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17.08.2026 | 05:10

BYD, dynaCERT, Lucid – Neue Modelle und neue Märkte sorgen für Kursfantasie

  • Wasserstoff
  • Elektromobilität
Bildquelle: Pixabay

Die Mobilitätswende läuft auf Hochtouren, doch der Verbrennungsmotor wird nicht über Nacht verschwinden. Während Elektroautohersteller mit neuen Modellen, höheren Reichweiten und immer kürzeren Ladezeiten angreifen, bleiben weltweit Millionen Lkw, Baumaschinen und Industrieaggregate noch jahrelang im Einsatz. Daraus entsteht ein gewaltiger Übergangsmarkt. Neue Antriebe müssen wachsen, während bestehende Motoren effizienter und emissionsärmer werden. Drei Unternehmen setzen an unterschiedlichen Seiten dieses Umbruchs an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008 , Lucid Group Inc. | US5494981039

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Inhaltsverzeichnis:


    dynaCERT – Jetzt rückt ganz Asien ins Visier

    Beim kanadischen Energieunternehmen nimmt die Expansion in Asien konkrete Formen an. Vietnam entwickelt sich zunehmend zum strategischen Referenzmarkt des kanadischen Cleantech-Unternehmens. Aktuell laufen mehrere Projekte parallel: Bei einem Abfall- und Recyclingunternehmen nahe Hanoi sollen HydraGEN-Systeme in Fernverkehrs-LKW zum Einsatz kommen. Gleichzeitig starten Pilotinstallationen bei einem großen Öl- und Gasunternehmen in Feuerwehrfahrzeugen, Gabelstaplern und Mobilkränen. Hinzu kommen bereits installierte Systeme bei einem der weltweit größten Logistikunternehmen im vietnamesischen Hafenbetrieb.

    Damit deckt dynaCERT inzwischen Anwendungen von Logistik und Hafenumschlag über Abfallwirtschaft bis zur Öl- und Gasindustrie ab. Das könnte zum Türöffner für weitere asiatische Märkte werden. Gespräche laufen bereits in Kambodscha, Indonesien und Japan.

    Weltweit sind weiterhin Millionen dieselbetriebene LKW, Baumaschinen, Generatoren und Industrieanlagen im Einsatz. Die von dynaCERT entwickelte Nachrüsttechnologie, HydraGEN, erzeugt Wasserstoff und Sauerstoff bedarfsgerecht und führt die Gase dem Motor zu. Dadurch soll die Verbrennung effizienter, der Kraftstoffverbrauch niedriger und der Schadstoffausstoß reduziert werden. Für Betreiber liegt der Vorteil auf der Hand, denn bestehende Maschinen können weiter genutzt werden, statt teure Neuanschaffungen vorzunehmen. Bei Standardanwendungen soll sich die Investition innerhalb von 1,5 bis 2 Jahren amortisieren.

    Zusätzlichen Hebel bietet HydraLytica. Die Telematik-Plattform erfasst Motor- und Verbrauchsdaten und schafft damit die Grundlage zur Quantifizierung von Emissionseinsparungen. Die von Verra zertifizierte Methodik eröffnet perspektivisch zudem den Zugang zum Markt für Emissionszertifikate.

    Dass die Kommerzialisierung vorankommt, zeigte bereits der erste Serienauftrag aus Vietnam im Juni. Zudem verfügen die Kanadier mit einer gesicherten Finanzierung über 5 Mio. CAD über frisches Kapital für den weltweiten Vertrieb. Gelingt es, die laufenden Pilotprojekte in größere Flottenaufträge zu überführen, könnte Vietnam erst der Anfang einer deutlich größeren Expansion sein.

    BYD – News über News

    Der chinesische Automarkt gilt weiterhin als sehr umkämpft. Unternehmen wie BYD versuchen daher neben ständigen Innovationen im heimischen Markt, ihre Produkte auf ausländischen Märkten erfolgreich abzusetzen. Jüngst hat der Konzern auf dem chinesischen Markt den Vorverkauf für das SUV-Modell Sealion 08 gestartet. Das Fahrzeug dient als neues Spitzenmodell innerhalb der Ozean-Produktreihe des Herstellers und wird sowohl als reines Elektrofahrzeug als auch als Plug-in-Hybrid angeboten.

    Je nach Antriebsart und Innenraumgestaltung mit fünf oder sechs Sitzplätzen liegen die Vorverkaufspreise zwischen 230.000 und 280.000 CNY. Technisch zeichnet sich die Hybridvariante durch eine Schnellladefunktion aus, die in Kombination mit der zweiten Generation der firmeneigenen Blade-Batterie kurze Ladezeiten ermöglicht. Zur weiteren Ausstattung gehören eine Hinterachslenkung, ein Luftfahrwerk sowie kamerabasierte Assistenzsysteme.

    Zudem brachte BYD in China die Limousine Qin Max auf den Markt. Das Fahrzeug ergänzt die Qin-Reihe und richtet sich gezielt an eine jüngere Kundschaft. Die Preise beginnen bei 99.900 CNY für das Basismodell und reichen bis 143.900 CNY für die Höchstausstattung. Insgesamt stehen neun Varianten mit Elektro- oder Hybridantrieb zur Auswahl. Die elektrische Ausführung bietet eine Reichweite von bis zu 630 km, während das Hybridmodell mit einer Kombination aus Benzin- und Elektromotor eine Gesamtreichweite von bis zu 2.370 Kilometern erreicht. Der Verkaufsstart soll den Absatz der Modellreihe wieder anheben, nachdem die Verkaufszahlen der Qin-Serie im bisherigen Jahresverlauf rückläufig waren.

    Auf internationaler Ebene bereitet BYD in Südkorea die Auslieferung des Plug-in-Hybrids Sealion 6 DM-i vor. Nach Abschluss der lokalen Zertifizierungsverfahren wird das Modell ab einem Grundpreis von 37,5 Mio. südkoreanische Won angeboten. Bei der Marktexpansion setzt der Konzern auf seine starke Expertise im Bereich Elektromotoren. Die eigenentwickelten Elektromotoren erreichen einen maximalen Wirkungsgrad von 97,5 %, was die Nachfrage nach Fahrzeugen von BYD in diesem Markt erhöhen soll.

    Lucid Group - Anteile im Ausverkauf

    Lucid Group ist ebenfalls am maßgeblichen Wandel des Automobilmarkts beteiligt. Der Bau von innovativen E-Autos konnte dem Unternehmen im Quartal 2026 einen Umsatz von 405 Mio. USD, und einen Anstieg von 56 % im Jahresvergleich verschaffen. Die Auslieferungen stiegen um 19 % auf 3.953 Fahrzeuge. Die Produktion wurde hingegen absichtlich auf 4.774 Einheiten reduziert, um bestehende Lagerbestände abzubauen und so finanzielle Mittel freizusetzen.

    Insgesamt beläuft sich die Liquidität des Autobauers auf 3 Mrd. USD. Um die internen Abläufe zu optimieren, hat das Management ein Restrukturierungsprogramm eingeleitet. Das Ziel besteht darin, den Cashflow im Jahr 2026 durch geringere Betriebsausgaben, reduzierte Investitionen und niedrigere Lagerbestände, um insgesamt 1,4 Mrd. USD zu verbessern. Der strategische Fokus des Unternehmens liegt künftig auf der Entwicklung von Robotaxis, der geplanten Mittelklasse-Fahrzeugplattform sowie dem Ausbau der Produktionsstätte in Saudi-Arabien. Zudem soll der neue Finanzchef Alexander De Bock für eine strengere Ausgabenkontrolle sorgen und das Vertrauen der Investoren wiederherstellen. Zuvor hatte der Geschäftsführer öffentlich Fehler eingeräumt, da das Unternehmen in der Vergangenheit mit Produktverzögerungen und Softwarefehlern konfrontiert war.

    Parallel zu diesen operativen Veränderungen haben große institutionelle Anleger ihre Anteile an dem Fahrzeughersteller deutlich ausgebaut. Der Finanzdienstleister State Street kaufte im zweiten Quartal Aktien hinzu und erhöhte seinen Bestand um fast 98 % auf gut 5,25 Mio. Stück. Für State Street ist dies die größte Aktienposition seit dem Börsengang von Lucid im Jahr 2021.

    Auch der Vermögensverwalter BlackRock erweiterte seine Beteiligung im selben Zeitraum um rund 94 % auf über 12,1 Mio. Aktien. BlackRock stockt seine Position damit bereits im siebten aufeinanderfolgenden Quartal auf. Die Mehrheit der Unternehmensanteile befindet sich weiterhin im Besitz von saudischen Investoren sowie dem Fahrdienstleister Uber.


    Die Mobilitätswende eröffnet Chancen weit über das klassische Elektroauto hinaus. BYD greift mit neuen Modellen und seiner Batterietechnik weltweit an, während Lucid Group mit Robotaxis und einer neuen Mittelklasse-Plattform den Turnaround erzwingen will. Den spekulativ größten Hebel bietet dynaCERT. Werden aus den Pilotprojekten in Vietnam größere Flottenaufträge, könnte die Expansion nach Asien dem bislang kleinen Cleantech-Unternehmen eine völlig neue Größenordnung eröffnen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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