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08.04.2026 | 05:30

Von der Pipeline-Inspektion über Rüstungsaufträge bis zur Drohnenabwehr: Warum Volatus Aerospace unterbewertet ist

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Bildquelle: pixabay.com

Manche Aktien haben zwei Gesichter. Bei Volatus Aerospace ist das kein Nachteil, sondern das Geschäftsmodell. Das kanadische Unternehmen fährt auf zwei Motoren, einem kommerziellen Servicebetrieb mit stabilen, wiederkehrenden Einnahmen aus Energie- und Infrastrukturinspektionen und einem wachsenden Verteidigungsarm, der von NATO-Aufträgen und der neuen kanadischen Rüstungsstrategie profitiert. Während viele Drohnenfirmen entweder nur Hardware verkaufen oder nur Dienstleistungen anbieten, hat Volatus beides unter einem Dach vereint. Und das mit einem entscheidenden Vorteil: Die NATO sitzt mit im Cockpit.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF

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Inhaltsverzeichnis:


    Die Strategie von Volatus Aerospace

    Wer Volatus Aerospace nur als Drohnenverkäufer sieht, übersieht die Strategie. Das Unternehmen ist aus der Fusion mit Drone Delivery Canada 2024 hervorgegangen und hat seither 19 Firmen integriert, darunter den britischen Hersteller Caliburn mit seinen Langstreckenplattformen V100, V200 und V300 sowie zuletzt die restlichen Anteile an Synergy Aviation. Entstanden ist eine Plattform, die bemannte und unbemannte Flüge, eigene Fertigung in Mirabel (Québec), eine Autonomie-Software und ein zentrales Operations Control Center in Vaughan vereint. Von dort lassen sich Missionen weltweit steuern, vorausgesetzt, die lokalen Behörden stimmen zu.

    Motor 1: Kommerzielles Standbein mit globalem Training

    Das stabile Fundament liefern die Dienstleistungen. 2025 steuerten die Services 17,9 Mio. CAD zum Umsatz bei, vor allem Inspektionen von Pipelines mit inzwischen über 75.000 Flugstunden und Stromnetzen. Ein Multi-Jahresvertrag mit einem großen nordamerikanischen Stromnetzbetreiber läuft bis 2028. Dazu kommt ein Offshore-Wind-Pilotprojekt mit schweren Lastdrohnen bis 100 kg, das bei erfolgreichem Rollout jährlich rund 20 Mio. USD bringen könnte.

    Parallel baut Volatus sein Trainingsgeschäft aus. Ende März 2026 wurde eine strategische Partnerschaft mit der University of Technology, Jamaica geschlossen. Das Programm konzentriert sich auf Katastrophenschutz und beginnt mit einem online zugänglichen Kurs, gefolgt von praktischen Übungen auf dem Campus in Kingston. Die Teilnehmer werden auf Einsätze wie Notfallbewältigung, Schadensbegutachtung und Missionsplanung vorbereitet. Das Unternehmen hat bereits über 100.000 Personen weltweit geschult.

    Motor 2: NATO als Turbo

    Die Verteidigungssparte wuchs 2025 um 106 % auf 16,3 Mio. CAD. Europa und Großbritannien legten um 150 % zu. Ein NATO-Vertrag über bis zu 9 Mio. CAD für ein ISR-Trainingssystem wurde im Dezember unterzeichnet. Im Februar 2026 folgte ein weiterer Auftrag eines NATO-Partners für Drohnentraining in extremen Umgebungen.

    Die strategische Ausrichtung auf das Bündnis wurde im März durch eine Personalie unterstrichen. Mit der Berufung von Major General Gary Deakin (CBE) in den Advisory Board holt sich Volatus einen ehemaligen britischen Armee- und NATO-Senior Leader. Deakin war über drei Jahrzehnte in der britischen Armee und bei NATO im Einsatz, unter anderem als Chief of Staff in NATO-Kommandostrukturen. Er ergänzt ein bestehendes Gremium mit hochrangigen kanadischen Militärs, darunter der frühere Kommandeur der kanadischen Armee und ein ehemaliger Deputy Commander von NORAD.

    Neue Partnerschaft für Abfangdrohnen

    Ebenfalls Ende März unterzeichnete Volatus ein Memorandum of Understanding mit Sentinel R&D Inc., einem kanadischen Spezialisten für fortschrittliche Composite-Drohnenstrukturen. Ziel ist die Entwicklung einer kanadischen Interceptor-UAV-Plattform, also einer Abfangdrohne. Sentinel bringt Airframe-Engineering und Composite-Fertigung ein, Volatus die Systemintegration, Autonomie-Software, Tests und Kommerzialisierung. Die Zusammenarbeit soll die heimische Produktionskapazität für unbemannte Systeme stärken und passt perfekt in die nationale Verteidigungsstrategie.

    Der Heimatmarkt zieht nach

    Kanada hat Ende 2025 seine Defence Industrial Strategy vorgelegt. Insgesamt sollen 81,8 Mrd. CAD in den Rüstungsbereich fließen. Die neue Beschaffungsagentur hat die Vorgabe 70 % dieser Ausgaben an heimische Firmen zu vergeben. Unbemannte und autonome Systeme wurden offiziell als „souveräne Kernfähigkeiten“ eingestuft. Das Borealis-Programm des Verteidigungsministeriums will langfristig bis zu 10.000 Drohnen pro Monat von drei Anbietern einkaufen. Volatus hat Phase 1 erreicht.

    Die USA haben im April 2026 ein Rekord-Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen USD vorgelegt, davon schätzen Analysten entfallen rund 63 Mrd. USD auf unbemannte Systeme, ein massiver Anstieg gegenüber 10 Mrd. USD im Vorjahr. Volatus ist als NATO-Partner und mit seiner „Made in Canada“-Fertigung gut positioniert, um indirekt zu profitieren.

    Technologie und Förderung

    Das Unternehmen besitzt ein robustes Patentportfolio, das zentrale Systemarchitekturen und Betriebsmethoden abdeckt. Dazu kommt eine proprietäre Autonomieplattform, die auch ohne GPS auskommt. Im März wurde zudem SKYDRA™ gelauncht, die erste SaaS-Plattform des Unternehmens für Drohnenabwehr. Sie läuft cloudbasiert und zielt auf wiederkehrende Software-Erlöse mit Margen von 80 - 85 % ab.

    Ebenfalls im März erhielt Volatus eine Förderung von bis zu 320.000 CAD vom National Research Council of Canada Industrial Research Assistance Program (NRC-IRAP). Das Geld fließt in die Entwicklung des Condor XL, einem Schwerlast-Drohnensystem für Logistik, Infrastrukturunterstützung und Notfalleinsätze. Gefördert werden Avionik-Architektur, Autonomie-Integration und Flugvalidierung. Das Projekt läuft bis Anfang 2027.

    Finanzielle Hausaufgaben gemacht

    Die Bilanz wurde 2025 transformiert. Der Cashbestand stieg von 1,6 Mio. auf 41,1 Mio. CAD. Das Working Capital verbesserte sich von einem Defizit von 8,4 Mio. CAD auf einen Überschuss von 36,5 Mio. CAD. Das Gesamtvermögen wuchs um 60 % auf 92,7 Millionen CAD. Gleichzeitig sank der EBITDA-Verlust um 25 %.

    Die Bewertungsfrage

    Die Analysten sehen signifikantes Potenzial. Ventum Capital Markets nennt ein Kursziel von 0,95 CAD. Haywood geht von 1,00 CAD aus. Desjardins liegt mit einer Spanne von 1,10 bis 1,25 CAD höher. Die Maxim Group setzt mit 1,25 CAD das ambitionierteste Ziel, während Stifel mit 0,85 CAD am vorsichtigsten bleibt. Die Bewertungslücke zu US-amerikanischen Peers im Verteidigungsdrohnen-Segment bleibt auffällig groß.

    Aktuell notiert die Aktie bei 0,73 CAD.

    Chart Volatus Aerospace, Stand 06.04.2026, Quelle: Refinitiv

    Volatus Aerospace hat sich mehrere Standbeine geschaffen, kommerzielle Services mit planbaren Einnahmen sowie NATO-Aufträge und Kanadas neue Verteidigungsstrategie als Wachstumsbooster. Die jüngsten Nachrichten aus März, die Sentinel-Partnerschaft, Jamaica-Training, Berufung eines NATO-Generals und nicht-verwässernde Förderung – zeigen systematischen Ausbau. Die Bilanz ist sauber, die Technologie proprietär. Wer auf die Schnittstelle von ziviler Luftfahrt, autonomen Systemen und NATO-Allianz setzt, findet hier ein strukturelles Investment.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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