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16.10.2026 | 05:20

Power Metallic Mines, Siemens Energy, BYD – Elektroautos im Exportboom brauchen Kupfer und Strom

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Bildquelle: KI generiert

180.700 Neuenergiefahrzeuge hat ein einziger chinesischer Automobilhersteller im September ins Ausland verkauft. Das sind rund 39 % seines Absatzes und mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Dahinter steckt zuerst Material, unter anderem Kupfer und Nickel für Batterie und Motor sowie Platingruppenmetalle für den Katalysator der Hybride. Dazu braucht es Strom, damit all diese Autos auch geladen werden können. Das zeigt, wie die Lieferketten aussehen müssen, damit die Elektroautos fahren können. Das spielt Rohstoffförderern und Stromerzeugern in die Karten. Wir sehen uns daher Power Metallic Mines, Siemens Energy und BYD genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Power Metallic Mines Inc | CA73929R1055 , SIEMENS ENERGY AG NA | DE000ENER6Y0 , BYD CO. LTD H | CNE100000296

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Power Metallic Mines – Kupfer im Boden, Tiefe noch offen

Am 8. September hat Power Metallic Mines seine erste Ressourcenschätzung für die Lion Zone vorgelegt, die Entdeckung im Projekt Nisk in Québec. SGS Canada weist 4,145 Mio. t in der Kategorie „angezeigt“ mit 3,86 % Kupferäquivalent aus, dazu 0,601 Mio. t „abgeleitet“ mit 4,01 %. Mehr als 85 % der Ressource zählen damit zur abgesicherten Kategorie. Palladium, Platin, Gold, Silber und Nickel kommen zum Kupfer hinzu. Weil die Vererzung bis an die Oberfläche reicht, spielt das dem Tagebau in die Karten. Die Basis steht.

Die Frage für Investoren lautet: Wie weit reicht der Erzkörper? Die jüngste Tiefenbohrung vom 22. September liefert eine erste Antwort. In etwa 800 m vertikaler Tiefe stießen die Geologen auf einen Abschnitt von 5,70 m mit 14,00 % Kupferäquivalent nach Gewinnungsraten, darin 2,15 m mit 24,62 %. Das Loch liegt nach Unternehmensangaben rund 25 % tiefer als das tiefste Loch der Ressourcenschätzung, und laut Unternehmen steigen dort sogar die Gehalte. Das könnte der Ressource auf die Sprünge helfen. Die Ergebnisse einer weiteren Bohrung stehen noch aus. Firmenchef Terry Lynch plant, bis in etwa 1.200 m Tiefe zu bohren. Damit geht es noch weiter nach unten.

Am 5. Oktober hat Power Metallic das Ingenieurbüro BBA beauftragt, eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie zu erstellen. Sie umfasst die Lagerstätten Lion und Nisk Main, Lion steht im Mittelpunkt. Das Ergebnis soll im ersten Halbjahr 2027 vorliegen, bezahlt wird aus vorhandenen Barmitteln. CEO Terry Lynch denkt zuerst an einen Tagebau und rechnet damit, dass sich die Investition gut ein Jahr nach Produktionsstart bezahlt macht. Mit der Studie will man zeigen, was Lion wert ist. Bis Jahresende sollen zudem neue Metallurgiestudien von SGS vorliegen. Fallen sie gut aus, könnte bei Nisk Main der Knoten platzen.

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Siemens Energy – Auftragsbuch voll, Prognose bestätigt

Bei den Münchnern läuft die Maschine auf Hochtouren. Am 30. September bekräftigte der Konzern, dass der Gasturbinenmarkt jährlich rund 110 bis 120 Gigawatt (GW) umfasst, dazu kommt ein Potenzial von 10 bis 20 Gigawatt aus Rechenzentren. In den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres verbuchte Siemens Energy rund 40 GW an Festaufträgen für Gasturbinen, davon 15 GW im 3. Quartal. Mit Reservierungsvereinbarungen liegen die Kundenverpflichtungen bei 95 GW. Ende September wurde eine Vereinbarung mit dem amerikanischen Unternehmen Dynamis Power Solutions bekannt, die Gasturbinenkerne aus dem britischen Lincoln umfasst. Die Nachfrage ist weiterhin hoch.

Am 24. September startete die dritte Tranche des Aktienrückkaufprogramms. Sie umfasst bis zu 2 Mrd. EUR und soll spätestens am 31. März 2027 abgeschlossen sein. Das gesamte Programm ist auf bis zu 6 Mrd. EUR bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 angelegt. Die Dividendenpolitik bleibt unverändert, ausgeschüttet werden 40 bis 60 % des Nettogewinns, der den Aktionären zusteht. Wer Anteile hält, bekommt damit ein größeres Stück vom Kuchen, solange der Konzern weiter Geld verdient. Die Münchner wollen dabei über den gesamten Zyklus ein Unternehmen mit mehr Geld als Schulden bleiben.

Am 11. November legt Siemens Energy die Zahlen zum 4. Quartal und zum Geschäftsjahr vor. Die Prognose bestätigte der Konzern am 30. September, die Profitabilität soll am oberen Ende der Spanne liegen. Baustellen gibt es trotzdem. Bei Siemens Gamesa gelang zuletzt das erste positive Quartalsergebnis seit dem 4. Quartal des Geschäftsjahres 2022, das Ziel für das Gesamtjahr ist ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Auftragseingang bei Windparks auf See blieb unter den Erwartungen, weil Projektentscheidungen ins nächste Geschäftsjahr rutschten. Gamesa ist noch nicht über den Berg. 

BYD – Exporte treiben, Brüssel könnte bremsen

Im September hat BYD 463.561 Neuenergiefahrzeuge verkauft, so viele wie in keinem anderen Monat dieses Jahres. 273.143 davon waren reine Batterieautos. Das sind 33,2 % mehr als vor einem Jahr. Über die ersten neun Monate kommt der Konzern auf 3.131.576 Fahrzeuge, ein Minus von 3,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Haupttreiber des Absatzwachstums war vor allem das Ausland. Der Export stieg von Januar bis September um 92,7 % auf 1.342.960 Fahrzeuge. Auf dem Heimatmarkt China setzte BYD im September 282.861 Fahrzeuge ab. Die Nachfrage aus dem Ausland hält das Unternehmen auf Kurs, im Jahresvergleich steht dennoch ein Minus.

In Europa will BYD dauerhaft Fuß fassen. Vizepräsidentin Stella Li machte auf der Pariser Automesse laut Bericht vom 12. Oktober klar, dass das Engagement langfristig angelegt ist. Bis Ende 2029 soll die Belegschaft auf dem Kontinent auf rund 40.000 Beschäftigte wachsen. Das erste Werk in Ungarn steht kurz vor der Eröffnung, für ein zweites kommen Frankreich und Spanien infrage, entschieden werden soll bis Jahresende. Auf lange Sicht plant BYD drei Montagewerke und eine Batteriefabrik. Außerdem soll das Händlernetz wachsen, die Modelle werden stärker auf europäische Käufer zugeschnitten. Des Weiteren kommen Hybrid-Modelle für den Markt heraus.

Aus Brüssel droht allerdings Gegenwind. Laut Bloomberg will die EU die Einfuhr chinesischer Hybride auf 350.000 Fahrzeuge im Jahr deckeln, womöglich ab dem 1. Dezember. Für BYD wäre das ein Risiko. In Deutschland entfallen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts in diesem Jahr 61,5 % der BYD-Zulassungen auf Plug-in-Hybride. In den USA verkauft der Konzern vorerst keine Pkw, da die Geopolitik laut Li eine große Hürde darstellt. Gelingt der Aufbau eigener Werke in Europa, wäre BYD weniger von Importen abhängig.

Fazit

Elektrifizierung braucht Rohstoffe, Strom und Käufer, und alle drei Glieder der Kette sind in Bewegung. Power Metallic Mines hat mit der Ressourcenschätzung, der Tiefenbohrung und der anstehenden Wirtschaftlichkeitsstudie in wenigen Wochen mehrere Meilensteine gesetzt. Gelingt der Nachweis in der Tiefe, könnte das Projekt weiter an Potenzial gewinnen. Siemens Energy hat die Prognose bestätigt und gibt über den Rückkauf Geld an die Aktionäre zurück, nur Gamesa bleibt eine Baustelle. BYD wächst im Ausland kräftig, muss aber auf Entscheidungen aus Brüssel achten. Die Kette hängt letztlich an den Rohstoffen.

 


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Der Autor

Armin Schulz

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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