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27.05.2026 | 04:04

Breit streuen in Rohstoffwerte: Die Aktien von Wheaton Precious Metals, Globex Mining und Rio Tinto machen es möglich!

  • Globex Mining
  • Wheaton Precious Metals
  • Rio Tinto
  • Gold
  • Silber
Bildquelle: AI

Nicht jeder Anleger möchte das Risiko eines Einzelinvestments bei Rohstoffaktien eingehen. Dabei gibt es die Möglichkeit, einfach zu diversifizieren. So hat sich in der Rohstoffbranche das Prinzip der Royalties und der Streaming-Deals etabliert. Dabei finanzieren die Geldgeber vorab Projektentwickler und erhalten ab Produktionsstart einen bestimmten Prozentsatz der abgebauten Metalle. In beiden Fällen liegen die meisten Bergbaurisiken bei dem Betreiber der Mine. Mit Wheaton Precious Metals hat sich ein milliardenschwerer Riese in der Branche etabliert. Globex Mining ist zwar deutlich kleiner, bietet aber durch eigene Projekte mehr Upside auf der Explorationsseite. Und Rio Tinto ist eine Alternative für jene, die breit in Metalle investieren wollen.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Tarik Dede
ISIN: WHEATON PREC. METALS | CA9628791027 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 | TSX: GMX. OTCQX: GLBXF , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757

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Inhaltsverzeichnis:


    Wheaton Precious Metals: Der Streaming-Riese

    Der Bergbaukonzern Goldcorp aus Vancouver hatte vor mehr als 20 Jahren ein Luxusproblem. Seine Gold- und Kupferminen produzierten als Beiprodukt große Mengen an Silber. Für den Aktienmarkt spielte dieses Beiprodukt aber keine Rolle. Es entstand die Idee, das Silber in eine eigene, börsennotierte Hülle auszulagern, um dessen Wert für Investoren sichtbar zu machen. Goldcorp-CEO Ian Telfer und Mitgründer Peter Barnes entwarfen das Modell des Streamings. Mit dem Geld aus dem Börsengang kaufte man unter dem damaligen Namen Silver Wheaton für eine Vorauszahlung das Recht auf 100 % der zukünftigen Silberproduktion der Luismin-Minen von Goldcorp in Mexiko. Vereinbart wurde, dass für jede gelieferte Unze Silber nur ein fester Preis von rund 3,90 USD je Unze bezahlt wird. Da der Silberpreis in der Folge massiv stieg, bewies das Unternehmen, dass das Konzept funktioniert. 2009 folgte dann ein noch größerer Deal mit Goldcorp und man öffnete sich dritten Konzernen wie Barrick.
    Das Modell hat den Vorteil, dass man kein technisches Minenrisiko hat, keinen Betrieb managen muss und der Partner mögliche Kostensteigerungen zu tragen hat. Das hat sich bis heute bewährt. Im ersten Quartal 2026 fuhr die heutige Wheaton Precious Metals das historisch beste Quartal der Unternehmensgeschichte ein. Der Umsatz stieg um 91,6 % auf 901,5 Mio. USD. Der Nettogewinn wuchs sogar um 129,2 % auf 582 Mio. USD. Heute dominiert Gold den Umsatzsplit mit 51 %, vor Silber (47 %) sowie Palladium und Kobalt. Dabei verkaufte man etwas weniger Gold, der Preisanstieg machte dies aber wett. Die Cash-Position lag Ende März bei satten 2,2 Mrd. USD.
    Und so meldete Wheaton Precious Metals per 1. April den größten Deal seiner Historie. Insgesamt 4,3 Mrd. USD wurde in eine Silber-Streaming-Transaktion mit BHP investiert. Schon ab dem zweiten Quartal wird dies die Produktion massiv steigern. Anleger können mit der Aktie langfristig in den Rohstoffmarkt investieren, ohne Einzelrisiken zu halten. Zudem verfolgt Wheaton Precious Metals eine sehr dividendenfreundliche Politik. Man zahlt eine in der Regel 20 bis 30 % des Durchschnitts des operativen Cashflow der vorangegangenen vier Quartale aus. Für das jüngste Quartal beschloss Wheaton die Dividende um 18 % auf 0,195 USD pro Aktie anzuheben. Aber: Der Erfolg hat die Aktie recht teuer gemacht.

    Globex Mining: Royalties und eigene Projekte!

    Breit gestreut investieren können Anleger auch mit der Aktie von Globex Mining. Die Kanadier verfolgen grundsätzlich ein ähnliches Geschäftsmodell wie Wheaton, aber sind breiter aufgestellt. So sind sie als sogenannter Project Generator im Markt unterwegs. Das Unternehmen kauft selbst kostengünstig Rohstoffprojekte und führt dann selbst die Basis-Arbeiten durch. Liegenschaften werden kartiert, Proben (Samples) entnommen oder auch geophysikalische Analysen durchgeführt. Sobald man feststellt, dass sich hier die Exploration mit teurem Bohrgerät lohnt, werden Partner gesucht, die genau dieses Explorationsrisiko tragen. So vermeidet Globex Mining den teuren und risikoreicheren Teil des Geschäfts. Im Gegenzug aber ist man am Erfolg dieser Arbeiten beteiligt. In der Regel erhält Globex Mining von ihren Partnern Aktien, Cash und eine Royalty-Beteiligung. Sollte das Projekt also irgendwann in Produktion gehen, wird man an den Umsätzen aus der Mine beteiligt.

    270 Projekte in Nordamerika

    Über die Jahre hat das Management um Vorstandschef und Gründer Jack Stoch ein Portfolio von 270 Projekten aufgebaut. Dabei geht man weit über Gold und Silber hinaus und setzt auch auf Platin, Kupfer, Zink oder Seltene Erden. Der geographische Schwerpunkt liegt auf den politisch stabilen Jurisdiktionen Kanada und USA. Bei den Royalties selbst sind sogar Schwergewichte aus der Branche wie Agnico Eagle oder Eldorado Gold dabei. Das Konzept funktioniert. Globex Mining ist heute schuldenfrei und kommt auf einen Kassenbestand von etwa 40 Mio. CAD.
    Mit den freien Mitteln treibt Globex drei eigene Gold-Projekte in Québec selbst voran. Somit wird das solide, cashstarke Projekt- und Royalty-Geschäft durch Explorationen ergänzt, die mehr Upside nach oben bieten. Derzeit dürfte die Liegenschaft Cadillac-Wood am spannendsten sein. Denn hier steht ein 4.000 Meter großes Bohrprogramm an, um die historischen Vorkommen auf der Liegenschaft zu erkunden. Neben News von neuen Partner-Deals dürften erfolgreiche Bohrergebnisse die Aktien am stärksten antreiben.

    Chance dank Rücksetzer

    Nach einer spektakulären Verdopplung der Globex Papiere zwischen September 2025 und Ende Februar, gab es nun einen Rücksetzer um rund ein Viertel. Den können Investoren als verbilligte Einstiegsgelegenheit sehen. Denn der Börsenwert beträgt lediglich 120 Mio. CAD und wird zu einem Drittel durch Cash abgedeckt. Daneben gefällt uns auch die enge Kapitalstruktur. Globex hat nur rund 58,1 Mio. Aktien ausstehen und das Management hält 14 % der Aktien.

    Rio Tinto: Der große Zykliker

    Aufgrund der massiven Preisanstiege quer durch alle Metalle sprechen viele Marktbeobachter inzwischen von einem neuen Superzyklus am Rohstoffmarkt. Von diesem profitieren nicht nur Finanzierer wie Wheaton Precious Metals oder breit aufgestellte Royalty-und Projektfirmen wie Globex Mining, sondern auch die großen Bergbauriesen, die sogenannten Majors. Rio Tinto ist einer der größten Rohstoffkonzerne der Welt. Hier geht es um Skaleneffekte, die Kostenführerschaft und vertikale Integration: das Unternehmen deckt die Exploration, den Betrieb großer Minen und den Weitertransport über eigene Bahnen und Frachthäfen ab. Das Ziel sind dabei stets sehr große Lagerstätten, die im besten Fall über mehrere Dekaden betrieben werden.
    Dabei ist die Pilbara-Region in Westaustralien das Herzstück des Unternehmens. Hier besitzt Rio Tinto Eisenbahnnetze (oft vollautomatisiert) und Tiefseehäfen. So kann man die eigene Lieferkette optimieren. Der Fokus liegt auf Eisenerz, wo man als der kostengünstigste Produzent der Welt gilt. Dazu kommt Aluminium, mit eigenen Bauxit-Minen, Tonerde-Raffinerien und Aluminiumschmelzen. In den vergangenen Jahren hat das britisch-australische Unternehmen zudem die Expansion in den Bereich Kupfer und Batteriemetalle gewagt. Hier sieht man durch Trends wie Elektrifizierung und KI-Rechenzentren langfristig enormes Potenzial.
    Im ersten Quartal meldete Rio Tinto traditionell nur die reinen Produktions- und Absatzdaten. Finanzkennzahlen gibt es detailliert im Halbjahr. Demnach konnte man die Gesamtproduktion (gemessen in Kupfer-Äquivalenten) im Vorjahresvergleich um solide 9 % steigern. Haupttreiber war das Kupfergeschäft, wo bei der Riesenmine Oyu Tolgoi in der Mongolei das Hochfahren der Untertage-Produktion erfolgreich verlief. Zudem konnte ein Effizienzprogramm im Volumen von 650 Mio. AUD pro Jahr vollständig umgesetzt werden. Das Management hat alle Produktions-, Absatz- und Kostenziele für 2026 bestätigt. Die Aktie von Rio Tinto befindet sich seit dem Doppeltief im vergangenen Jahr im Aufwärtstrend und konnte sich in der Spitze verdoppeln. Auch der Krieg am Persischen Golf konnte den Trend nur kurz brechen. Investoren setzen mit Rio Tinto nicht nur auf eine steigende Rohstoffnachfrage, sondern auch auf Dividenden. Traditionell schütten die Londoner 60 % ihres bereinigten Gewinns aus. Allerdings muss klar sein, dass Rio Tinto ein sehr zyklischer Wert ist.


    Fazit: Mit der Aktie von Wheaton Precious Metals setzen Anleger breit gestreut auf Gold- und Silberassets, ohne klassische Minenrisiken zu tragen. Globex Mining ist kleiner, breiter aufgestellt und hat nach oben hin aufgrund eigener Projekte mehr Potenzial. Mit Rio Tinto kann der Rohstoff-Superzyklus gespielt werden. Wegen des Fokus auf Eisenerz, Aluminium und Kupfer gilt die Aktie aber als sehr zyklisch.


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    Der Autor

    Tarik Dede

    Schon als Primaner in Norddeutschland entwickelte sich seine Begeisterung für den Neuen Markt. Small- und Midcaps standen dabei von Beginn an im Mittelpunkt. Der gelernte Bankkaufmann vertiefte sein Wirtschaftswissen später im Volkswirtschaftsstudium und in verschiedenen Stationen der Frankfurter Finanzbranche. Heute ist er seit über 25 Jahren privat wie beruflich an der Börse aktiv.

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