08.10.2026 | 05:00
ExxonMobil, Shell und Zefiro Methane: EU erwägt Aufschub der Methanregeln – US-Bohrlochsanierung wächst unabhängig davon
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane.
Die EU-Kommission will die geplanten Methan-Nachweispflichten für Öl- und Gasimporte um ein Jahr verschieben. Mitgliedstaaten und EU-Parlament müssen dem noch zustimmen. Unabhängig davon wächst in den USA der Markt für die Sanierung alter Bohrlöcher. Spezialisierte Dienstleister verschließen marode Förderquellen, finanziert vor allem durch staatliche Programme. Dabei ist die Regulatorik längst nicht der einzige Treiber: Aus unzähligen verwaisten Bohrlöchern entweicht kontinuierlich Gas und schafft vor Ort Handlungsdruck. Wir erklären die Situation und stellen Profiteure vor.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | Cboe: ZEFI , EXXON MOBIL CORP. | US30231G1022 , Shell PLC | GB00BP6MXD84
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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ExxonMobil: Widerstand gegen Europas Importregeln
Der US-Konzern ExxonMobil wehrt sich vehement gegen die Regulierung aus Brüssel. Bereits im Februar 2026 warnte Matt Crocker, Präsident der Sparte Product Solutions, laut Bloomberg vor gravierenden Verwerfungen für den europäischen Kontinent. Nach Berechnungen von ExxonMobil würden rund 80 % der aktuellen EU-Rohölimporte ab 2027 die europäischen Kriterien verfehlen. Europäischen Raffinerien drohen dadurch laut ExxonMobil zusätzliche Ölkosten von rund 13 % oder etwa 9 USD pro Barrel. Auch die US-Regierung erhöhte den Druck: Energieminister Chris Wright drohte damit, Flüssiggas in Märkte ohne vergleichbare Auflagen umzuleiten. Auf dem Heimatmarkt verfolgt ExxonMobil eigene Reduktionsziele. Bis 2030 sollen die Scope-1- und Scope-2-Emissionen der selbst betriebenen unkonventionellen Anlagen im Permian Basin auf netto null sinken. Die Überwachung bündelt der Konzern im Betriebszentrum Vantage. Den Dokumentationszwang aus Europa lehnt das Management jedoch ab.
Shell: Pragmatismus statt Konfrontation
Anders geht Shell vor. Der britische Konzern trägt die regulatorische Stoßrichtung der EU grundsätzlich mit. Als Gründungsmitglied der Oil and Gas Methane Partnership 2.0 hat sich Shell verpflichtet, Methanemissionen auch für nicht selbst betriebene Beteiligungen offenzulegen. Die Überwachung von Emissionen ist längst fester Bestandteil der eigenen Prozesse. Bei Anlagen unter eigener operativer Kontrolle senkte Shell die gemeldeten Methanemissionen zwischen 2016 und 2025 um 78 % auf 31.000 t. Zudem beendete der Konzern im Januar 2025 das routinemäßige Abfackeln in seinen Upstream-Anlagen, fünf Jahre vor der Frist der Weltbank-Initiative „Zero Routine Flaring“.
Zefiro Methane: Sanierungsgeschäft nimmt Fahrt auf
Weitgehend unabhängig von den Entwicklungen in Brüssel treibt Zefiro Methane die Sanierung verwaister Bohrungen in den USA voran. Wie groß das Problem ist, zeigt eine Studie des Institute for Energy Economics and Financial Analysis (IEEFA) von Analyst Trey Cowan am Beispiel New Mexico. Dort hat sich die Zahl der Bohrlöcher, die jährlich neu in den inaktiven Status fallen, zwischen 2016 und 2025 vervierfacht. Umweltgruppen beziffern den Bestand illegal inaktiver Bohrlöcher im Bundesstaat auf rund 3.300. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Kosten für den Verschluss eines Bohrlochs von rund 50.000 USD vor 2021 auf etwa 250.000 USD im Jahr 2026. In diesem Umfeld positioniert sich Zefiro als spezialisierter Dienstleister.

Am 30. September 2026 meldete das Unternehmen den Abschluss seines zweiten Projekts im Cuyahoga-Valley-Nationalpark in Ohio: Die Tochtergesellschaft Plants & Goodwin verschloss dort zwei Öl- und Gasbohrlöcher dauerhaft. Zusätzlich kann Zefiro Bohrlochsanierungen über handelbare Emissionsgutschriften nach der Methodik des American Carbon Registry verwerten. Für ein einzelnes Bohrloch in Oklahoma (Projekt ACR959) wurden dem Unternehmen 2025 Gutschriften über 92.956 t CO2-Äquivalent erteilt. Diese Zertifikate stehen für verbriefte und überprüfbare Emissionsreduktionen. Sie gingen per Vorabvertrag unter anderem an den Rohstoffhändler Mercuria Energy America. Für weitere Credits ist eine aktualisierte ACR-Methodik nötig. Operativ baut Zefiro seine Reichweite über Partnerschaften aus, etwa mit der Well Done Foundation, die bereits mehr als 120 Bohrlöcher verschlossen hat.
Zefiro Methane: Skalierung und Umsatzsprung
Im Mai 2026 übernahm Zefiro Methane die operativen Anlagen von Viking Well Service für 4,3 Mio. USD. Durch diesen Zukauf kamen fünf Bohrtürme und Kapazitäten in fünf weiteren Bundesstaaten hinzu. Heute ist Zefiro für Kunden in 15 US-Bundesstaaten tätig. Der Zukauf soll die jährliche Umsatzkapazität um rund 10 Mio. USD erhöhen. Die testierten Zahlen für das Geschäftsjahr bis 30. Juni 2026 zeigen den Aufwärtstrend. Der Umsatz stieg um 31,1 % auf ein Rekordniveau von 42,5 Mio. USD. Der Bruttogewinn kletterte um 66,0 % auf 12,4 Mio. USD, die Bruttomarge verbesserte sich auf 29,2 %. Das bereinigte EBITDA drehte von minus 4,0 Mio. USD im Vorjahr auf plus 3,8 Mio. USD. Den Nettoverlust reduzierte das Management um 67,5 % auf 3,5 Mio. USD. Im vierten Quartal belasteten die Integration der Viking-Flotte und Anlaufkosten für neue Großaufträge das Ergebnis.
Das US-Marktumfeld stützt das Geschäftsmodell. Das Bipartisan Infrastructure Law stellt 4,7 Mrd. USD an Bundesmitteln bereit, um verwaiste Bohrlöcher im ganzen Land zu verschließen. Bundesstaaten wie Ohio, das bis zu 326 Mio. USD abrufen kann, vergeben laufend Aufträge an qualifizierte Dienstleister. Der US-Sanierungsmarkt wird damit vor allem durch staatliche Fördermittel getragen – strenge Regulierungen müssen dafür nicht in Kraft sein. Die kommende Klimaregulatorik könnte die Nachfrage nach spezialisierten Sanierern wie Zefiro Methane zusätzlich stützen, auch wenn sie in Europa später greifen dürfte.
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