»Kapital gibt dem Unternehmen die Kraft zu handeln.«

migme Limited CEO Steven Goh über Social Entertainment in Schwellenländer

Steven Goh

Steven Goh
CEO
migme Limited

steven.g(at)mig.me
http://company.mig.me

Headquarters
Level 26 – 01/02
111 North Bridge Rd
Peninsula Plaza, 179098
Singapur

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In unserem heutigen Interview sprechen wir mit Steven Goh, dem CEO der australischen migme Limited, über die Wachstumschancen von Social Entertainment in asiatischen Schwellenländern. Die Gesellschaft konnte bereits Foxconn aus China als Investor gewinnen und zählt Universal, Sony und Warner zu seinen Partnern.

Herr Goh, migme ist ein Unternehmen aus dem Bereich Social Entertainment in Asien (EX-China). Können Sie erklären, worin der Hauptunterschied zwischen asiatischen Unternehmen, wie MIG, Tencent, und deren US-amerikanischen Counterparts, wie Facebook und Twitter, liegt?

Die globalen Geschäfte vieler vergleichbarer US-amerikanischer Unternehmen, wie Facebook und Twitter, basieren auf einem Monetarisierungsmodell, das typisch für die reichen Industrieländer ist. Im Fokus steht dabei eine Werbeplattform, über die Erträge erzielt werden. Doch bei Unternehmen, wie migme und anderen asiatischen Unternehmen, wie Tencent und YY.com, liegt der Schwerpunkt auf einem Geschäftsmodell, dessen Erträge durch Premium-Aktivitäten, wie beispielsweise virtuelle Geschenke, Spiele und E-Commerce, generiert werden.

Warum arbeiten asiatische Social Network-Plattformen mit virtuellen Identitäten und nicht mit der realen Identität ihrer User?

Die asiatischen Social Media-Plattformen unterscheiden sich insofern stark von den US-amerikanischen & Europäischen, als dass die asiatischen Nutzer bei der Social Media-Kommunikation andere Schwerpunkte setzten, vor Allem aber bei Ihrer Identität. Hintergrund ist das die Gesellschaft sehr stark hierarchisch und religiös separiert ist. Ein Inder zum Beispiel der einer niederen Kaste angehört hat hier die Möglichkeit seiner realen Identität zu entfliehen. Kurioser weise haben 90% dieser Avatars blaue Augen und sind blond. Dies erleichtert dem User die Kontaktaufnahme von Fremden / Künstler und schafft eine "gefühlte" soziale Nähe. Dieses Erlebnis kann nur über die sozialen Medien entstehen. Eine weitere Eigenheit ist das typischerweise der User in Asien zu 90% für den Internetzugang das Mobiltelefon und nicht den PC nutzt.

Sprechen wir über Ihr Produktangebot. Welche Produkte bieten Sie an (z.B. Social Networking Services (SNS), Miniblogs für Künstler, virtuelle Geschenke und Online-Spiele) und welchen Nutzen haben diese Produkte?

Unser Hauptgeschäft ist migme (www.mig.me), das Chat, Entertainment und Microblogging-Dienste anbietet, um so neue User für eine dynamische, erfolgreiche und wachsende Wirtschaft mit virtuellen Gütern zur Monetarisierung zu werben.

migme hat mehr als 20 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAU); wie monetisieren Sie diese?

Die Monetarisierung erfolgt durch Einnahmen aus einem Virtuelle-Geschenk-Modell, das aus Geschenken, Spielen, Avatar-Items, Emoticons, Stickern und E-Commerce-Verkäufen besteht.

Schauen wir uns Ihre Zahlen für das Q2 an. Sie haben Einnahmen von 2,2 Mio. erzielt; das sind 95% mehr als im Q1. Wie gedenken Sie, Ihre Schätzung von 12 Mio. AUD für dieses Jahr und 35 Mio. AUD im nächsten Jahr zu erfüllen?

In den nächsten beiden Quartalen möchte migme die Qualität unserer Dienste, sowie Betriebsabläufe verbessern und die wachsende Nutzerzahl durch eine vereinfachte Zahlmethode zu vereinfachen. Wir möchten weitere Künstler und Medienpartner an Bord holen, indem wir relevanten Inhalt sowie positive Erlebnisse erzeugen, wodurch die Anzahl der monetisierenden Nutzer (MPU) sowie die Umsätze pro Nutzer (ARPU) gesteigert werden.

Im Vergleich zu Nordamerika und Europa sind die asiatischen Social Networking Services zu fast 100 Prozent mobil, statt desktopbasiert. In Anbetracht Ihrer Partnerschaft mit „Foxconn“ (hält 19,9% an MIG), wie wichtig ist es für das MAU-Wachstum, dass die MIG-App auf dem Mobiltelefon vorinstalliert ist?

Foxconn ist ein wertvoller strategischer Partner durch dessen Zusammenarbeit insbesondere auf der operativen Seite migme enorme Vorteile hat im Vertrieb. Insbesondere über die vorinstallierte App auf den Mobiltelefonen in den schnell wachsenden Märkten.

Wenn wir vom besten Fall ausgehen und uns MIG in 2-3 Jahren anschauen, wie ist Ihr Unternehmen Ihrer Meinung nach positioniert? Sowohl geographisch als auch hinsichtlich MPU/ARPPU, und wie sieht es im Vergleich zu Tencent aus?

Das, was Tencent in den vergangenen zehn Jahren erreicht hat, inspiriert uns sehr. Wir sind ungefähr so groß wie sie, als sie angefangen haben, und uns erwartet ein enormes Marktpotential in Südostasien (vor allem in Indien, Indonesien und den Philippinen); in diesen Ländern eröffnet sich das Potential gerade erst durch eine wachsende Durchdringung mit Mobiltelefonen und wachsende Mittelschicht.

Wenn wir uns Tencent, Weibo und ähnliche Unternehmen anschauen, können wir sehen, dass 10-15% der Aktionäre in Europa sitzen. Wie wichtig sind europäische Investoren für migme?

Wir finden, dass der australische Markt eine starke Investitionskultur besitzt, die auf der Idee fußt, auf Venture-Capital-Investitionen zu setzen. Es gab in der Vergangenheit nur wenige globale Investitionen in Technologiewerte; allerdings haben diese im vergangenen Jahr zugenommen. Dies wollen wir mithilfe der europäischen Investorenbasis angehen, denn dort kann man auf eine starke Vergangenheit der globalen Technologiewerte und Erfolgsgeschichten, wie die von Zalando in Deutschland, zurückblicken. Dies zeigt, dass es sich um einen entwickelten Finanzmarkt mit genauestem Verständnis der Möglichkeiten und des potentiell langfristigen Gewinns für Technologiewerte in aufstrebenden Märkten handelt.

Herr Goh, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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