»Kapital gibt dem Unternehmen die Kraft zu handeln.«

wallstreet:online AG CEO André Kolbinger über Wachstum und Expansion

André Kolbinger

André Kolbinger
CEO
wallstreet:online AG

Tel.: +49 (0) 30 20 456 500
presse(at)wallstreet-online.de
www.wallstreet-online.de

Weitere Interviews

23.05.2017 wallstreet:online AG CEO Andre Kolbinger zum starken Jahresbeginn
12.04.2017 Finanzcoach Niklas Horstmann über die Bedeutung einer zweiten Meinung
21.02.2017 Triumph Gold Corp Chairman John Anderson zum Goldvorkommen im Yukon und das Potenzial
24.11.2016 NanoFocus AG CTO Jürgen Valentin über Wachstumsschritt vom Technologie- zum Marktführer
16.11.2016 PV-Invest GmbH Gründer Günter Grabner zur Emission zweier Unternehmensanleihen
07.11.2016 Sanochemia AG Vorstand Dr. Stefan Welzig zur Refinanzierung der Unternehmensanleihe
22.09.2016 Pasinex Resources Ltd. CEO Steve Williams im Gespräch über Zink und Potenziale
26.08.2016 Michael F. Legnaro und Martin Sander, Geschäftsführer und Gründer der Agora Invest GmbH, über die Assetklasse Immobilien
29.07.2015

wallstreet-online.de ist mit 790.000 Unique Usern (AGOF 2015-3) Deutschlands führende Finanz-Community. Kein anderes Börsenportal verfügt über eine vergleichbare Vielzahl von Meinungen, Fakten, und Hintergrundinformationen zu einzelnen Aktien. Die Nutzer von wallstreet-online.de verfassen täglich bis zu 4.000 neue Beiträge in über 50 themenspezifischen Diskussionsforen. Aktuelle Finanznachrichten und Analysen renommierter Börsenexperten runden das Angebot ab und machen wallstreet-online.de zu einem umfassenden Informationsportal in allen Fragen zu Börse & Geldanlage.

Herr Kolbinger, für alle Leser, die Ihr Unternehmen noch nicht kennen: Bitte stellen Sie uns das Geschäftsmodell der wallstreet:online AG kurz etwas genauer vor.

Die Webseite www.wallstreet-online.de ist unser Kernprodukt. Die technische Umsetzung und viele Inhalte dafür realisieren wir mit eigenen Mitarbeitern für Programmierung, Produktentwicklung und Redaktion. Einnahmen generieren wir auf der Website überwiegend durch den Verkauf von Werbung. www.wallstreet-online.de gibt es seit 1998. Wir gehören mit monatlich ca. 790.000 Lesern zu den größten Finanzportalen in Deutschland.

Die Kompetenz, die wir in der Produktentwicklung und Programmierung besitzen, haben wir seit 2012 dazu genutzt, den neuen Geschäftsbereich „IT Dienstleistungen“ aufzubauen. Hier entwickeln und betreiben wir Finanzseiten für andere Finanzdienstleister. Einnahmen generieren wir durch das Setup für die Umsetzung der Seiten und daran anschließende monatliche Zahlungen für den Betrieb.

Trotz der mangelnden Aktienkultur in Deutschland scheint Ihr Unternehmen auf einem guten Weg zu sein. Den Umsatz konnten Sie seid 2012 um mehr als 20 Prozent steigern. Was sind aktuell Ihre Top-Umsatzbringer?

Etwa 70 Prozent unserer Umsätze erwirtschaften wir mit Werbung und ca. 20 Prozent mit der Erbringung von IT-Dienstleistungen für Finanzdienstleistungsunternehmen. Wir betreiben bspw. die Zertifikate Webseiten von Goldman Sachs und die Marktinformationsplattform von Lang & Schwarz. Sowohl im Bereich Werbung als auch bei den IT Dienstleistungen konnten wir in den letzten Jahren unsere Umsätze leicht steigern, trotz ungünstiger Marktbedingungen. Viele Werbekunden aus der Branche Finanzdienstleistungen sind mit ihren Ausgaben nach wie vor sehr zurückhaltend, da deren Kunden, die Privatinvestoren, ebenfalls vorsichtig agieren. Die Handelsvolumina an den Börsen verharren auf niedrigem Niveau, Privatinvestoren haben wenig Aktien-Interesse und auch die Anzahl von IPOs oder Listings ist recht gering.

wallstreet-online.de hebt sich u. a. durch seine Community von den Wettbewerbern ab. Dennoch haben sich bspw. finanzen.net und onvista.de in den vergangenen Jahren stärker entwickelt. Wie sieht Ihr Maßnahmenplan aus, um diesen Trend zu stoppen?

Wir haben in den vergangenen Jahren vor allem in den Bereich technische Dienstleistungen investiert, leider zu Lasten der Entwicklungsgeschwindigkeit unseres Kernprodukts www.wallstreet-online.de.

Finanzen.net konnte sich in den letzten Jahren hervorragend entwickeln, weil dort, umfangreich in gute Inhalte und Technologie investiert wurde. Wir haben das zu zaghaft getan. Das werden wir jetzt nachholen. Wir planen eine spürbare Aufstockung unserer Redaktion, damit wir in der Lage sind, deutlich mehr unique Inhalte zu produzieren.

Die gute Entwicklung von onvista.de sehe ich übrigens nicht. Während finanzen.net die Userzahl im Zeitraum März 2014 bis März 2015 um fast 50 Prozent auf monatlich 3,78 Mio. steigerte, ist bei onvista.de eher ein volatiler Seitwärtstrend im Bereich von 700.000 und 900.000 Usern erkennbar.

Nach einem kleinen Verlust für das Geschäftsjahr 2014 verlief das erste Quartal 2015 vielversprechend. Sind Sie optimistisch für 2015 und welche Umsatz- und Ergebnisplanungen haben sie für 2016 bzw. 2017?

Wir sind mit dem Verlauf im ersten Halbjahr 2015 insgesamt recht zufrieden. Zugunsten der geplanten Investitionen werden wir in den kommenden Monaten Abstriche in der Profitabilität machen müssen.

Doch bereits im kommenden Jahr soll sich der Aufwand auszahlen. Zumindest ein gleichbleibendes Börsenumfeld vorausgesetzt, kalkulieren wir für 2016 mit einem Anstieg des Umsatzes auf 2,87 Mio. Euro. Das Ergebnis erwarten wir deutlich positiv bei 317.000 Euro. 2017 rechnen wir mit einem zusätzlichen Umsatzwachstum auf 3,20 Mio. Euro und einem Gewinn von 592.000 Euro.

Wir hoffen natürlich, dass die deutschen Privatanleger in den kommenden Jahren wieder deutlich aktiver an der Börse werden. Sollte dieses Szenario eintreten, sind auch spürbar bessere Zahlen möglich. Wir würden dann den Gewinn überdurchschnittlich steigern können, da wir bei steigenden Umsätzen kaum steigende Kosten hätten.

Momentan notiert die Aktie bei 0,83 Euro, also viel Luft nach oben. Spekulationen über ein Delisting haben Sie mit der jüngsten Pressemitteilung aus dem Weg geräumt. Was macht Ihre Aktie auf dem aktuellen Niveau attraktiv für Anleger?

Die Möglichkeit eines Delistings haben wir tatsächlich geprüft, da die Kosten für die Börsennotiz bei uns jährlich im Bereich von 40.000 bis 50.000 Euro liegen. Für uns überwogen am Ende jedoch die langfristigen Vorteile. Mit einer langjährigen Präsenz am Kapitalmarkt können wir nachhaltiges Vertrauen zu Investoren aufbauen. In den kommenden Jahren könnten wir die Börsennotiz bspw. nutzen, um evtl. auch eine Expansion damit dynamischer voranzutreiben.

Unsere Aktie hat in den Vergangenen Jahren sicherlich stark darunter gelitten, dass wir wenig kommuniziert haben und einen Teil der Finanzmittel sogar im Zuge von Kapitalherabsetzungen ausgeschüttet haben. Wir sahen damals nicht die entsprechenden Wachstumsmöglichkeiten und haben uns daher eher für einen konservativen Weg entschieden.

In den kommenden Jahren wollen wir das Geschäft ausbauen und in unser Kernprodukt wallstreet-online.de investieren. Mit guten redaktionellen Inhalten soll unser Marktanteil merklich wachsen. Mittelfristig sollte dies in deutlich höheren Einnahmen bei überdurchschnittlich steigender Profitabilität münden.

Am 18. August 2015 findet die ordentliche Hauptversammlung in Berlin statt. Ein Tagesordnungspunkt wird die Abstimmung über eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 3:1 sein. Was ist das Ziel dieser Maßnahme?

Wir wollen damit in erster Linie die Kapitalmarktfähigkeit der Gesellschaft wieder herstellen, auch wenn wir keine direkten Kapitalmaßnahmen in Planung haben. Wir sehen uns langfristig an der Börse und möchten künftig die Möglichkeiten des Kapitalmarktes nutzen können. Zudem schaffen wir auf diesem Wege auch die technischen Voraussetzungen für mögliche spätere Dividendenzahlungen.

Auf wallstreet-online.de tummelt sich eine Vielzahl von börsenaffinen Usern. Sie als der Kopf von w:o – Glauben Sie an eine Renaissance der Deutschen Aktienkultur?

Ich hoffe es. Eine genauere Vorhersage würde jedoch dem Blick in die Glaskugel gleich kommen. Hier kommen einfach zu viele Faktoren zusammen. Aber auch ohne diese Entwicklung bin ich der Meinung, dass sich unser Geschäft weiter ausbauen lässt und eventuell auch neue Geschäftszweige erschlossen werden können.

Herr Kolbinger, vielen Dank für das Gespräch.

 

Kostenloser Newsletter - mit spannenden Hintergrundinformationen!

E-Mail*
* Ich habe die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese. Über das gesetzliche Widerrufsrecht gemäß der Widerrufsbelehrung bin ich informiert.