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24.08.2026 | 05:30

Die möglichen Gewinner des 1,4 Milliarden-Pentagon-Deals: Rheinmetall, HPQ Silicon und BYD

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  • Siliziumanoden
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Bildquelle: Pixabay

Die 1,4 Mrd. USD des Pentagons für das US-Startup Sila Nanotechnologies zur Entwicklung von Silizium-Batterien sind kein Finanzdeal, sondern der Startschuss für eine neue Rüstungsära. Den US-Militärs ist bewusst, dass Drohnen die Gefechtsfelder der Zukunft dominieren. Ihre Leistung wird maßgeblich durch die Energiedichte der Zellen bestimmt. Silizium-Anoden versprechen Vorteile bei Reichweite und Nutzlast. Die USA und Europa haben zudem erkannt, dass sie die heimischen Lieferketten von den asiatischen Herstellern unabhängiger machen müssen. Wir sehen uns daher heute die Bemühungen von Rheinmetall, die neuesten Innovationen von HPQ Silicon und die Batterieaktivitäten von BYD genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Systemintegration und Vernetzung

    Rheinmetall vollzieht seit mehreren Monaten eine Transformation. Der Düsseldorfer Konzern versteht sich längst nicht mehr als klassischer Munitions- und Fahrzeughersteller, sondern will alle Bereiche der Verteidigung abdecken. Ein besonderer Fokus liegt auf vernetzten, unbemannten Einsatzplattformen. Der Auftragsbestand von über 80 Mrd. EUR zeigt, dass die Nachfrage nach modernen Verteidigungslösungen ungebrochen hoch ist, und ein wachsender Teil davon entfällt auf Drohnen und autonome Systeme. Die Nachrichten aus den letzten zwei Monaten unterstreichen das deutlich.

    Im Bereich der Loitering Munitions, sprich Kamikaze-Drohnen, hat Rheinmetall mit dem System FV-014 einen modularen Schwarmwerfer etabliert, der von einem LKW aus gestartet Ziele auf bis zu 100 km Entfernung bekämpfen kann. Parallel treibt der Konzern die Integration der MQ-28 Ghost Bat von Boeing für bemannt-unbemannte Teams voran. Die Software- und Missionsintegration soll in Deutschland erfolgen, mit heimischen Sensoren und Waffen. Auch bei autonomen Bodenfahrzeugen setzt Rheinmetall auf Partnerschaften. Die Übernahme der kroatischen DOK-ING und das neue Kompetenzzentrum für Landautonomie in Großbritannien schaffen Kapazitäten für schwere, KI-gesteuerte Plattformen.

    Ein weiteres Standbein bleibt die Luftverteidigung gegen Drohnen. Mit Skynex und der Einbindung passiver Radar-Technologie in das Skymaster-Führungssystem verbessert der Konzern die Abwehrfähigkeit gegen solche Schwärme. Die Entwicklung eines Hochenergie-Lasers für die Marine zeigt zudem, wie Rheinmetall auf neue Bedrohungsszenarien reagiert. Die strategische Partnerschaft mit Lockheed Martin zur ATACMS-Co-Produktion in Deutschland ergänzt das Portfolio um präzisionsgelenkte Waffen. Für Investoren, die auf europäische Verteidigungstechnologie mit Fokus auf Autonomie und Vernetzung setzen, bleibt Rheinmetall die Nummer 1.

    HPQ Silicon - zwei Säulen und Wasserstoff als Bonus

    Das kanadische Technologieunternehmen HPQ Silicon hat sich breit aufgestellt. Im Mittelpunkt steht ein diversifizierter Material-Portfolio-Ansatz. Zuletzt standen vor allem die Geschäftsbereiche Silizium-Anoden-Batterien und Fumed Silica, hergestellt aus Quarz, im Mittelpunkt. Beide sind auf die Kommerzialisierung von Hochleistungsmaterialien in profitablen Nischenmärkten ausgerichtet. Dabei setzt HPQ auf zwei starke Partner mit Novacium für die Batterietechnologien und PyroGenesis für das Fumed-Silica-Verfahren. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen an der Wasserstoffproduktion aus Aluminiumabfällen. Hier heißt der Partner ebenfalls Novacium, der das HyDRAS-Verfahren entwickelt hat, um Aluminiumschlacken und Rotschlamm in grünen Wasserstoff zu verwandeln.

    Der mit Abstand am weitesten fortgeschrittene Bereich ist das Batteriegeschäft. HPQ ist nicht nur strategischer Partner, sondern auch Aktionär des französischen Unternehmens Novacium, das Silizium-basierte Anodenmaterialien entwickelt. In den letzten Wochen gab es entscheidende Fortschritte. Am 6. August erreichten die ENDURA+ Gen4 21700-Zellen die UN-38.3-Transportzulassung, was den internationalen Versand für Kundenqualifizierungsprogramme ermöglicht. Am 19. August folgte der erste kommerzielle Auftrag für GEN3-Batteriepakete von LN Innov für FPV-Drohnen eines französischen Armeeregiments. Das ist eine wichtige kommerzielle Validierung im Verteidigungsumfeld.

    Die zweite Säule, die Produktion von Fumed Silica aus Quarz mittels Plasma-Prozess, ist technologisch vielversprechend und hat die Pilotphase erreicht. Die Pilotanlage läuft und derzeit laufen Gespräche, um den Schritt in die Kommerzialisierung zu gehen. Am 20. August präsentierte Novacium auf der COM 2026 in Calgary Forschungsergebnisse zum HyDRAS™-Verfahren, das Aluminiumabfälle in Wasserstoff verwandelt. Die Wasserstoffausbeute konnte unter Testbedingungen mehr als verdoppelt werden. Als Investor hat man mit HPQ Silicon gleich drei heiße Eisen im Feuer. Das Batteriegeschäft liefert bereits erste Umsätze, Fumed Silica und Wasserstoff sind vielversprechende Optionen für die Zukunft.

    BYD - Technologieführerschaft bei schwächeren Margen

    Die Auslieferungszahlen für Juli 2026 zeigen das gewohnte Bild. Mit 419.211 verkauften Fahrzeugen verbuchte BYD ein Plus von rund 22 % gegenüber dem Vorjahr und den dritten monatlichen Zuwachs in Folge. Der Haupttreiber war erneut das Auslandsgeschäft, das mit 179.841 Einheiten einen neuen Rekord erreichte und um 124 % zulegte. Das Problem bleiben die schrumpfenden Inlandsverkäufe, die um 9 % auf 239.370 Einheiten sanken. Damit hat sich der Anteil der Exporte an den Gesamtverkäufen auf knapp 44 % erhöht, verglichen mit 23 % im Gesamtjahr 2025. Die internationale Expansion wird zunehmend zum Wachstumspfeiler, unterstützt durch die kommende lokale Fertigung in Brasilien und Ungarn.

    Die im März vorgestellte zweite Generation der Blade Battery markiert einen bedeutenden Fortschritt bei der Zelltechnologie. Die Kombination aus LMFP-Kathode und Silizium-Kohlenstoff-Verbundanode hebt die Energiedichte auf 190 bis 210 Wh/kg. Das ist im Vergleich zum Vorgänger, der nur auf 140 bis 150 Wh/kg kam, ein deutlicher Sprung nach vorne. Die Schnellladefähigkeit von bis zu 6C ermöglicht Ladezeiten von etwa 9 Minuten für 10 bis 97 %. Dadurch erreicht das Flaggschiff-Modell Han L, oder "Great Han", eine CLTC-Reichweite von 1.008 km. Damit konnte der Konzern die Serienreife von Silizium-Anoden im Massenmarkt nachweisen.

    Im Juli sicherte sich BYD Energy Storage einen Großauftrag von Masdar für das "Round-the-Clock"-Projekt in Abu Dhabi. Dort soll ein 11,275 GWh Haohan-Speichersystem mit 1.644 MW Leistung gebaut werden. Das auf der 2.710 Ah Blade-Zelle basierende System erreicht in 20-Fuß-Containern bis zu 10 MWh Kapazität. Parallel dazu treibt BYD die Feststoffbatterie-Entwicklung voran. Sechs neue Patente im August 2026 adressieren Dual-Elektrolyt-Kathoden und Grenzflächenstabilität. Eine Pilotproduktion wird für 2027 angestrebt. Der Konzern will seine Technologieführerschaft, die viel Geld kostet, behalten, steht aber zugleich unter Druck durch den chinesischen Preiskampf und eine deutlich schwächere operative Entwicklung.


    Der 1,4 Mrd.-USD-Deal des Pentagons mit Sila Nanotechnologies zeigt deutlich, dass dem Batteriemarkt großes Wachstum bevorsteht, auch getrieben von der Verteidigungstechnologie. Rheinmetall positioniert sich als unverzichtbarer Systemintegrator für vernetzte, autonome Plattformen und profitiert von seinem riesigen Auftragsbestand. HPQ Silicon liefert mit seinem Partner Novacium bereits erste kommerzielle Batteriepakete an französische Militärkunden und hat damit die entscheidende Validierung erhalten. BYD beherrscht die Serienfertigung von Silizium-Anoden im Massenmarkt, muss aber sinkende Inlandsmargen und hohe Investitionen in Feststoffbatterien stemmen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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