Menü schließen




12.03.2026 | 05:00

Lösungen statt Energiekrise: Das Potenzial von CHAR Technologies, Linde und DuPont

  • Biokohle
  • PFAS
  • Gaserzeugung
  • Energiekrise
  • Industrie
Bildquelle: KI

Die deutsche Wirtschaft steht unter enormem Druck. Nach Jahren steigender Energiepreise und einer zunehmend komplizierten Rohstoffversorgung geht in Bevölkerung und Industrie die Angst vor einem schleichenden Niedergang um. Strompreise für energieintensive Unternehmen verharren auf einem Niveau, das deutlich über dem der Vorjahre liegt. Industrie-Experten warnen seit längerem vor einer dauerhaften Abwanderung von Produktionskapazitäten in günstigere Regionen wie die USA, wo die Stromkosten für die Industrie im vergangenen Jahr weniger als halb so hoch waren wie in der Europäischen Union. Um das Überleben der Industrie zu sichern, rücken neue Ansätze in den Fokus. Gefragt sind Lösungen, die die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten aufbrechen und die Versorgung flexibler machen. Hier setzen unterschiedliche Ansätze an: Während die Konzerne Linde und DuPont bevorzugt Partner der ganz Großen sind, besetzt der kanadische Innovator CHAR Technologies die spannende Nische der dezentralen Energiegewinnung.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CHAR Technologies Ltd. | CA15957L1040 , LINDE PLC EO 0_001 | IE00BZ12WP82 , DUPONT DE NEMOURS INC. ON | US26614N1028

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    CHAR Technologies als Pionier der dezentralen Pyrolyse

    Im Bereich der dezentralen Ressourcengewinnung hat sich CHAR Technologies in Stellung gebracht. Das Geschäftsmodell adressiert zeitgleich zwei gewaltige Industrieprobleme: die teure Abfallentsorgung und den Bedarf an klimaneutraler Energie. Das technologische Herzstück bildet eine Hochtemperatur-Pyrolyse, die organische Materialien bei über 800 Grad Celsius in feste Biokohle und energiereiches Synthesegas spaltet. Die Biokohle kann fossile Kohle in der Stahl- und Metallindustrie nahezu eins zu eins ersetzen, während das erzeugte Gas für Wärme, erneuerbares Erdgas oder grünen Wasserstoff genutzt wird. Ein bahnbrechender Erfolg gelang dem Unternehmen zudem bei der Abwasserreinigung. In einem Projekt in den USA wies CHAR nach, dass die Anlage die gefährlichen und extrem hartnäckigen PFAS-Chemikalien im Klärschlamm zerstören kann. Das eröffnet dem Unternehmen einen massiven Wachstumsmarkt bei Kommunen, die unter immer strengeren Auflagen und den genannten „Ewigkeits-Chemikalien“ leiden.

    Smarte Lizenzen und starke Partner schonen das Kapital

    Operativ macht das Unternehmen derzeit den entscheidenden Schritt vom Entwickler zum Produzenten. Mit der aktuellen Inbetriebnahme der ersten Phase des kanadischen Vorzeigeprojekts in Thorold beweist CHAR die industrielle Skalierbarkeit seiner Technologie. Ein zweites Biokohle-Projekt in Espanola auf dem Gelände einer ehemaligen Zellstofffabrik steht bereits in den Startlöchern. Um international rasch zu wachsen, ohne dabei immens viel eigenes Kapital zu binden, setzt das Management auf clevere Partnerschaften. So sichert eine Lizenzvereinbarung mit einem französischen Entwickler künftig den Markteintritt in Europa und verspricht attraktive Margen durch laufende Tantiemen. Auch bei Investoren rückt der auch in Deutschland gelistete Titel zunehmend in den Fokus: Die BMI Group baut ihr finanzielles Engagement bei CHAR massiv aus und dürfte künftig mehr als 10 % der Anteile halten, was Investorenvertrauen in die Technologie belegt.

    Gute Gelegenheit? Die Aktie von CHAR Technologies ist in Habachtstellung.

    Linde liefert die Infrastruktur für sauberes Gas

    Während Char dezentrale Lösungen auch für kleinere Unternehmen bietet, liefert der Gase-Konzern Linde die zentralen Bausteine für die industrielle Dekarbonisierung im großen Stil. Das weltgrößte Industriegasunternehmen besetzt die komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette und baut gewaltige Elektrolyseure sowie Anlagen zur Verteilung und kryogenen Speicherung. Ein Paradebeispiel für diese strategische Ausrichtung ist der geplante Bau eines 100-Megawatt-Elektrolyseurs für den Shell-Chemiepark im Rheinland, der ab 2027 saubere Energie liefern soll. Solche Infrastruktur bildet das Rückgrat der heimischen Großindustrie. Finanziell agiert der Konzern aus einer Position der Stärke heraus. Mit einem Projektbestand von 10 Mrd. USD, wovon 65 % auf saubere Energien entfallen und einer enormen Preissetzungsmacht durch Langzeitverträge bietet Linde Investoren einen sicheren Hafen gegen kurzfristige Schwankungen.

    DuPont als Klammer des Ökosystems

    Die technologische Klammer zwischen diesen beiden Welten bildet der Materialspezialist DuPont. Das Unternehmen stellt die zwingend notwendigen Komponenten her, um moderne Energieanlagen überhaupt effizient betreiben zu können. Ob es um hocheffiziente Spezialmaterialien für die Gasreinigung bei Linde geht oder um komplexe Wasseraufbereitungssysteme für die Kühlung und Dampferzeugung in Pyrolyse-Anlagen wie denen von CHAR – DuPont liefert die Bausteine dafür. Ein aktuelles Beispiel ist eine neue Umkehrosmose-Membran, die industrielles Abwasser unter extrem hohem Druck reinigt, die Wasserrückgewinnung maximiert und gleichzeitig den Energieverbrauch senkt. In Zeiten anhaltend hoher Stromkosten ist dies ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für Industriekunden.

    Für Investoren stellt dieses Trio eine exzellente Mischung dar: Linde und DuPont bilden die etablierten und stabilen Basisinvestments für das Depot. CHAR Technologies wiederum liefert angesichts der anlaufenden kommerziellen Produktion und der Lösung hochaktueller Entsorgungsprobleme spekulativ ausgerichteten Anlegern eine dynamische Rendite-Chance für die Zukunft. Die Aktie von CHAR ist trotz operativer Fortschritte in den vergangenen Wochen zurückgekommen. Anleger sollten den Wert im Blick haben, das Geschäftsmodell und auch die Expansion nach Europa klingen vielversprechend.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 26.02.2026 | 05:00

    Wasserstoff-Wende: Wie dynaCERT, Plug Power und Ballard Power Systems den Transportsektor dekarbonisieren

    • Wasserstoff
    • Übergangstechnologie
    • Industrie
    • Klimawende
    • Transformation

    Der Markt für wasserstoffbetriebene Logistik erreicht im Jahr 2026 ein Volumen von 32,47 Mrd. USD und steht vor einem Wachstum auf voraussichtlich 204,9 Mrd. USD bis zum Ende der Dekade. Die Internationale Energieagentur (IEA) berichtet, dass die globale Nachfrage nach Wasserstoff im abgelaufenen Jahr bei fast 100 Mio. t lag, wovon jedoch weniger als 1 % aus emissionsarmen Quellen stammte. In den USA zwingen Zölle auf Elektrolyseure und Brennstoffzellen, die sich im Bereich von 10 % bis 30 % bewegen, die Industrie zum Aufbau lokaler Lieferketten. In Europa schafft der REPowerEU-Plan zusammen mit der EU-Wasserstoffstrategie einen stabilen Rahmen für Investitionen in Infrastruktur. Ein sofortiger und flächendeckender Austausch der weltweiten Schwerlastflotten gegen komplett emissionsfreie Fahrzeuge wäre jedoch schwer zu realisieren und zudem ökonomisch unsinnig. Stattdessen schicken sich Unternehmen an, Bestandsflotten nachzurüsten oder auf anderen Wegen die Wasserstoff-Wende voranzubringen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 26.02.2026 | 05:00

    Chancen dank Industriewende: Die geschlossene Wertschöpfungskette von CHAR Technologies, PyroGenesis und BASF

    • Pyrolyse
    • Biokohle
    • Gaserzeugung
    • Industrie

    Wenn es um die klimaneutrale Wende der Industrie geht, markiert die aktuelle Phase für viele Unternehmen den Übergang von der strategischen Planung in die operative Umsetzung. Laut aktuellen Publikationen von McKinsey und der Internationalen Energieagentur (IEA) hängt etwa die Hälfte der erforderlichen Reduktion von CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 von der Bereitstellung alternativer Wärmequellen für die Produktion grundlegender Industriematerialien wie Stahl, Zement und Chemikalien ab. Der regulatorische Rahmen wird in Europa und Nordamerika durch das Emissionshandelssystem (ETS) und verschärfte Standards für die Kreislaufwirtschaft definiert, was den finanziellen Druck auf CO2-intensive Verfahren erhöht. In diesem Umfeld setzt sich die thermische Zersetzung organischer Stoffe unter Sauerstoffabschluss, bekannt als Pyrolyse, um Abfallströme energetisch zu verwerten und als Kohlenstoffsenken nutzbar zu machen, immer mehr durch. CHAR Technologies, PyroGenesis und BASF spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, die von der dezentralen Abfallverwertung über spezialisierte Anlagentechnik bis hin zur industriellen Anwendung reicht.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 18.02.2026 | 05:30

    Verbio, CHAR Technologies und Waste Management – diese 3 Aktien zusammen machen aus Abfall Milliarden!

    • Verbio
    • CHAR Technologies
    • Waste Management
    • Biokraftstoffe
    • Biodiesel
    • Biokohle
    • Synthesegas
    • PFAS
    • Recycling
    • Restabfallverwertung

    Die globale Abfallwirtschaft verwandelt sich bis 2026 in einen Milliardenschauplatz. Über 2,3 Mrd. t Müll jährlich erzwingen radikale Innovationen, die aus reinen Kostenstellen profitable Wachstumsmärkte formen. Künstliche Intelligenz und Waste-to-Energy-Technologien verschmelzen zu einem Ökosystem, das Effizienzrekorde bricht. Diese Dynamik erfasst nicht nur Branchengrößen, sondern auch spezialisierte Vorreiter, die mit Biogas-Optimierung, Pyrolyse-Verfahren und globaler Logistik die Zukunft gestalten. Wie genau Verbio, CHAR Technologies und Waste Management von diesen Megatrends profitieren, lesen Sie hier.

    Zum Kommentar