»Erfolg ist in den meisten Fällen vom Kapitaleinsatz abhängig.«

wallstreet:online AG Vorstand Stefan Zmojda über brummendes Geschäft und strategische Neuausrichtung

Stefan Zmojda

Stefan Zmojda
Vorstand
wallstreet:online AG

Tel.: +49 (0) 30 20 456 500
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www.wallstreet-online.de

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Die wallstreet:online AG aus Berlin ist quasi das Urgestein unter den deutschen Finanzportalen. Seit 1998 versorgt das Berliner Unternehmen den deutschsprachigen Raum mit Finanzinformationen. Vor allem aber auch die Community ist unter den mittlerweile monatlich 800.000 Unique Usern ein beliebtes Informationsmittel. Nach dem letzten Interview im Mai dieses Jahres hat sich das Geschäft noch besser als erwartet entwickelt. Die Jahresprognose musste jüngst das zweite Mal in Folge nach oben korrigiert werden. Ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch mit Vorstand Stefan Zmojda.

Herr Zmojda, das Geschäft scheint bei Ihnen zu brummen? Die kürzliche Prognoseanhebung ist ja der beste Beweis dafür. Kommt der Rückenwind nach wie vor zum größten Teil aus dem IR-Geschäft, oder gibt es weitere interessante Bereiche?

Das Geschäft hat nach unserem letzten Gespräch noch einmal deutlich an Fahrt zugelegt, da haben Sie Recht. Einen großen Anteil daran hat nach wie vor das IR-Geschäft. Hier konnten wir durch zusätzliche Produkte von der steigenden Nachfrage profitieren. Neben diesem Bereich registrieren wir aber auch steigende Buchungsvolumina aus der Fintech-Branche. Für diese Klientel haben wir ebenfalls neue Produkte entwickelt. So können wir den Kunden maßgeschneiderte Marketing-Produkte anbieten. Begleitet wird das Ganze durch solides Key-Account-Geschäft mit Fonds, Emittenten und Brokern.

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 22. August ist der Gründer und bisherige CEO, André Kolbinger, aus dem Vorstand ausgeschieden. Er hat nun den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen. Warum dieser Rückzug?

Wir sehen das nicht als Rückzug. Herr Kolbinger übernahm das Führungsruder am 1. Januar 2014, nachdem er das Portal 2010 von der Axel Springer AG zurückgekauft hatte. Als CEO hat er in den vergangenen Jahren die wallstreet:online AG entscheidend mitgeprägt. Er hinterlässt ein hochprofitables und gut strukturiertes Unternehmen. Der nun zweiköpfige Vorstand wird die Geschicke der wallstreet:online AG in diesem Sinne weiterführen. Zudem steht Herr Kolbinger als Aufsichtsrats-Vorsitzender auch in Zukunft in enger Verbindung mit unserem Unternehmen.

Bleiben wir beim Thema Hauptversammlung. Es wurde eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 5:2 beschlossen. Eine Kapitalherabsetzung haben Sie ja bereits des Öfteren durchgeführt. Dieses Mal schütten Sie im Rahmen dieser Maßnahme sogar noch 1,50 Euro pro neuer Aktie aus. Was hat die wallstreet:online AG zu diesem Schritt bewogen?

wallstreet:online konnte in den Geschäftsjahren 2015 und 2016 sowohl steigende Umsätze als auch höhere Gewinne verbuchen. Die Prognose sieht für das Geschäftsjahr 2017 ein noch viel stärkeres Umsatz- und Gewinnwachstum voraus. Von dieser Entwicklung können die Aktionäre nun über die Ausschüttung profitieren. Voraussichtlich mit Wirkung zum 22. September 2017 erfolgt die Umstellung der Notierung der Aktien der wallstreet:online AG im Verhältnis 5:2 an der Frankfurter Wertpapierbörse. Die weiteren Einzelheiten zur banktechnischen Umsetzung der Kapitalherabsetzung werden in den nächsten Tagen im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Die Ausschüttung erfolgt erst nach einer gesetzlich vorgegebenen Wartefrist von sechs Monaten nach Bekanntmachung der Eintragung ins Handelsregister.

Ein Blick in Ihre Hauptversammlungs-Unterlagen offenbart interessante strategische Neuigkeiten. Sie wollen weg vom Agentur-Geschäft, hin zum sogenannten Realtime-Bidding. Können Sie diesen Punkt genauer ausführen?

Das Agentur-Geschäft hat in den zurückliegenden Quartalen einen grundlegenden Wandel erfahren. Der Fokus verlagert sich immer mehr auf den programmatischen Einkauf, wobei die Kunden sich verstärkt auf sogenannte Realtime-Bidding Lösungen konzentrieren. In diesem Bereich ist die wallstreet:online AG bereits mit drei privaten Marktplätzen im Premium-Pubisher-Segment sehr erfolgreich aktiv. Darüber treten wir in direkten Kontakt mit neuen Partnern und Netzwerken, was sich positiv auf die Vermarktungspreise auswirkt.

Aufhorchen lässt auch die Aussage von Herrn Kolbinger, dass wallstreet:online sich den Wandel weg vom zyklischen Werbegeschäft hin zum Transaktionsgeschäft, u. a. über Social Trading, auf die Fahne geschrieben hat. Wie wollen Sie das Schaffen?

Wir möchten diesen Schwenk vollziehen - Das ist richtig. Schauen Sie sich die Fintech-Branche an. Dieser Bereich ist keine Eintagsfliege mehr, sondern ein Megatrend, in den seit geraumer Zeit viel Kapital fließt. Die stark steigende Werbenachfrage auf unserem Portal durch Fintech-Unternehmen zeigt, dass unsere User die richtige Zielgruppe für dieses Thema sind. Hier bietet sich bei monatlich 800.000 Unique Usern immenses Potenzial für transaktionsgetriebenes Geschäft. Davon wollen wir in Zukunft profitieren und Partnerschaften schließen bei denen wir an den Transaktionen unserer Leser langfristig mitverdienen. Wir befinden uns dazu in verschiedenen Gesprächen und werden noch in diesem Jahr konkrete Pläne bekanntgeben.

Zum Abschluss sind wir natürlich noch gespannt, was Sie zu den Aussichten 2018 sagen.

Ich bitte um Verständnis, dass es dafür aktuell noch etwas zu früh ist. Eine detaillierte Prognose für das kommende Jahr werden wir zu gegebener Zeit veröffentlichen. Wir sind jedoch anhand der bisherigen Entwicklung 2017 durchaus auch positiv für 2018 gestimmt, ein freundliches Börsenklima vorausgesetzt.

Herr Zmojda, wir bedanken uns für das Gespräch.

 

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