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07.07.2026 | 05:30

Mali Analyse: Barrick Mining, Desert Gold und B2Gold – Prämie sichern bei sinkendem Risiko

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Bildquelle: pixabay.com

Jährlich sind Mali durch illegale Goldabflüsse Milliardensummen entgangen, doch das neue Malian Office of Precious Substances beendet diese Ära. Die Behörde zentralisiert den Edelmetallhandel, treibt säumige Abgaben ein und hat bereits über 1 Mrd. USD zurückgeholt. Für Anleger bedeutet dieser Wandel transparente Regeln, boomende offizielle Exporte und vor allem sinkendes Risiko. Das lässt die Margen konformer Produzenten sprudeln. Wie analysieren wie Barrick Mining vorgeht, Desert Gold den entscheidenden Schritt zum Produzenten wagt und B2Gold seine Marktstellung ausbaut.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099

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Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining – im strategischen Umbau

    Barrick Mining treibt die strategische Neuausrichtung mit Tempo voran. Bis Ende 2026 sollen die nordamerikanischen Goldassets in eine eigenständige Gesellschaft namens "North American Barrick" überführt werden, die in New York und Toronto notieren wird. Das Paket umfasst das Joint Venture Nevada Gold Mines mit Newmont, Pueblo Viejo in der Dominikanischen Republik sowie das vielversprechende Fourmile-Projekt. Rund 10-15 % der Anteile werden an den Markt gebracht, Barrick behält zunächst die Mehrheit. Analysten taxieren den Wert der Ausgliederung auf über 60 Mrd. USD. Für Investoren entsteht so ein reiner Nordamerika-Goldplayer ohne politische Risiken aus Afrika oder Pakistan.

    Parallel zur Nordamerika-Offensive verdichten sich die Signale für einen Rückzug aus Mali. Nach dem milliardenschweren Streit mit der Militärregierung um den Loulo-Gounkoto-Komplex und der zeitweisen Enteignung will Barrick offenbar Konsequenzen ziehen. Die operative Kontrolle ist zwar zurück, trotzdem will das Unternehmen die Mine offenbar nicht zwingend behalten. Medienberichte deuten auf Gespräche über einen vollständigen oder teilweisen Verkauf des Minenkomplexes hin. Auch eine Fusion des Afrika-Geschäfts mit Endeavour Mining steht im Raum mit einem möglichem Börsengang in London. Barrick signalisiert damit eine klare Abkehr von der bisherigen Strategie, Mali als Kernasset zu halten.

    Die Kombination aus Spin-Off und potenziellem Mali-Exit markiert einen strategischen Reset. Nordamerika wird zum stabilen Cashflow-Kern, während riskante Jurisdiktionen schrittweise abgebaut werden. Für Anleger entstehen zwei klar unterscheidbare Bewertungsprofile. Einerseits eine reine Nordamerika-Goldgesellschaft mit hohen Margen und andererseits ein globales Portfolio mit höherem Ertragspotenzial, aber auch erhöhtem Risiko. Die Transaktion hängt allerdings an der Zustimmung von Newmont als Partner in Nevada. Ohne deren Kooperation bleibt die Ausgliederung unrealistisch. Sollte der Plan gelingen, hätte er Signalwirkung für die gesamte Branche. Derzeit ist die Aktie für 38,21 USD zu haben.

    Desert Gold - cleverer Stufenplan im westafrikanischen Goldgürtel

    Desert Gold umschifft politische Untiefen mit einem cleveren Produktionsfahrplan und hält nebenbei ein ungebohrtes Juwel in der Hinterhand. Das SMSZ-Projekt erstreckt sich über 440 qkm entlang der Senegal-Mali-Scherzone, eine geologische Struktur, die für einige der bedeutendsten Goldlagerstätten Westafrikas verantwortlich ist. Die Lage ist bemerkenswert. Die Liegenschaft ist „eingeklemmt“ zwischen Allied Golds Sadiola-Mine im Norden, B2Golds Fekola-Komplex und Barricks Loulo-Gounkoto-Mine mit über 15 Mio. Unzen Reserven. Das Unternehmen verfügt aktuell über eine kombinierte Ressource von rund 1,22 Mio. Unzen. Diese Basis betrachtet das Management lediglich als Ausgangspunkt.

    Was Desert Gold von vielen Explorationsunternehmen unterscheidet, ist der Vorstoß in die eigene Produktion. Die vorläufige wirtschaftliche Bewertung sieht einen einfachen Tagebau im oxidierten Material vor. Sechs Container mit einer modularen Gravitationsanlage, die 240 t pro Tag verarbeiten kann, sind bereits aus China auf dem Weg. Die Inbetriebnahme ist für Juli geplant, der erste Goldbarren soll in der zweiten Jahreshälfte gegossen werden. Die All-in-Sustaining-Kosten werden auf etwa 1.100 USD pro Unze geschätzt. Das ist ein attraktiver Wert, der bei aktuellen Goldpreisen signifikante Cashflows generieren würde.

    Während die Aufmerksamkeit auf Mali ruht wartet ein potenzieller Gamechanger: das Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste. Die 297 qkm umfassende Konzession liegt nur zweieinhalb Autostunden von Abidjan entfernt. Eine potentielle Gold-Anomalie erstreckt sich über 4 km Länge und 2 km Breite und wurde nie erbohrt. Die Bergbaulizenz ist bereits genehmigt, es fehlt nur noch die finale Unterzeichnung. Ein Explorationserfolg dort würde Desert Gold über Nacht von einem einseitigen Mali-Player zu einem regionalen Akteur mit bedeutendem Diversifikationsvorteil machen. Die Analysten von GBC Research haben ein Kursziel von 0,93 CAD ausgegeben. Aktuell notiert die Aktie bei 0,11 CAD.

    B2Gold - warum Mali jetzt zum Gewinner wird

    Während andere Goldproduzenten Mali nach den regulatorischen Turbulenzen möglicherweise den Rücken kehrten hat B2Gold das Land als strategischen Kern seines Portfolios definiert. Der kanadische Mittelständler gehörte zu den ersten Produzenten, die im September 2024 eine Einigung mit der Militärjunta erzielten. Steuerstreitigkeiten wurden beigelegt, der neue Bergbaukodex als Chance begriffen. Das Ergebnis war regulatorische Kontinuität, während Konkurrent Barrick milliardenschwere Abschreibungen hinnehmen musste. Wer den Staat zum Partner macht, sichert sich Planungssicherheit.

    Der Fekola-Komplex bleibt der wichtigste Cashflow-Lieferant. Der Untertagebau, im Juli 2025 genehmigt, wird ab diesem Jahr signifikant zur Förderung beitragen. Das Fekola Regional-Projekt, 20 km entfernt, soll in den ersten 4 Jahren jährlich 180.000 Unzen liefern. Die Infrastruktur steht, das Erz wartet auf die finale Genehmigung. Die Zahlen des 1. Quartals 2026 untermauern die operative Stärke. Es wurden 237.763 Unzen produziert und alle Minen übertrafen ihre Erwartungen. Zwar sieht die Jahresguidance für den Fekola-Komplex mit 410.000 bis 460.000 Unzen einen leichten Rückgang vor, doch der höhere Goldpreis kompensiert die geringere Menge mit Leichtigkeit.

    Die Bilanz gibt reichlich Spielraum. In der Kasse liegen 479 Mio. USD und es gibt eine Kreditlinie über 800 Millionen USD. Der Verkauf des Finnland-Assets brachte 325 Mio. USD. Der auslaufende Prepayment-Vertrag, der monatlich 22.064 Unzen zu weniger als der Hälfte des aktuellen Preises lieferte, wird ab Juli zum massiven Cashflow-Boost. Das zukünftige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,4 liegt unter dem Branchenschnitt. Die Bewertung bleibt also attraktiv. Das Mali-Risiko ist eingepreist, das Potenzial nicht. Die Kombination aus Wachstumsprojekten, finanzieller Stärke und einer aktienfreundlichen Kapitalallokation macht B2Gold zu einem der aussichtsreichsten Werte im Goldsektor. Momentan kostet die Aktie 4,08 USD.


    Malis neues Edelmetallamt senkt das Länderrisiko spürbar. Für konforme Produzenten eröffnen sich nun margenstarke Perspektiven. Barrick Mining vollzieht mit der „North American Barrick“-Ausgliederung und dem möglichen Mali-Exit einen strategischen Reset hin zu stabilen Nordamerika-Cashflows. Desert Gold ist auf dem Sprung zum Produzenten und hält in der Elfenbeinküste ein unerbohrtes Juwel in Reserve. B2Gold hingegen macht Mali durch frühzeitige Einigung mit der Regierung zum strategischen Kern und profitiert von planbarer Kontinuität.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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