen wir ganz einfach Liquidität, um im Wareneinkauf schneller und flexibler agieren zu können. Denken Sie einfach nur an die Möglichkeit, bei schneller Bezahlung der Waren Skonto zu ziehen. Da steckt für uns bares Geld drin, durch das sich die Anleihe zum Teil ganz von selbst finanziert. Ganz besonders wollen wir aber auch erreichen, dass die Kunden künftig direkt und ohne den Umweg über Preissuchmaschinen auf unseren Shop-Seiten landen, damit wir uns auch die Vermittlungsprovision für diese Portale sparen können. Dafür werden wir die Marke getgoods.de im zweiten Halbjahr bundesweit bekannt machen, z. B. durch Werbespots bei allen großen Privatsendern.

Welche Investorenklientel möchten Sie mit der Anleihe erreichen?

Mit der Anleiheemission richten wir uns gleichermaßen an private Anleger wie auch an institutionelle Anleger. Wünschen würde ich mir längerfristig orientierte Investoren, die von unserem Geschäftsmodell überzeugt sind, die großartigen Chancen in diesem Markt verstehen und an uns und unseren weiteren Erfolg in diesem Geschäft glauben.

Wie können Interessenten an der Emission teilnehmen?

Die Zeichnungsfrist an der Börse Stuttgart beginnt am 17. September und endet spätestens am 28. September. Interessierte Privatanleger können in dieser Zeit ihre Kaufaufträge über ihre Haus- oder Online-Bank an die Börse übermitteln. Institutionelle Anleger können sich direkt an die offziellen Sellingagents wenden, z.B. an die GBC Kapital GmbH aus Augsburg oder an die Schnigge Wertpapierhandelbank AG aus Düsseldorf. Nähere Informationen zu Anleihe finden Investoren insbesondere in unserem Wertpapierprospekt oder auf unserer Anleihe-Website www.getgoods-anleihe.de.

Sie erwarten im laufenden Geschäftsjahr beim Umsatz ein Wachstum vom +26% zu erzielen und zugleich eine EBIT-Marge von 2,5% beizubehalten. Wie sehen Ihre Prognosen für 2013 aus?

Für 2013 haben wir selbst noch keine Prognose veröffentlicht, deswegen kann ich dazu jetzt auch nichts Genaues sagen. Es gibt aber eine Analystenstudie von GBC Research, in der die Analysten eigene konkrete Prognosen für die nächsten Jahre geben. Klar ist, dass wir weiter wachsen wollen, sowohl beim Umsatz wie auch beim Ergebnis – darum machen wir ja auch diese Anleihe zur Wachstumsfinanzierung. Hinzu kommt die angestrebte Verbesserung der Margenqualität durch die Portfolioerweiterung, so dass wir unsere Ertragskraft noch zusätzlich stärken.

Herr Rockstädt-Mies, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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