03.09.2026 | 05:20
Power Metallic Mines, Siemens Energy, BYD: Dem einen nutzen die Rekordpreise, die anderen kämpfen um jede Tonne Kupfer
Kupfer galt schon immer als ein Gradmesser für die Wirtschaft. Doch was sich derzeit an den Märkten abspielt, ist mehr als eine gewöhnliche Preisrallye. Während die neuen Rekordpreise für Kupfer die Schlagzeilen dominieren, zeichnet sich dahinter ein struktureller Engpass ab. Die Welt steht vor einem massiven Angebotsdefizit, das durch die Elektromobilität, den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur und den explodierenden Energiebedarf von KI-Rechenzentren weiter befeuert wird. Das rote Metall wird damit zu einem strategischen Asset. Wir sehen uns daher heute den polymetallischen Explorer Power Metallic Mines, den Technologiekonzern Siemens Energy und den E-Auto-Platzhirsch BYD an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Power Metallic Mines - ein Rohstoff-Juwel mit strategischem Potenzial
Das Herzstück von Power Metallic Mines ist das NISK-Projekt in Quebec, ein orthomagmatischer Nickel-Kupfer-PGE-Komplex, von dem es weltweit nur etwa 20 gibt. Während der durchschnittliche Fördergehalt einer Kupfermine bei 0,4 bis 0,6 % Kupferäquivalent liegt, bewegt sich Power Metallic mit rund 5 % in einer anderen Liga. Die jüngsten Bohrergebnisse untermauern das. Bohrloch PML-26-116 durchteufte 36,42 m mit 2,83 % Kupferäquivalent, inklusive 6 m mit 12,38 %. Diese außergewöhnliche Konzentration reduziert den Bedarf an Gerät, Personal und Energie erheblich. Dadurch sind die Investitionskosten deutlich geringer als bei vergleichbaren Projekten.
Die metallurgischen Tests zeigen außergewöhnliche Rückgewinnungsraten. Die Werte liegen bei fast 98,9 % für Kupfer, 96,8 % für Platin, 93,9 % für Palladium, 85 % für Gold und 88,9 % für Silber, attestiert vom Prüflabor SGS. Die Mineralogie ermöglicht eine besonders effiziente Extraktion, was Betriebskosten senkt und technische Risiken minimiert. Hinzu kommt die erstklassige Infrastruktur. Es gibt eine ganzjährig befahrbare Straße, ein Umspannwerk von Hydro-Québec in unmittelbarer Nähe und die nächste Siedlung ist auch nicht weit entfernt. Die strategische Bedeutung wird durch die Metalle unterstrichen. Neben Kupfer für die Energiewende enthält das Projekt signifikante Platinmetalle, die für Verteidigungsanwendungen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die kanadische Regierung unterstützt solche Projekte aktiv mit Steuererleichterungen auf Investitionen in kritische Mineralien.
Die Aktionärsliste liest sich wie ein Who-is-Who der globalen Rohstoffbranche. Milliardäre wie Robert Friedland, Rob McEwen, Eric Sprott und Gina Rinehart sind an Bord. Diese erfahrenen Investoren ließen sich nicht von spekulativen Versprechungen überzeugen, sondern von den nackten Zahlen. Die jüngste Finanzierungsrunde über 28,2 Mio. CAD zu 1,25 CAD pro Aktie konnte in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich abgeschlossen werden. Für die kommenden Monate stehen mehrere entscheidende Meilensteine vor der Tür. Die Mineralressourcenschätzung wird zeitnah erwartet, es folgt die vorläufige wirtschaftliche Bewertung. Eine geplante NASDAQ-Notierung könnte das Unternehmen für institutionelle Investoren zugänglich machen. Die aktuelle Bewertung liegt deutlich unterhalb des Nettoanlagewerts.
Siemens Energy - Kupferhunger und strategische Weichenstellung
Die Energiewende frisst Kupfer. Siemens Energy verbraucht jährlich rund 50.000 t des roten Metalls, etwa 0,2 % der globalen Produktion. Zum Vergleich: Die gesamte Netzmodernisierungsbranche schluckt aktuell rund 8,5 Mio. t jährlich. Allein der geplante Ausbau von 30.000 km Höchstspannungsleitungen in China bis 2030 verschlingt pro Jahr rund 300.000 t Kupfer. Jeder 400-kV-Großtransformator benötigt 72 t in den Wicklungen. Das zeigt, dass die benötigten Materialmengen für die erwarteten "hunderttausenden Transformatoren" in den kommenden Jahren gewaltig sind.
Die strategische Absicherung läuft auf Hochtouren. Im Mai wurde der Liefervertrag mit dem österreichischen Spezialisten ASTA Energy Solutions bis 2032 verlängert, und das sechs Jahre vor dem ursprünglichen Auslaufen. Gleichzeitig stärkt Siemens Energy sein digitales Portfolio durch die Übernahme der nordirischen Camlin Group, die 650 Mitarbeiter beschäftigt und rund 104 Mio. EUR Umsatz macht. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Netzüberwachung und Datenanalyse. Der Abschluss der Transaktion wird noch in diesem Jahr erwartet.
Die Nordsee-Anbindung North Sea Connector 2 unterstreicht die operative Schlagkraft. Ein Konsortium mit Siemens Energy liefert eine 2-Gigawatt-Konverterplattform für 50Hertz. Rund 95 % der Wertschöpfung des Siemens-Energy-Anteils entfallen auf deutsche Standorte mit Transformatoren aus Nürnberg und Schaltanlagen aus Berlin. Der Konzern investiert mehrere hundert Mio. EUR in den Ausbau dieser Werke. Das Projekt zeigt, wie tief Siemens Energy in der kritischen Infrastruktur der Energiewende verwoben ist und wie sehr die operativen Kapazitäten jetzt gefordert sind.
BYD – mit Absatzdynamik
Der chinesische Elektroauto-Pionier BYD hat im August 440.293 Elektroautos (NEVs) abgesetzt, ein Plus von knapp 18 % gegenüber dem Vorjahr. Der Exportanteil kletterte auf 43 % der Gesamtauslieferungen. Damit konnte das Unternehmen die anhaltende Schwäche im chinesischen Inlandsmarkt zumindest teilweise kompensieren. Die Konkurrenten NIO, Li Auto und Xpeng lieferten 35.836, 37.679 und 39.107 Fahrzeuge aus. Das zeigt, wie groß BYD ist. Deren kommerzielle NEV-Verkäufe legten sogar um 225 % zu, wenngleich auf niedrigem Niveau von 6.909 Einheiten. Um die untere Zielmarke von 5 Mio. Gesamtverkäufen 2026 zu erreichen, müsste das Tempo weiter gesteigert werden.
Die Elektromobilität verändert die Rohstoffnachfrage fundamental. Ein reines Elektrofahrzeug benötigt durchschnittlich 83 kg Kupfer, also deutlich mehr als die 23 kg bei Verbrennungsmotoren. Hochgerechnet auf BYDs rund drei Millionen reine E-Autos im Jahr 2025 ergibt dies einen Kupferbedarf von etwa 249.000 t, was etwa 1 bis 1,5 % der globalen Förderung von 23 Mio. t ausmacht. Branchenanalysten prognostizieren, dass der Kupferverbrauch des Automobilsektors bis 2035 von heute 1,7 auf 4,3 Mio. t ansteigen wird. Das ist ein jährliches Wachstum von ca. 10 %.
BYD treibt seine Batterieforschung mit sechs neuen Patenten im August voran, die sich auf Dual-Elektrolyt-Kathoden und Grenzflächenstabilität konzentrieren. Parallel dazu nimmt das Werk im ungarischen Szeged im 4. Quartal die Produktion auf, während ein zweiter europäischer Standort geprüft wird. Für den europäischen Markt entwickelt BYD spezifische Modelle wie den Dolphin G DM-i, einen Plug-in-Hybrid-Kleinwagen ab 28.990 EUR mit über 1.000 km Reichweite. Die vertikale Integration bei Batterien und Halbleitern erweist sich als entscheidender Wettbewerbsvorteil. Allerdings belasten der Preiskampf in China und die hohen Investitionen in den internationalen Ausbau die Margen des Konzerns.
Die Kupferknappheit wird zum strategischen Problem. Power Metallic Mines besitzt mit seinem NISK-Projekt ein Asset von Weltklasse-Format, das aufgrund seiner hohen Gehalte das Interesse der Branchengrößen geweckt hat. Siemens Energy sichert sich schon heute seinen Kupferbedarf für die kommenden Jahre mit langfristigen Verträgen ab und kann in Ruhe den großen Auftragsbestand abarbeiten. BYD treibt seine Expansion und den technologischen Wandel unerbittlich voran. Die strukturelle Lücke am Markt bleibt bestehen, und wer heute nicht vorsorgt, wird morgen zum Getriebenen der Rohstoffmärkte. Kupfer ist das neue Öl, und die Sicherung der Lieferkette wird zur Chefsache.
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