29.09.2026 | 05:20
Milliardenmarkt unter der Erde: Wie BP, Zefiro Methane und Occidental Petroleum Anleger profitieren könnten
Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane Corp.
Jahrzehntelang hieß es in der Ölbranche bohren, fördern, verkaufen. Mittlerweile entsteht daraus ein zweites Geschäft unter der Erde. Alte Bohrlöcher müssen sicher verschlossen, Emissionen gesenkt und CO2 in ausgeförderten Lagerstätten gelagert und eingeschlossen werden. Was bisher am Projektende nur Geld kostete, könnte für Ingenieure, Bohrmannschaften und Infrastruktur-Anbieter zur Einnahmequelle werden. Für Anleger zählt dabei weniger das Klimaversprechen. Die Fragen lauten: Wer verbucht bereits Aufträge, wer baut die Anlagen und wer wartet noch auf den Betrieb? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir sehen uns daher an, wie BP, Zefiro Methane und Occidental Petroleum dieses Problem angehen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | Cboe: ZEFI , OCCIDENTAL PET. DL-_20 | US6745991058
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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BP - Schuldenabbau im Eiltempo
Die Ölpreise sind 2026 kräftig gestiegen und die Margen der Raffinerien ebenso. Das spielt Konzernen in die Karten, die Rohöl fördern und selbst zu Benzin und Diesel verarbeiten. Einer davon heißt BP. Der den Aktionären zurechenbare Halbjahresgewinn kletterte von 2,316 auf 7,753 Mrd. USD, ein Plus von rund 235 %. Treiber waren vor allem höhere Raffineriemargen, bessere erzielte Ölpreise und das Ölhandelsgeschäft. Im Tagesgeschäft hakte es dagegen zuletzt etwas. Im 2. Quartal lagen sowohl die Anlagenverfügbarkeit im Upstream-Geschäft als auch der Raffineriedurchsatz unter dem Vorquartal.
Im Februar stoppte BP die Aktienrückkäufe. Die hohen Ölpreise haben dem Schuldenabbau seitdem Beine gemacht. Die Nettoverschuldung sank bis Ende Juni auf 22,3 Mrd. USD, nach 26,0 Mrd. USD im 2. Quartal 2025. Ursprünglich war das Ziel von 14 bis 18 Mrd. USD für Ende 2027 gesetzt. Unter den aktuellen Annahmen könnte es laut Management schon Ende 2026 erreicht werden, eine feste Zusage ist das nicht. Seit dem 1. April führt Meg O'Neill den Konzern und das Unternehmen sieht sich wieder nach Zukäufen um.
Am 24. September berichtete Reuters, dass BP die Eagle-Ford-Aktivitäten von Devon Energy in Texas prüft. Laut dem aktualisierten Bericht könnte man sich nach der Prüfung aber auch zurückziehen, ein Zukauf ist keineswegs ausgemacht. Weiter ist man in der Nordsee. Mit Equinor und TotalEnergies baut BP dort die Northern Endurance Partnership auf, die CO2 unter dem Meeresboden speichern soll. Anfang September begann das Verlegeschiff Castorone mit der rund 145 km langen Leitung. Im Andrew-Gebiet stopft man dagegen Löcher: Die Förderung endet 2027, seit 2025 werden die Bohrlöcher dauerhaft verschlossen.
Zefiro Methane - Rekordumsatz und Einstieg in die CO2-Speicherung
In den USA stehen Millionen alter Öl- und Gasbohrungen, aus denen Methan entweicht. Wer sie abdichtet, hat auf Jahrzehnte zu tun. Einer davon heißt Zefiro Methane. Über die Tochter Plants & Goodwin aus Bradford in Pennsylvania bedient man mittlerweile Kunden in 15 Bundesstaaten. Geld verdient man mit staatlich bezahlten Stilllegungen verwaister Bohrungen, mit Aufträgen von Energieproduzenten, mit Methanmessungen und mit Emissionsgutschriften. Zudem dürfen Entwickler von Kraftwerken und Rechenzentren oft erst bauen, wenn die Altbohrungen auf ihrem Gelände verschlossen sind. Das spielt den Kanadiern in die Karten.
Wie Zefiro am 3. September mitteilte, lag der Umsatz der letzten zwölf Monate mit 41,2 Mio. USD auf Rekordniveau, 21 % über dem Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge stieg um rund 900 Basispunkte auf 32 %. Am 8. September folgte ein Auftrag über 11,5 Mio. USD aus der Region der Großen Seen mit Laufzeit bis Juni 2029. Am 15. September kamen drei Bundesprojekte in Ohio und Pennsylvania über rund 1,9 Mio. USD hinzu. Die beiden Ohio-Aufträge bringen rund 184.000 USD je Bohrung. Ohios Bericht von 2022 nennt zum Vergleich 129.997,93 USD. Bei zwei der drei Projekte war Zefiro einziger Bieter, denn Konkurrenz ist in dieser spezialisierten Nische Mangelware.
Am 22. September ging es in Indiana und Michigan los. In Indiana hat Zefiro mit seinem ersten Projekt zur CO2-Speicherung begonnen, einem achtwöchigen Auftrag über rund 750.000 USD. In Michigan bringt ein Notfalleinsatz bei einer einzigen Bohrung mit austretendem Schwefelwasserstoff rund 500.000 USD. Möglich machten das die im Mai 2026 von Viking Well Service gekauften Anlagen. Gelingt der Ausbau der CO2-Speicherung, hätte man ein weiteres Standbein neben den anderen Geschäftsbereichen aufgebaut. Das Geschäft wächst, bleibt aber derzeit vor allem projektgetrieben, bis die CO2-Einnahmen für wiederkehrende Erlöse sorgen.

Occidental Petroleum - CO2-Sparte als zweites Standbein
Nach der Übernahme von CrownRock stapelten sich bei Occidental Petroleum die Schulden. Teile der Tilgung finanzierte der Konzern auch über den Verkauf der Chemiesparte OxyChem an Berkshire Hathaway. Am 5. August veröffentlichten die Houstoner ihre Quartalszahlen, tags darauf erläuterte das Management in der Telefonkonferenz die Finanzlage. 8,6 Mrd. USD der Hauptschuld wurden seit Jahresbeginn getilgt, davon 1,5 Mrd. USD im 2. Quartal. Die Hauptschuld sank damit auf 11,8 Mrd. USD, den niedrigsten Stand seit 2019. Bis zum Ziel von 10 Mrd. USD bleibt ein Stück Weg. Die Bilanz wird spürbar leichter.
Operativ läuft es rund. Die Produktion kletterte im 2. Quartal auf 1,433 Mio. BOE pro Tag, ein Plus gegenüber 1,400 Mio. BOE im Vorjahresquartal. Der Nettoumsatz aus fortgeführten Geschäftsbereichen erreichte 8,065 Mrd. USD, der Gewinn sprang von 288 Mio. USD im Vorjahresquartal auf 2,807 Mrd. USD. Das gab dem Vorstand Spielraum, die Quartalsdividende um 8 % auf 0,28 USD je Aktie anzuheben. Laut Reuters sicherte sich Occidental zudem eine 10 %-Beteiligung an einem Tiefsee-Explorationsblock von ExxonMobil vor Trinidad und Tobago, eine wirtschaftlich nutzbare Entdeckung steht dort noch nicht fest.
Im dritten Geschäftsbereich wird es spannend. Über die Tochter 1PointFive und das mit BlackRock gegründete Joint Venture baut Occidental die Anlage STRATOS, die gegen Ende 2026 startet und bis zu 500.000 Tonnen CO2 pro Jahr aus der Luft filtern soll. Der reguläre Betrieb folgt erst 2027. Das CO2 kann unter anderem in die Enhanced Oil Recovery im Permian Becken fließen. Mit STRATOS hätte man erstmals eine eigene Quelle. Ob daraus ein zweites Standbein wird, entscheidet sich auch in South Texas, wo Occidental mit ADNOC-Investmentarm XRG ein mögliches Joint Venture für einen weiteren DAC Hub prüft.
Der Milliardenmarkt unter der Erde wird für Anleger greifbar. BP nutzt die hohen Ölpreise und die guten Raffineriemargen, baut Schulden zügig ab und treibt CO2-Speicherung sowie Stilllegungen voran. Zefiro Methane liefert einen Rekordumsatz, eine wachsende Kundenbasis in 15 Bundesstaaten, staatliche Aufträge und einen ersten Einstieg in die CO2-Speicherung. Ein Wachstumswert mit klarer Expansionsstory. Occidental Petroleum tilgt Schulden, hebt die Dividende an und baut sich mit STRATOS ein CO2-Standbein auf.
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