26.05.2026 | 05:30
Mit Rio Tinto, Power Metallic Mines und Freeport-McMoRan den Kupfer-Superzyklus für sich arbeiten lassen
Die rasante Elektrifizierung trifft auf leere Kupferlager. Stromtrassen, KI-Farmen und E-Fahrzeuge saugen das Leitermetall auf, während Minenprojekte in Behördenlabyrinthen versanden. Diese Divergenz erzeugt keinen kurzen Hype, sondern einen langen Superzyklus. Anleger sehen ein dreistufiges Feld: den finanzstarken Global Player, den polymetallischen Explorer mit verborgenen Schätzen und den reinen Produzenten, der direkt am Kupferpreis partizipiert. Wer diese Rollen versteht, verwandelt Knappheit mühelos in Rendite. Cleveren Anlegern bietet sich eine Chance. Die drei Protagonisten heißen Rio Tinto, Power Metallic Mines und Freeport-McMoRan.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757 , POWER METALLIC MINES INC. | CA73929R1055 | TSXV: PNPN , OTCBB: PNPNF , FREEPORT-MCMORAN INC. | US35671D8570
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Rio Tinto - zwischen Wachstum und Zurückhaltung
Der Bergbauriese Rio Tinto startete mit einem Produktionsplus von 9 % ins Jahr, getrieben vom Hochlauf der Oyu-Tolgoi-Mine und einer robusten Aluminiumsparte. Die Pilbara-Eisenerzförderung erreichte den zweithöchsten Q1-Wert seit 2018, zwei tropische Wirbelstürme drückten jedoch die Verschiffung um rund 8 Mio. t. Das Management will die Hälfte davon im Jahresverlauf aufholen. Zwei tödliche Arbeitsunfälle zwangen den Konzern zu einer verschärften Sicherheitspolitik. Das ist ein Signal, das interne Prozesse neu justiert und kurzfristig Produktionsabläufe beeinflussen könnte.
Unter dem CEO Simon Trott verschlankt der Konzern Führungsebenen und Entscheidungswege. Jedes Projekt muss sich im internen Wettbewerb um Kapital behaupten. Die Klimaabteilung wurde aufgelöst, Investitionen in CO2-Reduktion von 7,5 auf 1-2 Mrd. USD gekürzt. Stattdessen fließt Geld in neue Kupfer- und Goldvorkommen. Rio prüft derzeit eine Aufstockung seines Anteils am Los-Azules-Kupferprojekt in Argentinien, eines der zehn größten unerschlossenen Vorkommen weltweit. Die Nutzung der Nuton Technologie könnte hier den entscheidenden Vorteil bringen.
An den Finanzmärkten überwiegt Vorsicht. Die Mehrheit der Analysten raten zum Halten, mehrere Häuser stuften zuletzt ab. Die Spanne der Kursziele reicht von 83,50-120,00 USD. Die jährliche Dividende liegt umgerechnet bei etwa 4 USD je Aktie. Entscheidend für Investoren wird sein, ob Rio die logistischen Verwerfungen in den Griff bekommt und die Kostenziele einhält. Steigende Dieselpreise und Wechselkurseffekte könnten die Marge belasten. Wer einsteigt, setzt auf langfristige Rohstoffnachfrage und akzeptiert politische Risiken, etwa durch die Beteiligung der mongolischen Regierung an Oyu Tolgoi. Derzeit ist die Aktie für 89,95 EUR zu haben.
Power Metallic Mines - drei Entwicklungen, die Anleger kennen sollten
Die Mai-Bohrergebnisse aus Quebec sind nicht alltäglich. Power Metallic traf auf 22 m mit 11,46 % Kupferäquivalent-Gehalten auf der Lion-Zone, das sind extrem starke Zahlen. Zum Vergleich: Normale Kupferprojekte arbeiten mit 0,5 %. Bei NISK liegt die Mineralverteilung des Gesteins bei etwa 45 % Kupfer und 55 % Platingruppenmetallen, darin enthalten rund 10 % Gold und 5 % Silber. Hinzu kommt, dass es sich um eine orthomagmatische Lagerstätte handelt, die weltweit extrem selten sind, und die ca. 11 verschiedene Elemente beherbergt. Wer sich auskennt weiß, dass solche Vorkommen typischerweise zu Mehrfachminen mit jahrzehntelanger Produktion werden. Die Infrastruktur steht bereits dank Autobahn, Stromleitung und Regionalflughafen.
Spannend wird es unterhalb der 200 m Marke. Power Metallic setzt auf Myonen-Tomographie von Ideon, eine Technik, die mit kosmischen Teilchen aus Supernovas arbeitet. Die Methode erstellt 3D-Dichtemodelle von Gestein und kann Bereiche ausleuchten, wo konventionelle Verfahren blind bleiben. Das Vorgehen ist clever. Zuerst wird das Verfahren an den über 100 vorhandenen Bohrlöchern geeicht, dann sucht man mit dem kalibrierten Fingerabdruck nach gleichen Strukturen im gesamten 330 qkm großen Distrikt. Die Mineralogie mit Dichten von 4,0 bis 5,0 g/cc bietet ideale Voraussetzungen. Potenziell ein massiver Hebel für neue Entdeckungen ohne tausend zusätzliche Bohrungen.
Parallel entsteht ein zweites strategisches Standbein. Power Metallic hat ein 50/50-Joint-Venture mit Amaar Mining in Saudi-Arabien geschnürt, einem Unternehmen aus dem Umfeld der königlichen Familie. Die ersten 10 Mio. USD investiert der Partner zu 75 %, danach wird fifty-fifty geteilt. Das ist Kapitaldisziplin. Bereits gesichert ist die 200 qkm Lizenz Jabal Baudan im Kupfer-Gold-Zink-Gürtel. Im Juli folgt die erste Mineralressourcenschätzung für die Lion Zone auf dem NISK-Projekt, im Dezember eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie. Mit Geologen-Legende Steve Beresford und Investoren wie Friedland, McEwen und Rinehart sitzen die richtigen Leute am Tisch. Die Analysten von GBC Research sehen ein Kursziel von 3,00 CAD. Aktuell notiert die Aktie bei 1,51 CAD.
Freeport-McMoRan - Förderprobleme treffen auf Rekordpreise
Der Kupferriese lieferte ein starkes 1. Quartal ab mit 6,2 Mrd. USD Umsatz und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,57 USD, beides lag über den Erwartungen der Analysten. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit handfesten Problemen im indonesischen Kernasset Grasberg. Nach dem Schlammvorfall im September läuft die unterirdische Förderung nur schleppend an. Feuchteres Erz als üblich macht die Aufbereitung kompliziert, die volle Kapazität ist erst Ende 2027 in Sicht. Die Jahresprognose für Kupfer wurde von 3,4 auf 3,1 Mrd. Pfund gesenkt. Hinzu kommen gestiegene Dieselkosten durch den Iran-Konflikt, ein jährlicher Mehraufwand von geschätzten mehreren Mio. USD.
Doch die schwächeren Volumina werden durch die Preise kompensiert. Kupfer notiert nahe sechs USD pro Pfund, ein Niveau, das Analysten als strukturell bedingt sehen. Elektrifizierung, KI-Infrastruktur und der Ausbau von Stromnetzen treiben die Nachfrage, während neue Minenprojekte teuer und langwierig sind. Freeport profitiert davon doppelt. Die höheren Preise gleichen Produktionsausfälle aus, und bestehende Assets gewinnen an strategischem Wert. Der operative Cashflow erreichte zuletzt 1,5 Mrd. USD. Die realisierten Goldpreise kletterten im Jahresvergleich um 59 %, ein weiteres Standbein.
Die mittelfristige Perspektive bleibt interessant. Bis 2028 peilt der Konzern eine Gesamtförderung von 4,1 Mrd. Pfund Kupfer an, mit einem EBITDA von rund 18 Mrd. USD bei 6 USD je Pfund. Dazu kommen Hebel wie die Laugungstechnologie aus alten Halden. Das bringt zusätzliche 300 Mio. Pfund jährlich ohne neue Minen. Die Analysten sind gespalten. Die UBS bleibt optimistisch mit Kursziel 75 USD, Jefferies sieht Abwärtsrisiken. Die Bewertung ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 33 nicht günstig. Wer auf den Rohstofftrend mit dem größten reinen Kupferplayer reiten will, findet hier klare Argumente. Momentan kostet eine Aktie 61,99 USD.
Der Kupfer-Superzyklus ist keine Spekulation, sondern gelebte Knappheit. Rio Tinto stemmt sich mit Produktionsrekorden und verschlankten Strukturen gegen logistische Rückschläge. Power Metallic Mines liefert starke 11%ige Kupferäquivalent-Gehalte und will mit der Myonen-Tomographie den Beweis für ein Jahrhundertvorkommen liefern. Freeport-McMoRan wandelt Förderprobleme dank Rekordpreisen dennoch in starke Cashflows um. Wer die unterschiedlichen Rollen – Stabilität, Exploration, reine Produktion – versteht, kann die Rohstoffverknappung systematisch in Rendite verwandeln.
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