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04.08.2026 | 05:30

KI braucht Grundlast: Wie SAP die KI monetarisiert, Standard Uranium die Uran-Lieferkette unterstützt und Amazon Kernkraftwerke baut

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Künstliche Intelligenz hat Einzug gehalten in die Wirtschaft und ist dort auch langfristig nicht mehr wegzudenken. Während sich die Öffentlichkeit auf Themen wie KI-Agenten, die neuesten Modelle von ChatGPT etc. fokussiert, gibt es einen ganz anderen Engpass: die Energie. Es entstehen aktuell riesige Rechenzentren, um diese KI anzutreiben und sie brauchen extrem viel Strom, der zuverlässig ist. Also muss auch die Energie grundlastfähig sein. Wir sehen uns daher heute mit SAP ein etabliertes Softwareunternehmen an, das mit seinem Cloud-Service und der KI wiederkehrende Erlöse erzielt. Mit Standard Uranium analysieren wir einen möglichen kommenden Uranproduzenten, der sich um die Lieferkette kümmert. Zuletzt werfen wir einen Blick auf Amazon, das die physische Infrastruktur baut und auch selbst plant, mittels SMRs seine Energie selbst herzustellen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: SAP SE O.N. | DE0007164600 , STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067

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Inhaltsverzeichnis:


    SAP – gute Quartalszahlen

    SAP hat eine Transformation hinter sich gebracht. Mit der Cloud-Strategie, die eine starke technologische Tiefe besitzt, geht man weit über die normalen Enterprise-Software-Ansätze hinaus. Die SAP Business Data Cloud ist eine Datenplattform, die sowohl mit den eigenen als auch mit externen Datenquellen funktioniert, und das ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Durch die Übernahme von Dremio und Prior Labs wird diese Architektur erweitert und ermöglicht spezialisierte tabellarische KI-Verfahren. Für Investoren bedeutet das, dass das Unternehmen einen Burggraben geschaffen hat, denn die proprietären Geschäftsdaten, die semantische Datenebene und anderes sind nicht nur eine technologische Schutzmauer, die schwer zu kopieren ist. Es macht es den Kunden auch schwer, das System zu wechseln.

    Die Zahlen für das 2. Quartal zeigen das deutlich. Der Cloud-Auftragsbestand liegt mit 22,93 Mrd. EUR auf Rekordniveau und verbuchte damit ein Plus von 26 %. Die Cloud-Erlöse kletterten um 24 % auf 6,28 Mrd. EUR und die Cloud-ERP-Suite konnte ein Wachstum von 27 % vermelden. Der Konzernumsatz lag bei 9,88 Mrd. EUR. Der operative Gewinn wuchs um 7 % auf 2,74 Mrd. EUR. Die KI-Monetarisierung basiert auf einem nutzungsbasierten Modell, das Kunden über Joule und KI-Agenten einsetzen können und dafür mit AI Units bezahlen. Im 3. Quartal plant SAP rund 50 neue KI-Assistenten und 200 KI-Agenten einzuführen.

    Die operative Entwicklung ist also solide. Das Cloud-Geschäft wächst zweistellig und der hohe Auftragsbestand sowie die neue strategische Ausrichtung auf KI-gestützte Unternehmenssoftware erscheinen langfristig attraktiv. Auch bei den Kunden findet der Ansatz offenbar Anklang. Die kurzzeitigen Belastungen durch die Übernahmen werden die Marge im zweiten Halbjahr zwar drücken, aber Investitionen in die Zukunft sollen sich langfristig auszahlen. Wichtig ist jetzt, dass die Integration der zugekauften Unternehmen gelingt und die Synergien gehoben werden können. Die jüngsten Insiderkäufe von Vorstand und Finanzvorstand senden für die Investoren zumindest positive Signale. Derzeit ist die Aktie für 165,26 EUR zu haben.

    Standard Uranium – mit starken Bohrergebnissen

    Standard Uranium hat einen außergewöhnlichen Ansatz bei der Geschäftsentwicklung. Anstatt ausschließlich selbst Projekte zu explorieren, sucht man Partnerschaften, um ein schnelleres Vorankommen zu gewährleisten. Dieser sogenannte Projekt-Generator-Ansatz bezieht sich auf insgesamt 88.000 ha an Liegenschaften im Athabasca-Becken. Darunter ist auch das Flaggschiff-Projekt Davidson River im Südwesten. Während die Partner die Exploration bezahlen, agiert Standard Uranium immer als Projektleiter bei der gesamten Exploration und erhält bei Erfolg 25 % am Projekt sowie eine Beteiligung an den Nettoeinnahmen. Damit deckt man die allgemeinen Verwaltungskosten und die Kapitalmaßnahmen bleiben für das Kernprojekt reserviert. Dadurch werden die Aktionäre deutlich weniger verwässert und man kann eins der hochgradigsten Uranreviere der Welt schneller erkunden.

    Die erste Bohrkampagne auf dem Corvo-Projekt hat bereits ordentliche Ergebnisse geliefert. Auf dem 12.500 ha großen Areal im Osten des Athabasca-Beckens sollten insgesamt 10 Erkundungsbohrungen niedergebracht werden. Das sind die ersten seit über 40 Jahren. In 9 von 10 Bohrlöchern, eins wurde wegen der Bodenverhältnisse abgebrochen, konnte das Unternehmen anomales Uran nachweisen. Sechs Bohrungen zeigten sogar signifikante Anreicherungen von über 100 bis 350 ppm. Besonders aufschlussreich ist das Uran-Thorium-Verhältnis von über 2:1, was auf eine aktive hydrothermale Fluidbewegung hindeutet. Darüber hinaus will das Unternehmen die Manhattan-Zone, auf der bereits über 8 % Uran an der Oberfläche gemessen wurden, im Fokus behalten. Das Unternehmen plant bereits ein zweites Bohrprogramm.

    Diese Ergebnisse fallen in ein günstiges Marktumfeld, denn die Atomkraft erlebt ein Comeback, getrieben vor allem durch den Energiehunger von KI-Rechenzentren, der Elektromobilität etc. Die Nachfrage könnte sich bis 2050 vervielfachen, während es auf der Angebotsseite bei Uran eine große Lücke gibt. Das südwestliche Athabasca-Becken mit seinen hochgradigen Lagerstätten bleibt daher ein wichtiger strategischer Punkt. Die geologischen Voraussetzungen sind hervorragend. Allerdings hat der Markt das noch nicht vollständig aufgenommen, denn im Vergleich mit NexGen Energy und Cameco, die beide ebenfalls im Athabasca-Becken aktiv sind, hinkt Standard Uranium noch hinterher. Die beiden Unternehmen haben bereits eine Milliardenbewertung erreicht, während Standard Uranium bei einem aktuellen Kurs von 0,085 CAD auf nur etwa 12 Mio. CAD kommt.

    Amazon - dreifache Absicherung für das KI-Zeitalter

    Amazons Zahlen zum 2. Quartal bestätigen die KI-Strategie des Unternehmens. Lange Zeit wurden die hohen Ausgaben für die Rechenzentren kritisch gesehen, doch AWS lieferte mit 42,2 Mrd. USD Umsatz, was einem Wachstum von 37 % entspricht, den Beweis, dass sich die Investitionen langsam, aber sicher auszahlen. Die operative Marge lag bei 39,4 % und das ist der höchste Stand seit Jahren. Die bereinigte Marge nach Sondereffekten von etwa 52 % zeigt, dass jeder zusätzliche Umsatzdollar mehr als die Hälfte des operativen Gewinns bringt. Der Auftragsbestand wächst dreistellig und hat mittlerweile 496 Mrd. USD erreicht, was die Auslastung der kommenden Jahre abdeckt.

    Die eigenentwickelten Chips Trainium und Graviton haben die 25 Mrd. USD Run Rate überschritten und wachsen ebenfalls dreistellig. Will man sich KI-Kapazitäten bei Amazon sichern, muss man sich für mindestens fünf Jahre verpflichten, und Amazon profitiert dabei gleichzeitig von sinkenden Stückkosten durch die eigene Siliziumentwicklung und hat sich damit eine schwer kopierbare Wettbewerbsposition verschafft. Die Anhebung der CapEx-Prognose auf 220 Mrd. USD ist hauptsächlich auf die höheren Speicherkosten zurückzuführen. Es hat nichts mit zusätzlichen Kapazitätserweiterungen zu tun. Für 2027 sind die Kapazitäten weitgehend verkauft und auch für 2028 liegen bereits die ersten Buchungen vor.

    Um selbst jederzeit über kohlenstofffreie Energie für die Rechenzentren zu verfügen, plant Amazon zwölf Mini-Atomreaktoren, sogenannte SMRs, in Washington. Die Gesamtleistung soll bei bis zu 960 Megawatt liegen. Der Baubeginn ist bis Ende 2029 vorgesehen. Die Inbetriebnahme soll in den frühen 2030er Jahren stattfinden. Damit hat sich der Konzern frühzeitig positioniert im Wettlauf um eine zuverlässige Stromversorgung. Gleichzeitig werden Projekte in Virginia und Partnerschaften mit X-energy und Talen Energy verfolgt, um die Energiearchitektur auszubauen, was wiederum das Cloud-Wachstum für die nächste Dekade sichern soll. Damit reduziert man die Abhängigkeiten vom volatilen Energiemarkt. Momentan kostet die Aktie 271,58 USD.


    Die Künstliche Intelligenz kann ohne sichere Energiegrundlast nicht funktionieren. SAP hat mit seiner Cloud- und KI-Strategie einen Burggraben geschaffen, der zu wiederkehrenden Erlösen führt. Standard Uranium will in Zukunft ein wichtiger Zulieferer für die Atomkraft-Lieferkette werden und sitzt in direkter Nachbarschaft von Branchenschwergewichten. Amazon baut mit milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und SMRs die physische Infrastruktur für die KI-Benutzung der kommenden Jahre.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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