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11.09.2026 | 05:00

Standard Uranium, Volkswagen und Inditex im News-Check: Drei Aktien mit Zündstoff

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Bildquelle: Standard Uranium

Ein Bohrkern kann bei einem kleinen Rohstoffsucher mehr bewegen als eine Milliarde zusätzlicher Umsatz bei einem Weltkonzern. Entscheidend ist, wie stark eine Nachricht die Erwartungen verändert. Der Uran-Explorer Standard Uranium sucht in Kanada nach dem großen Treffer, Volkswagen wagt einen tiefgreifenden Konzernumbau, und Zara-Mutter Inditex beweist, dass sich auch mit Mode gutes Geld verdienen lässt. Drei sehr unterschiedliche Geschichten – bei denen Anleger jetzt genauer hinsehen sollten. Wir stellen die Titel im Aktien-Check näher vor.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , INDITEX INH. EO 0_03 | ES0148396007

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Standard Uranium: Spekulation auf den großen Fund

    Bei Standard Uranium entscheidet sich die Zukunft mehrere Hundert Meter unter der Erde. Die Kanadier erkunden Uranprojekte im Athabasca-Becken in Saskatchewan, einer für hochgradige Uranlagerstätten bekannten Region. Das Flaggschiff Davidson River umfasst 30.737 Hektar. Die bekannten Lagerstätten Arrow und Triple R liegen rund 25 Kilometer entfernt. Eine prominente Nachbarschaft, die Fantasie weckt. Ob unter dem eigenen Boden ein wirtschaftlich nutzbarer Schatz liegt, müssen allerdings erst noch erfolgreiche Bohrungen zeigen.

    Genau hier setzt das für 2026 angekündigte größte Bohrprogramm der Unternehmensgeschichte an. Geplant sind mehr als 8.000 Meter mit zwei Bohrgeräten. Zum Vergleich: Von 2020 bis 2022 kamen insgesamt 16.561 Meter in 39 Bohrlöchern zusammen. Angesichts von mehr als 70 Kilometern aussichtsreicher geologischer Strukturen wurde das gewaltige Gelände bisher nur punktuell untersucht.

    Die Suche wird nun gezielter durchgeführt. Standard Uranium kombiniert geophysikalische Messungen, dreidimensionale Untergrundmodelle von Fleet Space und maschinelles Lernen von ALS GoldSpot. Vereinfacht gesagt: Die Daten sollen zeigen, wo Störungszonen und veränderte Gesteine besonders aussichtsreiche Bohrziele bilden. Im Fokus stehen die Korridore Bronco, Thunderbird und Warrior. Schon im Juni meldete das Unternehmen im ersten Bohrloch erhöhte Radioaktivität mit Spitzen von 1.650 Zählimpulsen pro Sekunde. Ein ermutigendes Signal, aber noch keine Aussage über wirtschaftlich relevante Urangehalte. Dafür braucht es Laboranalysen und weitere Treffer, die Größe und Zusammenhang einer möglichen Vererzung belegen.

    Zusätzliche Chancen eröffnet das Projektgenerator-Modell. Standard entwickelt Explorationsziele und holt Partner an Bord, die gegen den Erwerb von Projektanteilen die weitere Suche finanzieren. Bei Corvo kann Aventis Energy innerhalb von drei Jahren 75 % übernehmen. Dafür sind unter anderem 4,5 Mio. CAD Explorationsausgaben sowie Bar- und Aktienzahlungen vorgesehen. Standard führt die Arbeiten durch und erhält Gebühren. Ein ähnliches Modell gilt bei Rocas mit Collective Metals. Der Vorteil: Mehrere Projekte lassen sich vorantreiben, ohne sämtliche Bohrkosten selbst tragen zu müssen. Im Erfolgsfall wird dafür ein großer Teil des Projekts abgegeben.

    Corvo lieferte am 20. August neue Anhaltspunkte. In sämtlichen neun fertiggestellten Bohrlöchern wurden erhöhte Urankonzentrationen festgestellt. Insgesamt summieren sich die Abschnitte mit schwach erhöhten Werten auf 55 Meter, darunter 13 Meter mit mehr als 100 ppm Uran. Das ist ausdrücklich keine zusammenhängende 55-Meter-Erzzone. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf ein uranführendes geologisches System und helfen bei der nächsten Zielauswahl. Auch die zuvor gemeldeten Oberflächenproben mit bis zu 8,10 % Uranoxid sind punktuelle Proben und lassen sich nicht auf eine ganze Lagerstätte übertragen. Für 2027 ist bereits eine zweite Bohrphase vorgesehen. Partner Aventis finanziert die Exploration im Rahmen eines dreijährigen Earn-in-Modells.

    Finanziell bleibt Standard ein typischer Explorer. Ende April lagen rund 2,86 Mio. CAD in der Kasse; das Working Capital betrug 2,09 Mio. CAD. Die Betreibergebühren aus Partnerprojekten erreichten im Geschäftsjahr rund 302.000 CAD. Zum Vergleich: Allein die allgemeinen Verwaltungskosten lagen bei rund 705.000 CAD. Von Mai bis Anfang August kamen über weitere Platzierungen brutto rund 1,86 Mio. CAD hinzu. Anfang August wurde eine strategische Kapitalerhöhung über 3 Mio. CAD vereinbart. Das schafft Spielraum, vergrößert aber zugleich die Aktienzahl. Das Geld soll unter anderem die Exploration im Athabasca Basin vorantreiben.

    Die Chance für Anleger liegt in einer Entdeckung von Uranvorkommen, die den Unternehmenswert deutlich erhöhen könnte. Gelingt Standard Uranium auf einem seiner Areale ein hochgradiger Treffer, könnte dies für die noch niedrig bewertete Explorationsgesellschaft zum entscheidenden Neubewertungstreiber werden. Der Hotstock, der beim aktuellen Kurs von 0,08 CAD nur auf einen Börsenwert von etwa 12 Mio. CAD kommt, besitzt langfristig das Potenzial zum Vervielfacher. Der Micro Cap eignet sich aktuell aber nur für sehr spekulative Anleger, die das Risiko einschätzen können.

    Volkswagen: Radikalkur für den Autoriesen

    Weniger Modelle, weniger Komplexität, mehr Gewinn: Volkswagen will endlich operativen Ballast abwerfen. Am 3. September hat der Aufsichtsrat den Zukunftsplan 2030 einstimmig beschlossen. Das Ziel ist ambitioniert: Bis 2030 soll die operative Marge des größten deutschen Autobauers auf 9 % steigen. Das entspräche einem operativen Ergebnis von rund 31 Mrd. EUR.

    Dafür setzt Konzernchef Oliver Blume den Rotstift an. Bis 2035 soll das Modellportfolio um rund die Hälfte schrumpfen, die Angebotskomplexität sogar um etwa 75 %. Hinzu kommt ein Anpassungsbedarf von weltweit rund 50.000 Stellen zusätzlich zu bestehenden Programmen. In Europa übersteigen die Kapazitäten die Nachfrage derzeit um mehr als 500.000 Fahrzeuge. Für Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm ist eine wettbewerbsfähige Folgebelegung ab 2031 bis 2034 bislang nicht gesichert. Auch alternative Nutzungen werden geprüft.

    Sparen allein wird Volkswagen allerdings nicht wieder auf die Überholspur bringen. Neue Wachstumschancen sucht der Konzern deshalb in Indien. Am 9. September wurde eine unverbindliche Vereinbarung mit der JSW Group bekannt: Geprüft wird eine Partnerschaft für die Entwicklung, Produktion und den Verkauf von Pkw. Skoda Auto Volkswagen India würde Ingenieurs- und Produktkompetenz einbringen, der indische Mischkonzern Fertigungskapazitäten und Erfahrung bei der Umsetzung vor Ort. Ein fertiger Deal ist das noch nicht, die strategische Richtung stimmt aber.

    Im drittgrößten Automarkt der Welt kommt Volkswagen bislang nur auf rund 2 % Marktanteil. Ein lokal verankerter Partner könnte helfen, das Angebot besser auf indische Kunden zuzuschneiden und durch mehr Beschaffung vor Ort die Kosten zu senken. JSW kennt das Autogeschäft bereits aus der Zusammenarbeit mit SAIC bei MG. Angesichts der Schwäche in China ist der Vorstoß sinnvoll: Mittelfristig könnte Indien einen Teil der dortigen Einbußen auffangen. Einen schnellen Ersatz für frühere China-Gewinne sollten Anleger daraus jedoch nicht ableiten.

    An der Börse ist die Skepsis greifbar. Die Vorzugsaktie von VW hat seit Jahresbeginn mehr als 20 % eingebüßt. Dabei erwarten Analysten für 2026 einen Gewinn je Aktie von 16,66 EUR. Daraus ergibt sich ein KGV von gerade einmal 4,9. Für 2027 und 2028 liegen die Konsensschätzungen bei 21,37 EUR Nettogewinn je Aktie beziehungsweise bei 24,48 EUR je Aktie. Treffen sie ein, sinkt das KGV auf 3,8 und 3,3. Die erwartete Dividendenrendite steigt von rund 6,7 % für 2026 auf 8,1 % im Folgejahr. Das klingt verlockend, setzt aber voraus, dass die Gewinne tatsächlich fließen und die Ausschüttungen folgen.

    Der entscheidende Hebel steckt in der Profitabilität. Die Konsensschätzungen sehen den Umsatz von rund 322,6 Mrd. EUR im laufenden Jahr auf 333,6 Mrd. EUR im Jahr 2028 steigen – insgesamt kaum mehr als 3 %. Der Gewinn je Aktie soll im selben Zeitraum dagegen um rund 47 % zulegen. Volkswagen muss dafür also vor allem mehr aus dem vorhandenen Geschäft herausholen. Schon ein Prozentpunkt zusätzliche operative Marge entspräche bei unverändertem Umsatz rechnerisch gut 3,2 Mrd. EUR mehr operativem Gewinn. Genau deshalb können weniger Varianten, besser ausgelastete Werke und niedrigere Kosten so viel bewegen.

    Analysten sind dennoch geteilter Meinung: 13 Kaufempfehlungen stehen 10 Halte-Voten und 3 Verkaufsempfehlungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel von 103,89 EUR liegt rund 27 % über dem genannten Kurs. Ein niedriger Multiplikator allein reicht allerdings nicht für steigende Notierungen. Der Umbau kostet zunächst Geld, und die erhoffte Margenerholung muss sich gegen den Wettbewerbsdruck durchsetzen. Die Indien-Pläne ergänzen die Turnaround-Story um eine interessante Wachstumsoption. Vorerst bleibt die Aktie aber eine Halteposition: Erst wenn aus Sparplänen und Partnerschaftsgesprächen messbare Fortschritte werden, verdient Volkswagen mehr Vertrauen.

    Inditex: Zara bleibt auf Zug

    Zara-Mutter Inditex zeigt, was konsequente Optimierung bewirken kann. Der Halbjahresumsatz stieg um 7,6 % auf 19,8 Mrd. EUR, währungsbereinigt sogar um 9,2 %. Unter dem Strich verdienten die Spanier rund 3 Mrd. EUR, ein Plus von 6,8 %. Die Bruttomarge verbesserte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 58,7 %. Allerdings drückten höhere Transport- und Logistikkosten auf das operative Ergebnis, das mit rund 3,8 Mrd. EUR die Markterwartungen verfehlte.

    Interessant ist, wie Inditex wächst: Die Zahl der Filialen sank binnen Jahresfrist um 84 auf 5.444. Trotzdem steigen die Erlöse. Größere, effizientere Standorte ersetzen kleinere Geschäfte und werden eng mit dem Onlinehandel verzahnt. Sie dienen zugleich als Abholstationen und Logistikknoten. Dazu kommt die schnelle Reaktion auf Modetrends. Schlanke Lagerbestände helfen, teure Rabattaktionen zu vermeiden. Die Spanier verkaufen mehr, ohne dafür an jeder Straßenecke einen neuen Laden eröffnen zu müssen.

    Auch jenseits von Zara bieten Marken wie Bershka, Stradivarius und Oysho Wachstumsmöglichkeiten. Mit einem weltweiten Marktanteil von etwa 2 % bleibt im stark zersplitterten Modegeschäft reichlich Platz. Der Saisonstart macht ebenfalls Mut: Vom 1. August bis zum 7. September legten die währungsbereinigten Erlöse um 9 % zu. Der Jahresausblick wurde trotz gestiegener Transportkosten bestätigt.

    Der Analystenkonsens erwartet für das Ende Januar 2027 auslaufende Geschäftsjahr rund 42,8 Mrd. EUR Umsatz und 2,18 EUR Gewinn je Aktie. In den beiden Folgejahren soll das Ergebnis je Anteil auf 2,38 und 2,58 EUR steigen. Auf aktuellem Kursniveau entspricht dies den KGVs von rund 25, 23 und 21. Billig ist das nicht, zumal das Gewinnwachstum bei etwa 8 bis 9 % jährlich liegen soll. Die erwartete Dividendenrendite steigt jedoch von rund 3,5 % auf 4,1 % im übernächsten Geschäftsjahr.

    Die Mehrheit der Analysten traut der Aktie mehr zu: 24 Kaufempfehlungen stehen 6 Halte-Voten und 1 Verkaufsempfehlung gegenüber. Das mittlere Kursziel von 60,57 EUR eröffnet rund 11 % Potenzial. Inditex bleibt eine Qualitätsaktie mit Preisaufschlag. Damit der sich auszahlt, müssen die Spanier ihre gute Nachfrage weiter in steigende Gewinne verwandeln und zeigen, dass weniger Verkaufsstellen und mehr Geschäft gut zusammenpassen.


    Fazit

    Standard Uranium bietet die ausgeprägteste Entdeckungsspekulation dieses Trios, setzt aber eine entsprechend hohe Risikobereitschaft von Investoren voraus. Volkswagen setzt auf einen tiefgreifenden Umbau, Anleger brauchen allerdings mit Blick auf eine erfolgreiche Umsetzung der Sparpläne vor allem viel Geduld. Inditex überzeugt mit einer starken Bilanz und robuster Nachfrage. Aber die Aktie ist kein Schnäppchen mehr, das Kurspotenzial ist zudem begrenzt.


    Interessenskonflikt

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    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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