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23.07.2026 | 05:30

Goldpreis über 4.000 USD und Zentralbank-Rally: Barrick Mining, Lahontan Gold, Newmont – jetzt einsteigen?

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Bildquelle: pixabay.com

Der Goldpreis hält sich souverän über 4.000 USD, unter anderem gestützt von den Zentralbankkäufen. Im Mai stockten Polen, China und Chile ihre Reserven netto um 41 t auf, China bereits im zwanzigsten Monat ununterbrochen. Laut einer Umfrage erwarten 89 % der Notenbanken weiter wachsende Bestände, 45 % planen im kommenden Jahr Zukäufe. Dieser fundamentale Rückenwind belebt den gesamten Sektor. Grund genug, sich Barrick Mining als Gold- und Kupferproduzenten, den kommenden Nevada-Goldproduzenten Lahontan Gold und den Branchenprimus Newmont genauer anzusehen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining - im strategischen Umbau

    Barrick Mining steht im Sommer 2026 im Fokus. Während der Goldpreis über der Marke von 4.000 USD pro Unze notiert und den Sektor beflügelt, mehren sich Analystenstimmen, die ihre Kursziele nach unten korrigieren. Mit der jüngsten strategischen Beteiligung am Explorer Kingfisher Metals in Höhe von 9,9 % sichert sich Barrick für rund 20,9 Mio. CAD eine Option auf das HWY-37-Projekt im vielversprechenden Golden Triangle von British Columbia. Die Transaktion, die noch der Zustimmung der Börsenaufsicht bedarf, könnte bei voller Ausübung der Warrants den Anteil auf 14,1 % erhöhen. Die Mittel sollen überwiegend in Exploration und Entwicklung des Projekts fließen. Die Marktreaktion fiel positiv aus, was auf das Vertrauen in die strategische Weichenstellung hindeutet.

    Die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen zeigten ein zwiespältiges Bild. Zwar übertraf Barrick mit 0,98 USD die Gewinnerwartungen je Aktie deutlich, verfehlte beim Umsatz jedoch die Konsensschätzung. Trotzdem sind ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 66,7 % im Jahresvergleich und eine Goldförderung oberhalb der eigenen Prognose positive Fundamentaldaten. Die Analystenkorrekturen nach unten, etwa durch JPMorgan oder die Royal Bank of Canada, trüben das Bild, lassen aber das durchschnittliche Kursziel von rund 53 USD weiterhin über dem aktuellen Niveau von derzeit 36,37 USD.

    Der Goldpreis bleibt der entscheidende Kurstreiber. Die Notierung oberhalb der psychologischen Marke von 4.000 USD stützt die Margenerwartungen der Produzenten. Allerdings belasten die geopolitischen Spannungen und die Aussicht auf ein längerfristig höheres Zinsumfeld den Sektor. Die anstehenden Quartalszahlen am 10. August werden Aufschluss über die operative Entwicklung und die Kostenkontrolle geben. Die gesenkten Analystenschätzungen und das Short-Interest von rund 1 % Mitte Juni deuten auf eine vorsichtige Markterwartung hin, die bei positiven Überraschungen Raum für Aufwärtsbewegungen lässt.

    Lahontan Gold - auf dem Weg zur Produktion in Nevada

    Lahontan Gold treibt sein Santa Fe-Projekt in Nevada konsequent voran. Mit frischem Kapital und einer durchdachten Strategie rückt ein möglicher Produktionsstart 2027 in greifbare Nähe. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten entscheidende Meilensteine erreicht. Die aktualisierte Mineralressourcenschätzung steht kurz bevor, gefolgt von einer überarbeiteten vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie, die bis Ende August erwartet wird. Das Genehmigungsverfahren für den Minenbetrieb schreitet planmäßig voran. Die Grundwasseruntersuchungen zeigen, dass der geplante Tagebau vom Grundwasserspiegel nicht beeinträchtigt wird. Die geochemische Charakterisierung des Abraums läuft auf Hochtouren. Mit der Genehmigung des Minenplans im 4. Quartal und einer sechsmonatigen Bauphase könnte die Produktion im nächsten Jahr beginnen.

    Das Bohrprogramm 2026 bringt vielversprechende Ergebnisse. Besonders die Entdeckung von "Slab West", einer zuvor unerkannten Goldzone westlich der bestehenden Ressource, unterstreicht das Explorationspotenzial. Mit 87 abgeschlossenen Bohrlöchern und über 7.700 m in diesem Jahr zeigt sich das Unternehmen aktiv. Die historischen Haufenlaugungs-Halden werden zudem auf verbleibendes Gold und Silber untersucht, bei sehr geringen Erschließungskosten. Die Nähe zur bestehenden Infrastruktur und die ganzjährige Betriebsfähigkeit in Nevadas Walker Lane bieten klare Wettbewerbsvorteile.

    Die letzte, überzeichnete Finanzierungsrunde über 13,9 Mio. CAD, die vorgezogenen Warrant-Ausübungen sowie der Barmittelbestand von etwa 19,5 Mio. CAD sichern die Finanzierung bis ins Jahr 2027. Das West Santa Fe Projekt liegt nur 13 km entfernt und zeigt oxidische Mineralisierung von der Oberfläche an. Das ist ideal für einen kostengünstigen Tagebau. Die zyankalische Laugbarkeit von Gold und Silber wurde bestätigt. Die Goldrückgewinnungsrate lag bei 81 %, bei Silber immerhin 60 %. Mit einem erfahrenen Management, das auf Contract Mining statt teurer eigener Ausrüstung setzt, positioniert sich Lahontan für einen effizienten Wiedereinstieg in die Goldproduktion. Aktuell notiert die Aktie bei 0,38 CAD.

    Newmont – vor den Quartalszahlen

    Newmont erzielte im 1. Quartal mit 3,1 Mrd. USD freiem Cashflow und 1,3 Mio. Unzen Goldproduktion einen historischen Bestwert. Das Unternehmen straffte die Bilanz, verkaufte etliche kleinere Minen und fokussierte sich auf die profitabelsten Tier-1-Assets in Nordamerika und Australien. Mit 8,8 Mrd. USD an Barmitteln und einer Nettoliquidität von 3,7 Mrd. USD steht der Konzern solide da. Die Aktionäre profitierten im ersten Halbjahr von Rückkäufen im Wert von 2,4 Mrd. USD sowie einer jährlichen Dividendenausschüttung von rund 1,1 Mrd. USD.

    Das laufende Jahr bringt operative Hürden. Die erwartete Produktion von 5,26 Mio. Unzen liegt unter dem Vorjahr. Der Rückgang resultiert aus geplanten Abbaureihenfolgen an Standorten wie Penasquito und Cadia. Die All-in-Sustaining-Costs steigen auf etwa 1.680 USD pro Unze. Der Goldpreis korrigierte seit dem Rekordhoch um rund 25 %, was den Aktienkurs belastet. Parallel nähert sich das Red Chris Block Cave-Projekt in British Columbia der Investitionsentscheidung. Die kürzlich erteilten Genehmigungen und die Finanzierungszusage über 500 Mio. CAD von der kanadischen Regierung könnten diesen Schritt noch in der zweiten Jahreshälfte ermöglichen.

    Die Hochstufung durch TD Cowen auf "Kaufen" mit Kursziel 127 USD unterstreicht das gewandelte Sentiment. Der Analyst verweist auf den Abschlag von 13 % zum inneren Wert der Minen. Das ist ein Niveau, das historisch selten Bestand hatte. Hinzu kommt Potenzial für weitere Rückkäufe in diesem Jahr, gestützt von der starken Liquidität. Zwar liegt die Dividendenrendite hinter der von Barrick, doch wer auf Produktionsschub ab 2027 und die Kupferperspektive von Red Chris setzt, findet eine überzeugende Kombination aus Substanz und Wachstum. Die Q2-Zahlen am 23. Juli zeigen, ob die konservative Prognose Raum für Überraschungen lässt. Momentan kostet die Aktie 92,49 USD.


    Der Goldpreis über 4.000 USD und anhaltende Zentralbankkäufe verleihen dem Sektor solide fundamentale Unterstützung. Barrick Mining liefert starke operative Zahlen, kämpft aber mit gesenkten Analystenerwartungen. Lahontan Gold treibt sein Nevada-Projekt zielstrebig voran und könnte 2027 in Produktion gehen. Newmont überzeugt mit beeindruckender Liquidität und Aktienrückkäufen, steht jedoch vor rückläufiger Produktion.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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