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05.08.2026 | 04:52

Der neue Goldrausch heißt Kernenergie! Wie profitiert American Atomics vom KI-Boom, den Amazon, Microsoft und SAP befeuern?

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Bildquelle: Pixabay

Microsoft und Amazon liefern sich ein milliardenschweres Wettrennen. Die starken Quartalszahlen der beiden Techriesen haben zuletzt die Wall Street elektrisiert. Anleger feierten die erfolgreiche Monetarisierung der KI-Cloud-Dienste und volle Auftragsbücher. Auch die Zahlen der deutschen Softwareschmiede SAP kamen gut an. Der Ausbau von Cloud-Plattformen und KI-Rechenzentren verschlingt nicht nur Investitionen in bislang unbekanntem Ausmaß, sondern auch enorme Mengen an Strom. Vor diesem Hintergrund erlebt die Kernenergie eine Renaissance. Sie liefert sicher und konstant jene benötigte Grundlast und verursacht gleichzeitig nahezu keine CO₂-Emissionen. Für Unternehmen wie American Atomics eröffnet sich damit ein chancenreiches Marktumfeld. Die Kanadier sind dabei, eine vertikal integrierte nordamerikanische Nuklear-Brennstofflieferkette aufzubauen und können entscheidende Meilensteine markieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: AMERICAN ATOMICS INC | CA0240301089 | CSE: NUKE , MICROSOFT DL-_00000625 | US5949181045 , AMAZON.COM INC. DL-_01 | US0231351067 , SAP SE O.N. | DE0007164600

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Inhaltsverzeichnis:


    American Atomics – Micro Cap in einem Megamarkt

    Branchenexperten gehen davon aus, dass sich der Strombedarf von KI-Rechenzentren in den kommenden Jahren vervielfachen wird. Hyperscaler wie Microsoft, Amazon, Google und Meta investieren bereits hunderte Milliarden USD in neue Infrastruktur. Parallel dazu wächst die Sorge, dass die bestehenden Stromnetze mit diesem Tempo kaum Schritt halten können. Kann sich American Atomics hier vorteilhaft positionieren?
    Das Unternehmen verfolgt das Ziel, eine vertikal integrierte nordamerikanische Nuklear-Brennstofflieferkette aufzubauen. Unter dem Leitmotiv „From Rock to Reactor“ strebt die Gesellschaft an, (nahezu) alle Stufen der Wertschöpfung abzudecken. Die strategische Aufstellung umfasst die große Bandbreite von der Exploration und Förderung über Aufbereitung, Konversion und Anreicherung bis hin zur Produktion von HALEU-Brennstoff (High-Assay Low-Enriched Uranium), der für zahlreiche Reaktoren der nächsten Generation benötigt wird.
    Die jüngsten Unternehmensmeldungen belegen Erfolge. Mit dem Abschluss und der Einreichung des NI-43-101-konformen technischen Berichts für das Projekt Lisbon Valley East im US-Bundesstaat Utah wurde ein wichtiger Baustein auf der Rohstoffseite geschaffen. Der Bericht beschreibt vor allem das geologische Potenzial und empfiehlt weitere Bohrprogramme zur Überprüfung der historischen Daten.
    Insgesamt bewertet der unabhängige Gutachter das Explorationsziel des Uranprojekts als aussichtsreich. Der Bericht stützt sich auf historische Bergbaudaten, wonach das umliegende Lisbon-Valley-Gebiet zwischen 1950 und 1990 rund 80 Millionen Pfund U₃O₈ (Uranoxid) produziert hat.
    Gleichzeitig unterstreicht die Ernennung der ehemaligen Leiterin der U.S. Federal Railroad Administration, Jolene Molitoris, den Anspruch, eine sogenannte „Hub-and-Spoke“-Logistik im Colorado Plateau aufzubauen. Damit ist die Etablierung eines Netzwerks beabsichtigt, welches mehrere Uranprojekte effizient mit nachgelagerten Verarbeitungsstufen verbindet.
    Ergänzt wird dies durch das Joint Venture mit CVMR, über das American Atomics eine modulare Anlage für Uranaufbereitung, Konversion und perspektivisch auch Anreicherung entwickeln möchte. Damit soll die Vision einer vollständig integrierten nordamerikanischen Nuklear-Brennstoffkette schrittweise Realität werden. Aktuell ist die Gesellschaft lediglich mit rund 10 Mio. CAD bewertet.

    Microsoft und SAP - gute Zahlen!

    Microsoft zählt zu den ersten großen Technologiekonzernen, die offen auf Kernenergie als langfristige Stromquelle setzen. Energie ist inzwischen zu einem strategischen Produktionsfaktor geworden. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt die Vereinbarung des Softwareriesen mit Constellation Energy, einem der wichtigsten Energiekonzerne der Vereinigten Staaten vor knapp 2 Jahren.
    Der Deal umfasste, dass der stillgelegte Reaktor am Standort Three Mile Island wieder ans Netz gehen soll, was voraussichtlich im kommenden Jahr der Fall sein wird. Dann greift ein 20-jähriger Stromliefervertrag mit der im US-Bundesstaat Pennsylvania ansässigen Anlage. Damit sichert Microsoft sich langfristig große Mengen CO₂-armer Grundlastenergie.
    Im vierten Quartal beschleunigte sich das Wachstum mit der Cloud-Plattform Azure, das währungsbereinigte Umsatzplus betrug 43 %. Das ist mehr, als Experten erwartet hatten, und zudem der höchste Quartalszuwachs seit 2022. Die Daten senden eine wichtige Botschaft, die auch CEO Satya Nadella unterstrich. KI beginnt sich zu monetarisieren, Microsoft zählt inzwischen mehr als 30 Millionen zahlende Copilot-Nutzer, während Cloud- und KI-Dienste bereits spürbare Umsatz- und Cashflow-Beiträge liefern.
    Auch die Zahlen von SAP kamen gut am Markt an. Trotz einer kleinen Senkung der Gewinnprognose überwog bei Anlegern der Eindruck, dass das Cloud-Geschäft und der KI-Umbau gut vorankommen. Analysten trauen dem Titel im Durchschnitt ein Upside von gut 20 % zu.

    Amazon – AWS stark, massive Gewinne durch Neubewertung der Anthropic-Beteiligung

    Amazon meldete jüngst das stärkste Quartalswachstum seiner Cloud-Sparte seit mehreren Jahren und beruhigte Anleger gleichzeitig, was den milliardenschweren Ausbau der KI-Infrastruktur betrifft. Die Cloudsparte AWS steigerte den Umsatz um 37 % auf 42,2 Mrd. USD gegenüber dem Vergleichszeitraum bei einem operativen Gewinn von 16,6 Mrd. USD, entsprechend einer Marge von 39,4 %.
    AWS spielt eine entscheidende Rolle im Konzern. Während die Sparte rund 20 % der Konzern-Umsätze generierte, erwirtschaftete der Bereich nahezu 60 % des gesamten operativen Gewinns. Der Blick auf den Konzerngewinn, welcher mit 62,6 Mrd. USD außerordentlich hoch ausfiel, vermittelt indes ein verzerrtes Bild, da mit 53,4 Mrd. USD das Gros aus der Neubewertung der Anthropic-Beteiligung resultiert.
    Momentan notieren die Anteilsscheine bei 284 USD, womit die Gesellschaft mit 3 Billionen USD bewertet ist. Ähnlich wie bei Microsoft liegt das durchschnittliche Kursziel des Titels mit 323 USD nicht allzu weit vom aktuellen Niveau entfernt.


    Fazit

    Der KI-Boom verändert nicht nur die Tech-Branche, sondern könnte auch der Kernenergie nach Jahrzehnten der Zurückhaltung ein bemerkenswertes Comeback bescheren. American Atomics positioniert sich mit dem Plan eine vollständig integrierte nordamerikanische Nuklear-Brennstoffkette aufzubauen, um von diesen Chancen zu profitieren. Die Potenziale sind enorm. Trotz der euphorischen Stimmung bei Microsoft und Amazon bleibt die entscheidende Frage, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren langfristig mit ausreichend hohen Renditen rechtfertigen lassen. In der Branche entwickeln sich manche Cloud-Riesen zunehmend zu „Vermietern“ der KI-Ökonomie, was auf Überkapazitäten hindeutet. Kippt die Stimmung oder erleben wir schier endloses Wachstum?


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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