27.02.2026 | 05:20
Mit Rio Tinto, Power Metallic Mines und Glencore in den Rohstoff-Superzyklus: Drei Aktien für ein Portfolio
Der Rohstoffhunger der Welt hat sich grundlegend gewandelt. Was lange als reine Energiewende-Erzählung galt, entpuppt sich als technologischer Tsunami, der Metalle in nie gekannter Breite verschlingt. Während sich die Märkte von der alten Abhängigkeit einzelner Rohstoffe lösen entsteht ein neues Ökosystem, in dem Unternehmen mit breit gefächerten Förderportfolios zur entscheidenden Größe werden. Die Anzeichen verdichten sich, dass 2026 zum Jahr der Differenzierung wird – und jene Konzerne bevorzugt, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgestellt sind. Wir sehen uns Branchengrößen wie Rio Tinto, den vielversprechenden Explorer Power Metallic Mines und dem Rohstoffhändler Glencore in diesem neuen Umfeld genauer an.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 , GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64
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Inhaltsverzeichnis:
"[...] Wenn wir unsere Ziele gewissenhaft verfolgen, wird der Markt seine Bewertung auch anpassen, da bin ich mir sicher. Oftmals braucht es nur einen Auslöser. [...]" Ryan McDermott, CEO, Phoenix Copper
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Rio Tinto - der Umbau zum Energiewende-Gewinner zahlt sich aus
Rio Tinto hat 2025 eindrucksvoll gezeigt, dass die strategische Neuausrichtung weg vom reinen Eisenerzgeschäft Früchte trägt. Die kupferäquivalente Produktion stieg um 8 %, getrieben durch Rekordmengen bei Kupfer und Bauxit. Besonders die Untertagemine Oyu Tolgoi in der Mongolei lief mit einem Produktionsplus von 61 % zur Höchstform auf. Gleichzeitig senkte der Konzern seine Betriebskosten um 5 % je Einheit. Das ist ein klares Zeichen, dass hier nicht einfach mehr gefördert, sondern auch effizienter gearbeitet wird. Die operative Exzellenz-Strategie zeigt Wirkung, auch wenn das 1. Halbjahr von Zyklonen in Westaustralien geprägt war.
Finanziell präsentiert sich Rio Tinto robust. Das zugrunde liegende EBITDA kletterte um 9 % auf 25,4 Mrd. USD, der Umsatz stieg auf 57,6 Mrd. USD. Bemerkenswert ist die Verschiebung innerhalb des Portfolios. Während das Eisenerzgeschäft unter Druck geriet, Preise und Margen gaben nach, explodierte der Gewinnbeitrag von Kupfer regelrecht. Die Sparte verdoppelte ihr EBITDA auf 7,4 Mrd. USD. Auch Aluminium legte um 20 % zu. Der Nettogewinn blieb mit knapp 10 Mrd. USD zwar hinter den Erwartungen zurück, was vor allem an höheren Investitionen und Sondereffekten lag. Die Dividendenkontinuität bleibt aber beeindruckend. Zum zehnten Mal in Folge schüttet Rio Tinto 60 Prozent des Gewinns aus.
Für Anleger wird zunehmend klar, warum Rio Tinto vom anhaltenden Rohstoff-Superzyklus profitieren wird. Der Konzern hat seine Hausaufgaben gemacht. Mit der Arcadium-Übernahme sicherte er sich den Zugang zu Lithium, der Einstieg bei der brasilianischen CBA bringt nicht nur Aluminium-Kapazitäten, sondern auch 1,6 GW erneuerbare Energie. Die Nachfrage nach Kupfer für Elektrifizierung und KI-Infrastruktur bleibt ungebrochen, während das Angebot weltweit knapp ist. Rio Tinto kann hier auf voll hochgefahrene Anlagen wie Oyu Tolgoi setzen, während Wettbewerber noch in der Planungsphase stecken. Die Verschuldung stieg zwar durch die Zukäufe, bewegt sich mit 14,4 Mrd. USD aber in einem komfortablen Rahmen. Derzeit ist die Aktie für 84,16 EUR zu haben.
Power Metallic Mines - ein Explorationsunternehmen im Aufwind
Power Metallic hat sich in der kanadischen Bergbaulandschaft einen Namen gemacht. Das Unternehmen besitzt mit dem Nisk-Projekt in Québec ein vielversprechendes Areal, das reich an Kupfer, Nickel, Silber, Gold und Platingruppenmetallen ist. Diese Rohstoffe sind keine Modeerscheinung, sondern harte Währung in der Energiewende. Und genau hier setzt der aktuelle Rohstoff-Superzyklus an. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und grüner Infrastruktur treibt die Metallpreise. Power Metallic sitzt mit seinem Portfolio direkt an der Quelle dieser Entwicklung. Hinzu kommt der Standortvorteil. Québec bietet nicht nur politische Stabilität, sondern auch bestehende Infrastruktur und Zugang zu grünem Strom. Das sind Faktoren, die in der Branche immer mehr an Gewicht gewinnen.
Am 18. Februar lieferte das Unternehmen frische Bohrdaten, die das Bild schärfen. Die jüngsten Ergebnisse aus der Lion-Zone zeigen nicht nur die erwartete Kontinuität der Mineralisierung, sondern übertreffen sie teilweise. Besonders ins Auge sticht ein Abschnitt von gut 20 m mit einem Kupferäquivalent von über 4 %, der einen hochgradigen Kern von über 8 m mit 8,05 % enthält. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass die wahren Werte oft tiefer liegen. Ein Loch, das zunächst unspektakulär wirkte, entpuppte sich dank hoher Platin- und Palladiumgehalte als hochwertig. Das zeigt, dass das geologische Team das System immer besser versteht und die Bewertungsmethoden verfeinert.
Während der Fokus auf dem Heimatmarkt liegt entstehen anderswo interessante Perspektiven. Die chilenische Tochter Chilean Metals ist seit dem 19. Februar an der TSXV gelistet. Deren Konzessionen liegen in der Nähe bedeutender Entdeckungen von Rio Tinto. Das weckt Aufmerksamkeit. Noch spannender ist der Schritt nach Saudi-Arabien. Das Unternehmen hat dort eine Lizenz für eine über 200 km² große Liegenschaft erhalten. Die Bohrkosten sind nur halb so hoch wie in Kanada, und der Staat unterstützt Exploration mit Zuschüssen und günstigen Krediten über den Staatsfonds. Sollte sich dort wirtschaftliche Mineralisierung zeigen, wäre eine lokale Listung zu Bewertungen denkbar, die in Nordamerika schwer erreichbar sind. Für Anleger bieten diese internationalen Aktivitäten günstige Zusatzoptionen zum Kernengagement in Québec. Die Aktie notiert aktuell bei 1,35 CAD.
Glencore - Rohstoffgigant profitiert vom Superzyklus
Glencore hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem starken Schlussspurt abgeschlossen. Nach einem eher durchwachsenen 1. Halbjahr zogen die Kerngewinne in der zweiten Jahreshälfte um beachtliche 49 % an. Entscheidend dafür war die Entwicklung im Kupfergeschäft. Höhere Erzgehalte und bessere Ausbringungsraten in mehreren Minen ließen die Produktion in der zweiten Jahreshälfte auf über 500.000 t schnellen. Das ist beinahe eine Verdopplung gegenüber dem Jahresauftakt. Auch die Preisrally bei Kupfer, das innerhalb eines Jahres um über 40 % zulegte, bescherte dem Konzern satte Bewertungsgewinne auf seine Lagerbestände.
Glencore positioniert sich gezielt für den anstehenden Rohstoff-Superzyklus. Kupfer ist das zentrale Metall der Elektrifizierung, ob für Netzausbau, erneuerbare Energien oder die wachsende Zahl an Elektrofahrzeugen. Der Konzern will seine Kupferproduktion bis 2035 auf rund 1,6 Mio. t verdoppeln und gehört damit zu den größten Produzenten weltweit. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei die jetzt erzielte Einigung mit der kongolesischen Staatsmine Gécamines. Sie sichert der gemeinsamen Gesellschaft KCC langfristigen Zugang zu ergiebigen Erz Zonen und verlängert die Minenlebensdauer bis Mitte der 2040er Jahre. Damit ist der Weg frei, um die Produktion dort auf etwa 300.000 t pro Jahr zu steigern.
Trotz eines leichten Gewinnrückgangs zeigt sich Glencore gegenüber seinen Aktionären großzügig. 2 Mrd. USD werden ausgeschüttet, ein nur minimaler Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die Basisdividende von 0,10 USD wird durch eine Aufstockung von 0,07 USD ergänzt, die aus dem gestiegenen Wert der Bunge-Beteiligung finanziert wird. Parallel dazu laufen die Gespräche mit der US-Regierung über den Verkauf von 40 % der kongolesischen Kupfer- und Kobalt-Aktiva an das Orion-Konsortium. Die kürzlich gescheiterten Fusionsverhandlungen mit Rio Tinto zeigen allerdings, dass der Konzern vorerst eigene Wege geht. Der Fokus liegt nun klar auf organischem Wachstum und operativer Exzellenz. Momentan kostet eine Aktie 6,028 EUR.
Der Einstieg in den Rohstoff-Superzyklus erfordert ein differenziertes Portfolio. Rio Tinto hat den Wandel vom Eisenerzriesen zum profitablen Energiewende-Gewinner mit Rekord-Kupferproduktion und operativer Exzellenz eindrucksvoll vollzogen. Power Metallic Mines bietet als agiler Explorer mit vielversprechenden Bohrdaten in Québec und internationalen Perspektiven großes Potenzial im Portfolio. Glencore hingegen nutzt seine einzigartige Handels- und Produktionsstruktur, um von der Kupfer-Rally zu profitieren und die Aktionäre großzügig zu beteiligen.
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