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16.10.2026 | 05:26

B2Gold, Barrick Mining und Desert Gold: Goldrausch trotz geopolitischer Hürden

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  • Mali
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Bildquelle: Nano Banana KI

Gold aus Mali boomt: Laut Daten des Bergbauministeriums, über die Reuters berichtete, stieg die industrielle Goldförderung im ersten Halbjahr 2026 um rund 30 % auf 23,5 t und übertraf damit die Prognose der Regierung – trotz schwieriger Logistik und geopolitischer Spannungen. Während die großen Goldunternehmen, die oft ebenfalls Projekte in Mali haben, mit der Regierung verhandeln und strategische Entscheidungen treffen, treibt ein wendiges Explorationsunternehmen in der unmittelbaren Nachbarschaft sein riesiges Projekt voran. Wir beleuchten die Situation in Mali und erklären, wie Desert Gold mit seiner SMSZ-Liegenschaft die letzten Schritte zur Produktion geht.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: Desert Gold Ventures Inc | CA25039N4084 , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080

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B2Gold: Expansion für langfristige Dominanz

Mit dem Fekola-Komplex zementiert B2Gold seine unangefochtene Spitzenposition in Mali. Die Mine lieferte im ersten Halbjahr 2026 herausragende 8,85 t Gold und dominiert damit das nationale Fördervolumen. Um diese Vormachtstellung über das Ende der Hauptgrube hinaus zu behaupten, forciert das Management das regionale Wachstum. Im August 2026 erteilte die malische Regierung die endgültige Abbaugenehmigung für das Menankoto-Projekt. Nach mehr als einem Jahr Verhandlungen akzeptierte B2Gold dabei den neuen staatlichen Anteil von 35 % und vermied so einen offenen Rechtsstreit, wie ihn Barrick führte. B2Gold integriert künftig hochgradige Erze in die bestehende Mühle. Ab 2028 soll Fekola Regional laut B2Gold mehr als 150.000 Unzen pro Jahr beitragen, die Lebensdauer des Komplexes reicht damit voraussichtlich bis Ende der 2030er Jahre.

Barrick Mining: Produktion im Dauer-Stresstest

Barrick Mining hat einen jahrelangen Stresstest hinter sich: Im Streit um den neuen Minencode verlor der Konzern 2025 zeitweise die Kontrolle über Loulo-Gounkoto. Im November 2025 legte Barrick den Konflikt mit einer Zahlung von rund 430 Mio. USD bei und zog seine Schiedsklage zurück. 2026 lieferte der Komplex im ersten Halbjahr bereits 6,9 t Gold – mehr als im gesamten Vorjahr – und bleibt damit ein essenzieller Pfeiler der malischen Exportwirtschaft. Ende September 2026 verhinderte das Management in letzter Minute einen Streik lokaler Gewerkschaften durch einen neuen Tarifvertrag. Dass Barrick trotz dieser Belastungen an der Mine festhält, unterstreicht die Bedeutung der Senegal-Mali-Scherzone für die Branche.

Desert Gold: Pilotanlage für die riesige SMSZ-Liegenschaft

Unweit der großen Produzenten macht Desert Gold aktuell große Fortschritte. Das Unternehmen kontrolliert mit SMSZ ein riesiges Grundstückspaket, das 38 km der hochproduktiven Senegal-Mali-Scherzone abdeckt. Bisherige Bohrprogramme definierten dort eine Ressource von rund 1,2 Mio. Unzen Gold, davon 336.800 Unzen in den belastbareren Kategorien. Seit April 2026 läuft ein weiteres Programm mit 4.250 m Reverse-Circulation-Bohrungen. Anstatt im schwierigen Marktumfeld rund 20 Mio. USD Eigenkapital auf einen Schlag für die größere Ausbaustufe einzuwerben, wählt Desert Gold einen pragmatischen Starter-Ansatz. Eine modulare Verarbeitungsanlage für 200 t Gestein pro Tag wurde mitsamt Generator auf das Gelände der Barani-Mine geliefert. Laut Mitteilung vom 16. September soll die Inbetriebnahme bis Ende Oktober abgeschlossen sein, Hochfahren und erste Verarbeitung folgen im November. Das erste Gold strebt Desert Gold für das vierte Quartal an. Verzögerungen bei der Seefracht und Treibstoffengpässe vor Ort erzwangen zuvor eine Verschiebung des Zeitplans. Die Anlage trennt das Gold per Schwerkraft ohne Zyanid aus dem oxidierten Gestein und liefert reale Daten zu Gewinnungsraten. Der erzeugte Cashflow soll das Eigenkapitalrisiko senken und das Unternehmen in einen Produzenten transformieren.

Volatiler Verlauf, während die Barani-Anlage auf die Inbetriebnahme zusteuert.

Desert Gold: Die weitaus größeren Pläne für noch mehr Wachstum

Trotz des Fokus auf die kompakte Barani-Anlage bestehen noch immer die weitaus größeren Pläne Desert Golds für seine SMSZ-Liegenschaft. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) vom November 2025 evaluiert langfristig eine Erweiterung auf 1.200 t pro Tag unter Einsatz der Carbon-in-Leach-Technologie, die jährlich über 11.000 Unzen Gold produzieren soll. Bei einem moderat angesetzten Goldpreis von 2.850 USD berechnet die Studie einen Nach-Steuer-Kapitalwert von 61 Mio. USD und eine interne Verzinsung von 57 %. Die erste Ausbaustufe finanzierte Desert Gold im Februar 2026 mit einer Kapitalerhöhung über rund 7,18 Mio. CAD; weitere Verwässerung soll der Cashflow aus der Anlage vermeiden. Die Aufbereitungsrückstände (Tailings) der Gravitationsanlage legt das Team auf Halde, um sie später in einer möglichen CIL-Erweiterung weiterzuverarbeiten. Gelingt der Produktionsstart, dürfte Desert Gold unweigerlich in den Fokus der Branchengrößen rücken.

Desert Gold: Optimistische Analysten und ein erstes Fazit

Viele Beobachter und Investoren fragen sich nun, ob der erste Goldfluss die größeren Pläne finanzieren kann. Analysten der GBC AG stufen Desert Gold mit einem Kursziel von 0,93 CAD ein und betrachten den Produktionsübergang als Bewertungskatalysator. Gewisse Risiken bleiben jedoch bestehen. Bedrohungen durch terroristische Gruppen und Blockaden des Dakar-Bamako-Korridors gefährden kontinuierlich die Treibstoffversorgung und Logistikketten in der Region. Der Erfolg von Desert Gold hängt nun davon ab, Hürden im Ramp-up zu umschiffen und die prognostizierten Durchsatzraten im vierten Quartal stabil zu erreichen. Liefert die Anlage die erhofften Resultate, beweist das Unternehmen, dass Pragmatismus in Mali einen zusätzlichen Hebel auf die ohnehin schon exzellente Geologie bietet. Desert Gold befindet sich aktuell in einer spannenden Phase – erfahrene Anleger setzen den Wert auf die Watchlist.

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Der Autor

Nico Popp

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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