18.09.2026 | 05:00
Neue Chips, neue Batterien, neue Chancen: Ist das der Durchbruch bei HPQ Silicon? Micron läuft und läuft, kann Aixtron jetzt aufholen?
Nvidia, AMD und Broadcom stehen für den KI-Boom wie kaum andere Unternehmen. Doch die nächste große Wachstumswelle könnte bei den Zulieferern und Technologiepartnern entstehen. Denn je mehr KI-Anwendungen in Rechenzentren Einzug halten, desto größer wird der Bedarf an schnellen Speichern, effizienter Leistungselektronik und neuen Materialien. HPQ Silicon fokussiert sich auf Silizium als das Schlüsselmaterial für die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien und konnte jüngst einen wichtigen Meilenstein markieren. Aixtron und Micron reiten an verschiedenen Stellen die KI-Welle. Auf welches Pferd sollten Anleger setzen?
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Carsten Mainitz
ISIN:
HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , AIXTRON SE NA O.N. | DE000A0WMPJ6 , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Carsten Mainitz
Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.
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HPQ Silicon - Wichtiger Kommerzialisierungserfolg
Bei HPQ Silicon steht nicht der klassische Halbleiter im Mittelpunkt, sondern Silizium als Schlüsselmaterial für die nächste Generation von Lithium-Ionen-Batterien. Das kanadische Unternehmen entwickelt unter anderem siliziumbasierte Anodenmaterialien, die gegenüber herkömmlichen Graphitanoden eine höhere Energiedichte ermöglichen sollen. Die Technologie soll damit vor allem dort interessant werden, wo Reichweite, Gewicht und Ladeleistung entscheidend sind.
Jüngst konnte ein entscheidender Meilenstein vermeldet werden. Die 36,8%ige Beteiligung Novacium hat erstmals einen kommerziellen Auftrag über mehr als 100 Batteriepacks für die X-Lock-Abfangdrohnen von Alta Ares erhalten. Die französische Defence-Tech-Firma ist im Rahmen des DGA-Programms ELISA ausgewählt worden und war 2025 zudem Sieger einer NATO-Innovationsausschreibung im Bereich Drohnenabwehr. Die AA NOVA 6S3P-Packs mit 15.000 mAh sollen gegenüber der bisherigen Referenzbatterie bei mindestens vergleichbarer Leistung Gewicht einsparen. Dies ist ein wichtiger Faktor für Geschwindigkeit, Agilität und Ausdauer von Abfangdrohnen. Der Auftrag folgt auf eine erfolgreiche Testreihe mit zehn Prototypen im Juli und könnte in weiteres Geschäft münden.
Für Fantasie sorgt zudem die Entwicklung der GEN4-Technologie. HPQ meldete zuletzt Fortschritte bei hochkapazitiven Silizium-Anoden und verwies auf eine kommerzielle Evaluierung mit GH Technologies für den asiatisch-pazifischen Markt. Der Bereich der Lithium-Ionen-Batterien ist für die Kanadier definitiv der potenziell größte Kurstreiber. Um die Reichweite von Elektrofahrzeugen drastisch zu erhöhen und Ladezeiten zu verkürzen, suchen mehrere globale Industrien händeringend nach Anodenmaterialien auf Siliziumbasis. Silizium kann theoretisch bis zu zehnmal mehr Lithiumionen speichern als herkömmlicher Graphit.
Gleichzeitig adressiert HPQ mit der Fumed-Silica-Technologie einen weltweiten Milliardenmarkt, der durch traditionelle Akteure wie Evonik oder Cabot dominiert wird, jedoch unter strengeren Umweltauflagen leidet. HPQs FSR-Technologie bietet einen signifikanten Kosten- und ökologischen Vorteil. Das proprietäre Verfahren ermöglicht die Herstellung von pyrogener Kieselsäure (ein unentbehrlicher Zusatzstoff für Farben, Pharmazeutika und Klebstoffe) ohne toxische Nebenprodukte wie Siliziumtetrachlorid. Zudem erweitert das Tochterunternehmen Novacium das Portfolio um autonome Wasserstoff-Erzeugungssysteme auf Siliziumbasis.
Aixtron – Wann geht es wieder aufwärts?
Das Unternehmen liefert Depositionsanlagen, mit denen Hersteller moderne Halbleitermaterialien und -strukturen auf Wafern aufbringen. Zum Einsatz kommen die Anlagen insbesondere bei Verbindungshalbleitern und Leistungshalbleitern. Im Sommer erreichte die Aktie ein Kursniveau von rund 60 EUR und hat seitdem deutlich korrigiert. Wie ist die aktuelle Lage zu beurteilen?
Prinzipiell besitzt die Gesellschaft Wachstumstreiber aus zwei Bereichen, Optoelektronik und Leistungselektronik. Unter Optoelektronik fallen Halbleiter, die elektrische Signale in Licht umwandeln oder umgekehrt. Laser und optische Komponenten für die Datenübertragung gehören dazu. Der Ausbau von KI-Rechenzentren hat den Bedarf an schneller Datenübertragung massiv erhöht. Die Geschäfte laufen hier auf Hochtouren und übertreffen die Erwartungen von Analysten.
Der Bereich Leistungselektronik kann Anleger derzeit allerdings nicht so sehr begeistern. Auch das Management räumt hier eine schwierigere Situation ein. Das offenbart die Zyklik des Geschäfts und die Nachfrage durch unterschiedliche Branchen. Leistungselektronik umfasst Halbleiter, die elektrische Energie effizient schalten, umwandeln und verteilen. Eine zentrale Rolle spielen dabei Materialien wie Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC). Sie können gegenüber herkömmlichen Siliziumlösungen Vorteile bei Effizienz, Schaltgeschwindigkeit und Leistungsdichte bieten.
Bei aktuell 34 EUR haben die Anteilsscheine seit dem Sommer fast die Hälfte an Wert verloren. Analysten sind in der Mehrheit aber bullish für den Titel und bescheinigen den Deutschen ein Aufwärtspotenzial von knapp 50 %.
Micron Technology - Alle Zeichen stehen auf Wachstum
Es ist schwierig eine vergleichbare Aktie wie Micron auf dem weltweiten Kurszettel zu finden. Nach einer Kursperformance von rund 250 % seit Jahresbeginn, einem Unternehmenswert, der die 1-Billion-USD-Marke geknackt hat, Analysten weiterhin vehement zum Kauf raten und ein Aufwärtspotenzial von über 60 % ausmachen. Bei einem KGV von 12,7 im laufenden Jahr und 6 im kommenden Geschäftsjahr könnte sich der ein oder andere Anleger zudem die Augen reiben.
Fakt ist, Micron sitzt unmittelbar an der Quelle des KI-Booms. Der US-Konzern produziert DRAM- und NAND-Speicher und vor allem High Bandwidth Memory (HBM). Dieser Hochleistungsspeicher ist für moderne KI-Beschleuniger von zentraler Bedeutung, weil er große Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit und vergleichsweise hoher Energieeffizienz bereitstellen kann. Medienberichten zufolge will der Konzern seine HBM-Produktion bis Jahresende auf rund 100.000 Wafer pro Monat ausbauen. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, das resultiert in phänomenalen Margen. Das Unternehmen investiert weiterhin massiv in zusätzliche Kapazitäten.
Fazit
Mit dem jüngsten Auftrag der Beteiligung Novacium konnte ein wichtiger erster kommerzieller Referenzpunkt für siliziumbasierte Batterietechnologie im europäischen Verteidigungs- und Drohnenmarkt gesetzt werden. Das verdeutlicht das Kurspotenzial von HPQ Silicon. Die Kanadier haben an weiteren Stellen auch Eisen im Feuer. Aixtron und Micron stehen nach Meinung von Analysten vor weiteren Kurszuwächsen.
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