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09.04.2026 | 05:20

631 Milliarden Markt – Mit Rheinmetall, NEO Battery Materials und BYD an der Spitze des Batteriebooms

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Die globale Energiewende hat einen stillen, aber mächtigen Treiber: die Batterie. Nicht länger bloßer Speicher, sondern strategisches Herzstück von Mobilität, Rüstung und Netzstabilität. 2026 verschärfen sich geopolitische Rohstoffkonflikte, während Festkörper- und Natrium-Ionen-Zellen die Technologie neu definieren. Wer jetzt die richtigen Hebel bedient, sichert sich Vorteile in einer Branche, die bis 2035 auf über 630 Milliarden USD anwächst. Doch nicht alle Akteure werden gleich profitieren, entscheidend sind Durchsetzungskraft, Materialinnovation und Skalierungsgeschwindigkeit. Genau diese drei Eigenschaften verkörpern die folgenden Unternehmen: Rheinmetall, NEO Battery Materials und BYD.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , NEO BATTERY MATERIALS LTD | CA62908A1003 | TSXV: NBM , OTC: NBMFF , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall - zwischen Megadeals und Kommunikationspanne

    Die Düsseldorfer haben sich mit Boeing Australia zusammengetan, um der Bundeswehr bis 2029 die Kampfdrohne MQ-28 Ghost Bat zu liefern. Als Systemintegrator vor Ort winkt Rheinmetall ein Umsatzpotenzial im hohen dreistelligen Millionenbereich. Das autonome System gilt als erprobt, über 150 Flüge absolvierte der Ghost Bat bereits. Für die Luftwaffe wäre es ein Technologiesprung bei Aufklärung und elektronischer Kriegsführung. Verteidigungsminister Pistorius bezeichnete die Drohne als "sehr ernst zu nehmenden Wettbewerber". Parallel dazu buhlt auch Airbus mit einer eigenen Lösung um den Zuschlag, der Wettbewerb um die milliardenschwere Ausschreibung läuft auf Hochtouren.

    Der operative Motor von Rheinmetall läuft auf Hochtouren. Der Auftragsbestand liegt bei fast 64 Mrd. EUR, bis Jahresende soll er sich auf über 135 Mrd. EUR mehr als verdoppeln. CEO Papperger peilt für 2026 ein Umsatzplus von 40 - 45 % an, die operative Marge soll auf rund 19 % steigen. Doch ein Interview mit "The Atlantic" brachte heftigen Gegenwind. Papperger verglich die ukrainische Drohnenproduktion mit "Lego spielen" und "Hausfrauen mit 3D-Druckern in Küchen". Die Empörung war vorhersehbar, das Unternehmen musste öffentlich relativieren. Es war ein unnötiger Stolperer, der das Bild des vertrauenswürdigen Partners trübt.

    Trotz der Kommunikationspanne arbeiten die Rheinmetall-Strategen an der Zukunft. Mit Indra aus Spanien soll noch 2026 ein Joint Venture für bis zu 3.000 Militär-Lkw gegründet werden, ein Milliardengeschäft. Der Verkauf der Autozuliefersparte steht ebenfalls an, dann wäre der Konzern reiner Rüstungsspieler. Aktionäre dürfen sich über eine Dividende von 11,50 EUR freuen, der Ex-Tag ist Mitte Mai. Analysten sind uneins. Goldman und J.P. Morgan sehen Kurspotenzial von über 40 %. Die Citigroup dagegen startete mit Neutral und warnt vor normalisierender Munitionsnachfrage. Die Quartalszahlen am 7. Mai bringen wohl die nächste Richtungsentscheidung. Derzeit ist die Aktie für 1.572,20 EUR zu haben.

    NEO Battery Materials - Militärverträge und Produktionsstart

    Die vergangenen Wochen zeigen, wie ernst es NEO Battery Materials (NEO) mit der Verteidigungssparte meint. Nach der Berufung des pensionierten Vier-Sterne-Generals Chang-Jun Ko in den Aufsichtsrat folgte im März eine Absichtserklärung mit der Association of the Republic of Korea Army (AROKA). Anfang April legte das Unternehmen mit einer direkten Kooperation mit der 12. Infanteriedivision nahe der entmilitarisierten Zone nach. In Feldtests verdoppelten NEOs Silizium-Anoden-Zellen die Flugzeit einer Aufklärungsdrohne im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz, ein Plus von 98 %. Die Ladezeiten sanken um die Hälfte. Für Investoren bedeutet das, dass ein handfester Nachweis der technologischen Überlegenheit in einem sicherheitspolitisch priorisierten Markt existiert.

    Parallel dazu treibt NEO den Bau einer eigenen Produktionsstätte in Südkorea voran. Auf 3,2 ha entstehen Kapazitäten für jährlich 500 Megawattstunden. Das reicht, um rund 66.000 kleine Aufklärungsdrohnen oder 315.000 sogenannte Loitering Munitions zu versorgen. Das Unternehmen bezieht Rohstoffe komplett außerhalb Chinas. Das könnte sich auf lange Sicht als echter Wettbewerbsvorteil erweisen. Das passt zu den neuen US-Beschaffungsrichtlinien, die chinesische Batterien aus der Verteidigung verbannen. CEO Spencer Huh warnt vor einem globalen Versorgungsdefizit und genau hier setzt NEO mit koreanisch gefertigten Zellen an. Das Team arbeitet fokussiert an der termingerechten Fertigstellung der Anlage bis zum vierten Quartal 2026.

    Zwar steht die operative Gewinnschwelle noch aus, doch die Weichen für erste Erlöse sind gestellt. Mehrere Abnahmevereinbarungen mit Drohnen- und Robotikherstellern liegen vor, darunter ein Auftrag über 4,5 Mio. CAD aus September 2025. Außerdem setzen zwei Fortune 500 Automobilunternehmen auf die Batterien von NEO. Die Kombination aus technologischer Überlegenheit und militärischer Einbindung verschafft dem Unternehmen ein klares Alleinstellungsmerkmal. Analysten sehen in der aktuellen Bewertung Luft nach oben. Für Investoren mit längerem Atem bietet sich die Chance, frühzeitig von einem Nischenanbieter zu profitieren, der geopolitische Trends geschickt nutzt. Der nächste große Meilenstein folgt am 26. Juni mit den Quartalszahlen. Aktuell notiert die Aktie bei 0,55 CAD.

    BYD – mit neuer Blade Batterie

    Lange galt BYD als der größte Herausforderer von Tesla. Doch die Jahreswende 2025/26 hat den chinesischen Elektroautobauer gespalten. Im Inland bröckeln die Verkaufsrekorde, während die Exportmaschine auf Hochtouren läuft. Die Absatzzahlen des 1. Quartals 2026 zeigen insgesamt rund 700.000 Fahrzeuge, ein Rückgang von 30 %. Der März brachte zwar mit gut 300.000 Einheiten eine Erholung, doch im Vorjahresvergleich fehlen immer noch 20 %. Es ist bereits der siebte Monat in Folge mit sinkenden Jahresvergleichszahlen. Diese Schere zwischen heimischer Schwäche und internationaler Stärke wird zum entscheidenden Thema für Investoren.

    Der von BYD selbst entfachte Preiskampf und das Auslaufen der staatlichen Kaufprämien Ende 2025 setzen dem Unternehmen massiv zu. Der Marktanteil in China sackte auf nur noch 7,1 % ab, hinter Volkswagen, Geely und Toyota. Umso verblüffender fällt der Blick auf die Exporte. Sie explodieren regelrecht. Im März verschiffte BYD über 120.000 Fahrzeuge ins Ausland, ein Plus von 65 %. Damit liegt der Auslandsanteil an den Gesamtverkäufen bei rund 40 %. Das Exportziel für 2026 wurde daraufhin auf 1,5 Mio. Einheiten angehoben. Die Frage ist nur, ob das Ausland den Heimatschwund dauerhaft kompensieren kann.

    Mit der zweiten Generation der Blade-Batterie und einer Ladezeit von 5 min auf 70 % besitzt BYD echte technologische Vorsprünge. Doch der Weg in die globale Spitzengruppe ist holprig. In Brasilien landete der Konzern wegen Arbeitsrechtsverstößen auf der schwarzen Liste. In Japan benachteiligen die heimischen Subventionen BYD-Modelle massiv gegenüber Toyota. Zudem bleiben die US- und kanadischen Märkte durch Quoten und Zölle schwer zugänglich. Hinzu kommen ungewisse Fortschritte bei geplanten Werken in Europa und Mexiko. Ob die technische Überlegenheit am Ende die strukturellen Hürden überwindet, bleibt offen. Momentan kostet eine Aktie 11,63 EUR.


    Der 631-Milliarden-Markt für Batterien bleibt ein Schlachtfeld geopolitischer und technologischer Kräfte. Rheinmetall trotzt seiner Kommunikationspanne mit Rekordaufträgen und dem profitablen Ausstieg aus der Autoindustrie, bleibt aber zyklischen Risiken ausgesetzt. NEO Battery Materials liefert mit Militärkooperationen und eigener Produktion in Südkorea den Beweis technologischer Überlegenheit abseits chinesischer Lieferketten. BYD kämpft mit einbrechenden Inlandsverkäufen und Handelsbarrieren, während die überlegene Blade-Batterie allein die globale Expansion retten soll. Entscheidend wird sein, wer Skalierung, Innovation und Durchsetzungskraft am besten vereint.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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