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05.06.2019 | 14:28

FED - Alternativlose Rückkehr zu extrem niedrigen Zinssätzen

  • Zinsen
  • FED
Bildquelle: pixabay.com

Der derzeitige Wirtschaftsboom, der uns global als solcher verkauft wird, basiert stark auf Krediten. Das ist einfach eine Tatsache. Dies liegt daran, dass die Zentralbanken im heutigen Fiat-Money-Regime in enger Zusammenarbeit mit den Geschäftsbanken die Geldmenge durch die Gewährung von Krediten erhöhen - Kredite, die nicht durch „echte Ersparnisse“ abgesichert sind. Die künstliche Erhöhung des Kreditangebots drückt die Marktzinsen nach unten, d.h. unter das Niveau, das vorherrschen würde, wenn das Angebot an Bankkrediten nicht künstlich erhöht worden wäre.

Lesezeit: ca. 1 Minuten. | Autor: Sven Kleinhans
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Der Autor

Der Boom setzt ein

Infolgedessen sinken die Einsparungen, der Verbrauch steigt und die Investitionen nehmen zu, und ein „Boom“ setzt ein. Ein solcher Boom kann jedoch nicht unendlich dauern, denn die Fortsetzung beruht darauf, dass immer mehr Kredite zu immer niedrigeren Zinssätzen in das System eingespeist werden, die vergangenen zehn Jahre sind dafür ein gutes Beispiel. Die Zinssenkung der Fed und die geldpolitische Expansion in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 haben der Bankenbranche geholfen, wieder mehr Kredite aufzunehmen.

Der Optimismus ist groß

Der US-Notenbank FED ist es gelungen, das „Inflationsregime für Vermögenspreise“ wiederherzustellen. Im Dezember 2015 beschlossen die geldpolitischen Entscheidungsträger in Washington D.C. jedoch, den Punch Bowl wegzunehmen, indem sie damit begannen, die Zinssätze anzuheben. Bis Dezember 2018 hatte die FED die Federal Funds Rate auf eine Bandbreite zwischen 2,25 und 2,5% zurückgefahren. Wohin soll es von hier aus gehen?

Politik der Zinssenkung

Die FED hat kürzlich signalisiert, dass sie bei weiteren Zinsentscheidungen eine Pause einlegen will. Die Finanzmärkte haben jedoch ihre eigene Meinung: Sie scheinen zu erwarten, dass der Konjunkturzyklus der FED bereits vorüber ist und die Zentralbank die Zinsen früher oder später wieder senken wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Erwartung als richtig herausstellt, ist recht hoch. Da die Fed den Boom fortsetzen möchte, bleibt ihr nichts anderes übrig, als zur Politik der Zinssenkung zurückzukehren.

Furchtloser Optimismus

Die Finanzmärkte sind optimistisch, dass es der FED gelingen wird, zu verhindern, dass der Boom zu einer weiteren Pleite wird. Wenn die Zentralbank die Marktzinssätze wirksam unter Kontrolle hält, kann der Boom durchaus etwas länger andauern, da typischerweise ein Anstieg der Marktzinssätze und/oder eine Beschränkung der Kreditvergabe erforderlich sind, um den Boom in eine Pleite zu verwandeln. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die Anleger sich keine Gedanken darüber machen, dass etwas furchtbar schief gehen könnte. Dass dieser grundlose Optimismus uns früher oder später in das Verderben führen muss, wird einfach ausgeblendet. Es ist schon länger an der Zeit sich darüber entsprechende Gedanken zu machen!
(SK)


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