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26.06.2026 | 05:10

Chevron, RE Royalties, Super Micro Computer - Drei Profiteure des KI- und Energiebooms

  • KI
  • erneuerbare Energien
Bildquelle: pixabay.com

Der KI-Boom frisst Strom, Rohstoffe und Rechenleistung in immer größerem, wodurch neue Gewinnerprofile entstehen. Während ein Energieriese seine Gasförderung mit der Stromversorgung von Rechenzentren verknüpft, kassiert ein Finanzierer der Energiewende an langfristigen Cashflows aus Solar-, Wind- und Speicherprojekten mit. Gleichzeitig beschleunigt ein Server- und Kühlungsspezialist den Bau der nächsten KI-Fabriken. Die Schnittmenge aus Energie, Infrastruktur und Künstlicher Intelligenz könnte sich damit als einer der spannendsten Renditetreiber der kommenden Jahre entpuppen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SUPER MICRO COMPUTER INC | US86800U3023 | NASDAQ: SMCI , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , CHEVRON CORP. DL-_75 | US1667641005

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Inhaltsverzeichnis:


    Chevron - Zwischen Rohstoffförderung und Tech-Infrastruktur

    Der globale Energiehunger wächst durch neue Technologien und Innovationen in das Unabsehbare. Aus diesem Grund baut der US-amerikanische Energiekonzern Chevron seine Aktivitäten im östlichen Mittelmeerraum aus.

    Jüngst sicherte sich das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung von 70 % am Offshore-Feld Block 10, welches sich im südlichen Ionischen Meer vor der griechischen Küste befindet. Im Zuge dessen übernimmt Chevron auch die operative Leitung des Projekts. Der bisherige Alleineigentümer, die griechische Firma Helleniq Energy, behält die verbleibenden 30 % der Anteile. Das Projekt befindet sich aktuell in der zweiten Erkundungsphase. Die Erhebung seismischer Daten zur Lokalisierung potenzieller Bohrstellen ist bereits abgeschlossen. Mit dieser Vereinbarung vertiefen die beiden Konzerne ihre bestehende Kooperation, die mittlerweile fünf gemeinsame Öl- und Gasexplorationsgebiete in den dortigen Gewässern umfasst.

    Neben der klassischen Rohstoffsuche erschließt Chevron ein weiteres Geschäftsfeld in der Stromversorgung für den Technologiesektor. Eine Tochtergesellschaft des Energieunternehmens hat einen Liefervertrag mit Microsoft unterzeichnet. Diese Vereinbarung ist auf 20 Jahre ausgelegt und umfasst ein finanzielles Volumen von etwa 7 Mrd. USD. Gegenstand des Abkommens ist der Bau eines modularen Kraftwerks im Westen des US-Bundesstaates Texas. Die geplante Anlage soll eine Leistung von 2,67 Gigawatt erbringen und ausschließlich ein Rechenzentrum von Microsoft versorgen.

    Chevron nutzt bei diesem Vorhaben die direkte Nähe zur eigenen Erdgasförderung im Permian-Becken. Das geförderte Gas wird vor Ort zur Stromerzeugung genutzt, wofür Turbinen externer Partnerunternehmen verbaut werden. Die finale Investitionsentscheidung ist für Ende 2026 angesetzt, die erste Stromlieferung wird für das Jahr 2028 anvisiert. Das Anlagenkonzept sieht eine Reduzierung von Lärm-, Licht- und Abgasemissionen vor und verwendet für den Betrieb ausschließlich Wasser, das nicht die Kriterien für Trinkwasser erfüllt. Durch dieses Projekt agiert Chevron nicht mehr nur als Rohstofflieferant, sondern als direkter Infrastrukturpartner für Rechenzentren.

    RE Royalties – Saubere Energie, starke Cashflows, große Kursfantasie

    Der Ausbau erneuerbarer Energien entwickelt sich in Nordamerika zu einem milliardenschweren Finanzierungsthema. Allein in den USA stammten 2025 rund 90 % der neu installierten Stromkapazität aus sauberen Quellen wie Solar, Wind oder Batteriespeichern. In Kanada dürfte sich die Dynamik ebenfalls fortsetzen. Laut einem Marktausblick sollen bis 2035 mindestens 59 GW neue Projekte ans Netz gehen. Dahinter stehen strukturelle Treiber wie der steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, Elektrifizierung und der Wunsch nach mehr Energiesicherheit.

    Das kanadische Unternehmen RE Royalties hat die Zeichen der Zeit erkannt und überträgt das aus dem Rohstoffsektor bekannte Royalty-Modell auf erneuerbare Energien. Statt selbst Wind- oder Solarparks zu bauen, stellt RE Royalties Projektentwicklern Kapital zur Verfügung und erhält im Gegenzug langfristige umsatzabhängige Lizenzgebühren. Ergänzt wird dieses Modell durch besicherte Brückenfinanzierungen mit kurzen Laufzeiten, deren Rückflüsse direkt in neue Projekte reinvestiert werden können. So entsteht ein Kapitalkreislauf aus kurzfristigen Zinserträgen und langfristigen, wiederkehrenden Cashflows.

    Gerade diese Kombination macht das Geschäftsmodell spannend. Viele kleine und mittelgroße Entwickler sind für Banken oder große Private-Equity-Häuser zu klein, obwohl ihre Projekte wirtschaftlich attraktiv sind. RE Royalties schließt genau diese Finanzierungslücke. Das Unternehmen profitiert damit von einem Markt, in dem der Bedarf an nicht verwässerndem Wachstumskapital steigt, während klassische Finanzierer häufig zurückhaltend bleiben.

    Die Zahlen zeigen, dass das Modell funktioniert. Seit Gründung 2016 wurden mehr als 83 Mio. CAD in 29 Transaktionen investiert. Daraus entstand ein Portfolio von 135 Projekten aus den Bereichen Solar, Wind, Speicher, Wasserkraft, Energieeffizienz und Biogas. Die gewichtete Rendite seit Start liegt bei 19 %. Hinzu kommt eine Auftragspipeline mit mehr als 50 Mio. CAD, wobei 41 % aus bestehenden oder wiederkehrenden Kundenbeziehungen stammen.

    Auch operativ wächst RE Royalties dynamisch. Von 2019 bis 2023 lag das annualisierte Umsatzwachstum bei 63 %, für 2025 weist das Unternehmen 6,2 Mio. CAD Umsatz aus. Gleichzeitig ist die Börsenbewertung mit rund 16 Mio. CAD gemessen an Portfolio, Cashflow-Profil und Wachstumsperspektiven weiterhin überschaubar. Dass Insider rund 24 % der Aktien halten, unterstreicht zusätzlich die Interessengleichheit mit den Aktionären.

    Super Micro Computer – Enger mit Nvidia

    Der US-amerikanische Hardwarehersteller Super Micro Computer stärkt seine Marktposition im Bereich der künstlichen Intelligenz durch eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Halbleiterkonzern Nvidia. Auf der Fachmesse ISC in Hamburg stellte das Unternehmen eine neue Generation modularer Systemlösungen für Rechenzentren vor. Diese sogenannten Data Center Building Block Solutions basieren auf einer integrierten Flüssigkühlung und sind speziell für die zukünftige Vera-Rubin-Architektur von Nvidia optimiert worden.

    Die Technologie soll es Betreibern von Rechenzentren ermöglichen, die für komplexe KI-Prozesse notwendige Infrastruktur schneller und effizienter aufzubauen. Durch diese maßgeschneiderten Hardwarekomponenten passt sich das Unternehmen direkt an die technologischen Zyklen des führenden Chipentwicklers an.

    An den Finanzmärkten sorgten die Produktvorstellungen sowie veränderte Bewertungen für erhebliche Bewegung bei der Aktie des Konzerns. Zum Beginn der Handelswoche verzeichnete das Wertpapier einen Kurszuwachs von mehr als 15 % auf rund 36 USD, was den stärksten Tagesanstieg innerhalb eines Jahres darstellte. Begleitet wurde diese Aufwärtsbewegung von einer neuen Einschätzung des Analysehauses GF Securities. Die Experten stuften den Titel von einer neutralen Halteposition auf eine Kaufempfehlung hoch und definierten ein Kursziel von 48 USD. Zur Begründung verwiesen die Analysten auf die ungebrochen hohe Nachfrage nach Serverarchitekturen. Zuvor stand die Aktie unter erheblichem Druck und verlor zwischenzeitlich fast 30 % an Wert, nachdem das Management eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 7 Mrd. USD angekündigt hatte.


    Chevron zeigt, wie eng Energieversorgung und KI-Infrastruktur inzwischen verzahnt sind. RE Royalties profitiert vom milliardenschweren Ausbau erneuerbarer Projekte mit einem skalierbaren Cashflow-Modell. Super Micro Computer wiederum liefert die passende Hardware für die nächste Generation von KI-Rechenzentren. Drei Unternehmen, drei Hebel und ein gemeinsamer Nenner. Alle sitzen an entscheidenden Schnittstellen eines Booms, der gerade erst an Fahrt aufnimmt.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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