Menü schließen




01.09.2026 | 05:30

Nordex, RE Royalties & E.ON: Drei Wege, um am weltweiten Energienetzausbau der Erneuerbaren Energien zu verdienen

  • Nordex
  • RE Royalties
  • E.ON
  • Windenergie
  • Windkraft
  • Windturbinen
  • Finanzierung
  • Sonnenergie
  • Energiespeicher
  • Netzausbau
  • Solarparks
Bildquelle: Pixabay

Die globale Energiearchitektur verändert sich rasant, was sich in Rekordzubauten bei Erneuerbaren Energien auf beiden Seiten des Atlantiks niederschlägt. Während in Deutschland die Windkraftproduktion historische Höhen erklimmt und der Ausbau der Netze beschleunigt wird, treiben in Nordamerika der steigende Stromhunger von Rechenzentren und großzügige Förderprogramme die Erzeugungskapazitäten massiv voran. Für Anleger gibt es unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten entlang der Wertschöpfungskette. Wir sehen uns daher heute drei Unternehmen an, die den globalen Megatrend Erneuerbare Energien für sich nutzen wollen: Nordex, RE Royalties und E.ON.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – mit starker Rendite

    Die Quartalszahlen des Hamburger Windanlagenbauers Nordex sind ein Paradebeispiel für gelungenes Turnaround-Management. Im 2. Quartal konnte Nordex sein EBITDA mit 224 Mio. EUR mehr als verdoppeln, die Marge sprang auf 10,3 %. Das ist ein Anstieg um 450 Basispunkte. Der Nettogewinn schnellte auf 111,5 Mio. EUR nach oben. Das ist kein Einmaleffekt, sondern eine strukturelle Verbesserung der operativen Abläufe. Die Bruttomarge stieg auf 26,9 %, der operative Cashflow lieferte rund 240 Mio. EUR. Das Unternehmen hat es geschafft, seine Projekte profitabler abzuwickeln und dabei die Kosten im Griff zu behalten.

    Der Auftragsbestand von 18,4 Mrd. EUR gibt Nordex Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Allein im 2. Quartal gingen Bestellungen über 3,1 Gigawatt (GW) ein, ein Plus von 32 %. Auch die Rückkehr in den US-Markt kommt immer besser in Fahrt. Mit rund 800 Megawatt (MW) Auftragseingang in den ersten sechs Monaten hat Nordex in den USA bereits heute mehr hereingeholt als im gesamten Vorjahr. Die Produktion in Iowa soll verdoppelt werden. Parallel sicherte sich das Unternehmen Großaufträge in der Türkei und Deutschland, darunter das 525-MW-Projekt YEKA-5 vom Stammkunden Türkerler Holding.

    Die im Juli unterzeichnete Garantiefazilität über 2,475 Mrd. EUR ist mehr als nur eine Refinanzierung. Sie verschafft Nordex finanziellen Spielraum zu deutlich verbesserten Konditionen und läuft 5 statt 3 Jahre. Das ist ein Vertrauensbeweis der Banken und stärkt die Position im Wettbewerb um Großprojekte. Die Bilanz ist mit 1,96 Mrd. EUR an liquiden Mitteln, einer Nettoliquidität von 1,67 Mrd. EUR und einer Eigenkapitalquote bei 20,6 % solide. Das Management hat den Ausblick für 2026 bestätigt. Es wird ein Umsatzplus von 9 - 11 % erwartet bei einer Marge zwischen 8 - 11 %. Der Weg zu den mittelfristigen Margenzielen scheint frei.

    RE Royalties – mit Weichenstellung für das Wachstum

    Am 5. August vermeldete RE Royalties die Aufstockung der Investition in Solaris Energy um 1 Mio. USD auf aktuell insgesamt 4,8 Mio. USD. Das klingt zunächst nicht spannend, doch entscheidend ist die zeitgleich unterzeichnete Absichtserklärung mit einem Volumen von bis zu 67,5 Mio. USD. Neben den bereits geflossenen 4,8 Mio. USD sind weitere 13,7 Mio. USD für 13 bereits beauftragte Solarprojekte mit 48 MW Leistung vorgesehen, plus 49 Mio. USD für 83 Projekte im Entwicklungsstadium mit 142 MW. Zwar ist die Erklärung noch nicht bindend und hängt von Due-Diligence-Prüfungen ab, doch sie zeigt deutlich, welches Skalierungspotenzial in dieser Partnerschaft steckt. Werden die Prüfungen erfolgreich abgeschlossen, könnte das RE Royalties auf ein völlig neues Niveau heben.

    Die im März eingeleitete Prüfung strategischer Alternativen gewinnt vor diesem Hintergrund an Kontur. Mit PricewaterhouseCoopers Corporate Finance an Bord evaluiert das Management, wie die Pipeline von rund 20 Mio. CAD an konkreten Absichtserklärungen und weiteren 200 Mio. CAD in Prüfung am besten zu finanzieren ist. Die Diskrepanz zwischen kurzlaufenden Anleihen und langlaufenden Royalty-Einnahmen ist dabei das zentrale Puzzlestück, das es zu lösen gilt. Dabei reichen die Lösungsoptionen von einem Verkauf des Unternehmens über Co-Investitionspartnerschaften bis hin zu Kapitalstrukturoptimierungen durch Eigenkapital- oder Fremdfinanzierungen. Im Fokus bleibt dabei die langfristige Wertsteigerung für Aktionäre.

    Der nordamerikanische Markt für saubere Energiefinanzierungen mit 120 Mrd. USD bietet reichlich Raum für Wachstum. RE Royalties hat mit seinem Fokus auf mittelständische Entwickler eine Nische besetzt, die von Banken oft vernachlässigt wird. Die operative Geschwindigkeit ist hier ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die Jackson-Center-Solar-Projekte in Pennsylvania oder die Finanzierung von Solaranlagen auf den Malediven belegen, dass das Modell funktioniert, von lokalen Gemeinschaftsprojekten bis hin zu internationalen Vorhaben. Mit 135 Projekten im Portfolio und einer unverschuldeten internen Rendite von über 19 % seit Gründung bleibt das Unternehmen ein spannender Fall für Investoren, die am Wachstum erneuerbarer Energien partizipieren möchten.

    E.ON - solide Zahlen, aber regulatorische Wolken am Horizont

    E.ON hat im ersten Halbjahr 2026 ein stabiles operatives Geschäft abgeliefert. Das bereinigte Konzern-EBITDA kletterte um 1 % auf 5,4 Mrd. EUR, der bereinigte Konzernüberschuss legte sogar um 5 % auf 1,9 Mrd. EUR zu. Damit hat der Konzern bereits 57 % der Jahresprognose beim EBITDA und 69 % beim Überschuss eingefahren. Dennoch hält das Management an der ursprünglichen Prognose fest. Das wirft bei Anlegern Fragen auf. Die Netzsparte bleibt mit über 3,8 Mrd. EUR EBITDA der unangefochtene Ergebnistreiber, während das Retailgeschäft erwartungsgemäß schwächer ausfiel.

    Die strategische Ausrichtung ist klar. Zwischen 2026 und 2030 will E.ON 48 Mrd. EUR investieren, wobei der Großteil von 40 Mrd. EUR in die Verteilnetze fließen soll. Im ersten Halbjahr gingen bereits 3 Mrd. EUR in die Infrastruktur, das ist wetterbedingt ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Parallel dazu treibt der Konzern die Übernahme des britischen Anbieters OVO Energy voran, was die Kundenzahl auf der Insel von 5,6 auf 9,6 Mio. erhöhen würde. Der Deal wird noch von der Wettbewerbsbehörde geprüft, ein Abschluss wird aber in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

    Die entscheidende Frage für Investoren bleibt die künftige Regulierung. Die Bundesnetzagentur hat ihren Gas-WACC-Vorschlag auf 3,76 % beziffert. Das ist deutlich niedriger als bislang angenommen. Sollte dieser Maßstab auf die Stromnetze übertragen werden, wären die Erträge auf die milliardenschwere Regulated Asset Base spürbar niedriger. Die finale Entscheidung für Gas kommt noch 2026, für Strom erst 2027. Bis dahin bleibt die Unsicherheit, trotz solider Geschäftszahlen und einer vielversprechenden Investitionspipeline.


    Die globale Energiewende beschleunigt sich und die Investmentmöglichkeiten sind vielfältig. Nordex überzeugt mit einer operativen Wende und guten Margen, die den Turnaround endlich glaubwürdig machen. RE Royalties bietet als Nischenplayer mit seinem skalierbaren Finanzierungsmodell einen spannenden und chancenreichen Zugang zum Markt der Royalty-Einnahmen. E.ON liefert solide Zahlen, kämpft jedoch mit regulatorischen Unsicherheiten, die den milliardenschweren Netzausbau überschatten.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Jens Castner vom 28.08.2026 | 05:55

    Wind, Wasserstoff, Weltklasse-Dividende: Nordex und Enapter kämpfen, RE Royalties sahnt ab

    • GreenFinance
    • Energiewende
    • Windkraft
    • Wasserstoff
    • Dividendenrendite
    • RE Royalties
    • Nordex
    • Enapter

    An der Energiewende zeigen sich alle Facetten des Börsenwahnsinns. Die Aktie von Nordex hat sich vervielfacht, doch plötzlich sorgen Politik und Analysten für Gegenwind. Enapter hingegen liegt am Boden und will zurück nach oben. Am anderen Ende der Skala steht ein kanadischer Nebenwert, der von neuen Energien profitiert, ohne selbst ein Windrad oder einen Elektrolyseur zu bauen: RE Royalties. Seit Jahren zahlt das Unternehmen zuverlässig hohe Dividenden, nur der Kurs will sich partout nicht bewegen. Anleger haben die Wahl zwischen Wasserstoff-Absturz, Windkraft-Achterbahn und Weltklasse-Dividende.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 24.08.2026 | 05:30

    Die möglichen Gewinner des 1,4 Milliarden-Pentagon-Deals: Rheinmetall, HPQ Silicon und BYD

    • Rheinmetall
    • HPQ Silicon
    • BYD
    • Rüstung
    • Drohnen
    • Autonome Systeme
    • Siliziumanoden
    • Batterien
    • Fumed Silica
    • grüner Wasserstoff
    • Elektromobilität
    • Autobatterien
    • Energiespeicher

    Die 1,4 Mrd. USD des Pentagons für das US-Startup Sila Nanotechnologies zur Entwicklung von Silizium-Batterien sind kein Finanzdeal, sondern der Startschuss für eine neue Rüstungsära. Den US-Militärs ist bewusst, dass Drohnen die Gefechtsfelder der Zukunft dominieren. Ihre Leistung wird maßgeblich durch die Energiedichte der Zellen bestimmt. Silizium-Anoden versprechen Vorteile bei Reichweite und Nutzlast. Die USA und Europa haben zudem erkannt, dass sie die heimischen Lieferketten von den asiatischen Herstellern unabhängiger machen müssen. Wir sehen uns daher heute die Bemühungen von Rheinmetall, die neuesten Innovationen von HPQ Silicon und die Batterieaktivitäten von BYD genauer an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 19.08.2026 | 05:30

    Milliarden-Chance Stahlwende: thyssenkrupp, Strategic Resources und Siemens Energy im Fokus

    • thyssenkrupp
    • Strategic Resources
    • Siemens Energy
    • tk accelis
    • grüner Stahl
    • Wasserstoff
    • Eisenerzpellets
    • Vanadium
    • Titan
    • Vanadium-Batterien
    • Gasturbinen
    • Windkraft
    • Elektrolyseure

    Die europäische Stahlindustrie steht vor großen Veränderungen. Die EU-Klimapolitik zwingt die traditionsreichen Konzerne zu einer radikalen CO2-Wende, während die globale Konkurrenz längst günstiger produziert. Der Umstieg erfordert passende Rohstoffe und viel grüne Energie. Langfristig könnte die Transformation zum Wettbewerbsvorteil werden. Die Branche muss die richtigen Entscheidungen treffen, schließlich hängen viele Arbeitsplätze und auch Europas Stahlunabhängigkeit daran. Wir sehen uns daher heute thyssenkrupp als größten deutschen Stahlkonzern, Strategic Resources als möglichen Rohstofflieferanten und Siemens Energy als potentiellen Technologiepartner genauer an.

    Zum Kommentar