31.08.2026 | 05:30
40 Billionen USD Schulden und Zentralbankkäufe befeuern den Goldpreis: Barrick Mining, Lahontan Gold und Wheaton Precious Metals
Der Goldmarkt hat sich nach der Korrektur im August eindrucksvoll zurückgemeldet und die Marke von 4.600 USD je Unze zwischenzeitlich wieder überschritten. Es ist mehr als eine technische Gegenbewegung, denn verschiedene Fundamentaldaten unterstützen die Rallye. Rekordkäufe der Zentralbanken, explodierende US-Staatsverschuldung und die Aussicht auf baldige Zinssenkungen verleihen dem Gold neue Strahlkraft. Für Anleger lautet die Frage nicht mehr ob, sondern wie sie von diesem Aufwärtstrend profitieren können. Wir sehen uns daher heute Barrick Mining, Lahontan Gold und Wheaton Precious Metals genauer an.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , WHEATON PREC. METALS | CA9628791027
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Barrick Mining - starke Quartalszahlen und strategischer Umbau
Barrick Mining hat im 2. Quartal eine deutlich höhere Produktion erzielt, als die Analysten erwartet hatten. Mit 796.000 Unzen Gold wurde die eigene Prognose um rund 3 % übertroffen. Das ist ein Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorquartal. Die Kupferproduktion erreichte 56.000 t. Der bereinigte Gewinn legte um 70 % auf 1,36 Mrd. USD zu, das bereinigte EBITDA stieg um 51 % auf 2,5 Mrd. USD. Die Marge verbesserte sich von 55 auf 60 %. Der freie Cashflow fiel zwar um 33 %, doch hier wirkten Sondereffekte. Ohne eine einmalige Zahlung von 400 Mio. USD im Zusammenhang mit der Loulo-Gounkoto-Mine in Mali hätte der Cashflow um 60 % zugelegt. Seit Jahresbeginn konnte sich der freie Cashflow mehr als verdoppeln auf 1,4 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahr.
Positiv ist die Einigung mit Newmont über das Joint Venture in Nevada. Der Streit um Fourmile, Barricks vielversprechendstes Projekt mit einer potenziellen Jahresproduktion von bis zu 750.000 Unzen, ist beigelegt. Newmont zahlt 1,95 Mrd. USD und bringt eigene Projekte ein, Barrick bleibt mit 61,5 % Mehrheitseigner und Betreiber. Analysten sehen Newmont als Gewinner der Verhandlungen. Andererseits ist so das größte Hindernis für den geplanten Börsengang der nordamerikanischen Einheiten aus dem Weg geräumt. Barrick will bis Ende des Jahres 10 - 15 % des nordamerikanischen Geschäfts in New York listen. Der Großteil der Nettoerlöse soll an die Aktionäre zurückfließen. Die operative Zusammenarbeit in Nevada wird neu ausgerichtet, mit optimierten Verarbeitungskapazitäten und reduzierten Transportwegen.
Finanziell ist der Konzern mit 1,2 Mrd. USD Nettoliquidität und einer ungenutzten Kreditlinie über drei Mrd. USD gut aufgestellt. Bedeutende Schuldenfälligkeiten stehen erst 2033 an. Als reguläre Dividende werden 0,175 USD je Aktie ausgeschüttet. Darüber hinaus plant Barrick eine variable Aufstockung, sodass insgesamt 50 % des freien Cashflows ausgeschüttet werden sollen. Im 2. Quartal wurden Aktien im Wert von 1,2 Mrd. USD zurückgekauft. Die Investitionsausgaben wurden auf 3,8 bis 4,2 Mrd. USD gesenkt, da sich der Bau der Anlage bei Reko Diq verzögert. Der Ausbau von Lumwana schreitet dagegen planmäßig voran. Bis 2028 soll die Kupferproduktion dort von 220.000 auf bis zu 285.000 t steigen. Die Jahresprognose für Produktion und Kosten bleibt unverändert.
Lahontan Gold – mit neuer Mineralressourcenschätzung
Die aktualisierte Mineralressourcenschätzung vom 17. August zeigt, warum das Santa-Fe-Projekt in Nevada spannend ist. Die alte Schätzung konnte um 22 % auf 1.195.000 Unzen in der Kategorie "angezeigt" und 1.190.000 Unzen "abgeleitet" gesteigert werden. Hervorzuheben sind die Oxidressourcen in den Flachlagerstätten Slab und York, die um über 37 % zulegten. Sie könnten zum entscheidenden Faktor für die geplante erste Förderphase mittels kostengünstiger Haufenlaugung werden. Die strategische Bedeutung dieser Entwicklung liegt im dualen Ansatz des Projekts. Während die oberflächennahen Oxidzonen den Weg für einen zügigen Produktionsstart ebnen, bieten die angezeigten sulfidischen Ressourcen im Hauptvorkommen Santa Fe mit Gehalten von 1,41 g/t Goldäquivalent (AuEq) und die abgeleiteten mit einem Gehalt von 0,86 g/t langfristiges Potenzial. Das Management setzt auf ein zweistufiges Laugungsverfahren für das sulfidische Material, um die Ausbeuten zu optimieren. Die ersten Säulenlaugungstests laufen bereits.
Die jüngsten Bohrergebnisse aus der Calvada-Central Zone untermauern die Qualität der Lagerstätte. CAL26-03C durchteufte 30,8 m mit 0,93 g/t AuEq, darunter eine hochgradige Zone von 10,7 m mit 2,18 g/t AuEq. Auf Calvada East wurden auf 12,2 m 1,25 g/t Gold gefunden. Die Entdeckung signifikanter Goldmineralisierung in tertiären Vulkaniten entlang der Summit-Verwerfung eröffnet ein neues Explorationsziel außerhalb der aktuellen Ressourcengrenzen. Die laufende Untersuchung historischer Haldenmaterialien könnte zusätzliches Potenzial freisetzen. Rund 100 Bohrungen auf vier Haufenlaugungsflächen sollen Aufschluss über etwa 200.000 Unzen geben, die nach historischen Aufzeichnungen noch in den Halden enthalten sein könnten. Das wären potenziell äußerst kostengünstige Unzen, da das Material bereits gebrochen vorliegt.
Mit etwa 12 Mio. USD an Barmitteln ist das Unternehmen für die bevorstehenden Entwicklungsschritte gerüstet. Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie soll in naher Zukunft aktualisiert werden. Dabei wird erstmals auch die Verarbeitung der sulfidischen Ressourcen analysiert und damit die Grundlage für den Minenplan gelegt. Die Genehmigungsverfahren auf Staats- und Bundesebene schreiten planmäßig voran. Das Unternehmen peilt weiterhin den Baubeginn der Mine im Jahr 2027 an. Die bereits vorhandene Infrastruktur, wie die gesicherten Wasserrechte und ein vorhandenes Umspannwerk, macht vieles einfacher. Die geplante NYSE-Notierung könnte als weiterer Katalysator wirken.
Wheaton Precious Metals – mit Rekordquartal
Wheaton Precious Metals 2. Quartal war das stärkste der Firmengeschichte. Umsatz, Gewinn und operativer Cashflow erreichten neue Rekorde, getrieben von einem 61 % höheren Goldäquivalentpreis und einer um 14 % gestiegenen Verkaufsmenge. Die operative Marge verbesserte sich auf knapp 3.900 USD je Unze. Der entscheidende Treiber war der Ausbau des Antamina-Silberstreams. Seit April hält Wheaton 67,5 % der Silberproduktion, womit die zurechenbare Menge um 56 % angestiegen ist. Allerdings dämpften niedrigere Gehalte und Wartungsarbeiten den vollen Effekt. Das bedeutet, dass das zweite Halbjahr besser ausfallen sollte.
Die 4,3 Mrd. USD Zahlung an BHP für Antamina hat die Bilanz belastet. Die Nettoverschuldung liegt nun bei knapp 1,9 Mrd. USD, die verfügbare Liquidität bei 2,6 Mrd. USD. Doch der operative Cashflow von über 200 Mio. USD pro Monat zeigt, dass der Schuldenabbau bereits läuft. Die Projektpipeline ist finanziert und im Bau, Koné, Kurmuk, Blackwater und Platreef laufen bereits. Bis 2030 will Wheaton die Produktion um 50 % auf 1,2 Mio. Goldäquivalent-Unzen steigern, ohne weitere Zukäufe. Die Dividende wurde leicht auf 0,195 USD erhöht, die Rendite bleibt mit 0,54 % aber bescheiden.
Kurzfristig hängt viel an dem großen Investment Antamina. Ein weiteres schwaches Quartal wäre ein Warnsignal. Langfristig ist Peñasquito mit 9 Jahren Restlaufzeit der kleinste der drei Hauptstreams. Salobo und Antamina laufen bis weit über 2035 hinaus. Das zukünftige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,4 liegt unter dem Fünfjahresdurchschnitt, trotz der Rekordzahlen. Die aktuellen Streaming-Investitionen sind als Spitzenwert zu sehen. Die Analysten erwarten ab 2028 wieder einen deutlich positiven freien Cashflow. Die Kombination aus moderater Bewertung, wachsender Produktion und einem margenstarken Geschäftsmodell macht die Aktie für langfristige Anleger interessant. Voraussetzung ist die schnelle Schuldentilgung in den kommenden Quartalen.
Die makroökonomischen Rahmenbedingungen mit rekordhohen Zentralbankkäufen, explodierender US-Staatsverschuldung und Zinssenkungserwartungen bleiben für den Goldsektor günstig. Barrick Mining überzeugt mit operativer Stärke und löst mit der Nevada-Einigung einen strategischen Konflikt. Lahontan Gold setzt auf sein Santa Fe Projekt, das mit einer 22 % höheren Ressourcenschätzung und kostengünstigen Haufenlaugung Potenzial bietet. Wheaton Precious Metals liefert ein Rekordquartal ab, muss aber erst den Schuldenberg aus der 4,3 Mrd. USD schweren Antamina-Investition zügig abbauen, um langfristig von seinen margenstarken Streams zu profitieren.
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