08.09.2026 | 04:00
Biotech: Jetzt auf den Rebound setzen! Übernahmegefahr für Evotec und BioNxt, Bayer und BioNTech mit vollen Kassen
Der Biotech-Sektor steht nach einer langen Durststrecke vor einer spektakulären Trendwende, die mutigen Anlegern massive Renditechancen bietet. Denn die Kurse vieler innovativer Hoffnungsträger notieren weit unter ihren Allzeithochs, fast unbemerkt formiert sich im Hintergrund aber bereits die nächste große Rallye. Besonders die prall gefüllten Kriegskassen der Branchenriesen Bayer und BioNTech heizen die Gerüchteküche in der Szene gerade mächtig an. Dieses gigantische Milliarden-Kapital sucht händeringend nach neuen Wachstumsimpulsen, was kleinere Akteure urplötzlich ins Visier der Protagonisten rückt. Ganz oben auf der Watchlist der Jäger stehen dabei die schwer gebeutelte Evotec und der disruptive Newcomer BioNxt. Beide Unternehmen glänzen mit hochkarätigen Technologieplattformen, welche auf dem aktuellen Niveau fast schon wie ein exklusiver Sonderverkauf wirken. Wer jetzt die Augen offenhält und strategisch auf den großen Rebound setzt, positioniert sich rechtzeitig vor der drohenden Konsolidierungswelle. Die Startzeichen für eine explosive Aufholjagd stehen jedenfalls so günstig wie lange nicht mehr.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
André Will-Laudien
ISIN:
Bionxt Solutions Inc. | CA0909741062 | CSE:BNXT , OTCQB: BNXTF , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
André Will-Laudien
Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.
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Evotec – Gebot ausgeschlagen, wie tief kann es nun gehen?
Die Aktie des Hamburger Wirkstoffforschers Evotec kommt einfach nicht zur Ruhe und steht nach der geplatzten Halozyme-Übernahme erneut massiv unter Druck. Anleger fragen sich nach dem ausgeschlagenen Angebot besorgt, wo der Titel im aktuellen Marktumfeld überhaupt noch einen stabilen Boden finden kann. Die jüngst vorgelegten Halbjahreszahlen für 2026 untermauerten die Skepsis der Investoren, da die Erlöse im Vorjahresvergleich um heftige 19 % einbrachen. Zudem rutschte das bereinigte Konzern-EBITDA mit minus 42,7 Mio. EUR tief in die Verlustzone. Das Management rund um den neuen CEO Dr. Christian Wojczewski betonte zwar, dass dieser herbe Rückschlag primär auf verschobene Partnerschaften und nicht auf verlorenes Geschäft zurückzuführen sei. Dennoch hinterließen die verzögerten Meilensteinzahlungen und ein zäher Anlauf neuer Kooperationen tiefe Spuren in der Bilanz. Das Führungsteam sah sich deshalb gezwungen, die offizielle Jahresprognose für 2026 drastisch zu senken, was zu einer anhaltenden Vertrauenskrise an der Börse führte. Als strategischen Befreiungsschlag treibt Evotec nun das Spar- und Transformationsprogramm „Horizon“ voran, um die betriebliche Effizienz endlich zu steigern. Dieses Restrukturierungskonzept soll bereits im laufenden Jahr bis zu 30 % der angestrebten Kosten einsparen, greift operativ jedoch erst verzögert. Für das Gesamtjahr stellt der Vorstand nun deutlich niedrigere Umsätze und ein klar negatives bereinigtes EBITDA in Aussicht. Die Unternehmensführung deklariert das Jahr 2026 damit endgültig als Übergangsphase und vertröstet die Aktionäre auf eine spürbare Erholung im Jahr 2027. Nach 85 % Kursverlust in drei Jahren auf rund 3,20 EUR braucht es wahrscheinlich einen Neuanfang mit einem kapitalstarken Partner.
BioNxt Solutions – Kurz vor dem Durchbruch
In Vancouver und München wird es nun spannend. Denn BioNxt Solutions nähert sich mit seinem führenden Cladribin-Programm BNT23001 einem entscheidenden Wendepunkt, nachdem das vollständige IMPD-Dossier für die geplante europäische Humanstudie fertiggestellt wurde. Damit ist ein wesentlicher Teil der regulatorischen Vorarbeit abgeschlossen und der nächste logische Schritt ist die Einreichung der Clinical Trial Application sowie die anschließende Bioäquivalenzstudie mit Mavenclad. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Biotech-Modellen: BioNxt entwickelt keinen neuen Wirkstoff, sondern versucht, einen etablierten Wirkstoff über einen patentierten sublingualen Dünnfilm komfortabler und möglicherweise effizienter zu verabreichen. Besonders für MS-Patienten mit Schluckbeschwerden könnte die wasserfreie, im Mund auflösbare Darreichungsform einen konkreten praktischen Vorteil schaffen. Ermutigend ist die präklinische Pharmakokinetik, in der BNT23001 im Großtiermodell eine höhere systemische Verfügbarkeit als die Referenztablette zeigte.
Sollte sich dieser Effekt in der Humanstudie bestätigen, könnte daraus ein attraktives Zusammenspiel aus geringerer Wirkstoffmenge, potenziell besserer Verträglichkeit und verbesserter Wirtschaftlichkeit entstehen. Gleichzeitig besitzt BNT23001 durch das europäische und eurasische Patent bis 2043 bereits eine langfristige Schutzposition, während weitere Märkte über laufende Verfahren erschlossen werden sollen. Das eigentlich größere Investmentthema liegt jedoch hinter Cladribin: Die ODF-Technologie könnte auf weitere etablierte Wirkstoffe übertragen werden und damit aus einem einzelnen Produkt einen wiederverwendbaren Entwicklungsbaukasten machen. Mit Everolimus und insbesondere Semaglutid hat BioNxt bereits entsprechende nächste Anwendungsfelder eröffnet. Das seit Juli aktiv entwickelte Semaglutid-Programm gemeinsam mit Gen-Plus führt das Unternehmen zudem in einen GLP-1-Markt, der je nach Prognose bis Mitte der 2030er-Jahre auf weit über 200 Mrd. USD wachsen könnte.
Der strategische Hebel liegt dabei nicht darin, Novo Nordisk oder Eli Lilly beim Wirkstoff zu kopieren, sondern eine alternative Verabreichungsform für komplexe Peptide zu entwickeln. Und hier wird der ODF-Markt richtig interessant: Denn transmukosale Systeme können prinzipiell den Magen-Darm-Trakt und den First-Pass-Metabolismus umgehen und damit neue Möglichkeiten für Wirkstoffe eröffnen, die oral nur schwer verfügbar sind. Eine wissenschaftliche Übersicht zur transmukosalen Arzneimittelverabreichung unterstreicht den anhaltenden Forschungsfokus auf verbesserte Resorption, Bioverfügbarkeit und Patientenkomfort, exakt an der Schnittstelle, an der BioNxt seine Technologie positioniert. Sollte Semaglutid funktionieren, wäre die Plattform zudem perspektivisch auf weitere GLP-1-Wirkstoffe wie Tirzepatid übertragbar. Damit wächst nicht nur die Pipeline, sondern auch die strategische Attraktivität für größere Pharmaunternehmen, die nach patentierbaren Drug-Delivery-Lösungen für bestehende Blockbuster suchen.
Finanziell hat BioNxt mit der Verlängerung von Wandelanleihen über 5,475 Mio. CAD bis 2027/28 zusätzlichen Spielraum für die klinische und technologische Entwicklung geschaffen, während 16,9 Mio. Warrants zu 0,50 CAD zugleich einen potenziellen späteren Kapitalzufluss darstellen. Bei einem Kurs von lediglich 0,35 CAD und einer Marktkapitalisierung von knapp 50 Mio. CAD erscheint die Bewertung angesichts mehrerer Entwicklungsachsen bemerkenswert niedrig. Damit könnten die Kanadier ein günstiges Technologie-Ticket für die Großen werden. Noch ist das allerdings Spekulation und die klinischen, regulatorischen sowie technologischen Risiken bleiben bestehen. Das macht die Aktie derzeit so spannend.
BioNTech und Bayer – Volle Kassen unterstützen Übernahmelust
Volle Kassen, tolle Ideen! Die beiden deutschen Pharmariesen BioNTech und Bayer verfügen nach wie vor über beachtliche Liquiditätsreserven, die im aktuellen Branchenumfeld strategisch klug investiert werden wollen. mRNA-Experte BioNTech sitzt dank eingestrichener Covid-Impf-Milliarden auf einem massiven Cash-Polster von knapp 17 Mrd. EUR und verliert demnächst sein Gründerteam. Hier braucht es jetzt fähige Führungsexperten, die dem Konzern wieder Halt geben. Auch bei Bayer zwingt der operative Erneuerungsdruck dazu, trotz Schuldenabbau gezielte Pipeline-Zukäufe ins Auge zu fassen. Beide Konzerne suchen händeringend nach innovativen Technologien, um ihre bestehenden Portfolios zukunftssicher aufzustellen und drohende Patentabläufe abzufedern. Für die Mainzer wäre die Übernahme eines etablierten Wirkstoffforschers wie Evotec die perfekte Ergänzung, um die eigene KI-gestützte Plattform zur Medikamentenentwicklung massiv zu skalieren. Insbesondere Evotecs hochentwickelte Biologika-Produktionsplattform „Just – Evotec Biologics“ passt ideal zur Onkologie- und mRNA-Strategie von BioNTech, da sie die klinische Fertigung drastisch beschleunigen kann. Alles nur Ansätze und Vermutungen, die wir im opportunistischen Kontext sehen.
Bayer wiederum könnte durch eine Übernahme im Biotech-Sektor seine traditionell starke, aber innovationsbedürftige Pharma-Sparte im Bereich der Zell- und Gentherapien strategisch aufwerten. Die fortgeschrittenen Multi-Omics-Plattformen und die breite Palette an Partnerschaften kleinerer Biotech-Häuser würden dem Leverkusener Konzern sofortigen Zugang zu validierten Zielmolekülen in der Immunologie und Kardiologie verschaffen. Durch solche Akquisitionen sichern sich die Käufer nicht nur fertige Produktkandidaten, sondern vor allem jahrelang aufgebautes Forschungs-Know-how und hocheffiziente Laborinfrastrukturen. Statt langwieriger und risikoreicher Eigenentwicklung im frühen Stadium ermöglicht der Zukauf den sofortigen Sprung in spätere klinische Phasen. Das spart den Großkonzernen wertvolle Zeit im globalen Wettlauf um die Medizin der nächsten Generation. Da die Bewertungen vieler Übernahmeziele nach der Marktkorrektur historisch günstig sind, ist der finanzielle Aufwand für die Barzahler überschaubar. Wie gesagt, wir lassen unserer Phantasie freien Lauf.

Der Biotech-Sektor zeigt wieder erste Lebenszeichen. So erzielen die Großen der Branche wie Bayer und BioNTech durchaus wieder positive Renditen und akkumulieren durch ihre Überschüsse weiteres Kriegskapital. Kleinere Player wie Evotec und BioNxt müssen ihre erfolgversprechenden Forschungsprogramme nur konsequent fortführen und warten. Das eine oder andere Angebot flattert sicher mal durchs Fenster!
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